Der europäische Blickwinkel. Auf dem Weg in die Welt von Morgen.




Sie werden Polen helfen, sich selbst zu enteignen

Polen wird angegriffen. Fast alle der einhundert US-Senatoren haben einen Brief an Außenminister Michael Pompeo unterschrieben, in dem sie ihn auffordern, die US-Regierung zu veranlassen, “Polen zu helfen, dieses Problem so schnell wie möglich zu lösen”. Welches Problem? Wie wollen die USA Polen helfen? Wollen die Senatoren einen verspäteten Marshall-Plan einführen, dessen Nutzen Westeuropa nach dem Zweiten Weltkrieg genossen hat? Wollen sie die polnische Wirtschaft stärken als eine Art Entschädigung für das Jalta-Abkommen von 1945, kraft dessen Polen an die sowjetische Interessenssphäre verkauft wurde? Oder wollen die Senatoren Militärhilfe gegen Russland leisten, indem sie den polnischen Haushalt mit Geldern ausstatten werden, die es ermöglichen, moderne Ausrüstung zu kaufen und damit polnische Armee zu stärken? Oder fordern sie den Außenminister auf, die polnischen Staatsbürger – Vertreter einer alliierten Nation – von der Verpflichtung zu befreien, ein Visum beantragen zu müssen, wenn sie in die Vereinigten Staaten reisen wollen?

Keines davon. Der an Michael Pompeo gerichtete Brief solle, “ihn dazu ermutigen, reichende Initiativen zu ergreifen”, um … Polen eine riesige Menge am Eigentum zu entziehen und es an Juden zu übergeben – Sie haben es richtig erraten: an Holocaust-Überlebende – und jüdische Organisationen. Welches Eigentum? Alles, was den Juden vor 1945 und auch danach gehörte, den Juden, die damals polnische Staatsbürger waren. Alles, unabhängig davon, ob es Erben dieses Eigentums gibt oder nicht. Die polnischen Gerichte erkennen die gut belegten Ansprüche an, die von rechtmäßigen Erben eingereicht wurden, aber das ist nicht das, was auf der Seite S.447 des Gesetzes „Justice for Uncompensated Survivors Today Act“ (JUST) von 2017 steht. Da steht, dass „im Fall vom erblosen Vermögen der Anspruch auf Eigentum oder Entschädigung dennoch verlangt werden sollte,” um den bedürftigen Holocaust-Überlebenden, den Holocaust-Bildungsmaßnahmen und zu anderen Zwecken zu verhelfen “. Das Dokument sieht auch vor, dass auch “ein zu Unrecht beschlagnahmtes oder übertragenes” Eigentum an einzelne Juden oder jüdische Organisationen zurückgegeben werden solle, wobei der Begriff „zu Unrecht beschlagnahmtes oder übertragenes Eigentum Beschlagnahmungen, Enteignungen, Verstaatlichungen, Zwangsverkäufe oder Übertragungen sowie Verkäufe oder Übertragungen unter Zwang auch während der Holocaust oder der Zeit der kommunistischen Herrschaft umfasst.”

Es gibt zwei Dinge, die da direkt auffallen. Erstens, Ausgangspunkt für das Gesetz ist der Volksstamm oder die Rasse. Es sind Juden als Volksstamm, die entschädigt werden müssen. Es spielt keine Rolle, ob ihr Vermögen nachgewiesene Erben hat oder nicht, und es spielt auch keine Rolle, dass zu der Zeit, als Juden Eigentümer waren, sie alle polnische Staatsbürger waren. Zweitens, bezieht sich das „zu Unrecht beschlagnahmte oder übertragene Eigentum“ während der „Zeit der kommunistischen Herrschaft“ auf die Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg, als Polen von einer kommunistischen Partei regiert wurde, die „Konfiszierungen, Enteignungen, Verstaatlichungen, Zwangsverkäufe usw.“ durchführte. Die Akten der Übernahme aller Art von Produktionsmitteln und anderem Eigentum wurden größtenteils von polnischen Juden durchgeführt, die damals die Mehrheit oder fast die Mehrheit der Entscheidungsträger in der polnischen Regierung, in der kommunistischen Partei und Justiz ausmachten. Was für eine Chuzpe!

Der geschätzte Wert, den Polen leisten müsste, liegt bei unvorstellbaren zwei oder drei Milliarden Dollar. Was wird mit dem Land passieren, wenn es sich dagegen weigert? Wenn Polen den Wucherpreis nicht bezahlt, wird es „im internationalen Forum öffentlich angegriffen und gedemütigt“, sagte der Generalsekretär des Jüdischen Weltkongresses, Israel Singer, bereits 2008. Alle Länder mussten gegenüber jüdischen Forderungen nachgeben. Polen steht als nächstes auf der Abschussliste. Polens Regierung gibt schon jetzt nach, indem sie die Vereinigten Staaten bittet, auf seinem Hoheitsgebiet amerikanische Truppen stationieren zu lassen, und sich selbst auf diese Weise vom Westen abhängig macht. Ein solcher Erstattungsbetrag wird natürlich nicht innerhalb von Tagen ausgezahlt. Wahrscheinlich werden Eigentum wie staatseigene Wälder und Anteile an staatlichen Großunternehmen Juden und jüdischen Organisationen ganz oder teilweise angeboten. Mit solch einem neuen Besitz würden die Juden unbestreitbar zur einer in Polen herrschenden Klasse mit einheimischen Polen als Bürgern zweiter Kategorie in ihrem eigenen Land aufsteigen. Ein Palästina in Osteuropa entsteht.

Erwägen Sie kurz einmal, ob jüdische Stammesansprüche auf das verlorene Eigentum legitim sind. Wenn ja, dann sollten sie logischerweise – es sei denn, die Juden genießen einen Ausnahmestatus einer gewählten Nation, der den vom Westen erklärten Werten zuwiderläuft – erfüllt werden, wie auch alle ähnlichen Ansprüche: diejenigen der Polen, die gezwungen wurden die heutige Westukraine und Westweißrussland zu verlassen; diejenigen von Deutschen, die aus den Gebieten im heutigen Polen und Tschechien vertrieben wurden. Warum sollte man denn eigentlich solche Ansprüche nur auf den Zweiten Weltkrieg und einige Jahre danach beschränken? Alle Nationen in ganz Europa, nein – auf der ganzen Welt, sollten vielleicht anfangen, eine Entschädigung für ihr verlorenes Eigentum ohne Erben zu verlangen, individuell und kollektiv. Wurden die Palästinenser etwa nicht systematisch aus ihrem Land vertrieben und von ihrem Eigentum enterbt? Können wir uns vorstellen, welche Konflikte, Gegensätze und Hass mit solchen Behauptungen ausgelöst werden können?

Es wird behauptet – und Juden gehören zu den leidenschaftlichsten Befürwortern dieser Idee – dass es nicht etwa Nationen sind, die wichtig sind, sondern irgendwelche politischen Einheiten wie Staaten, und dass jeder ein deutscher, französischer, britischer oder italienischer Staatsbürger werden kann, selbst wenn seine Rasse, sein Glaubensbekenntnis, seine Sprache, oder seine ethnische Zugehörigkeit völlig anders als die des Gastlandes ist. Es wird heutzutage behauptet – und Juden sind erneut Verfechter dieser Behauptung – dass Ausländer aus jedem Winkel der Welt sich in Aufnahmegesellschaften integrieren und auf ihre Identität gegenüber dem Herkunftsland oder der Herkunftsnation verzichten können/sollen und es tun werden. Wie kommt es dann, dass diejenigen, die solche Ideen verbreiten, plötzlich einige ihrer Stammesinstinkte demonstrieren? Ist das nicht ein genügender Beweis dafür, dass das, womit sie überzeugen wollen, keineswegs das ist, was sie selbst glauben? Sollte das algerische, marokkanische, türkische, jamaikanische und somalische Eigentum ohne Erben von der französischen, niederländischen, deutschen, britischen und schwedischen Regierung durch Regierungen Algeriens, Marokkos, der Türkei, Jamaikas und Somalias beansprucht werden? Eigentum ohne Erben gehört per Gesetz dem Staat oder aber geraten wir in eine Welt, die von endlosen nationalen, ethnischen, religiösen und rassistischen Konflikten zerrissen wird. Oder sollen wir etwa glauben, dass diese rassistische Haltung nur jenen vorbehalten ist, die einst das alte Ägypten verwüstet und diese Verwüstung als etwas Bewundernswertes in ihren Heiligen Büchern beschrieben haben?


___________________
Quellen:
– Compensation for Damages Suffered Under Nazi and Soviet Occupations, pogonowski.com.
– S.447 – Justice for Uncompensated Survivors Today (JUST) Act of 2017, Congress.gov.

Empfohlene Lektüren:
– Letter to Secretary Pompeo Poland Restitution Final Signed, pdf.
– Political considerations of H.R. 1226 and S. 447 with respect to Poland submitted by the Polish American constituency, Poland – Current Events.

Empfohlene Audios:
– Stop Act S. 447, Facebook or YouTube.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

zwei × 1 =


Gefira bietet eingehende und umfassende Analysen und wertvollen Einblick in die neuesten Geschehnisse, mit denen die Anleger, Finanzplaner und Politiker vertraut sein müssen, um sich für die Welt von morgen vorzubereiten. Die Texte sind sowohl für Fachleute als auch für nicht berufsorientierte Leser bestimmt.

Jahresabo: 10 Nummer für 225€
Erneuerung: 160€

Das Gefira-Bulletin ist auf ENGLISH, DEUTSCH und SPANISCH erhältlich.

 
Menu
More