US-Sanktionen gegen Russland. Deutschland im Hintergrund.

Am 26. Juli wurde im US-Repräsentantenhaus ein Gesetz vorgeschlagen, das neue Sanktionen gegen Russland verhängt. Früher, am 15. Juni wurde dafür auch einstimmig abgestimmt. Die vorgeschlagenen Sanktionen betreffen die Zusammenarbeit Russlands im Bereich der neuen Technologien zur Erdgas- und Erdölgewinnung und fallen nicht nur den russischen, sondern auch ausländischen Unternehmen, die mit ihnen zusammenarbeiten, zur Last. Sie sind ein Schlag gegen Gasprom, den britisch-niederländischen Konzern Royal Dutch Shell, den deutschen Uniper, den österreichischen OMV, den französischen Engie (früher GDF Suez), und den deutschen Wintershall, allen am Nord Stream2 beteiligt.
In Bezug auf das frühere Projekt Nord Stream wird es für Gasprom, Wintershall, Engie, den deutschen E.ON und den niederländischen Konzern Gasunie problematisch. Die Sanktionen werden auch viele Projekte in Frage stellen: zur Erdgasgewinnung aus der ägyptischen Lagerstätte in Zohr (Rosnieft beteiligt sich daran zu 30%, das italienische ENI zu 60%, das britische BP zu 10%), zum Ausbau der Gewinnung von Flüssiggas auf Sachalin (Anteilnehmer sind Gasprom und Shell), zum Bau der Pipeline, des sogenannten Blauen Stroms, auf dem Grund des Schwarzen Meeres aus Russland in die Türkei (von ENI und Gasprom), zum Bau des LNG-Terminals auf der Ostsee im Finnische Meerbusen (von Gasprom und Shell), sowie zum Import des Erdgases aus der aserischen Lagerstätte Shah Deniz (von Lukoil und BP )..Es steht also enorm viel auf dem Spiel. Continue reading

Der größte Feind der europäischen Integration? Die Führer der EU von heute.

So kann man sagen, wenn man sich das Schicksal der südeuropäischen Länder anschaut, die seit ein paar Jahren den Sparprogrammen der EU ausgesetzt werden, wo das Vertrauen an das politische Projekt namens EU schrumpft und gemeinsame Währung äußerst fraglich ist.

Schauen wir uns heutedie ganz große, doch ungehorsame Visegrád-Gruppe an.. Sie umfasst Polen, Tschechien, die Slowakei und Ungarn, die Länder mit gemeinsamen Interessen.

Eins von ihnen ist der Unwillen der Länder, am Programm zur Verteilung der Migranten innerhalb der EU teilzunehmen. Warum? Weil die Migranten von Angela Merkel eingeladen wurden, ohne dass sie ein EU-Land nach seiner Meinung dazu gefragt hatte.
Solche Haltung ist für die EU-Führung nicht zu ertragen, die für die Mannigfaltigkeit schwärmt und sie als einen Weg in die leuchtende Zukunft darstellt, soweit, das versteht sich von selbst, diese Mannigfaltigkeit, keine Toleranz gegenüber anderen Meinungen bedeutet, was allerdings den Kern der liberalen Demokratie ausmacht, der die Mitglieder der EU-Führung angeblich huldigen. Der Liberalismus, der einst die Regel verfechtete, die vielleicht zu Unrecht Voltaire Worten zugeschrieben wird: “Ich missbillige, was du sagst, aber würde bis auf den Tod dein Recht verteidigen, es zu sagen’’, beginnt nun für eine andere Regel einzutreten: “Ich missbillige, was du sagst, halt also die Klappe.”

Das Problem ist noch größer. Das Bündnis der Länder der Visegrád-Gruppe wurde vor 30 Jahren von einer anderen aufgezwungenen internationalen Gemeinschaft, der Sowjetunion und ihrer Satellitenstaaten, unabhängig. Die Erfahrung von damals lässt die Visegrád-Staaten wachsam bleiben, wenn es um utopische zentralistische Ideen geht. So erging es den Staaten: sie wechselten von einer Utopie in eine andere. Sie hofften, sich von einer Utopie befreit zu haben, um sich der freien Welt anzuschließen und die neue freie Welt wandelte sich in eine Utopie um. Die Solidarität kann nur freiwillig sein, man kann sie nicht erzwingen. Die Haltung von Angela Merkel lässt die Erinnerungen an die Haltung der Sowjets wach werden, und nicht an die der freien Menschen. Continue reading

Die Förderung des Schiefergases in Polen – gibt es noch Hoffnung?

10 Jahre sind vorbei, seitdem in Polen die erste Konzession für Prospektion und Exploration des Schiefergases vergeben wurde. Zum Hindernis, auf dem Weg Polens ein Player in der Förderung des Rohstoffes zu werden, wurden verschiedene Probleme: technologische, wirtschaftliche und juristische. Polen scheint seine Chance verpasst zu haben. Nichtsdestoweniger kann genaue Beobachtung neuer Methoden der Schiefergasförderung im Zusammenhang mit der Einführung neuer Lösungen, die Investoren anlocken können, ein neues Kapitel in der Geschichte der polnischen Gasförderung aufschlagen.

Schiefergas in Polen – von der Begeisterung bis zur Enttäuschung
Nach Angaben des Ministeriums für Umweltschutz wurde die erste Konzession für Schiefergasförderung 2007 vergeben, und die ersten Bohrungen wurden drei Jahre später durchgeführt. Der Höhepunkt wurde 2012 erreicht, mit 111 Konzessionen für die Prospektion und Erkundung der Lagerstätten.Im selben Jahr wurde der Bericht des Staatlichen Instituts für Geologie veröffentlicht, demnach Polen zwischen 346 und 768 Milliarden m3 Schiefergas besitzt.(Ulatniają się nadzieje na duże zyski z gazu łupkowego, Dziennik Polski 2017-02-09.))2011 vermutete der polnische Ministerpräsident, dass die gewerbliche Förderung des Schiefergases innerhalb von drei Jahren beginnt.Laut Beobachtern – z.B. laut dem ehemaligen Wirtschaftsminister Janusz Steinhoff – hätte Polen dank der Gewinnung des Schiefergases aus den Lagerstätten eine Chance, sich von den ausländischen Lieferungen unabhängig zu machen, und die Gaspreise auf dem Innenmarkt zu senken.

Inzwischen begannen sich 2015 die ausländischen Investoren zurückzuziehen, und die staatlichen Großkonzerne PGNiG (Polnische Erdölförderung und Gaswirtschaft) und PKN Orlen (Polnischer Erdölkonzern Orlen) gaben ihre Projekte im letzten Jahr auf. Continue reading

Gefira Nr. 13 für Investoren: Die Zukunft Europas wird von der Demografie und Energie verunsichert.

Laut Medienberichten kämpft unser Kontinent gegen Probleme wie: Euro, italienische Banken, Zukunft der Europäischen Union, Brexit, Aufstieg der rechtsextremen Parteien, französische Wahlen und die drohende russische Invasion in den baltischen Staaten oder in Polen. Dies sind aber nur belanglose oder weisgemachte Probleme, oder aber im Klartext gesagt: nur Geschichten, die das Europäische Establishment benutzt, um seine Unfähigkeit zu erklären, der drohenden Katastrophe und dem Zerfall der multi-ethnischen Gesellschaften entgegenzuwirken.

Die europäischen Regierungen überlassen die Kontrolle über ihre Grenzen und ihre Geldpolitik Brüssel (d. h. Souveränitätsverzicht), die von unwählbaren Beamten gestaltet wird, die nicht in der Lage sind zu handeln. Die neoliberale Privatisierung von Einrichtungen wie Elektrizitätsunternehmen, Autobahnen und Eisenbahnen, deren Betrieb oft an ausländische Unternehmen, die andere Interessen als die der europäischen Völker haben, ausgelagert wird, verschärft das Problem der mangelhaften politischen Führung in Europa. Continue reading

Italien will die Europäische Zentralbank austricksen, indem es eine andere Währung einführt.

Eine Finanzkrise in Italien ist nichts Neues. Es gab sie immer wieder: mal gingen Staaten pleite, mal ging eine Bank in Konkurs, zog andere mit sich und löste eine Währungskrise aus. So war es mit Florin. Ohne ins Detail zu gehen, lassen Sie uns daran erinnern, dass im Jahr 1345 Königreich England und Florenz insolvent wurden, da sie die riesigen Summen, die sie von den in den damaligen Zeiten riesigen Banken Bardi und Peruzzi geliehen hatten, nicht zurückzahlen konnten. Die Zahlungsunfähigkeit bedeutete ein Schuldenloch in Höhe von 1,5 Millionen Florin, was mit sich die Pleite der beiden Banken brachte, was wiederum eine Kettenreaktion auslöste, die ein Ende für die anderen Geldinstitute bedeutete.

Fast sieben Jahrhunderte später wurde eine ähnliche Katastrophe in Italien, Griechenland und in vielen anderen Ländern möglich, und das im Moment, als das internationale Bankensystem in Schwierigkeiten geriet. Die Wirtschaft ist weder durch ein komplexes System der Regulierungen, noch durch den Euro zu stimulieren, weil es zu stark für Italien und auch zu stark für die schwachen Volkswirtschaften Spaniens, Portugals, Frankreichs und Finnlands ist; sie ist weder durch die strenge Sparpolitik der Europäischen Kommission, die unter Druck von Deutschland arbeitet, dem Land, das in erster Linie von der Existenz einer gemeinsamen Währung profitiert, noch von der völlig unwirksamen Politik der quantitativen Lockerung zu stimulieren. Continue reading

Am nächsten Tag wachten wir auf und es gab Krieg.

Kriegen gehen sorgfältig vorbereitete Provokationen voran. USS Maine musste versunken werden, damit die USA einen Krieg gegen Spanien beginnen konnten; dann musste Die Lusitania versenkt werden, um die Vereinigten Staaten zur Beteiligung am Ersten Weltkrieg zu bewegen; damit die USA auch am Zweiten Weltkrieg mitmachen, wurde das Versenken einiger Kriegsschiffe im Hafen von Pearl Harbor nötig; der Tonkin-Zwischenfall erlaubte Amerikanern, ihre militärische Präsenz in Vietnam zu verstärken; Präsident Bush benötigte den Zusammenbruch von zwei Wolkenkratzern des World Trade Centers, um den richtigen Vorwand für den Krieg gegen Afghanistan parat zu haben; Präsident Bush Senior verwendete die Gerüchte, dass Bagdad Massenvernichtungswaffen besitze, um den Irak anzugreifen; dem Präsidenten Clinton reichten Massengräber und Konzentrationslager, um die Serben vollzuschlagen; Präsident Barrack Hussein Obama hätte nach den Berichten über Giftgasgebrauch gegen Zivilisten fast begonnen, den Krieg in Syrien zu eskalieren; auf ähnlichen Berichten stützend, zögerte Präsident Donald Trump nicht, den Befehl Raketen gegen Truppen des Präsidenten Assad abzufeuern. So geht es. Continue reading

Afrikas Tor Nach Europa: Operation Husky, Reloaded

Guest Author: Daniel Moscardi
Vallombrosa ist eine außergewöhnliche Ecke Toskanas. Da, im bergigen Gelände 40 Km, östlich von Florenz errichtete der Benediktiner der heilige Johannes Gualbertus, als das neue Jahrtausend begann, den eigenen Klosterverband, um mit einer Gruppe von Mönchen einen asketischen Lebenswandel zu verfolgen.

Unter den vielen Reisenden, die in Vallombrosa nach Eingebung suchten, war auch John Milton, der 1638 durch Italien reiste; eine Gedenktafel aus Marmor erinnert den Touristen daran, dass er eben hier auf die Idee kam „Das verlorene Paradies“ zu schreiben. Vallombrosa war niemals ein Anziehungspunkt für Touristen, es war immer ein Ort, der zur Meditation und Inspiration bewegte. Continue reading