Der europäische Blickwinkel. Auf dem Weg in die Welt von Morgen.




Theorie der Zivilisationen von Feliks Koneczny und der Untergang Europas

Der Alte Kontinent leidet unter einer Todeskrankheit, unter der Machtlosigkeit. Nach Europa kamen Millionen Migranten, vor allem aus dem Nahen Osten und Afrika. Weitere Millionen warten an der Tür Europas. In vielen westeuropäischen Ländern werden bald kleine Gruppen der Moslems zu bedeutenden Minderheiten, die politischen Einfluss ausüben werden. Seit vielen Jahren setzen sich verantwortungslose Eliten Europas für ein Modell einer Multi-Kulti-Gesellschaft. Unterdessen wird den Europäern für ihren Altruismus und ihren guten Willen mit Gewalt, Tod und Terroranschlägen vergolten. In London, Hamburg, Paris und Amsterdam wird der Konflikt zwischen Zivilisationen ausgetragen. Ganz anders als in den vergangenen Jahrhunderten verlor aber Europa seinen Kampfgeist und Kampfwillen.

Wir können uns nur an die alten Zeiten mit Sehnsucht erinnern, als 1683 die Allianz der christlichen Länder unter der Anführung des polnischen Königs Johann des III. Sobieski bei Kahlenberg die türkische Armee besiegte und Europa vor dem Islam rettete. Die Soldaten waren damals vom Geist ihres Erbes erfüllt.

Der polnische Historiker Feliks Koneczny, Autor einer originellen Theorie der Zivilisationen, schrieb über die Rolle des menschlichen Geistes in der Geschichte. Europäische und amerikanische Leser kennen den „Kampf der Kulturen” von Samuel Huntington, der polnische Wissenschaftler erarbeitete seine Theorie doch viel früher. Manche Experten sind der Meinung, dass Huntington sogar auf dem Gedankengut von Koneczny stützte.1)Profesor Feliks, Koneczny jako prekursor nauki o cywilizacjach Ireneusz Białkowski, 2009.

Feliks Koneczny war der Ansicht, dass der menschliche Geist die Grundlagen für Religion, Sprache und Technik schafft. Die lateinische Zivilisation beispielsweise besteht aus der britischen, polnischen oder spanischen Kultur, doch sie ist ein breiterer Begriff als Kultur, denn sie ist eine Art des Zusammenlebens, die einige Generationen brauchte um Wurzeln zu schlagen. Der Historiker behauptete, dass gleichzeitig sieben Zivilisationen existieren: die arabische, byzantinische, brahmanische, chinesische, lateinische, turanische und jüdische (auch die tibetanische und numidische, die aber ziemlich verkümmert sind). Er definierte auch fünf Begriffe, die Grundlagen einer Zivilisationen bilden: Gutes und Wahrheit (geistige Kategorien), Gesundheit und Wohlstand (materielle Kategorien) sowie Schönheit, die alle Kategorien verbindet. Die fünf Begriffe werden von Menschen unterschiedlich verstanden, so natürlich ist es, dass sie sich zu Gruppen zusammenschließen, die einen Begriff gleich verstehen.

Die lateinische Zivilisation entstand in West- und Mitteleuropa und wurde dann nach Nord- und Südamerika übertragen. Sie schöpft aus dem altgriechischen Begriff der objektiven Wahrheit (Wissenschaft), aus dem römischen Recht und der christlichen Moral. Die Zivilisation strebt es an, dass jeder Bürger sich möglichst viel am Regieren beteiligt. Sie schätzt seine private Freiheit hoch und hält Ethik für wichtiger als Recht. Das Recht wird in das öffentliche und private eingeteilt. Sogar die Politik und militärische Maßnahmen sind der Ethik untergeordnet.

Europa ist jetzt anders als zu den Zeiten von Koneczny (1862-1949). Die lange Periode des Wohlstandes, Konsumismus, des sorglosen Lebens führten in Verbindung mit der neomarxistischen Ideologie zum Untergang des europäischen Geistes.

Außer der lateinischen Zivilisation gibt es auch turanische Zivilisation, die auf den Steppen Eurasiens entstand. Dazu gehörten das Imperium von Dschingis Khan, Afghanen, Türken, Russen und Kosaken (Ukrainer). Das Merkmal der Zivilisation ist ihre Gesellschaftsstruktur, die an eine militärische Struktur erinnert – um zu bestehen, muss sie nämlich neue Gebiete erobern. Der Herrscher steht über dem Recht und Bürger sind sein Eigentum. Die Religion ist nicht von dem Staat unabhängig, der Wissenschaft wird keine Bedeutung beigemessen.

In der nächsten Zivilisation, der byzantinischen, ist die Religion vom Staat abhängig und beeinflusst alle Lebensbereiche. Die Zivilisation endete nicht mit dem Zerfall des Imperiums vom Kaiser Konstantin des Großen, sondern wurde an der Wende des IX. und X. Jahrhunderts auf den deutschen Boden vom Teofano (956-991), der Gattin des deutschen Kaisers Otto des I. und Nichte des byzantinischen Kaisers (Johannes des I. Tzimiskes), übertragen. Koneczny glaubte, dass die byzantinische Zivilisation einen negativen Einfluss auf die Länder Westeuropas hatte, indem sie da mit sich Bürokratie brachte und Ethik im öffentlichen Leben aufhob.

Der Wissenschaftler betont, dass die jüdische Zivilisation eine sakrale sei, denn das Leben des Einzelnen und der Gemeinschaft dem religiösen Recht unterordnet ist. Ein charakteristisches Merkmal sei hier das Gefühl auserwählt zu sein, das den Weg für Doppelstandards in der Beziehung zwischen Juden und Nichtjuden ebnete. Interessant ist es, dass der Historiker die Ideologie des III. Reiches als eine Übertragung des jüdischen Begriffes des auserwählten Volkes auf die Deutschen deutet.

Europa ist ein Ort, wo die lateinische Zivilisation von der byzantinischen, turanischen und jüdischen geschwächt wird. Koneczny sah die Bedrohung seitens der arabischen Zivilisation nicht voraus. Er behauptete nur, dass eine Zivilisation nur dann lebhaft ist, wenn sie expandiert. Wenn sie aufhört zu expandieren, dann ist sie im Untergehen begriffen. Gesunde Zivilisation wollen sich nicht mit anderen vermischen; ganz im Gegenteil – sie versuchen die andere Zivilisation zu zerstören und sie durch ihre eigene zu ersetzen. Die Expansion kann entweder militärisch oder friedlich vor sich gehen. Friedlich – also durch Verbreitung eines Lebensstils und Massenmigration, so wie es vor Jahrhunderten während der Besiedlung Nord- und Südamerikas der Fall war.

Die Migranten, die jetzt nach Europa kommen, spielen doch nicht solche Rolle wie einst Einsiedler in Amerika. Sie schaffen keine neuen Werte, Bauwerke, Straßen und Städte, sie bringen kein Kapital und keine neuen Ideen mit. Sie sind nur daran interessiert, Profite zu ziehen. Die aktuelle Migration in die USA und auch nach Europa ist nicht mit der europäischen Migration auf die zum größten Teil unbesiedelten Gebiete in Australien und in den beiden Amerikas zu vergleichen. Die ökonomische und soziale Überlegenheit der amerikanischen und europäischen Gesellschaft lockt die gegenwärtigen Migranten aus der Dritten Welt.

Von der Beständigkeit einer Zivilisation entscheidet die Einheitlichkeit ihrer Werte, die sie immun gegen fremde Einflüsse machen. Koneczny schrieb: „Nie und nirgendwo ist das Schaffen einer Zivilisation mit zwei Methoden möglich gewesen”. Eine Synthese der Zivilisation ist laut dem polnischen Wissenschaftler nicht möglich. Die Versuche, verschiedene Lebensstile zu vereinen, bilden eine Mischung, aber niemals eine neue Zivilisation. Die Mischungen aus Zivilisationen sind unfähig sich zu entwickeln, da sie innerlich durch Widersprüche zerspalten werden.

Sowohl in Bezug auf Nationen, als auch Zivilisationen gilt die Regel: künstliche Verbindungen müssen eine Niederlage erleiden. Die Nationen entstehen von selbst und entwickeln ihren Gemeinschaftsgeist, einen gemeinsamen Willen und eine gemeinsame Tradition, denen ihre Mitglieder huldigen. Aus diesem Grund gab es keine jugoslawische oder sowjetische Nation und die Sowjetunion und Jugoslawien zerfielen in Teile entlang der Grenzen zwischen den einzelnen Nationen. Die innerlichen kulturellen Widersprüche führten zum Zerfall Österreich-Ungarn. Tschechen und Slowaken wollten nicht in einem Land leben. Katalanen wollen Spanien verlassen. Die multinationalen, vielrassigen und multikulturellen Südafrikanische Republik und Indien werden von Konflikten erschüttert. Andererseits streben die geteilten Nationen eine Wiedervereinigung an. Ein Beispiel: die Wiedervereinigung Deutschlands und Vietnams. Wir können es sich sicher sein, dass eines Tages auch Taiwan und China sowie beide Koreas sich vereinigen werden.

Im Buch von Feliks Konieczny unter dem Titel „Mannigfaltigkeit der Zivilisationen” sind Argumente und Erklärungen zur gegenwärtigen schwierigen Lage in Europa zu finden. Der Zufluss von Migranten bedeutet für den Alten Kontinent Tod.

Die EU als eine Mischung von der lateinischen, byzantinischen und jüdischen Zivilisation ist zurzeit dem heftigen Angriff der arabischen Zivilisation ausgesetzt und hat keine Chancen zu überleben. Solches Fazit lässt sich aus dem Werk von Koneczny herleiten.

Bibliographie:

References   [ + ]

1. Profesor Feliks, Koneczny jako prekursor nauki o cywilizacjach Ireneusz Białkowski, 2009.

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