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Libération und der neue EU-Skandal

Laurent Joffrin, der Hauptredakteur der französischen „Libération“, die für ihre linke Ansichten bekannt ist, was bisher der Ajatollah der EU, der in seinen Publikationen die EU in den Himmel hob. Auf einmal, gerade zurzeit, als Merkels Ära (zum Glück) zu Ende geht und die SPD an die Macht kommt (Gott erbarme dich unser!), publiziert er Sensationen, die für Erdbeben in Brüssel und vor allem in Luxemburg, das von Journalisten weniger beobachtet wird, sorgen. In seinen neuesten Artikeln beschreibt er, wie verdorben und korrupt die EU-Politiker sind. Enthüllt wurden u.a. Missbrauch bei Spesenrechnungen, Wohnbeihilfen oder bei privater Verwendung von Dienstautos an der Spitze des Europäischen Rechnungshofes (EuRH). Es stellte sich heraus, dass rund um den EuRH ein Staat im Staat entstand, ein Netzwerk aus Beamten und Lobbisten vor allem aus der Europäischen Volkspartei (EVP), die aus den öffentlichen Geldern ihr eigenes Paradies aufbauten. Die Gelder gingen u.a. für Jagd und Partys in luxuriösen Schlössern, wo im Champagnerblasen-Ambiente weitere Machenschaften besprochen wurden. Nummer eins der Clique war ein Rechnungshofmitglied aus Belgien, Karel Pinxten. Der wurde im Herbst vom EuGH verurteilt, weil er 500.000 Euro unrechtmäßig verwendet hatte. Der arme Pinxten – die Kollegen haben ihm dafür das Gehalt um zwei Drittel gekürzt.

Die weiteren Details finden Sie mühelos im Internet. Die brauchen wir hier nicht zu wiederholen. Sie wissen es selbst, wie weit die EU-Eliten wirklichkeitsfremd, heuchlerisch, korrupt und nepotistisch sind. Libération lieferte nur weitere Beweise dafür. Der Vergleich: die EU ist wie die Byzanz, kommt von selbst. Der Unterschied ist: Die Sarazenen sind nicht ante portas, sondern in Millionen tief eingedrungen.

Interessant ist es dabei, dass Donald Tusk, der Präsident der EVP, dazu schweigt. Tusk, der sich neulich, nach der Beendigung seiner durch Merkel ermöglichten Karriere als Präsident des EU-Parlaments (Es war eine Entlohnung für die Zulassung des Baus des Nordstreams als polnischer Ministerpräsident) versucht sich wieder erfolglos auf der politischen Szene in Polen wiederzufinden. Er kritisiert da die regierende Partei Recht und Gerechtigkeit, die in Konflikt mit dem EU-Gerichtshof geraten ist. Na ja, manche Richter, wie der Vorsitzende Koen Lenaerts, haben bei Pinxtens Partys und in seinem Netzwerk mitgemacht, Herr Tusk. Dass Sie zu den unangenehmen Fakten über ihre Kollegen schweigen, verstehen wir: Omertà.

Schweigepflicht galt auch bisher in den westlichen „qualitativen“ Medien. Wer wagte, die EU zu kritisieren, wurde sofort als Russenfreund bezeichnet und mit Dreck beworfen. Zeiten ändern sich? Erlebte Monsieur Joffrin eine innerliche Umwandlung und durchschaute, wie böse der Kolchos, genannt die EU, ist? Von wegen. Wir wetten, dass er weiter auf Bestellung schreibt. Die EVP musste Probleme kriegen, da jetzt Herr Scholz an der Spitze des Bundesreiches der links-grünen Ideen steht und die Sozialisten und Sozialdemokraten Blut der EVP endlich sehen wollten. Sie verstehen Genossen, manchmal muss es eine Säuberung geben.

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