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Das Ende der großen Industriemacht: die Autoproduktion Frankreichs wurde von fast 4 auf 2Mio. halbiert

Für viele ist der Automobilsektor der Bestimmungsfaktor für die Wirtschaftskraft eines Landes. Wenn man keine Automarken herstellt, die weltweit bekannt sind, hat die Bedeutung keinen Wert. Frankreich, einst Weltmarktführer bei der Herstellung von Fahrzeugen, wurde bald von der Elite ausgestoßen, da sich seine Beteiligung beim globalen Automobilmarkt stark reduziert hat. Das ist eines vieler Anzeichen, wie schwach die französische Wirtschaft geworden ist, seitdem der Euro angenommen wurde. Eine sterbende Industrie kann entfacht werden, so dass das ganze Land in Flammen steht; oder die EU.

Die Industrie ist eine der Wirtschaftssäulen und inzwischen ist es offensichtlich, dass man ohne ihnen kein nationales Wohlergehen schaffen kann. In der Industrie entstehen Neuerungen und der richtige Wachstum wird erreicht; der Wachstum basiert auf wahrem Wohlstand, nicht auf Finanzoperationen. Es hat sich ebenfalls herausgestellt, dass der richtige Herstellungssektor die Wirtschaft daran hindert noch mehr zu stagnieren, was bereits in Frankreich der Fall war.

Die französische Industrie schließt Verträge seit der Einführung des Euro. Sie war nicht imstande wieder vollständig in Betrieb zu kommen, sowohl nach der Krise von 2001 als auch der von 2008, wofür der Euro die Ursache ist, eine Hartwährung, die stärker ist, als es der französische Franc sein könnte und das ist eine Last für die Wirtschaft Frankreichs geworden. Der freie Wechselkurs ist wie ein Indikator für die wirtschaftliche Stärke und wie ein automatischer Stabilisator. Mithilfe einer schwächeren Währung kann die Konkurrenzfähigkeit während einer Krise wiedererlangt werden, während eine stärkere Währung den Konsum ausländischer Waren fördert.

China wurde der künstlichen Wertminderung seiner eigenen Währung zum Abfangen von Exportartikeln beschuldigt, während die Police der EZB (Europäische Zentralbank) eine gegensätzliche Wirkung auf die Wirtschaft Frankreichs und einige südeuropäische Länder hatte: der Euro ist inzwischen zu stark; indessen ist er für die deutsche Wirtschaft zu schwach geworden. Deshalb hat die gemeinsame Währung den Konsum und Import in weniger produktiven Ländern erhöht und sowohl die Konkurrenzfähigkeit als auch den Export Deutschlands verbessert. Wegen des Euros konnte Frankreich die internationale Konkurrenzfähigkeit beim Weltmarkt nach der Krise von 2001 nicht wiedererlangen, daher verringert sich seitdem immer mehr die Funktion der Industrie.

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Was wir sagen ist, dass nicht das Abschwächen der Währung die Lösung zur Erhöhung des niemals endenden Wachstums ist. Der freie Wechselkurs ist ein hervorragendes Werkzeug für schlechte Zeiten, was vortrefflich bekannt ist für Polen, wo es, u.a. aufgrund der vorläufig schwächeren Nationalwährung, keine Rezession gab. Frankreich und südeuropäische Länder haben gerade dieses Werkzeug der EZB überantwortet und sie waren nicht in der Lage sich schnell wiederherzustellen. Genau wie Deutschland in seinem Fall bei der Unterschätzung des Euro.

Lesen sie mehr: Kein Wachstum ohne Industrie: nach Annahme des Euros hat die Produktion Südeuropas angefangen zurückzugehen

Gemäß dem Eurostat1)EU Industry accounts for just over 19% of total gross value added and 15% of employment, Source: Eurostat 2016-10-27 macht heute die Industrie (außer der Konstruktion) 14,1% des gesamten beigefügten französischen Bruttowertes aus, während es 1995 19,2% waren. Der Durchschnitt der EU beträgt weiterin 19,3%, aber Deutschland 25,9%. Außerdem liegt der Anteil der Industrie bei der gesamten Erwerbstätigkeit in Frankreich nur bei 11,9%, also auch unter dem EU Durchschnitt (15,4%) und der Ebene Deutschlands (18,8%).

Einer der Abdrücke bei der immer schlechter funktionierenden Herstellung in Frankreich, die von den Regeln der EZB beherrscht wird, ist der Zerfall der Automobilbranche. Gemäß der Angaben der OICA Organisation hat sich die Autoproduktion auf der Welt in den Jahren von 1997–2015 fast verdoppelt und zwar von 53 auf 90Mio. Fahrzeuge jährlich. Zur selben Zeit hat Deutschland seine Autoproduktion um 20%, von 5 auf 6Mio. vergrößert. Was ist in Frankreich passiert, das einst stolzer Produzent herrlicher, moderner Fahrzeuge war?

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Unüberraschend hat sich die Autoproduktion beinahe um die Hälfte, von fast 4Mio. auf weniger als 2Mio. reduziert. Und wieder sind der Wachstum und der Zusammenbruch direkt nach der Euroannahme passiert. Natürlich hat Frankreich eine sehr offensichtliche Sozialpolitik verfolgt und sein Wirtschaftsraum wird durch die übermäßigen Gesetzvorschriften stark eingeschränkt. Jedoch sind Gewerkschaften in Deutschland ebenfalls sehr stark und noch ist der Produktionssektor nicht zerfallen.

Eine Industrie, die aufhört zu funktionieren, ist ein großes Problem, nicht nur für die französische Wirtschaft, aber auch für seine Gesellschaft. Die starke revolutionäre Stimmung kann jede Menge Aufruhr und Unruhe verursachen, auch mit Hinsicht auf den Rassismus. In Frankreich befindet sich eine der größten muslimischen Einwandererbevölkerungen aus Afrika, die weiterhin immer größer wird. Ohne Arbeit in der Industrie, wird Frankreich den Leuten keine Perspektive bieten können. Je länger der industrielle Stillstand andauert, umso größer sind die Chancen, dass Frankreich an einem dieser Tage die gemeinsame Währungsunion zerstören wird.

References   [ + ]

1. EU Industry accounts for just over 19% of total gross value added and 15% of employment, Source: Eurostat 2016-10-27

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