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Die hohe Selbstmordrate unter französischen Polizisten – der Staat ist stets Angriffen ausgesetzt

Die rekordhohe Selbstmordrate unter französischen Polizisten (im vorigen Jahr gab es 66 Selbstmorde),1)Two French police shoot themselves dead on New Year’s Day following record 66 suicides in 2017 after officers were allowed to take their guns home due to terror threat, Mail Online 2018-01-03.wurde von Massenmedien und Politikern mit Stress, einer zu geringen Zahl der Psychologen während Schulungen und auf Polizeistationen, mit familiären Problemen sowie mit zu wenig Zeit fürs Privatleben erklärt.2)French government forced to act after new wave of police suicides, The Local 2017-11-13.

Seit dem Anfang dieses Jahres registrierten wir fast einhundert Zwischenfälle der Angriffe auf Polizisten (siehe interaktive Karte).

Zwei Streifenpolizisten bemerken jemand, der ihnen verdächtig vorkommt. Sie wollen ihn festnehmen, wenn sie doch näher kommen, zieht der Mann ein japanisches Schwert heraus. Sie sind völlig überrascht und erschrocken. Sie fordern ihn auf, er solle sich ihnen ergeben, der will das aber nicht machen und greift sie sofort an. Einer der Polizisten schafft es, ihn mit Tränengas zu überwältigen.3)Hérault: Armé d’un katana, il attaque un policier municipal, Actu 17 2018-01-03.

Polizeistreifen kontrolliert einen Motocrossfahrer. Anscheinend Routine. Aber nicht diesmal. Auf einmal werden Polizisten von einer Menschenmenge umzingelt, die auf sie mit Steinen und Flaschen wirft. Tränengas und herkömmliche Selbstverteidigungsmittel reichen nicht aus – die Angreifer werden immer brutaler und verletzen einige Polizisten. Die Beamten verdanken ihr Leben der Verstärkung, die schnell gekommen ist.4)Essonne: Un policier tombe KO d’un coup de poing derrière la tête, encerclé par une dizaine d’assaillants, Actu 17 2018-05-22.

Champigny-sur-Marne, 00:30. Ein geplanter Angriff auf die Polizeistation von etwa fünfzig (!) Randalierer, die Molotowcocktails werfen und Autos in Brand setzen. Verstärkung musste geholt und Tränengas verwendet werden. Drei Personen wurden festgenommen.5)Val-de-Marne: Le commissariat de Champigny de nouveau attaqué par une cinquantaine d’individus, Actu 17 2018-05-12.

Es sind nur drei von etwa einhundert solcher Zwischenfälle. Sie zeigen, in welchen Bedingungen die französische Polizei arbeiten muss und wie das französische Recht und seine Vertreter missachtet werden. Die Beamten können sich sogar auf Polizeistationen nicht sicher fühlen, die zu Dienststellen auf dem Territorium „des Feindes” wurden. Die Polizisten versuchen in einem Rahmen zu handeln, einem Rahmen zwischen dem, was im Falle der Selbstverteidigung erlaubt und dem, was verboten ist, und werden tagtäglich brutalen und unerwarteten Angriffen ausgesetzt. Sie kommen an die Grenzen ihrer psychischen Widerstandsfähigkeit. Wenn die Grenzen überschritten werden, entscheiden sich manche für den Selbstmord. Die Karte zeigt die Stellen der Angriffe auf die Polizei und der Selbstmorde der Polizisten.

Na ja, in Europa, das von Menschenrechten – sprich den Rechten der Verbrecher – gelähmt ist, werden Polizisten ausgelacht. Sie sollen die Einhaltung der Rechtsvorschriften überwachen und nötigenfalls die Menschen überwältigen, die sie missachten, aber nur im gewissen Rahmen, infolgedessen können sie verprügelt, verletzt oder sogar getötet werden. Während sie unter stetiger Gefahr handeln, müssen sie es sich zweimal gut überlegen, ob sie von ihren Schusswaffen Gebrauch machen, denn sie wissen es, dass sie dadurch zum Opfer ihrer Vorgesetzten und Gerichte werden können.

Wenn man die gewünschten Ziele lange nicht erreichen kann, kommt die Frust. Die kommt auch dann, wenn man fühlt, dass man das ganze System gegen sich hat. Die schwächeren nehmen sich lieber das Leben, statt solche Erniedrigung weiterhin leiden zu müssen. Uns allen ist doch bewusst, wir fühlen instinktiv, was die wahre Ursache der Selbstmorde ist. Warum versuchen diejenigen, die unsere Eliten bilden, uns dabei etwas vorzutäuschen? Mehr Psychologen, mehr Freizeit, weniger Stress? Vor dreißig Jahren oder noch früher hatten die Polizisten das alles nicht und kamen ihren Pflichten nach, ohne Selbstmord zu begehen.

Übrigens: wie kann ein Beamte, der Hilfe eines Psychologen braucht, dann mit hartgesottenen Verbrecher klarkommen? Die gehen doch nicht zum Psychologen und haben keine Probleme damit, dass sie Menschen angreifen und verletzten. Die französischen Eliten, die in solchen Prestigehochschulen wie die École nationale d’administration ausgebildet werden, sind nicht im Stande die Realität zu begreifen. Sie schicken ihre Streitkräfte nach Mali und versuchen in einem Land, das viel größer als ihr eigens ist, Recht und Gerechtigkeit wiederherzustellen, während sie selbst in ihrer Heimat den Boden unter den Füßen verlieren. Der Niedergang der französischen Nation begann schon lange her und es gibt keine Chancen, dass Macron und seine Minister vom Élysée-Palast diesen Prozess stoppen werden. Wenn die Gendarmerie nationale zerfällt, dann zerfällt auch der französische Staat.

References   [ + ]

1. Two French police shoot themselves dead on New Year’s Day following record 66 suicides in 2017 after officers were allowed to take their guns home due to terror threat, Mail Online 2018-01-03.
2. French government forced to act after new wave of police suicides, The Local 2017-11-13.
3. Hérault: Armé d’un katana, il attaque un policier municipal, Actu 17 2018-01-03.
4. Essonne: Un policier tombe KO d’un coup de poing derrière la tête, encerclé par une dizaine d’assaillants, Actu 17 2018-05-22.
5. Val-de-Marne: Le commissariat de Champigny de nouveau attaqué par une cinquantaine d’individus, Actu 17 2018-05-12.

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