Der europäische Blickwinkel. Auf dem Weg in die Welt von Morgen.




WIE KANN DIE ECB DIE GRIECHISCHE SCHULD AUFLÖSEN WÄHREND DEREN VOLLE HÖHE IN DER BILANZ ERHALTEN BLEIBT.

Die Fachleute aus der Europeischen Zentralbank sollten auf ihre Fachkollegen an der anderen Seite von Atlantik schauen, um zu lernen wie man die Bücher frisiert und damit Probleme löst. Die europeische Monetär- und Schuldenkrise könnte auf die gleiche Art und Weise gelöst werden, wie die amerikanische Hypothekenkrise.
Die ECB ist nicht im Stande der griechischen Schuld den entsprechenden „Haarschnitt”
anzupassen, weil das ein Teil ihrer Bilanz löschen würde. Die Europeische Zentralbank hat die griechische Verbindlichkeit aufzulösen, und sie gleichzeitig in der Bilanz erhalten bleiben zu lassen. Die FED wurde mit einem vergleichbaren Problem konfrontiert; sie fing 2012 mit dem Einkauf von hypothekarisch gesicherten Wertpapieren in Höhe von 40 Milliarden Dollar pro Monat an und hat bereits 834 Milliarden Dollar akummuliert. Man kann sich fragen, ob diese Hypotheken und die den Wertpapieren zugrunde liegenden Häuser immer noch bestehen und wie (schlecht) das Bargeld Stream aus dieser Sicherheiten ist , aber niemand kümmert sich um die Struktur dieser Wertpapiere.
Für die FED ist es kein Problem, wie hoch der reele Wert dieser individuellen Hypotheken wirklich ist, denn diese Sicherheiten werden neubewertet und die FED als grösster Käufer setzt die Marktpreise. Egal wie hoch oder wie niedrig, sind die Preise dieser Sicherheiten so, wie sich die FED wünscht, je nachdem, ob diese Produkte von FED verkauft oder gekauft werden. Die EZB könnte einen gleichen Trick mit der griechischen Schuld machen und das so genannte Fahrzeug Spezieller Bestimmung (d.h. eine Zweckgesellschaft) bilden. Diese Zweckgesellschaft müsste die griechische Schuld von der EZB kaufen und sie mit einigen deutschen Bonds oder mit anderen Staatsschuldverpflichtungen zusammenpacken. Um diese Zweckgesellschaft zu finanzieren, müsste die EZB die neu entstandenen gesicherten Schuldtitel (Sovereign Debt Backed Securities- SDBS) von dieser Zweckgesellschaft für den gleichen Preis kaufen, für welchen sie die Staatsschulden- Obligationen verkauft. Soweit die EZB die griechische Staatsschuld an die Zweckgesellschaft abladen würde, soweit wäre sie vor dem griechischen „Haarschnitt” geschützt.
Es ist schwer den Preis der neu gebildeten SDBS einzuschätzen, wenn man auf dem Wert er zugrundeliegenden Obligationen basiert. Die sogenannten SDBS müssten nach dem Motto „mark to market” bewertet werden, sogar wenn die zugrundeliegende Schuld restrukturiert wäre. Solange die EZB der wichtigste gierige Käufer und der alleinige Besitzer dieses neu gebildeten Produkts wäre, könnte sie beliebige Preise anbieten und verlangen.
Dieser Trick würde genau das bezwecken, wofür er vermutlich konzipiert wurde- die griechische Schuld restrukturieren und die Bilanz der EZB unverändert bleiben lassen.

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