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Gold gehört nicht Italienern

Heutzutage ist es so, dass die Zentralbanken die Wirtschaften lenken, nicht die Regierungen. Eine Zentralbank sollte ja im Namen und zugute des Volkes handeln, doch die Politik aller Zentralbanken beginnend von ihrem Verzicht auf die Goldparität führt nur dazu, dass unsere Währungen immer wertloser werden, da die Kaufkraft sinkt. Das sieht man z.B. in den USA, wo die Verbraucher jetzt für den besonders schwachen Dollar immer weniger kaufen können.

Die Währungen sind bloß ein Stück Papier, an das wir vertrauen sollen. Wir sollen an die Scheine der Zentralbanken vertrauen, aber es ist alles nur Schein. Der berühmte Satz von Jaques Delors: “Nicht alle Deutschen glauben an Gott, aber alle glauben an die Bundesbank” mag seit der Einführung des Teuros nicht gelten, denn der Teuro ist keine D-Mark und der heutige Dollar hat nicht dieselbe Kaufkraft wie etwa in den 1960-er.

Das Vertrauen an die Zentralbankiers sinkt. Auch die Politiker kooperieren nicht so gerne mit ihnen. Bekannt ist die Auseinandersetzung Trumps mit Powell. Weniger bekannt ist die Tatsache, dass der jetzige Chef der Zentralbank Polens gegen den Strich der Regierungspolitik vorgeht. Und am Beispiel Italiens kann man sehen, dass da, wo die EZB zu reden hat, keine Entscheidungsfreiheit und kein Vertrauen an diese Zentralbank möglich ist.

Ende November meldete Senator Lucio Malan von der Partei Fratelli d’Italia (Brüder Italiens), der Partei von Premierminister Georgia Meloni, eine Änderung zum Haushaltsentwurf. Es sollte da hinzugefügt werden, dass die Goldreserven der Banca Italia der Nation gehören. Die vorgeschlagene Änderung zielte darauf ab, endgültig festzustellen, dass Gold ein nationaler Vermögenswert ist, der im Vertrauen an die Zentralbank zum Wohle des Landes da gehalten wird. Getroffene Hunde in der EZB begannen sofort zu bellen und… statt des Eintrags über das “Eigentum der Nation” gab es im Gesetz nur eine Bestätigung, dass Gold in der Bilanz der italienischen Bank verbleibt, die es im Rahmen des Eurosystems verwaltet.

Das war kein unbedeutendes Ereignis, denn die Goldreserven Italiens sind die viertgrößten in der Welt und stellen 14% des BIPs dar. Zum Vergleich im Falle Deutschlands sind es 10%, der USA 4%. Wir sprechen von 2451 Tonnen Gold, auf die die schwere Hand der Bankiers aus dem Turm in Frankfurt am Main gelegt wurde. Käme es zu einer Krise, würden die Goldreserven „im Rahmen des Eurosystems verwaltet“. Ein weiteres Argument, um euroskeptisch zu sein.

 

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