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Saudi-Arabien und China bereiten sich auf den Krieg vor

Dass Saudis Jemen kontrollieren wollen und Chinesen in Myanmar ihre Präsenz verstärken, ist eine Vorbereitung auf die Konflikte, die bald entfachen können. Es geht um Sicherung der Flanken.

Der Krieg in Jemen wird von den Saudis immer brutaler geführt. Die von den USA gelieferten Waffen der saudischen Armee treffen immer öfter die Zivilbevölkerung. Die auf Befehl der Saudis von Sanaa nach Aden verlegte Zentralbank druckt Geld in Häufen, so dass durch galoppierende Inflation die Bevölkerung sich keine Lebensmittel leisten kann. Wozu das Völkermord? Es geht gar nicht um Ideologie, oder religiöse Unterschiede zwischen Huthis (Schiiten) und dem Rest der Jemener (Sunniten). Einer der Gründe kann das Erdöl sein. Die in der nördlichen Provinz Jemens Al-Jawf entdeckten Reserven des schwarzen Goldes sollen größer als die Saudischen sein.1)Yemen‘s vast potential, Hanan Al-Akry, Al-Ahram weekly.Ein Schnäppchen für Saudis also. Doch am wichtigsten ist es für sie zurzeit sich auf den direkten Konflikt mit dem Iran vorzubereiten. Käme es zum Krieg, würde Iran den Öl-Transit-Engpass in der Straße von Ormuz blockieren. Daher muss Saudi-Arabien sich den Zugang zu der 27 breiten Meeresstraße zwischen dem Roten Meer und dem Golf von Aden und damit auch seine Erdölexporte sichern. Die Straße heißt auf Arabisch Bab al-mandeb (Tor der Tränen). Wenn die von Feinden der Saudis auch blockiert wird, wird es Riad sicherlich viele Gründe zum Weinen geben.

Für China hat hingegen die Meeresstraße von Malakka eine strategische Bedeutung. Da Chinesen auf dem Südchinesischen Meer immer aggressiver fortgehen, künstliche Inseln bauen lassen und auf Kollisionskurs mit Ländern wie Vietnam, Philippinen und USA gehen, müssen sie auf der Hut sein, wenn es um ihren wichtigsten Handels- und Transportweg geht. Ein Blick auf die Karte Südostasiens genügt, um zu begreifen, welche Alternative es für Chinesen gibt, wenn es um Meereswege geht. Es ist Myanmar.

Myanmar war neulich, ebenso wie in Jemen, Schauplatz brutaler Morde der Zivilbevölkerung. Auch da gab es keine militärische Intervention der westlichen Länder. Der Grund dafür? Der Mord an Rohingyas, der sunnitischen Minderheit im buddhistischen Myanmar, wurde von US-Kräften provoziert, um China seine Investitionen in der Provinz Arakan, wo Rohingyas leben, zu erschweren. George Soros ist da schon seit 2010 mit der von ihm finanziert „Burma Task Force“ aktiv. Wenn er in ein Land kommt, sucht er nach religiösen, ethnischen oder politischen Widersprüchlichkeiten und versucht sie aufzuheizen, um das Land zu destabilisieren und seine Ziele zu erreichen. Im Fall von Myanmar geht es auch um die Destabilisierung der Situation in Südostasien.

Der Konflikt um Muslime treibt einen Keil zwischen Myanmar und muslimische Länder in der Region: Indonesien und Malaysia. In Arakan (auch Rakhine genannt) wurden schon 2004 ebenso wie in Jemen riesige Ressourcen vom kostbaren Rohstoff entdeckt, im Gegenteil zu Jemen geht es da aber um Erdgas. Chinesen bauten für 2,45 Mrd. $ eine Pipeline von Rakhine nach Junan. Sie ist ein wichtiger Bestandteil ihres Projektes der Neuen Seidenstraße, das über 100 Länder betrifft und China vom Südchinesischen Meer unabhängiger machen soll. Die Pipeline des staatlichen chinesischen Konzerns China National Petroleum Corporation hat Kapazität von 22 Mio. Tonnen Erdöl pro Jahr und bildet zusammen mit chinesischen Anlagen in Chittagong in Bangladesch, Gwadar in Pakistan und Colombo in Sri Lanka die Basis für die Versorgung Chinas mit Erdöl im Falle eines Krieges auf dem Südchinesischen Meer. Chinesen haben sich Myanmar einfach eingekauft, um sich Nachhut in Myanmar zu gewährleisten – sie wollen sich zu 85% am strategischen Hafen in Kyaukphyu beteiligen. In der Stadt entsteht auch für 10 Mrd. Dollar auf 1700 ha. eine Sonderwirtschaftszone, ein Joint Venture zwischen der Regierung Chinas und Myanmar.2)Gov’t Signs MoU with Beijing to Build China-Myanmar Economic Corridor, Nan Lin, The Irrawady, 2018-09-13.Der Korridor in Myanmar wird China die Kriegsführung in Ostasien ermöglichen.

In dem alten chinesischen Buch über die Kriegsführung „Sunzi – die Kunst des Krieges“ lesen wir: „Die Stelle, an der wir kämpfen wollen, darf nicht bekannt werden, damit der Feind sich an mehreren Stellen auf Angriffe vorbereiten muss; so sind seine Truppen in viele Richtungen verstreut, und die Anzahl derer, denen wir an jedem dieser Punkte gegenüberstehen, wird verhältnismäßig niedrig sein. (…) Wenn er Verstärkungen in alle Richtungen schickt, ist er überall geschwächt.” Sprich: Donald Trump.

References   [ + ]

1. Yemen‘s vast potential, Hanan Al-Akry, Al-Ahram weekly.
2. Gov’t Signs MoU with Beijing to Build China-Myanmar Economic Corridor, Nan Lin, The Irrawady, 2018-09-13.

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