Der europäische Blickwinkel. Auf dem Weg in die Welt von Morgen.




Joseph Stalins politisches Vorbild war Iwan der Schreckliche; Vladimir Putins ist es Peter der Große

Der Kalte Krieg – so unangenehm er auch war – war zumindest durch eine Reihe von diplomatischen Regeln gekennzeichnet, die im Laufe der Zeit ausgearbeitet worden waren, und die die betreffenden Staaten entweder beachteten oder unternahmen große Anstrengungen, um sie zu beachten. Dies ist nicht mehr der Fall, da die Vereinigten Staaten die mit der ehemaligen Sowjetunion unterzeichneten Abrüstungsabkommen nicht mehr verfolgen. Die Welt ist weniger vorhersehbar geworden. Dies ist die Diagnose, die der Präsident der Russischen Föderation, Wladimir Putin, in einem anderthalbstündigen Interview, das kürzlich von zwei Journalisten der Financial Times mit ihm geführt wurde, vorlegte. Der russische Führer ging – wie üblich – kompetent auf die von seinen Gesprächspartnern angesprochenen Fragen ein.

Der russische Präsident hat noch einmal eine Botschaft an westliche Diplomaten und das einfache Volk geschickt. Die Botschaft lautet:

Es gibt eine Spaltung zwischen den Eliten und den Menschen. Die Spaltung, die durch den grassierenden Liberalismus hervorgerufen wurde. Der Liberalismus ist ein Diktat, das die traditionell denkenden Bürger unterdrückt, ein Diktat, das den Reichen dient und den Armen schadet. Bundeskanzlerin Merkel habe Mist gebaut, indem sie Hunderttausende von Einwanderern aus der Dritten Welt herholte, während Präsident Trump den Wunsch der gemeinsamen Amerikaner richtig interpretiert und die Wahlen gewonnen hat. Der Verdacht, dass er den Präsidentschaftskampf wegen russischer Einmischung gewonnen hat, ist lächerlich. Wir können darüber streiten, ob Präsident Trumps Idee, die Vereinigten Staaten durch eine Mauer von Mexiko zu trennen, gut oder schlecht ist, doch die Wähler sehen, dass ihr Führer zumindest versucht, etwas gegen das Problem zu unternehmen, während seine europäischen Amtskollegen nur Öl ins Feuer gießen. Warum leben die Eliten in bewachten, separaten, geschlossenen Stadtvierteln und die einfachen Menschen nicht? Das Gleiche gilt für die Globalisierung. Das Outsourcing der Produktion hat die Taschen der Reichen des Westens gefüllt und die Mittelschicht verarmen lassen. Der Liberalismus ist am Ende. Er hat die Tradition zerstört und die Religion verdrängt und Gender-Ideologie als Gegenleistung dafür geboten. Trotzdem leben die Menschen im Großen und Ganzen nach biblischen Werten, ob sie es erkennen wollen oder nicht. Man kann nicht handeln, als wäre es nicht so.
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Libra – die globale Währung

Es gibt drei Dinge, mit denen man eine Gemeinschaft, eine Nation, einen Staat oder den ganzen Planeten kontrollieren kann: (i) Ideologie, (ii) Information und (iii) Geld. Sie sind miteinander verwoben und untrennbar. Ideologie ist eine Einstellung, die es ermöglicht oder verhindert, Geld zu verdienen. Erinnern Sie sich bloß an das mittelalterliche Verbot, das nur für Christen, aber nicht für Juden galt, an Zinsen zu gewinnen oder – wie es genannt wurde – Wucher zu treiben. Einige konnten Gewinne anhäufen, andere nicht, abhängig von der Ideologie, an der sie festhielten. Informationen sind auch eine Grundvoraussetzung, um Geld zu verdienen: Wer mehr und früher weiß, was auf dem Markt passieren wird, siegt. Sowohl die Ideologie – insbesondere ihre Verbreitung und Durchsetzung durch das Gesetz – als auch der Zugang zu den Informationen oder Sicherung ihrer Exklusivität erfordern Geld. Eine Menge Geld. Kein Wunder also, dass Geld immer gefragt war und der Mensch seit jeher nach Möglichkeiten sucht, es kostenlos oder mit geringen Kosten zu multiplizieren.

Als Gold Geld bedeutete, setzten die Herrscher Alchemisten ein, um gewöhnliche Metalle in die kostbare zu verwandeln. Als Geld in Form von Papier auftauchte, entwickelten die Banker das Mindestreserve-Bankwesen: Sie kamen auf die Idee, Geld zu multiplizieren, ohne kostspielige und komplizierte Methoden anwenden zu müssen, um ein Metall in ein anderes umzuwandeln. Alles, was sie tun mussten: die Benutzer von Geld zu überzeugen, dass auf Zetteln oder in Büchern gebuchte Beiträge für echten Wert standen. Gegenwärtig ist die Zeit für digitales Geld gekommen, d.h. für elektronische Impulse und elektronische Bücher.

Wie auch immer Geld geschaffen wird, wir tanzen nach der Pfeife derjenigen, die die Macht haben. „Gebt mir die Kontrolle über die Währung einer Nation, und es ist mir gleichgültig, wer die Gesetze macht!“, sind die Worte, die einem der Rothschilds zugeschrieben werden. Ein Bankier führt das Hauptbuch, in dem steht, wie viel seine Kunden anderen Kunden oder Banken schulden, und derselbe Bankier schafft das Geld und nimmt einen Teil davon als seine eigene Vergütung. Er ist der wahre Herrscher! Er nimmt eine Position ein, die viele andere gerne übernehmen würden. Ein Finanzier kann den Zusammenbruch eines anderen Finanziers verursachen, ihn aus dem Finanzmarkt entfernen oder sein Vermögen übernehmen. Wenn dies zu kostspielig oder nicht möglich ist, kann einer auf die Idee kommen, eine Alternative zu Geld zu schaffen. Die moderne Technologie ermöglicht, wie oben gesagt, Geld ohne Verwendung von Papier, Tinte, Wasserzeichen, Tresoren, in denen es aufbewahrt, zu schaffen. Auch keine Kette kleiner Bankgebäude oder Geldautomaten muss nicht mehr betrieben werden, um Geld physisch für jeden verfügbar zu machen. Moderne Technologie ermöglicht es, Geld zu verdienen und es zu verteilen, ohne alle diese Probleme der alten Banker. Moderne Technologie ermöglichte die Entstehung des Kryptogeldes, der Kryptowährung.
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Zustand der Welt – 13 Fakten: warum die nächste Krise unausweichlich ist

Die Reihenfolge ist zufällig. Schwer zu sagen welcher Faktor der nächste Auslöser sein wird. Vielleicht alle oder mehrere gleichzeitig? Entscheiden Sie selbst.

1. Ungelöste politische Konflikte. Fragen Sie sich selbst: welche Konflikte wurden seit 2007, der vorherigen Krise endgültig gelöst? Im Nahen Osten? Im Balkan? In der ehemaligen Sowjetunion? (Ukraine sprich EU gegen Russland?) In Afghanistan, Pakistan, Libyen? Im Sudan? Die Aufzählung lässt sich noch lange fortsetzen. Die UNO, die NATO, die internationalen Koalitionen zur „Verteidigung der Menschenrechte“ oder Eingriffe der Großmächte zur Verteidigung ihrer eigenen Interessen in einer Region (z.B. Russland und USA in Syrien) bringen nur mehr Unruhe und Destabilisierung in den einzelnen Regionen und kosten die westliche Welt Haufen Geld. Aggressive Außenpolitik der Großmächte und Bedrohungen für die Geopolitik werden die Weltwirtschaft weiterhin massiv belasten und Risiko für Investoren darstellen.

2. Die mächtigsten Länder der Welt rüsten seit Jahren auf. Die weltweiten Militärausgaben stiegen im vergangenen Jahr um 2,6 Prozent und betrugen rund 1,82 Billionen Dollar – ein neuer Höchststand seit 1988. Die Mainstreammedien, anders als etwa in den sechziger des vergangenen Jahrhunderts, sprechen nur ungern vom neuen Kalten Krieg, weil sie voll und ganz damit beschäftigt sind, den Vorschein einer vereinten, friedlichen Menschheit zu kreieren.

3. Seit ihrer Entstehung war der Marxismus eine Ideologie, die sich in der Geschichte keines Landes als etwas Positives einschrieb. Wegen der marxistischen Ideen starben im 20. Jahrhundert (nach den Berechnungen des französischen Historikers Stéphane Courtois) in Europa mehr als 100 Millionen Menschen.Die westlichen Eliten bleiben davon unberührt und huldigen weiterhin den Vätern des Verderbens,gebrauchen ihre Sprache, ihre Ideen, sprechen vom Internationalismus, Gleichheit aller Völker und Rassen, Vereinigung aller Nationen, Unterstützung der Armen, die gleich das Niveau der Reichen erreichen sollen, unterstützen Menschen, die die echten Werte der westlichen Zivilisation missachten (LGBT- und die immer dazu kommenden neuen Buchstaben). Die Bürger der EU-Länder und andere, die an Schädlichkeit solcher Ideologie nicht glaubten/glauben, sollen sich lieber das neueste Wunderwerk der Kommunisten – Venezuela – zu Herzen nehmen. Sonst werden sie bald mit den Konsequenzen der Immigrationspolitik, der grünen Lüge, der falschen Sozialpolitik, die keinesfalls um gerechte Umverteilung des Vermögens sorgt und der ganzen falschen Auslands- und Energiepolitik der links-grünen Szene schmerzhaft konfrontiert. Schon jetzt leiden die Mittel- und Unterschicht in Frankreich, Italien und in anderen Ländern wegen der links-grünen Ideologie, die seit Jahren dafür sorgt, dass ihre Einkaufskraft und ihr Lebensniveau sinkt (siehe gelbe Westen).
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Sie sollten sich den Begriff besser merken: De-dol-lar-rie-sierung

Einige sagen, es sei Oberst Muammar Gaddafi gewesen, der den Dollar entthronen wollte, und er habe das mit seinem eigenen Leben bezahlt. Andere sagen, es sei der irakische Präsident Saddam Hussein gewesen, der Geschäfte in einer anderen Währung als der US-Dollar abwickeln wollte: Der wurde dafür gehängt. Jetzt sind es Russland und China, die dasselbe tun wollen. Vor wenigen Tagen wurde eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet.
i) Russland und China haben beschlossen, sich zunehmend in ihren jeweiligen Landeswährungen gegenseitig abzurechnen, und
(ii) sie haben beschlossen, das SWIFT-System zu umgehen und stattdessen ihr eigenes einzuführen.

Moskau hat kürzlich ebenfalls bekannt gegeben, dass Russland den US-Dollar und das SWIFT-System nicht mehr für die Abwicklung des Waffenhandels einsetzt.Der Warenaustausch zwischen Russland und China ist bedeutend; Russische Waffen haben viele Kunden auf der ganzen Welt. Andererseits haben beide Länder und insbesondere China große Dollarreserven. Und beide Staaten werden vom Westen angegriffen, seien es Wirtschaftssanktionen gegen Moskau, sei es ein amerikanischer Handelskrieg gegen Peking.

Die Bestrafung für eine so gewagte Tat war im Falle Libyens und des Iraks ein Kinderspiel: die beiden Länder wurden rasch besiegt. Was kann man dagegen mit der Atomsupermacht und dem Asiens größten Wirtschaftstiger tun?
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Versklavung von Menschen durch Schulden ist eine perfekte Versklavung

Wenn es der amerikanischen Wirtschaft so gut geht, warum wurde FED während der letzten Sitzung auf einmal so mild in ihrer Rhetorik? Bei der vorherigen Sitzung im März war keiner der Mitglieder des FOMC-Komitees bereit Zinssätze zu erniedrigen, nun sind es 7 Mitglieder, die billiges Geld auf den Markt pumpen wollen. Vielleicht war das Reaktion auf die Rede Draghis in Vilnius, in der der EZB-Chef weitere Anleihekäufe ankündigte und erklärte, dass er „alle möglichen Mittel anwenden wird“,um die europäische Wirtschaft anzukurbeln, bevor seine Amtszeit im Herbst endet.

Es sieht danach aus, dass Währungskriege andauern werden und die Zentralbanken weiter miteinander in der Lockerung ihrer Politik wetteifern werden. Die Märkte freuen sich darüber, Aktienkurse in den USA verzeichnen neue Rekorde. Für die europäischen Bürger ist die Ansage Draghis doch eher eine Bedrohung ihrer Ersparnisse. Wenn die EZB die Minusverzinsung einführt, werden die Summen auf ihren Konten langsam aber sicher schmelzen. Darüber warnten wir mehrmals.Davon, dass es auch den amerikanischen Bürgern gar nicht so gut geht, zeugen die Daten vom Einzelhandel und von Bestellungen in der Industrie. Noch im April, also vor den neuen Schritten Trumps im Handelskrieg schnitten sie sehr schwach ab. Wieso denn eigentlich? Die Arbeitslosigkeit ist ja auf dem niedrigsten Niveau seit 50 Jahren, Inflation ist niedrig und amerikanische Unternehmen zahlten im ersten Quartal rekordhohe Dividenden aus. Trotzdem sind die Konsumenten nicht willig viel auszugeben. Es ist so, weil trotz der Vollbeschäftigung die Löhne nicht erhoben werden. Ein weiterer Faktor ist die riesige Verschuldung der Amerikaner. Ein Beispiel: lediglich die Schulden, die mit Kreditkarten gemacht wurden, betragen 1 Billion Dollar! Der Punkt ist: die Verzinsung der Kredite bleibt in den USA niedrig, die Verzinsung der Kreditkarten wächst aber und beträgt im Moment im Durchschnitt 17% jährlich. Das heißt, dass Amerikaner jedes Jahr 170 Mrd. Dollar Zinsen bezahlen müssen!
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Endloser wirtschaftlicher Rückgang und immer niedrigere Zinssätze: Es ist Demographie, du Dummkopf!

Wir schauen seit nunmehr vier Jahren für unsere Leser in die Zukunft. Wir verfügen über einen Blickwinkel, der uns die Mechanismen erkennen lässt, die die heutige geopolitische und wirtschaftliche Realität und ihre demographische Entwicklung antreiben. Viele trauen sich nicht, ihre Stimme zu erheben – wir schon. Für das Establishment ist die Philosophie von der sozialen Gerechtigkeit wichtiger als die Realität. Gleichheit ist eine neue Religion, die das Christentum verdrängt hat. Das Problem ist, dass die wahre Welt sich nicht an die Regeln von sozialer Gerechtigkeit hält. Wer in den sechziger oder siebziger Jahren die demographische Realität verstanden hätte, hätte mit Immobilienspekulation sehr viel Geld verdienen können. Viele glauben weiterhin, dass die Bevölkerung weiter anwachsen und auch die Urbanisierung in der vorhersehbaren Zukunft fortschreiten wird. Viele Menschen glauben, dass dieser Prozess sich fortsetzt. Das ist die sogenannte Trägheit des Denkens. Seit die Bevölkerung in den verschiedenen europäischen Städten zu schrumpfen begonnen hat, können Immobilieninvestitionen zu einem wahren Desaster ausarten.

Seit 2015 schreiben wir, dass die Zinsen nie wieder steigen werden. Sie mögen wohl für einen begrenzten Zeitraum wieder leicht nach oben gehen, aber sogar die Mitglieder des Fed-Vorstands wussten, dass sie Witze machten, als sie sagten, die Finanzmärkte würden sich wieder beruhigen.

Gefira Financial Bulletin #35 ist jetzt verfügbar

  • Südafrika – Europas Zukunft
  • Südafrikas Wirtschaft kollabiert
  • Zinsraten auf ewigem Sinkflug

Weil die demographische Wirklichkeit in Südkorea noch schlimmer ist als in Japan, wollen die südkoreanischen Konzerne um fast jeden Preis und unbedingt die Möglichkeit bekommen, junge Arbeitskräfte aus dem Norden anzuheuern. Als Präsident Trump Kim Jong Un den Raketenmann nannte und die Experten wegen der Gefahr eines Krieges hysterisch wurden, schrieben wir mehrfach, dass Frieden nur eine Frage der Zeit war. Heute sind die Feindseligkeiten zwischen den beiden Koreas Vergangenheit und die beiden Staaten arbeiten langsam auf die Wiedervereinigung hin.

2017 hatte der normale Finanzjournalist noch nie etwas von Mini-Bots gehört, also den Mini-Staatsanleihen, wohingegen unsere Leser darüber voll im Bilde waren. Wir schrieben einmal von der Möglichkeit für Italien, Mini-Bots als Parallelwährung einzuführen.

2016, als der Bitcoinkurs bei 1000 Dollar stand, empfahlen wir unseren Lesern, sich die Kryptowährung genauer anzuschauen, und als der Kurs abstürzte, schrieben wir, dass wir glauben, er würde wieder auf 100 000 Dollar hochschnellen. Derzeit liegt der Bitcoinkurs bei 9300. Bei Gold waren wir weniger enthusiastisch, aber wir bezeichneten es jedenfalls als sichere Anlage, mit der sich Investoren gegen Wechselkursschwankungen absichern könnten. Jetzt, wenn die Realität der Finanzwelt vor dem Zusammebruch steht und die Zentralbanken kein Licht mehr im Tunnel sehen, sehen wir die Zukunft des gelben Metalls rosa.

Jedoch müssen wir einräumen, dass wir – bisher jedenfalls – beim Ölpreis daneben lagen; er ist immer noch bei 50 bis 60 Dollar/Fass. Wir bemerken hier gegenwärtig zwei unterschiedliche Tendenzen: Die Weltwirtschaft stagniert, während China den Aufstieg in den Kreis der Industrienationen geschafft und seine Bevölkerung zu schrumpfen begonnen hat. Daher wächst die Nachfrage nach Öl weniger schnell.

Bei einem Preis von unter hundert Dollar ist mehr als 50% der US-Ölproduktion wirtschaftlich nicht nachhaltig; wenn sie zu schwächeln beginnen wird, wird der Ölpreis nach oben gehen und eine ernste Wirtschaftskrise auslösen. Im Septemberbulletin 2018 schrieben wir, dass „Spannungen zwischen Saudi-Arabien und dem Iran nach den Kongresswahlen im November zunehmen werden. Wir können mit einem begrenzten Tankerkrieg rechnen, wie schon damals im irakisch-iranischen Krieg, wo es zu Angriffen gegen Öltankschiffe kam. Ein solcher „Tankerkrieg begann, als der Irak in den ersten Monaten des Jahren 1984 die Ölabfertigungsanlagen und die Tankschiffe auf der Kharg-Insel angriff. Aus Angst vor einer US-Intervention begrenzten die Iraner ihre Vergeltungsschläge auf irakische Schiffe und ließen den Schifffahrtsweg für den internationalen Transport offen.“ Wir wissen nicht, wer hinter den Angriffen steht. Es gibt genug Parteien, die ein gesteigertes Interesse haben, die USA in einen Krieg gegen den Iran zu treiben.

Viele Analysten glauben, dass der Aufstieg Chinas das Ende der US-Hegemonie bedeute; sie argumentieren, eine multipolare Welt werde Macht gleichmäßiger verteilen und die USA könnten nicht mehr wie gewohnt, ihre Interessen unilateral durchsetzen. Wir sind überzeugt, dass in den westlichen Ländern der Verfall schon sehr weit fortgeschritten ist, obwohl die meisten ihrer Einwohner wohl immer noch glauben, ihrem Land gehe es gut. Mit dem Niedergang des Westens werden viele Regionalmächte um einen Platz am Tisch der Großen kämpfen, und der Wiederaufstieg des Osmanischen Reichs hat gerade erst eingesetzt. Read more in Gefira 35

Mini-Bots – Dorn im Auge Brüssels, Rettung für Rom

Der Verzicht auf die eigene Souveränität kostet viel. Wenn sich ein Land entschied, der Eurozone beizutreten, muss es in Kauf nehmen: im Falle einer Wirtschaftskrise wird es seine Währung nicht abwerten können. Die in Italien regierende Lega versucht nun seine Wahlversprechen zu realisieren, obwohl die Staatskasse leer ist. Die Lösung? Eine parallele Währung.

Die Idee ist gar nicht neu. Das, was dem Wirtschaftsexperten der Lega Nord Claudio Borghi eingefallen ist, erlebte die argentinische Gesellschaft an der Jahrhundertwende am eigenen Leib: 2001 lancierte die Regierung in Buenos Aires „cuasimonedas“, um ihr Schuldenloch zu stopfen. Jede Provinz gab Schatzbriefe zur Erfüllung von Zahlungsverpflichtungen aus. Am populärsten wurden die Patacones von der Provinz Buenos Aires, die vor allem die im staatlichen Sektor Eingestellten und Sozialempfänger erhielten, mit denen man jedoch überall bezahlen konnte.

Die Einführung der argentinischen Parallelwährung führte anfangs zum Chaos im Land: die Reichen schafften ihre Dollar ins Ausland (insgesamt mehr als 100 Mrd.), die Armen und die Mittelschicht hatten keine Wahl und gaben die erhaltenen Patacones vor Angst, dass sie über die Nacht wertlos werden, sofort aus. Dies trieb aber den Konsum an und verhalf der Wirtschaft wieder auf die Beine zu kommen. Die guten Ernten in den Jahren 2002, 2003 und die steigenden Rohstoffpreise auf den Weltmärkten trugen auch zur Entspannung der finanziellen Lage dieses achtgrößten Landes der Welt. Argentinien überlebte die Krise, weil es sein Geld abwerten konnte und weil es über die fruchtbarste Ebene der Welt verfügt.
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Der neue Tanker Krieg – Trump verhätschelt die US-Schieferölindustrie

Die Lage im Golf von Oman spitzt sich zu. Nach den Angriffen auf zwei Tanker sagte Khamenei, dass er sich nie wieder an den Verhandlungstisch mit den USA setzen wird.Der Iran wird also sein Atomprogramm fortsetzen bis zu dem Punkt, den die israelischen Strategen als unakzeptabel deuten und iranische Ziele angreifen lassen werden. Bis zu dieser Zeit droht eher wie vor 30 Jahren ein neuer Tanker Krieg, vor dem Gefira schon im Herbst 2018 warnte.Unsere Prognosen waren richtig.

Die Angriffe konnten tatsächlich von Iranern durchgeführt werden, gut möglich ist es auch, dass sie eine Provokation der Amerikaner waren. Zu solcher Hypothese berechtigt die Analyse der Geschichte des Konflikts zwischen dem Großen Satan und dem Iran. Im August 1953 stürzten MI6 und CIA den demokratisch gewählten Premierminister Mohammed Mossadeq dafür, dass er die britische Anglo-Iranian Oil Company (die heutige BP) verstaatlichen wollte. Der Konzern verdiente Riesensummen, von denen Iran kaum etwas erhielt. Der anstelle von Mossadeq von der CIA installierte Schah Reza Pahlavi garantierte den USA, dass der Iran nicht auf die Seit der Sowjetunion rübergeht. Er gründete mit Hilfe der Amerikanernden Geheimdienst SAVAK, der die Bevölkerung unterdrückte, folterte und zahlreiche Morde verübte.Den Amerikanern störte das damals jahrzehntelange nicht; heutzutage empören sie sich jedoch über die Verletzung der Menschenrechte im Iran – in der Tat über die Verletzung ihrer Interessen in der Region.
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Gefira-Bulletin #35

Der Nahe Osten – ein großes Stück Kuchen zum Verteilen. Es streckt sich von der Türkei bis nach Afghanistan und von Ägypten bis in den Oman hin. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde es aus dem einst großen Osmanischen Reich herausgerissen und von den siegreichen Franzosen und Briten willkürlich zerschnitten, die später damit beschäftigt waren, "Nationen" zu schaffen, indem sie – manchmal – gerade Grenzen auf der Landkarte zogen und einen jüdischen Staat gründeten, der früher, seit gut ungefähr zwei Jahrtausenden in der Region abwesend war. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Nahe Osten zum Spielplatz der Stellvertreterkriege, die anfänglich von den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion geführt wurden, und nach 1991 zwischen den Vereinigten Staaten und Russland ausgetragen wurden. Nun versucht mal auch China dabei mal eine bescheidene Rolle zu spielen. In den letzten 20 Jahren hat sich die Bevölkerungszahl der genannten Staaten verdreifacht oder sogar verzehnfacht. Durch die Feindseligkeiten wurden ja hunderttausende Menschen vertrieben, vor allem Palästinenser, vor kurzem Syrer, von denen ein Teil nach Europa ausgewandert ist.

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Die Spannungen zwischen den USA und der Mehrheit der arabischen Welt überschneiden sich mit denen zwischen Saudi-Arabien (einem amerikanischen Verbündeten) und dem (antiamerikanischen) Iran – die beiden Staaten streben eine Führerposition in der Region an. Russland setze sich in der Region seit fast zwei Jahrzehnten kaum ein, doch durch seine erfolgreiche Intervention in Syrien holte es alles nach. Infolgedessen gewann Moskau Ansehen in den islamischen Ländern - sogar die Türkei – ein NATO-Mitglied – erwägt es nun, sich die Waffen bei Russen einzukaufen. Israel, ein Land mit tiefen Wurzeln, hat einen lang anhaltenden Krieg gegen seine näheren und weiteren Nachbarn erfolgreich geführt. Währenddessen besiedelte es Westjordanland, vervielfältigte seine Bevölkerungszahl und genoss eine unerschütterliche Freundschaft mit Washington. Daher ist ein baldiger militärischer Konflikt zwischen Riad und Teheran in Sicht.

Gefira-Bulletin #34

Der Nahe Osten – ein großes Stück Kuchen zum Verteilen. Es streckt sich von der Türkei bis nach Afghanistan und von Ägypten bis in den Oman hin. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde es aus dem einst großen Osmanischen Reich herausgerissen und von den siegreichen Franzosen und Briten willkürlich zerschnitten, die später damit beschäftigt waren, "Nationen" zu schaffen, indem sie – manchmal – gerade Grenzen auf der Landkarte zogen und einen jüdischen Staat gründeten, der früher, seit gut ungefähr zwei Jahrtausenden in der Region abwesend war. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Nahe Osten zum Spielplatz der Stellvertreterkriege, die anfänglich von den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion geführt wurden, und nach 1991 zwischen den Vereinigten Staaten und Russland ausgetragen wurden. Nun versucht mal auch China dabei mal eine bescheidene Rolle zu spielen. In den letzten 20 Jahren hat sich die Bevölkerungszahl der genannten Staaten verdreifacht oder sogar verzehnfacht. Durch die Feindseligkeiten wurden ja hunderttausende Menschen vertrieben, vor allem Palästinenser, vor kurzem Syrer, von denen ein Teil nach Europa ausgewandert ist.

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Die Spannungen zwischen den USA und der Mehrheit der arabischen Welt überschneiden sich mit denen zwischen Saudi-Arabien (einem amerikanischen Verbündeten) und dem (antiamerikanischen) Iran – die beiden Staaten streben eine Führerposition in der Region an. Russland setze sich in der Region seit fast zwei Jahrzehnten kaum ein, doch durch seine erfolgreiche Intervention in Syrien holte es alles nach. Infolgedessen gewann Moskau Ansehen in den islamischen Ländern - sogar die Türkei – ein NATO-Mitglied – erwägt es nun, sich die Waffen bei Russen einzukaufen. Israel, ein Land mit tiefen Wurzeln, hat einen lang anhaltenden Krieg gegen seine näheren und weiteren Nachbarn erfolgreich geführt. Währenddessen besiedelte es Westjordanland, vervielfältigte seine Bevölkerungszahl und genoss eine unerschütterliche Freundschaft mit Washington. Daher ist ein baldiger militärischer Konflikt zwischen Riad und Teheran in Sicht.
 
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