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Kernfusion oder wie Amerikaner die KI-Blase weiter pumpen wollen

Nukleare Fusion (Kernfusion) ist der Prozess, bei dem zwei leichte Atomkerne unter extremen Bedingungen (Hitze und Druck) verschmelzen, um einen schwereren Kern zu bilden und dabei riesige Mengen an Energie freizusetzen – ähnlich dem, was in der Sonne passiert und bei Wasserstoffbomben ausgenutzt wurde, diesmal aber zwecks der zukünftigen Energieerzeugung.

Die Kernfusion ist eine Art heiliger Gral der Wissenschaftler, da die Kraftwerke, die auf solche Weise funktionieren würden, riesige Mengen an Energie zu niedrigen Kosten produzieren würden. Wozu so viel Energie? – muss man sich sofort fragen. Na ja, die KI (und übrigens auch die Kryptowährungen) funktionieren nur dank den riesigen Mengen an Energie.

Ist was Neues passiert? Haben wir einen Durchbruch in der Kernfusionstechnologie? Angeblich ja: Am 19. Dezember kündigte der Inhaber der Plattform Truth Social (Trump Media & Technology Group, DJT) die Fusion mit Tae Technologies, einem privaten Nuklearfusionsunternehmen, an. Der Wert der Transaktion beträgt mehr als 6 Milliarden US-Dollar und ihr Ziel war es, das weltweit erste börsennotierte Unternehmen zu gründen, das sich mit dieser revolutionären Technologie beschäftigt. Der Bau des ersten Kraftwerks sollte laut Donald dem Großartigen bereits im Jahr 2026 beginnen, was unwahrscheinlich ist. Ehrgeizige Versprechen ergeben sich jedoch aus den tatsächlichen Bedürfnissen. Wie gesagt, benötigen die Rechenzentren, die durch die Überschwemmung der Welt durch künstliche Intelligenz entstehen, gigantische Mengen Energie, die im System einfach nicht ausreicht.

Die Fusion von DJT mit TAE Technologies ist jedoch besorgniserregend. Die Kernfusion ist eine Technologie, die eine stabile Finanzierung erfordert, während Trumps Medienunternehmen aufgrund seiner hohen Volatilität als “Meme-Aktie” angesehen wird.

Die TAE Technologies ist kein uninteressantes Unternehmen – es befindet sich in einer Schlüsselentwicklungsphase. In Zusammenarbeit mit Google bauen sie die Maschine namens Copernicus  auf, die zeigen soll, dass sie mehr Energie produzieren kann, als sie verbraucht. Die Herausforderung ist groß, weil frühere Geräte das Plasma auf 75 Millionen °C erhitzt haben, während eine Temperatur von 1 Milliarde °C für eine effiziente Stromerzeugung benötigt wird. Ihre Technologie hat ja aber eine Erfolgschance, erfordert aber jetzt große Investitionen, um zu ihrer möglichen Kommerzialisierung zu führen. Es ist noch ein langer Weg, und angesichts der Volatilität von DJT kann es nur heiße Luft sein.

Wie immer, egal wer an der Spitze der USA steht, ein Demokrat oder ein Republikaner, rettet die Märkte, spielt der Wall Street in die Hände, gerade jetzt, wenn immer mehr Analytiker auf die Überwertung solcher Firmen wie Nvidia und anderer von Magnificient 7 aufmerksam machen.

Fazit: Das ewige Wachstum ist heiliger Graal der politischen Klasse Amerikas.

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