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Nach den Wahlen der USA: letzter Aufruf des Establishments

Die überwältigende Mehrzahl an Meinungsumfragen hat ihr eine starke Führung im Wahlmännerkollegium gegeben, doch das Resultat hat bewiesen, dass es sich um das exakte Gegenteil handelt. Amerika hat um eine Änderung gebeten, genau wie 2008 mit Obama, und die Wiederholung deutet ebenfalls daraufhin, dass letzterer nicht ausgetragen hat.

In der Woche vor den Wahlen, hat das amerikanische Arbeitsministerium berichtet, dass die Beteiligung der Arbeitskräfte um 425.000 Einheiten nachgelassen hat, wobei sie ein großes Jahrzehnt mit hohen Bedingungen erreicht haben und das von Leuten, die nicht beim Arbeitsmarkt waren: fast 95.000.000. Die Staaten haben 547.000 Arbeitsstellen auf der Ebene eines Baarmannes eingeführt, mit einem Verlust von 38.000 bei der Produktion; einem Gewinn von 90.000 Teilzeitjobs und Verlust von 103.000 auf Vollzeit. Doch Obama konnte sich mit einem guten Jahr der tiefen Arbeitslosenrate von 4,9% brüsten.1)Economic News Release, United States Department of Labor Da stimmt was nicht.

Die Arbeitslosenquote ist dabei zu sinken, weil die Leute auf den Arbeitsmarkt verzichten und selbst wenn sie es schaffen eine Stelle zu finden, ist es auf dem Niveau eines Barkeepers, eine sehr beschränkte Berufsperspektive. Die Wiederherstellung, mit der sich die Obama Administration rühmt, ist eine Täuschung, genau wie die Meinungsumfragen, die für den Sieg Hillary Clintons einen Erdrutsch erfordern.

Das ist alles, was das intellektuelle Köpfchen des Establishments erzeugen konnte: manipulierte Umfragen und gefälschte Wirtschaftsdaten; während des Wahlkampfes war es die Nachricht Trumps, in der mitgeteilt wurde, dass das amerikanische Volk glaubte, und zwar mehr, als die Umfragen, mehr als ihnen die Nobelpreisträger berichteten, in was für einer ausgezeichneten Verfassung sich deren Wirtschaft befand. Die Wirklichkeit gegen die Propaganda. Die Kundgebungen von Trump stellen eine überwältigende Beteiligung dar, Clintons Leute haben Kamerawinkel gebraucht, um leere Bereiche zu verdecken. Ende des Tages zeigte der Wahlgang die Wahrheit.

Die Botschaft ist offensichtlich: mit solchen Tricks wird man nicht länger durchkommen. Es ist an der Zeit, die Probleme mithilfe von geistigen Ressourcen zu lösen, anstatt anzufangen, sie nach deren Erzeugung zu verbergen und somit davor zu flüchten. Die Revolution ist in vollem Gange, sie ist friedlich und demokratisch.

Was gibt es für Probleme?

Steueroasen: im wesentlichen übertragen sie den Reichtum von diesen Leuten, die nicht imstande sind, daraus zu profitieren (die tieferen Schichten der Unterklassen) an diese, die dies können (die Multis und die Reichen). Die ersteren müssen Steuer zahlen, die letzteren können sie meiden. Da die Regierung, aufgrund der Steuerhinterziehung, zu geringe Einnahmen hat, versucht sie diesen Mangel zu beseitigen, indem sie die Mittelschicht und Arbeiterklasse mit nur noch größeren Programmen der Sparsamkeit belegt; höhere Steuern sind eine Ursache für eine weitere Steuerhinterziehung, was wiederum für den Ausgleich nur noch höhere Steuern erfordert und somit ein Teufelskreis entsteht, der den Reichtum der „westlichen“ Bürger aufsaugt und in verschiedenen Ländern zum Bankrott führt. Es ist symbolhaft, dass sich die Finanzminister am Tage der US-Wahlen getroffen haben, um die Begriffsbestimmung der Steueroasen und potenziellen Sanktionen zu besprechen. Das Ergebnis ihres Treffens? Sie sind sich einig geworden, dass ein Steuersatz in Höhe von 0% für die Festlegung einer Steueroase nicht ausreicht.2)EU agrees zero tax rate is not enough to define tax haven: Padoan, Investing.com Ein Symbol einer inkompetenten Führerschaft, die womöglich auch widerwillig ist, das Problem zu lösen. Es sollte keine Überraschung sein, dass die meist verbreitete Profession, die sich in den berüchtigten Unterlagen der Steuersünder „Panama Papers“ befindet, die Politiker sind.3)Panama Papers bubble chart shows politicians are most mentioned in document leak database, Independent 2016-05-12

Immigration: während das vorige Problem so gut wie nie vorgenommen wird, ist die Immigration das absolute Hauptthema; dennoch ist das Ergebnis dasselbe, nämlich ohne Erfolg. Einerseits ist es wieder das Establishment, mit einem Lob bezüglich der Nutzen und Gewinne, die offene Grenzen mit sich bringen, andererseits gibt es die Menschen, die über den Mangel der Integration von Migranten, die hohe Kriminalität, die Terroranschläge oder die Lohnverdichtung aufgrund des endlosen Zuflusses von Menschen klagen. Die Flüchtlingskrise bietet ein klares Beispiel des Problems. Wenn Flüchtlinge willkommen sind, wird nur eine Handvoll in den wohlhabendsten Gebieten beglichen und zwar unter den Eliten, die sich mit ihrer Toleranz, Menschlichkeit und einladender Handlung brüsten. Die überwältigende Mehrzahl wird darauf in den ärmsten Gebieten beglichen, was zur Radikalisierung, Kriminalität und all den von den Eliten, aber nicht unteren Klassen, möglich zu ignorierenden Problemen führt.4)How Global Elites Forsake Their Countrymen, The Wall Street Journal 2016-08-11 Eine solche Lösung liegt in der Mitte und entstammt der nicht allzu entfernten Vergangenheit, nämlich der Zeit vor den 90ern, bevor die Politiken mit Massenmigration, die den westlichen Regierungen angehören, begonnen haben zu funktionieren. Die Immigration muss zu Zehntausend, nicht Hunderttausend, wenn nicht einer Million, zurückkehren. Nur so können die westlichen Staaten für die Integration der Individuen anderer Kulturen Zeit und Hilfsmittel haben. Wenn man dies nicht wiederherstellen kann, wird die Feindseligkeit gegenüber den Einwanderern zwangsläufig andauern und schließlich wird man verlangen, die Grenzen zu schließen.

Arbeit und Handel: der Westen kann keine solche Wirtschaft betreiben, deren Leistung darin besteht, keine eigenen Güter zu produzieren, sie aber nur durch den Import zu erlangen. Ein großer Arbeitsplatzverlust aufgrund der Modernisierung und Mechanisierung ist nachvollziehbar. Ein Arbeitsplatzverlust, weil die Produktion dort billiger ist, wo die Menschenrechte und Arbeitsrechte nicht durchgeführt werden, ist es nicht.

Die Rückkehr zu den KMU (Kleine und mittelständische Unternehmen): der ursprüngliche Traum der Amerikaner. Jahrzehntelang war es dem Establishment ziemlich ungemütlich mit dem multinationalen, dennoch wahren Liberalismus, wenngleich Adam Smith für das Gegenteil plädiert: die KMU, die untereinander konkurrieren, welcher Preis für die Verbraucher der beste wäre. Der heutige westliche Kapitalismus entwickelt sich Richtung Oligopol: ein paar multinationale Gesellschaften kontrollieren den Markt, übernehmen die Konkurrenz, bemühen sich darum für sich vorteilhafte Vorschriften anzuordnen, auf die sie, dank ihren großen in Lobbyismus investierten Finanzmitteln, Einfluss haben, bis sie schließlich eine solche Größe erreichen, dass mit ihrem Zerfall die gesamte Weltwirtschaft mit reingezogen wird. Dies stimmt vor allem dann, wenn es zum Finanzsektor kommt, dessen Zusammenbruch ständig eine aufziehende Gefahr darstellt. Andererseits kann das Versagen bei einem Unternehmen vom Markt leicht absorbiert werden, wo beides unter den Bedingungen von Arbeitslosigkeit und Ressourcenverlust entsteht. Das Oligopol beschränkt bei der Wirtschaft Flexibilität und Konkurrenzfähigkeit und ist daher unerwünscht.

References   [ + ]

1. Economic News Release, United States Department of Labor
2. EU agrees zero tax rate is not enough to define tax haven: Padoan, Investing.com
3. Panama Papers bubble chart shows politicians are most mentioned in document leak database, Independent 2016-05-12
4. How Global Elites Forsake Their Countrymen, The Wall Street Journal 2016-08-11

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