Die Vereinigten Staaten von Mexiko sollten sich vielleicht teilen, denn so wie die Staaten in Amerika haben sie immer weniger gemeinsam. Kalifornien ist am reichsten und Middle West oder die verrostete Pennsylvania werden das Land der High-Techs wohl nie überholen. So wie in Europa sich kaum jemand mit der Schweiz messen kann, so sind die Enklaven des wirtschaftlichen Wachstums in Mexiko wie etwa Bajío eher Ausnahmen. Mag die Regierung in der Hauptstadt Reformen einführen, bleibt die Hauptbremse der wirtschaftlichen Entwicklung Mexikos in den weniger industrialisierten Staaten die geringe Rechtsstaatlichkeit, die sich in der Ineffizienz der Institutionen und in einem geschäftsschädigenden Umfeld manifestiert, was durch die mangelnde öffentliche Sicherheit verschärft wird. Die Reformen der Regierung Mexikos, die sich ständig übermäßig verschuldet, beruhen darauf, da sie aggressiv Steuer bezieht und im Gegenzug keine Mehrwertsteuer erstattet, was die Unternehmen die im Rahmen des Programms IMMEX (Manufacturing, Maquiladora and Export Services Industry – des Förderprogramms für Industrie und Export) dazu zwingt, Kapitalreserven zu behalten, anstatt freie Mittel in die Entwicklung zu investieren.
Gesellschaftlich liegt die Chance Mexikos in der Bekämpfung der Kriminalität. Daran ist wegen der Korruption kaum zu glauben. Die Wirtschaftliche Chance hingegen liegt im Automobilsektor, der 25% des mexikanischen Exports ausmacht. Er ist in der Lage, den verschärften Anforderungen der Produktion standzuhalten, einschließlich derjenigen, die die Lohnbedingungen im Rahmen des USMCA (United States-Mexico-Canada Agreement, also des Abkommens zwischen den USA, Mexiko und Kanada) betreffen. In der Vergangenheit haben solche Regelungen zu mehr regionaler Integration geführt. Die aggressive Haltung der USA betreffs Zölle gegenüber dem Rest der Welt gibt Mexiko einen relativen Vorteil, indem es das USMCA-Handelsabkommen fortsetzt und ausnutzt. Neben dem Vertrag hat die mexikanische Industrie noch andere Vorteile: Sie befindet sich in der Nähe der USA, hat niedrige Betriebskosten, ist gut ausgestattet und verfügt über qualifiziertes Personal. In der Region Zentralamerika gibt es derzeit keine andere Alternative zu der in Mexiko hergestellten Produktion.
Die Fußballweltmeisterschaften werden weder der Regierung, noch der mexikanischen Wirtschaft kaum helfen. Wichtig ist die geopolitische Balance Mexikos zwischen China, das unbemerkt in dem Land investiert, und den USA, dem großen Bruder vom Norden, was übrigens für alle sich entwickelnde Länder gilt.