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Horn von Afrika

Dieser Teil Afrikas spielt im Zusammenhang mit dem Krieg im Iran eine immer wichtigere Rolle. Wer nämlich die Häfen in Somalia und Somaliland kontrolliert, der kontrolliert das Tor der Tränen, die Meeresstraße Bab-al-Mandab, die Alternative zu Ormus.

Am 26. Dezember 2025 wurde Israel der erste UN-Mitgliedstaat, der die Unabhängigkeit Somalilands offiziell anerkannte. Diese bedeutende Entscheidung hat die Aufstellung der Kräfte am Horn von Afrika grundlegend verändert und dazu geführt, dass Somalia und zahlreiche internationale Organisationen dagegen vorgehen. Um den Bau und die Erweiterung des strategischen Hafens Berbera in Somaliland haben sich zwei starke, konkurrierende geopolitische Blöcke gebildet:

[1] Der Pro-Somaliland-Block. An der Seite von Hargeysa (der Hauptstadt Somalilands) steht eine Koalition von Staaten, die in Hafeninfrastruktur investieren, einen Zugang zum Meer suchen oder die militärische Kontrolle über das Rote Meer und die Straße Bab al-Mandab anstreben:

[a] Vereinigte Arabische Emirate: Der wichtigste Finanz- und Logistikmotor. Der staatliche Logistikriese der VAE – DP World – betreibt den Hafen Berber, hat Millionen von Dollar in seine Modernisierung investiert und zieht immer größere Profite davon. Die VAE betrachten diese Region als ihre wichtige geopolitische und logistische Basis, um Einfluss weiter tief in Afrika zu verbreiten und Ressourcen des Schwarzen Kontinents zu nutzen (auch durch Unterstützung der paramilitärischen Gruppe RSF im Sudan).

[b] Äthiopien: Ein Staat mit mehr als 120 Millionen Einwohnern, der nach der Trennung von Eritrea den Zugang zum Meer verlor. Als Gegenleistung für das Versprechen, die Unabhängigkeit Somalilands anzuerkennen, unterzeichnete Addis Abeba einen Mietvertrag für 20 km Küste rund um Berbera, um einen eigenen kommerziellen Hafen und einen Marinestützpunkt zu bauen. Für Äthiopien ist es eine Frage der existenziellen Unabhängigkeit von dem Hafen in Dschibuti.

[c] Israel will eine Geheimdienst- und Militärbasis direkt im Golf von Aden erhalten, um die Marinebewegung zu kontrollieren und die Angriffe der jemenitischen Hussiten zu bekämpfen und den Einfluss des Iran zu begrenzen.

[d] Taiwan: Hat enge diplomatische Beziehungen zu Somaliland (beide Staaten haben keine vollständige globale Anerkennung) und unterstützt Hargeysa technologisch.

[2] Der Pro-Somalia-Block (Mogadischu-Koalition). An der Seite der Bundesregierung in Mogadischu (Somalia) stehen Staaten, die gegen die Verletzung der territorialen Integrität Somalias sind, sowie die regionalen Rivalen der VAE und Äthiopiens:

[a] Ägypten: Der lauteste und entschlossenste Verbündete Somalias. Kairo sieht die Pläne Äthiopiens zum Bau einer Marinestützstelle als direkte Bedrohung für seine nationale Sicherheit an. Ägypten befindet sich wegen des Wassers des Nils (der Große Damm) bereits in einem tiefen Konflikt mit Äthiopien – jetzt befürchtet er, dass äthiopische Kriegsschiffe die ägyptische Herrschaft im Bereich des Roten Meeres und des Suezkanals lähmen. Anfang 2026 entsandte Ägypten mehr als 1000 Soldaten nach Somalia und verstärkte die militärische Zusammenarbeit mit Mogadischu.

[b] Türkei: Somalias wichtigster militärischer und wirtschaftlicher Partner seit mehr als einem Jahrzehnt. Ankara besitzt die größte ausländische Militärbasis in Mogadischu, bildet die somalische Armee aus und hat ein Abkommen zur Verteidigung der somalischen Hoheitsgewässer unterzeichnet. Die Türkei verteidigt die Souveränität Somalias, da die Destabilisierung des Landes seine enormen Investitionen in diesen Staat beeinträchtigen würde.

[c] Saudi-Arabien: Riad wehrt sich nachdrücklich gegen die Zerstörung Somalias. Die Saudis konkurrieren mit den VAE um Einfluss in der Arabischen Welt und im Roten Meer, deshalb haben sie im Februar 2026 ein Abkommen über militärische Zusammenarbeit mit Somalia unterzeichnet, um den Einfluss des erstgenannten Blocks zu blockieren.

[d] Katar, der Iran und die jemenitischen Hussiten: Katar unterstützt die Verwaltung in Mogadischu finanziell (im Gegenzug gegen die VAE). Der Iran widersetzt sich Israels Präsenz in dieser Region, und die Huthi-Rebellen haben offiziell erklärt, dass die Infrastruktur in Somaliland (einschließlich des Hafens) ihr militärisches Ziel sein wird, wenn israelische Kräfte dort auftauchen.

Es ist ein Spiel mit hohem Einsatz, in dem es darum geht, ob der Berber–Hafen ein autonomes Fenster zur Welt für Äthiopien und eine Basis für Israel und die VAE wird oder ob Mogadischu – mit Hilfe des ägyptischen und türkischen Militärs – diese Pläne blockieren kann, indem er sich auf internationales Recht und die Unantastbarkeit der Grenzen bezieht. Es ist auch die Frage des Überlebens für Djibouti, das winzige Land am Horn Afrikas, das ausschließlich von seinem Hafen lebt und für den Ausbau des Hafens in Berbera eine Katastrophe bedeutet. Der nächste Krieg kann also eben in dieser Region der Welt ausbrechen.

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