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Arabische Träume platzen

Das Loch im Budget Saudi-Arabiens, das infolge des Krieges Amerikas gegen den Iran entstanden ist, zwingt die durch das Geld aus dem Ölgeschäft geblendeten Herrscher in Riad dazu ihre Träume aufzugeben.

Unglaubliche Megacitys sollten entstehen – die Stadt „The Line“ sollte 170 km lang sein, und futuristische Orte wie „Neom“ oder „New Murraba“ sollten als Anziehungspunkte für Touristen und Investoren fungieren, die von der Wende von der Öl- in die Dienstleistungswirtschaft profitieren würden. Nun werden bis 2030 aus 170 km nur 5 Kilometer der Megacity gebaut und andere Projekte wurden auch gestrichen. Warum?

Dass weniger Erdöl durch Hormus transportiert wurde und wird, ist klar. Dass Iraner im Gegenzug Saudis angriffen ist bekannt: Die Bodentransportinfrastruktur wurde zum Ziel militärischer Angriffe iranischer Drohnen, die Pumpstationen der Ost-West-Pipeline beschädigten, und die Angriffe auf den petrochemischen Komplex Sabic in Al-Dschubail verursachten Brände und vorübergehende Stilllegungen der Anlagen.

Ein weiterer, noch wichtigerer Faktor ist aber der Austritt der Vereinigten Arabischen Emirate aus der OPEC. Während Saudi-Arabien einen Ölpreis von $86,60–$96,20 pro Barrel benötigt, um seine enormen Ausgaben und Investitionen (der sogenannte Fiscal Breakeven Oil Price) auszugleichen, erreichen die VAE bereits bei etwa $50 pro Barrel ein finanzielles Gleichgewicht. So hat Abu Dhabi anerkannt, dass die künstliche Reduzierung der eigenen Produktion zur Rettung des saudischen Haushalts ein Akt ist, der den nationalen Interessen widerspricht und verließ OPEC.

Für Riad erweisen sich die Folgen dieses mutigen Schrittes der VAE als schwerwiegend. Die von den Emiraten verlassene OPEC+-Struktur hat ihre Fähigkeit verloren, die Ölpreise effektiv zu verwalten. In der Vergangenheit konnte Saudi-Arabien als eine Art Angebotspuffer fungieren und seine eigene Produktion reduzieren, um die Preise an den Börsen zu erhöhen. Unter den gegenwärtigen Umständen endet jede einseitige Reduzierung der Produktion in Saudi-Arabien mit dem sofortigen Erwerb von Marktanteilen durch ADNOC und Nicht-Kartell-Hersteller wie die USA, Guyana oder Brasilien, ohne spürbare Preiserhöhungen. Riad befindet sich daher in einer Situation, in der eine Verringerung des Volumens seine Einnahmen dramatisch erschöpft, während eine Erhöhung der Produktion den Ölpreis auf ein Niveau von 60 Dollar oder darunter treibt, was den finanziellen Zusammenbruch des Königreichs verschärft.

Die geopolitische Situation im Golf führt zu tektonischen Brüchen zwischen Washington und Riad: die saudischen Behörden weigerten sich, den Amerikanern ihre Luftwaffenstützpunkte und Luftraum zur Verfügung zu stellen, um die Operation „Project Freedom” zum Schutz der Supertanker durchzuführen. Saudische Strategen haben erkannt, dass die militärische Eskalation des Konflikts mit Teheran zu immer größeren Schäden an der Infrastruktur führt und die Wirtschaft zunehmend lähmt. Sie erinnerten sich auch daran, dass das US-Militär die Region jederzeit verlassen kann, während der Iran ein ständiger Nachbar bleiben wird.

Gleichzeitig begann Riad langsam, neue Allianzen aufzubauen. Im Mai 2026 schloss Saudi-Arabien einen Deal mit Pakistan ab, bei dem Islamabad 8.000 Truppen, ein Geschwader von Kampfflugzeugen und Luftverteidigungssystemen in das Königreich entsandte. Dieser Schritt stärkte nicht nur die Abdeckung saudischer Ölanlagen, sondern auch machte Pakistan zu einem Vermittler in den Beziehungen zwischen Riad, Washington und Teheran.

Es gibt doch das Leben außerhalb der Ölfeldern: Die Wirtschaft außer Ölindustrie wächst in einem erstaunlichen Tempo und beträgt bereits 55,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts des Königreichs. Der Tourismussektor hat im Jahr 2025 einen historischen Rekord aufgestellt: Die Gesamtausgaben der Touristen erreichten das Niveau von 304 Milliarden Rial (81,1 Milliarden Dollar). Dieses Ergebnis wurde von 123 Millionen Besuchern generiert. Es lohnt sich vielleicht in die Religion (Orte wie Mekka) statt in Science-Fiction-Visionen zu investieren.

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