Der europäische Blickwinkel. Auf dem Weg in die Welt von Morgen.




Die Revolution des gesunden Menschenverstands

Die Antrittsrede von Präsident Donald Trump vor dem Kongress war so revolutionär wie die Rede von US-Verteidigungsminister Pete Hegseth in Brüssel oder die von JD Vance in München. Sie alle waren revolutionär oder – besser gesagt – konterrevolutionär. Die zweite Amtszeit von Präsident Donald Trump erinnert an die Herrschaft von Napoleon Bonaparte oder Joseph Stalin, wobei in keinem der beiden angeführten Fälle ein böswilliger Hinweis gemeint ist. Sowohl Napoleon Bonaparte als auch Joseph Stalin übernahmen die Macht nach einer Zeit revolutionärer Veränderungen – in Frankreich und in Russland – Veränderungen, die versucht hatten, alles in Bezug auf Moral und gesellschaftliche Normen auf den Kopf zu stellen, Veränderungen, die dem gesunden Menschenverstand den Krieg erklärt hatten. Tatsächlich stoppten sowohl Napoleon als auch Stalin den verderblichen Prozess und kehrten ihn in größerem Maße um. Vor dem Auftauchen dieser beiden historischen Figuren befanden sich Frankreich ab 1789 und Russland ab 1917 auf Selbstmordkurs. Leute wie Maximilien Robespierre in Frankreich und Leo Trotzki in Russland waren versessen darauf, die Gesellschaft und in der Tat die ganze Welt zu rekonstruieren und zu dekonstruieren. Nichts wurde als heilig, als sakrosankt angesehen. Alles wurde verändert, während die Gegner hart bestraft wurden.

Ähnliches geschah in den Vereinigten Staaten in den letzten etwa drei Jahrzehnten und insbesondere während des Präsidentenamts von Joe Biden. Der einzige – und in der Tat signifikante – Unterschied zwischen den Ereignissen in Frankreich und Russland bestand darin, dass die revolutionären Veränderungen – noch – nicht blutig waren. Der ganze Rest ist sehr ähnlich. Was Präsident Donald Trump zu tun versucht, lässt sich am besten mit dem Begriff Revolution des gesunden Menschenverstands ausdrücken, den er selbst in seiner Antrittsrede verwendete. Kurz gesagt: Nicht mehr Geschlechter (oder Gender) als zwei, nicht mehr Wokeismus, nicht mehr Wahnsinn in Bezug auf Vielfalt, Gerechtigkeit und Inklusion, nicht mehr grassierende Kriminalität, nicht mehr Straflosigkeit für illegale Einwanderer, nicht mehr Wahnsinn der Geschlechtsumwandlung und so weiter und so fort. Napoleon und Stalin ergriffen ähnliche Maßnahmen, indem sie viele schädliche Prozesse umkehrten und die vorrevolutionäre Normalität in größerem Maße wieder aufnahmen. Ja, der letztgenannte hat eine sehr schlechte Presse in der Welt, aber die Alternative zu Stalin – der erwähnte Trotzki – war viel, viel schlimmer.

Amerikaner sind ebenso wie die Franzosen und Russen der oben genannten Epochen eine gespaltene Nation. Ein Teil von ihnen klammert sich an den gesunden Menschenverstand, an traditionelle Werte, während der andere alles verachtet, was Amerika und in der Tat die westliche Zivilisation geschaffen und geformt hat. Warum haben wir so zwei gegensätzliche Parteien in der Gesellschaft? Gott allein weiß es. Soziologen, Historiker und Ökonomen werden bereitwillig verschiedene Erklärungen für das Phänomen finden, und sie alle mögen teilweise recht haben. Die wahrscheinlichste Ursache ist wie es scheint ein psychologisches bzw. biologisches Phänomen, das die menschliche Psyche betrifft. Der Mensch kann wählen, ob er sich ordentlich kleidet oder seine Haut mit Tätowierungen beschmutzt. So wie es ist, haben soziale Stellung, Beruf, Bildungsniveau wenig oder nichts mit solchen persönlichen Entscheidungen zu tun. Die Kluft verläuft durch Familien, verläuft unter Geschwistern, daher muss es etwas Biologisches sein, etwas, wie wir sagen könnten – Genetisches. Wenn nun ein solches ungünstiges Phänomen eine ausreichende Anzahl von Individuen befällt und infiziert, und wenn es solchen Individuen folglich gelingt, die Macht zu erlangen – es spielt keine Rolle, ob sie die Macht auf friedlichem oder auf gewaltsamem Wege erlangen –, dann wird eine Revolution in der Moral in Gang gesetzt. Es ist in der Regel eine Minderheit, die in der Lage ist, die Moral der Mehrheit der Gesellschaft zu verletzen. Seien es die russischen Bolschewiki oder die französischen Jakobiner, die deutschen Nationalsozialisten oder die chinesischen Anhänger von Mao Zedong, die Zahl der politischen Verführer und letztendlich rücksichtslosen Tyrannen war immer relativ sehr gering. Es sind nicht die Zahlen, die über den Lauf der Geschichte entscheiden: Es ist die Entschlossenheit, der Fanatismus und die Rücksichtslosigkeit der sozialen Vernichter, begleitet von der Sanftmut, Unterwerfung, Selbstauslöschung und Fügsamkeit der überwiegenden Mehrheit des Rests der Gesellschaft.

Die Revolution des gesunden Menschenverstandes. Das sind treffende Worte, mit denen man beschreiben kann, was jetzt in den Vereinigten Staaten passiert. Die Trotzkisten aller Epochen und Breiten schaffen säkulare Religionen aus dem Nichts (obwohl sie oft behaupten, die Wissenschaft oder Gott an ihrer Seite zu haben) und versuchen, die Realität wieder aufs Neue zu schaffen. Da sie sich in der Regel auf moralische Werte wie Gerechtigkeit, Gleichheit, Inklusion, Hilfe, Nächstenliebe und dergleichen berufen, können sie immer relativ viele Menschen anziehen, insbesondere junge, beeinflussbare, insbesondere intellektuell schwache (wenn auch mit Universitätsabschluss) und unerfahrene. In den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts verehrten viele Menschen, die in wohlhabenden westlichen Nationen lebten, Che Guevara, Mao Zedong, Ho Chi Minh, Lenin und Castro, aber – und das ist ein großes Aber – sie dachten nie daran, umzuziehen und in einem politischen System zu leben, das von diesen Helden geschaffen wurde, in einem Land, das von ihnen oder ihren Anhängern regiert wird! Mehr noch, die Bewunderer von Che Guevara, Mao Zedong, Ho Chi Minh, Lenin und Castro bemerkten nicht einmal, dass Menschen – gewöhnliche Menschen, d.h. Arbeiter, Bauern – aus den Ländern unter der Herrschaft dieser Typen von Che Guevara, Mao Zedong, Ho Chi Minh, Lenin und Castro – am liebsten ihr soziales Paradies verlassen und es vorziehen würden, vom System des Kapitalismus, des Patriarchats, des Rassismus und was auch immer ausgebeutet zu werden, was die beeinflussbaren westlichen Köpfe früher so sehr kritisierten. Sagen wir es also noch einmal, um es zu verdeutlichen: Die Götzendiener all dieser scheinbar wunderbaren sozialen Lösungen wollten weder direkt erleben noch bemerkten sie, dass gewöhnliche Menschen immer wieder in Scharen vor Leuten wie Che Guevara, Mao Zedong, Ho Chi Minh, Lenin und Castro flohen. Waren die Anbeter und Bewunderer sozialer Experimente en bloc schwachsinnig?

Ähnliches ist heutzutage zu beobachten. Die Aktivisten, die Menschen aus der Dritten Welt importieren wollen, mischen sich kaum unter die Einwanderer, leben kaum unter ihnen oder in der Nähe der von Menschen aus der Dritten Welt besiedelten Bezirken Die Aktivisten, die versuchen, den Rest der Gesellschaft einzuschüchtern, damit sie Transferbezieher mit Abschiebeoptik akzeptiert, und die den Gesellschaften, in denen sie leben, Rassismus und kapitalistische Ausbeutung vorwerfen, scheinen nicht zu bemerken, dass Millionen von Menschen aus der Dritten Welt in angeblich rassistische und ausbeuterische Nationen der westlichen Welt strömen. Die Aktivisten, die es so sehr lieben, die traditionelle Moral zu zerstören, scheinen nicht zu bemerken, dass die Menschen aus der Dritten Welt die Vorstellungen von vielen Geschlechtern oder Gendern und, was folgt, von chirurgischen Geschlechtsumwandlungen oder die Irreligiosität der westlichen Welt verachten. Die Aktivisten, die gegen den gesunden Menschenverstand vorgehen und die Männlichkeit (notwendigerweise: die toxische Männlichkeit) zerstören wollen, scheinen nicht zu bemerken, dass die Männer der Dritten Welt sehr männlich sind und kaum zu weiblichen Pseudomännern des westlichen Typs werden.

Die Aktivisten, die eine Revolution der Moral anstreben, scheinen keine Beobachtungsgabe zu haben. Sie importieren Menschen aus anderen Ländern und behaupten, dass sie damit den Westen bereichern (als ob der Westen nicht als der reichste Teil der Welt angesehen würde!) und können ihr ganzes Leben lang nicht bemerken, dass sie durch die Bereicherung ihrer Gesellschaften notwendigerweise die Gesellschaften verarmen lassen, aus denen die Bereicherung stammt! Tatsächlich ist gesunder Menschenverstand nicht das, was die Typen von Che Guevara, Mao Zedong, Ho Chi Minh, Lenin und Castro haben. Sie beschuldigen ihre eigenen Nationen, ausbeuterisch gegenüber den Ländern der Dritten Welt zu sein, und im gleichen Atemzug... loben sie die Ausbeutung dieser Länder der Dritten Welt, indem Sie ihnen die Humanressourcen vorenthalten, mit denen sich diese Länder oder Nationen bereichern könnten.

In seiner Antrittsrede zählte Präsident Donald Trump eine lange (keineswegs erschöpfende) Liste der finanziellen Ausgaben der vorherigen Regierung auf, Millionen und Abermillionen Dollar, die für die Verbesserung der Demokratie oder die Ermöglichung einer Geschlechtsumwandlung oder ähnlicher Dinge in allen Ecken der Welt ausgegeben wurden. Dieses Vorgehen zeigt die Verrücktheit des trotzkistischen Typs, der die westliche Welt ergriffen hat. Dieses Verfahren ermöglichte es auch einigen Millionen politischen und sozialen Aktivisten, sich zu bereichern. Politische und soziale Aktivisten sind in der Regel Personen, die nicht über nachgefragte Fähigkeiten oder Kenntnisse verfügen. Das sind Individuen, die einen Abschluss in kritischer Rassentheorie oder Geschlechterungleichheit oder Klimawandel haben oder, oder, oder, so dass die Teilnahme an staatlich bezahlten Projekten wie die Herbeiführung oder Unterstützung von Frauenförderung irgendwo in Afrika die einzige Möglichkeit für sie ist, sich sozial zu behaupten und Existenzgrundlage zu haben. Um sich für solche Projekte zu engagieren, braucht man keine Fähigkeiten oder Kenntnisse zu haben: Man bekommt einfach Geld und bereist die Welt mit dem Segen einer Wohltätigkeits- oder Regierungsorganisation und kann behaupten, moralische Überlegenheit erlangt zu haben.

Denn abgesehen von Geldzuschüssen – riesigen Geldzuschüssen – ist moralische Überlegenheit etwas, wonach soziale und politische Aktivisten aller Schattierungen auch sehr suchen. So ist die menschliche Psyche. Ein Mensch muss unbedingt als ‘gut’ angesehen werden. Gut zu sein ist das Einfachste, was es auf der Welt gibt. Wenn Sie eine Fähigkeit oder einen Wissenszweig nicht beherrschen, wenn Sie kein guter Sportler oder Künstler sein können, können Sie immer Wertschätzung erlangen und eine Art Dominanz in der Gesellschaft erreichen, indem Sie vorgeben, moralisch gut, moralisch überlegen zu sein. Besonders einfach ist es, wenn Sie keinen Cent aus Ihrer eigenen Tasche verschenken, um Ihre Güte zu beweisen. Die Pfennige und die Cents stammen aus anderen Quellen. Es sind die anderen, die für “Frauenförderung” irgendwo in Afrika bezahlen, und es sind die anderen, die für Ihre Reise dorthin und für Ihre Vergütung bezahlen. Es sind die Steuerzahler, die Menschen, die Fähigkeiten oder diese Art von Wissen haben, die gefragt sind. Es sind solche anderen, die lange arbeiten und Steuern zahlen, mit denen die Tätigkeit der sozialen Gutmenschen bezahlt wird, mit denen die Gutmenschen gut sein können.

Denn wir alle sind vom Drang der Dominanz getrieben. Dominanz ist nicht auf materiellen Reichtum oder politische Macht reduzierbar. Wenn Sie sich in beiden nicht durchsetzen können, können Sie sich immer für die Dominanz im Bereich der (gefühlten) Moral entscheiden, Sie können immer danach streben, ein Gandhi- oder ein Mandela-Typ zu werden. Diese Art von gesellschaftlicher Dominanz kann sich als besser erweisen, als materieller Reichtum oder politische Macht. Diese Art von Dominanz bringt Bewunderung und Erkennbarkeit mit sich und lässt die Welt dich anbeten. Ein starker Anreiz.

Die französischen Revolutionäre und die Revolutionäre in Russland, die chinesischen Roten Garden oder die Anhänger von Che Guevara, die Anhänger von Johannes Calvin oder Girolamo Savonarola, sie alle handelten zum Wohle des Volkes. Sie hatten weder Fähigkeiten noch verfügten sie über fundiertes Wissen, aber sie wurden vom Dominanzdrang angespornt, indem sie alle die Gesellschaft, die Realität selbst verbessern und sich als gute Männer, als gute Frauen präsentieren wollten. Was bei all dem tröstlich ist, ist die Tatsache, dass nach einer Zeit des Wahnsinns des Social Engineering immer eine Zeit des Comebacks zum gesunden Menschenverstand folgte, angeführt von Leuten wie Napoleon im Frankreich nach Robespierre, Stalin im Russland nach Trotzki, Deng Xiaoping im China nach Mao-Zedong, Konrad Adenauer im Deutschland nach Hitler, Donald Trump in den Vereinigten Staaten nach Biden und so weiter und so fort. Das Beunruhigende an all dem ist, dass Perioden des gesellschaftlichen Wahnsinns – wie in Frankreich oder Deutschland, wie in Russland oder China, wie in anderen Teilen der Welt im Laufe der Geschichte – leider immer wiederkehren. Die Menschheit bewegt sich entlang der Sinuswelle und trifft jetzt auf Täler, jetzt auf Gipfel. Glücklicherweise erleben wir eine Phase der Erleichterung, da der Biden-Tiefpunkt jetzt durch den Trump-Höchststand ausgeglichen wird. Früher oder später wird jedoch ein weiterer Tiefpunkt kommen. Zwangsläufig. 

Leave a Reply

Your email address will not be published.

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>


Gefira bietet eingehende und umfassende Analysen und wertvollen Einblick in die neuesten Geschehnisse, mit denen die Anleger, Finanzplaner und Politiker vertraut sein müssen, um sich für die Welt von morgen vorzubereiten. Die Texte sind sowohl für Fachleute als auch für nicht berufsorientierte Leser bestimmt.

Jahresabo: 10 Nummer für 225€
Erneuerung: 160€

Das Gefira-Bulletin ist auf ENGLISH, DEUTSCH und SPANISCH erhältlich.

 
Menu
More