No F *** king Around Coalition

oder wie ethnische, rassische, religiöse oder soziale Minderheiten revolutionäre (sprich: staatsgefährdende) Werkzeuge in den Händen der Manager der Welt sind. Wenn Sie glauben, dass es Lenin oder Mao waren, die die Machtergreifung siegreich durchgeführt haben, ohne dass jemand viel in sie, ihre Parteien und Kameraden investiert hat, dann denken Sie noch einmal darüber nach.

Im Juli dieses Jahres fanden in den Vereinigten Staaten zum großen Entsetzen der weißen Amerikaner zwei Märsche statt, die aus Schwarzen bestanden, bewaffnet mit Angriffswaffen, maskiert und in schwarze Militärausrüstung gekleidet: einer im Stone Mountain Memorial Park (4. Juli) und der andere in Louisville, Kentucky (25. Juli). Sie wurden von dem organisiert, was sich selbst als No F *** king Around Coalition (NFAC) nennt und von John Grandmaster Jay Johnson geführt wird. So nennt er sich zumindest. Aus den wenigen zusammenhanglosen Aussagen, die Großmeister Jay gnädig abgegeben hat, kann man erfahren, dass die NFAC gegen den systemischen Rassismus (wie üblich), gegen weiße Gewaltakten (wie oft haben wir das gehört?) protestiert und sogar ein separates Territorium für Schwarze fordert. Texas ist eine Option.


Quelle: Roland S. Marin, YouTube.

Das sind die Fakten, das sind die Ereignisse. Nun ein paar Beobachtungen. Continue reading

Nord Stream 2 spaltet die westliche Welt

Wenn wir die aktuelle Situation verallgemeinernd darstellen sollten, würden wir das folgende vereinfachte Bild erhalten: Die Europäische Union ist in zwei Lager aufgeteilt: die alten und die neuen Mitgliedstaaten. Der Westen ist durch den Atlantik aufgespaltet: es ist – grob gesagt – Washington gegen Paris und Berlin. Die Welt ist in drei rivalisierende Großmächte aufgespaltet: die Vereinigten Staaten (starke Armee und starke Wirtschaft), Russland (starke Armee, schwache Wirtschaft) und China (schwache Armee, starke Wirtschaft). Westeuropa gravitiert mehr nach Russland, als nach Osteuropa; Osteuropa fühlt sich hingegen mehr von den USA angezogen, als von Westeuropa.

Die Sachlage auf dem alten Kontinent ist wie folgt.
[1] Deutschland braucht eine stabile Energieversorgung mit Erdgas und von vielen möglichen Versorgern hat es sich für Russland entschieden, weil
[2] Russland hat große Erdgasressourcen und benötigt Devisen, so ist es bereit, seine Rohstoffe jedem zu verkaufen.
[3] Deutschland und Russland haben ein Handelsabkommen geschlossen, infolgedessen eine Pipeline auf dem Ostseegrund gebaut wurde: Nord Stream 1.
[4] Da die Kapazität der Pipeline nicht genügend war, um die Nachfrage aus Deutschland und anderen westlichen Ländern zu decken, wurde ein weiteres Abkommen – Nord Stream 2 – unterzeichnet, kraft dessen eine weitere Pipeline auf dem Ostseeboden verlegt wird. Die Arbeiten daran werden bald fertig.
[5] Beide Erdölleitungen haben osteuropäische Länder – Ukraine, Polen, Tschechien und Slowakei – aufs Eis gelegt, was für sie einen Alarmzustand bedeutet, weil Russland bald den Gashahn an der Yamal-Pipeline (die durch Polen und Weißrussland läuft) und an der Pipeline „Freundschaft“ (durch Tschechien, die Slowakei und Ukraine), zudrehen kann, ohne dass dabei die westeuropäischen Länder beeinträchtigt wären. Somit wird die ökonomische Solidarität der EU bedroht. Continue reading

Die Ottomanen kommen!

Der gut orchestrierte arabische Frühling, der viele Regierungen in einigen Ländern stürzte, traf auch Libyen, ein Land, das zweiundvierzig Jahre lang von Muammar Gaddafi regiert wurde, unter dessen Führung das Volk des Landes als das wohlhabendste im ganzen Afrika galt. Der darauffolgende und bis jetzt nicht beendete Bürgerkrieg schuf ein Machtvakuum mit verschiedenen Akteuren, die um die Kontrolle über das Land wetteifern, das reich an Rohöl und Erdgas ist. Aus den fast zehn Jahren des Konflikts sind zwei große Rivalen hervorgegangen: die in Tripolis ansässige Regierung der Nationalen Übereinkunft (GNA) und der in Tobruk ansässige Abgeordneter Rat (englisch: HoR, arabisch: DMG). Ersteres wird von der Türkei und den Vereinten Nationen unterstützt, die übrigens zur Bildung der GNA beigetragen haben, während letzteres von Russland, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien und Ägypten gefördert wird.

Spielstein der Türkei in dem Spiel um Libyen tauchte im richtigen Moment auf, um die Waagschale des Sieges zu Gunsten der GNA zu neigen. Bis Ankara sich an die Auseinandersetzung anschloss, hatte die von General Khalifa Haftar, dem Anhänger der HoR, kommandierte libysche Nationalarmee (LNA) den größten Teil des Landes erobert und war dabei, auf Tripolis vorzustoßen. Die türkische Intervention kam gerade rechtzeitig, um die GNA zu retten und die sich annähernden Einheiten der LNA auf ihre vorherigen Positionen zurückzuwerfen. Warum interessiert sich Ankara eigentlich für die Region?

Libyen (d.h. drei Provinzen: Tripolitanien, Fessan und Kyrenaika) war jahrhundertelang ein Teil des Osmanischen Reiches, daher werden die politischen Entscheidungsträger der Türkei natürlich von den Regionen angezogen, in denen die türkische Herrschaft einen historischen Präzedenzfall hatte. Sie versuchen, ihren Einfluss auch auf dem Balkan auszudehnen – Einfluss auf Bulgarien, sowie Bosnien und Herzegowina mit ihren bedeutenden muslimischen oder türkischen Minderheiten, auf Albanien, das überwiegend muslimisch ist, ebenso wie auf Aserbaidschan im Kaukasus, auf Syrien und auf den Irak und in letzter Zeit auf Libyen. Die Türkei unter Präsident Recep Tayyip Erdoğan versucht immer intensiver, ihre internationale Einflusszone auszubauen und sich von den Beschränkungen zu befreien, die ihr die Westmächte nach dem Ersten Weltkrieg auferlegt hatten, insbesondere in Form des Vertrags von Lausanne aus dem Jahr 1923, der Ankaras Kontrolle über die Bosporus- und Dardanellenstraße und damit ihre Souveränität beschränkte. Um diese Restriktionen loszuwerden, hat die Türkei die Doktrin „Blaues Vaterland“ (Mavi Vatan) ausgearbeitet und umgesetzt, die die Ausweitung der maritimen ausschließlichen Wirtschaftszonen des Landes vorsieht.


Abkommen zwischen der Türkei und Libyen über Seegrenzen, das Blaue Vaterland der Türkei (Mavi Vatan) und die Grenzen der AWZ im östlichen Mittelmeerraum. Quelle: reddit.
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Knotenpunkt der globalen Handelsrouten

Die fünf postsowjetischen zentralasiatischen Republiken – Kasachstan (19 Millionen Einwohner), Kirgisistan (6), Tadschikistan (8,5), Usbekistan (30) und Turkmenistan (5) – bilden eine gemeinsame Fläche von fast 4 Millionen Quadratkilometern (um etwa eine Million mehr als die Fläche Indiens oder Argentiniens), wobei ihre Gesamtbevölkerung 68 Millionen (vergleichbar mit der von Frankreich oder Großbritannien) beträgt, und sind ein sehr wichtiger Punkt auf dem Globus, der zwischen Russland, China, Pakistan, Afghanistan und dem Iran liegt. Im 19. Jahrhundert waren es Russen und Briten, die in das Gebiet eindrangen und dort um die Vorherrschaft wetteiferten: die ersteren aus dem Nordwesten, die letzteren aus dem Südosten. Ihre Rivalität erhielt den Namen des Großen Spiels. Die fünf Länder waren eine Art Kolonie des Russischen Reiches, obwohl sie – aufgrund der territorialen Nähe – in das Russische Reich integriert waren. Die indigenen Bevölkerungen – konfessionell, sprachlich und rassisch völlig fremd gegenüber den europäischen, orthodoxen Russen – bereiteten gelegentlich Probleme, die sich zweimal in einen offenen Aufstand gegen die russische Herrschaft verwandelten: 1916 und zwischen 1923 und 1924. Beide Versuche wurden niedergeschlagen, was viele Menschenleben kostete und zur massiven Auswanderung führte. Bischkek, kirgisische Hauptstadt, wurde dann in Frunse umbenannt, um den sowjetischen General zu ehren, der die Aufständischen besiegt hatte. Während die Menschen in Kasachstan, Kirgisistan, Usbekistan, Turkmenistan und Tadschikistan keine politische Vertretung in der russischen Duma unter den Zaren hatten, genossen sie es während der Zeit der Sowjetunion; zu dieser Zeit erfreuten sie sich auch einer Art Souveränität, wenn auch im Rahmen des kommunistischen Superstaates. In den 1980er Jahren bildeten sie den Brückenkopf für sowjetische Truppen, die in Afghanistan einmarschierten. Die Narben, die die Russen hinterlassen haben, haben sich in der Tat nicht geheilt: sie wurden nur eine Zeit lang gelindert. Als die Sowjetunion zusammenbrach, erklärten die fünf Republiken ihre Unabhängigkeit und begannen, sich den Vereinigten Staaten zuzuwenden.


Zentralasien, Quelle: Wikipedia.

Derzeit sind die fünf zentralasiatischen Staaten im Visier so mächtigen Akteure wie Russland, China und USA. Auch die Türkei spielt aufgrund der Gemeinsamkeit der Religion und der ethnischen Beziehung (beachten Sie die Ähnlichkeit der Bezeichnungen Türkei und Turkmenistan) eine gewisse Rolle in der Region. Die Bewohner dieses Gebiets suchen Arbeit in Russland oder lassen sich rekrutieren, um in Syrien gegen Baschar al-Assad zu kämpfen, der von Russland unterstützt wird. Das kollektive historische Bewusstsein ist voll von bitteren Erinnerungen an Russen, die gegen die Vorfahren der heutigen Bewohner der Region kämpften, und an die Russen, die vor vier Jahrzehnten ihre Glaubensbrüder in Afghanistan bekämpften. Das ist etwas, was Washington geschickt auszunutzen versucht.
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Sie reden aneinander vorbei

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat die Umwandlung der Hagia Sophia von einem Museum in eine Moschee angekündigt. Der Tempel, der 537 erbaut wurde und tausend Jahre lang als die größte christlich-orthodoxe Kathedrale diente, wurde 1453 im Fall von Konstantinopel, der Hauptstadt von Byzanz, in eine Moschee umgewandelt. Nach vier Jahrhunderten, im Jahr 1934, wurde diese Moschee von Mustafa Kemal Atatürk in ein Museum umgewandelt, der sich als moderner Herrscher der säkularen Türkei der Welt präsentieren wollte. Die Ankündigung von Präsident Erdoğan stieß auf begeisterten Beifall der Muslime, nicht nur derjenigen, die in der Türkei leben. Ein Großteil der westlichen Presse prangerte diesen Schritt so an, Erdoğans Manöver ziele darauf ab, die Aufmerksamkeit der Nation von den aktuellen wirtschaftlichen Problemen abzulenken. Diese Erklärung – durch und durch marxistisch – berücksichtigt nicht einmal zwei Faktoren: psychologische (muslimischer Glaube) und politische (symbolische Botschaft an die Welt). Die Aufmerksamkeit einer Nation kann auf vielfältige Weise abgelenkt werden. Warum sollte es also eben die Umwandlung eines Museums in eine Moschee sein?


Die türkische Hagia Sophia verwandelte sich wieder in eine Moschee und sorgt für Spaltungen. CBC News: National YouTube.

Atheistische, deistische oder agnostische westliche Analytiker können das Phänomen des religiösen Glaubens, seine greifbare Realität, normalerweise nicht erfassen. In wissenschaftlicher Hinsicht kann der Glaube als ein psychologisches Phänomen angesehen werden, und psychologische Phänomene sollen ebenso wie die physischen ernst genommen werden, manchmal sogar noch ernster. Der Mensch wird in seinen Handlungen durch diese beiden Dinge eingeschränkt: durch die physische Realität und sozusagen durch seinen internen psychologischen Autopiloten. Es ist nicht wahr, dass der Glaube Berge im wahrsten Sinne des Wortes versetzen kann, aber es ist auch nicht wahr, dass alles eine Frage des physischen Zwangs ist. Es gibt Frauen, die Prostituierte werden, obwohl sie Geld wie Heu haben, und es gibt solche, die niemals in Betracht ziehen, sich selbst zu verkaufen, obwohl sie Not leiden.

Der religiöse (sprich: psychologische) Faktor ist ebenso stark wie der wirtschaftliche. Da die westlichen Liberalen es nicht begriffen, führten sie dazu, dass Millionen von Muslimen in (post-)christliche Länder importiert wurden. Die Liberalen betrachteten den religiösen Glauben als eine bloße Facette der Tradition, Kultur oder des Erbes, die nach Belieben geändert werden kann und kein ernstes Hindernis für liberale Ideen darstellt. Wie falsch sie da waren, ist heute deutlich zu sehen, wenn religiöse – hauptsächlich muslimische – Minderheiten ernsthafte soziale Probleme bereiten. Die Türkei hat ein spezielles Ministerium für religiöse Angelegenheiten (kurz Diyanet genannt) ins Leben gerufen, die auch im Ausland tätig ist, insbesondere unter den Türken, die in vielen westeuropäischen Ländern verstreut sind. In keinem der westlichen Länder gibt es etwas Vergleichbares. Das Diyanet verfügt über ein großes Budget und das Wort religiös in seinem Namen ist offensichtlich gleichbedeutend mit muslimisch.


Die Türkei verwandelt die Hagia Sophia wieder in eine Moschee, TRT World YouTube.

Westliche Analysten behaupten auch, dass Präsident Erdoğan Schluss mit der von Mustafa Kemal Atatürk aufgestellten säkularen Tradition mache, der nach dem Ersten Weltkrieg den modernen türkischen Staat auf den Ruinen des Osmanischen Reiches schuf. Entweder erkennen sie wirklich nicht, dass Säkularismus dasselbe ist wie Glaube oder Religion, nur mit dem ihm zugewiesenen Minuszeichen, oder sie tun es absichtlich, um sich als diejenigen zu präsentieren, die moralisch überlegen sind. Warum sollte Säkularismus etwas Besseres sein als Religiosität? Die westlichen Journalisten sind bestenfalls halbherzige Christen und können sich nicht vorstellen, wie ernst dieses als religiöser Glaube bekannte psychologische Phänomen sein kann. Wenn sie so unfähig sind, sich in die Lage echter Gläubiger zu versetzen, sollten sie zumindest etwas aus der Psychologie lernen. Wenn sie sich die Mühe machen könnten, wäre es gut. Dann hätten sie begriffen, dass Religion den höchsten Wert in der Psyche eines Menschen darstellt. Daher muss es nicht nur das Christentum oder der Islam sein; Religion kann in dieser Form die Form von Kommunismus, Faschismus, Feminismus oder Säkularismus annehmen. Einige Jahrhunderte zuvor hatten Europäer, die fremde Gebiete entdeckten, eroberten und verwalteten, das christliche Kreuz und die Bibel mitgebracht (eines von Columbus Schiffen hieß Santa Maria). Heute hissen westliche Mächte homosexuelle Regenbogenfahnen auf einem fremden Territorium und setzen die Akzeptanz homosexueller Rechte so durch, wie sie einst die Ureinwohner gezwungen haben, das Christentum zu akzeptieren.
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Eine Kluft zwischen den Kontinenten

Während in den Vereinigten Staaten eine Reihe von Denkmälern gestürzt wurde, haben der russische und der weißrussische Präsidenten kürzlich ein großes Denkmal für den sowjetischen Soldaten enthüllt, der während des Zweiten Weltkriegs in Rschew heftig kämpfte, wobei da die Zahl der in Verdun im Ersten Weltkrieg gefallenen Opfer übertraf. Die ideologische Kluft zwischen den beiden Ländern – Russland und den Vereinigten Staaten – ist enorm.


Demonstranten versuchen, das Andrew Jackson-Denkmal in Washington zu stürzen, während die Denkmaldebatte immer schärfer wird | Today, YouTube.
 

Vergleichen Sie das obige Foto mit dem unten.


Ein sowjetischer Soldat mit seiner Uniform, die sich in Kraniche verwandelt (vgl. den weltberühmten sowjetischen Spielfilm „Wenn die Kraniche ziehen“ von 1957), Quelle: Открытие мемориала Советскому солдату подо Ржевом, NTV YouTube.  

Ein großer Teil der amerikanischen Gesellschaft – mehr oder weniger die Hälfte davon – besteht entweder aus Fremden, die das Land, in dem sie leben, natürlich nicht mögen, oder aus sich selbst hassenden Amerikanern, die sich ihrer eigenen Geschichte und ihrer eigenen Helden schämen. In Russland und Weißrussland ist der Anteil der sich selbst hassender Russen oder Weißrussen weitaus geringer. Ja, Russen und Weißrussen leiden unter dem Minderwertigkeitskomplex, wenn sie sich mit dem Westen vergleichen, und in den beiden Ländern gibt es die fünfte Kolonne, die sich aus Intellektuellen zusammensetzt, die von westlichen Zuschüssen und Lobpreisungen abhängig sind, aber selbst sie – zumindest bisher – würden es nicht wagen, die Denkmäler der russischen oder sogar sowjetischen Vergangenheit abzureißen.

Fremde wurden als Sklaven in die Vereinigten Staaten gebracht, oder strömten selbst vor allem in jüngster Zeit in Scharen, ermutigt von amerikanischen Linken oder Liberalen. Einige von ihnen beginnen sofort, sobald sie amerikanischen Boden betreten haben, gegen das Land zu arbeiten, das ihnen gegenüber Gastfreundschaft zeigte und viele Möglichkeiten gab. Ein Paradebeispiel ist Ilhan Omar, eine Emigrantin aus Somalia, die es wagt, offen über den Abbau des Unterdrückungssystems zu sprechen, wie sie es nennt, weil die Vereinigten Staaten nichts Anderes sind als „ein systemischer, institutioneller oder ökologischer Rassismus, der von Polizeibrutalität und -mitverantwortlichkeit begleitet wird, was zu einem systemischen Trauma führt.“ Mit dieser Aussage brachte es diese US-Abgeordnete aus der demokratischen Partei auf den Punkt.


Präsident Putin ehrt die Rschew-Helden. Quelle: Открытие мемориала Советскому солдату подо Ржевом, NTV YouTube.


Ilhan Omar wettert gegen den systemischen, institutionellen und umgebungsbedingten Rassismus. Quelle: Abgeordnete Ilhan Omar fordert Maßnahmen des Bundes zur Bekämpfung des institutionellen Rassismus, YouTube.

Aber hey, jemand könnte sich widersetzen, es sind hauptsächlich Sklavenhalter, deren Denkmäler abgerissen werden! Diese Bemerkung erklärt überhaupt nichts. Russische Helden – General Suworow (der erfolgreich gegen Napoleon Bonaparte kämpfte) oder der weltberühmte Dichter Alexander Puschkin – besaßen Hunderte oder Tausende von Leibeigenen. Wer waren die Leibeigenen? Leibeigene ist ein anderer Name für Sklaven für alle praktischen Zwecke, Sklaven, die auf dem Feld arbeiteten und das Vieh züchteten. In Russland konnten sie wie Vieh verkauft werden, sie genossen keine persönlichen Freiheiten wie die Wahl eines Berufes oder sogar eines Ehepartners. Und dennoch verlangt kein Nachkomme dieser Leibeigenen, dass Denkmäler ihrer Herren zerstört werden. Kaum jemand ist sich dessen bewusst, dass seine Vorfahren Leibeigene waren, und diejenigen, die es wissen, dass sie von Leibeigenen abstammen, würden niemals auf die Idee kommen, eine Entschädigung dafür zu fordern. Das ist es, was Rassenkohärenz wertvoll macht: Sobald Sie soziale Barrieren beseitigt haben, existieren in zwei oder drei Generationen die alten sozialen Unterschiede, selbst unmenschliche Erinnerungen oder die damalige Psyche nicht mehr. Es ist aber nicht so, wenn sich die soziale Kluft mit der der Rasse überschneidet, wie am Beispiel der Vereinigten Staaten zu sehen ist.
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Änderungen in der russischen Verfassung

Vor einigen Tagen hat eine erhebliche Mehrheit der Bürger der Russischen Föderation den verschiedenen Änderungen der Verfassung zugestimmt. Die Wahlbeteiligung war groß genug, um die Änderungen zu legitimieren. Welche Änderungen sind es?

Wir können unter drei Gruppen unterscheiden:
[1] soziale,
[2] politische und
[3] moralische.

[1] Die Russische Föderation versucht, ein halbsozialistischer Staat zu sein, aber da das Wort Sozialismus in Osteuropa keine gute Presse hat, wird das sozialistische Prinzip in soziale oder gesellschaftliche Partnerschaft umbenannt, im Rahmen deren
[a] der Mindestlohn und zumindest
[b] eine jährliche Anhebung der Renten und Pensionen garantiert wird.

[2] Die neue Verfassung legt großen Wert auf die Souveränität Russlands, die auf folgende Weise geschützt wird:
[a] Das russische Recht hat Vorrang vor dem Völkerrecht.
[b] Personen auf hohen staatlichen Ämtern dürfen keine andere Staatsbürgerschaft als die russische sowie keine Bankkonten im Ausland besitzen.
[c] Russen und die russische Sprache werden als Faktoren genannt, die verschiedene Nationen innerhalb der Föderation zu einer multiethnischen Nation verbinden, was Souveränität schafft.
[d] Eine Person kann Präsident des Landes für zwei Amtszeiten sein, unter der Bedingung, dass die bis zum Inkrafttreten der Änderungen geltenden Amtszeiten nicht miteingerechnet werden, was ein ziemlich klarer Hinweis darauf ist, dass Wladimir Putin darüber nachdenkt, weiterhin Staatsoberhaupt zu bleiben.

[3] Die Verfassung, in der der Glaube an Gott als wichtiges historisches Erbe erwähnt wird, ist gekoppelt mit
[a] dem Schutz der Ehe als Vereinigung von Mann und Frau und
[b] der Bewahrung der Erinnerung an die Patrioten, die das Mutterland verteidigten, und mit der Bewahrung ihres guten Namens.

In der Welt, in der Internationalisten oder Transnationalisten auf feindlichen Positionen mit Nationalisten oder Patrioten gegenüberstehen, ist der Vorrang des nationalen Rechts eine klare Mitteilung. Eine ähnliche Erklärung wurde vom Deutschen Obersten Gerichtshof abgegeben: Die Idee, das Recht einer Nation ihrem internationalen Pendant zu unterwerfen, war immer für schwache Staaten gedacht. Eines der mächtigen Mittel, viel Druck auf einen Staat auszuüben, sind ja angeblich internationale Gerichte und ihre Entscheidungen. Bisher war Russland in diesem Zusammenhang ein häufiges Ziel und es gab kein Ende der Vorwürfe gegen Moskau. Dieses Instrument wurde nun ziemlich unwirksam gemacht.

Die Bestimmung, die Personen mit doppelter oder mehrfacher Staatsbürgerschaft von hohen Ämtern ausschließt, wird von russischen Patrioten als Nationalisierung der Eliten bezeichnet. Es waren die westlichen Mächte, die das Konzept der doppelten oder mehrfachen Staatsbürgerschaft aus einem bestimmten Grund erfanden. Sie wissen sehr gut, dass man nicht zwei Herren dienen kann, dass man nur einen wählen muss. Und sie wussten sehr gut, welches der zwei oder drei Länder eine Person mit doppelter oder mehrfacher Staatsbürgerschaft wählen würde: das reichere, das wohlhabendere, in dem das Leben einfacher ist. Ärmere und schwächere Länder akzeptierten gedankenlos Gesetze, die eine doppelte und mehrfache Staatsbürgerschaft zulassen, oder sie wurden unter Druck gesetzt, dies zu tun. Ein solches Gesetz wurde als – wie ansonsten – ein Menschenrecht angepriesen, also sollten Sie es besser akzeptieren oder sonst… . Es ist klar, dass ein russischer Gouverneur mit einem dicken Bankkonto, dessen Kinder in der Schweiz, in Großbritannien oder in den Vereinigten Staaten verbleiben, eher im Interesse dieser Länder als in dem seines eigenen handeln wird. Somit schafft die doppelte oder mehrfache Staatsbürgerschaft die fünfte Kolonne in einem Land. Personen mit Interessenbindungen im Ausland exportieren ihre Loyalität.
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