Der europäische Blickwinkel. Auf dem Weg in die Welt von Morgen.




Der Untergang einer Tradition: Schwarzer Pete – Zwarte Piet

Als ich ein kleiner Junge war, war Sinterklaasfest am 5. Dezember, dem Vorabend seines Geburtstags, für mich der aufregendste Tag des Jahres. Gute Kinder bekamen Geschenke von Sinterklaas, schlechte Kinder konnten von Zwarte Piet bestraft werden, indem sie Schläge mit der Rute bekamen. Bei schwerwiegendem Fehlverhalten hätten sie sogar in seiner Tasche nach Spanien transportiert werden können. Vor Kurzem entschuldigte sich Sinterklaas dafür im nationalen Fernsehen. Hoffentlich wird der zukünftige Heilige von 2030 (Bild unten) sündigen Kindern ebenso verzeihen können.

Wir ließen unseren Schuh wochenlang am Herd liegen und jeden Morgen schlich ich mich hinab, um zu sehen, ob Pete vorbeigekommen war. Er sollte angeblich durch den Schornstein hinunterkommen, um einige Süßigkeiten in den Schuh zu stecken. Manchmal legte ich eine Karotte in den Schuh für das Pferd des Weihnachtsmannes.

In dieser Nacht saß ich mit meinen Eltern im Zimmer und wartete auf Sinterklaas. Die Spannung war unerträglich. In dem Moment, als ich ein Klopfen am Fenster hörte, kroch ich erschrocken in die Ecke des Sofas hinein. Die Spannung war noch nicht vorbei. Sinterklaas und Piet ließen uns mindestens noch weitere 10 Minuten warten. Irgendwann kamen sie herein und mit Ehrfurcht schaute ich auf den heiligen Nikolaus und mit gehörigen Respekt hielt ich mich von Zwarte Piet fern. Am Ende stellte sich meist heraus, dass meine Sünden nicht so schlimm waren, also begann Piet Süßigkeiten und schließlich ein Geschenk im Namen des Heiligen Nikolaus zu verteilen. Der Heilige erschien in der Regel als alter, würdevoller Herr, der geistig nicht mehr ganz da war, während Piet als seine rechte Hand agierte, die dem etwas stumpfsinnigen Heiligen Hilfe leistete. Der Heilige schien es nicht alleine schaffen zu können und verließ sich dankbar auf seinen Helfer.

Seien wir ehrlich. Schwarzer Peter musste schließlich die ganze logistische Arbeit erledigen. Es ist klar, dass wir ohne ihn unsere Süßigkeiten und Geschenke hätten vergessen können. Am Ende empfanden wir nichts Anderes als Ehrfurcht und Respekt vor Zwarte Piet.
Nun, da ich viel älter bin, scheint dieses Bild falsch zu sein, wenn wir den farbigen nichteuropäischen Einwanderern glauben wollen. Für unsere Gäste ist Zwarte Piet ein Ausdruck von Rassismus. Weder ich noch meine Eltern hatten in meiner Kindheit eine Ahnung davon. Es ist daher nicht verwunderlich, dass wir dies jetzt als beleidigend empfinden und es seltsam finden, uns in unser eigenes Land integrieren zu müssen.

Dass sich Traditionen langsam ändern, gilt für alle Zeiten und Orte, und die Tatsache an sich ist auch kein Problem. Es ist die Art und Weise, wie es geschieht, die schlecht ist. Es ist auch seltsam, dass die farbigen Einwanderer nicht mit einem Mitglied des bestens funktionierenden Geschenkeverteilungsnetzes in Verbindung gebracht werden wollen. Noch erstaunlicher ist die Kritik, wenn man bedenkt, dass Zwarte Piet seit Jahrzehnten kleine weiße Kinder schlagen darf, ohne im Gefängnis zu landen!

Die Parallelen zwischen Sinterklaas und seinem Piet und der zeitgenössischen Gesellschaft sind deutlich genug. Die ursprüngliche Bevölkerung altert schnell und kann mit dem älteren, etwas vertrottelten, großzügigen Nikolaus verglichen werden. Die jungen Einwanderer sind der Legende nach mit dem maurischen Schwarzen Peter vergleichbar. Die Mauren waren ein nordafrikanischer Berberstamm und somit Muslime.

Der Vergleich wird noch deutlicher, wenn man bedenkt, dass unsere westlichen Gesellschaften seit Jahren den Weihnachtsmann für ihre Bürger und Einwanderer spielen. Raten Sie mal, wer die im Internet bestellten Geschenke, entweder für sich selbst oder für andere, liefert. Das sind vor allem die farbigen muslimischen Einwanderer in ihren Lieferwagen. Auf jeden Fall passt das alles gut in die Vision unserer politischen Elite, wie sich unsere Gesellschaft entwickeln soll.

All diese Diskussionen in den letzten Jahren haben de facto die Sinterklaas-Tradition zunichte gemacht. Die meisten Einzelhändler überspringen bereits die ganze Feier zugunsten von Weihnachten.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

siebzehn − 1 =


Gefira bietet eingehende und umfassende Analysen und wertvollen Einblick in die neuesten Geschehnisse, mit denen die Anleger, Finanzplaner und Politiker vertraut sein müssen, um sich für die Welt von morgen vorzubereiten. Die Texte sind sowohl für Fachleute als auch für nicht berufsorientierte Leser bestimmt.

Jahresabo: 10 Nummer für 225€
Erneuerung: 160€

Das Gefira-Bulletin ist auf ENGLISH, DEUTSCH und SPANISCH erhältlich.

 
Menu
More