Historische und politische Überlegungen

Die Sowjetunion bestand aus Republiken, und auch Jugoslawien setzte sich aus Republiken zusammen. In jeder Sowjetrepublik gab es ethnische Minderheiten, ebenso in jeder jugoslawischen Republik. Es wird behauptet, dass die Russen aufgrund ihrer zahlenmäßiger Überlegenheit die Sowjetunion kulturell, wirtschaftlich und politisch dominierten; ebenso wird behauptet, dass die Serben einen kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Vorsprung hatten. Die beiden größten Sowjetrepubliken – Russland und die Ukraine – scheinen einander besonders feindlich gesinnt zu sein; dasselbe gilt für die beiden größten jugoslawischen Republiken, Serbien und Kroatien. Russen und Ukrainer teilen den gleichen christlich-orthodoxen Glauben, während die Kroaten katholisch und die Serben orthodox sind. Dennoch gibt es auch hier eine gewisse Ähnlichkeit: Obwohl die Ukrainer orthodoxe Christen sind, bezeichnen sie sich im Vergleich zu den Russen als Westler. In beiden Fällen – sowohl zwischen Russland und der Ukraine als auch zwischen Serbien und Kroatien – gibt es ethnisch gemischte Bevölkerungen und vor allem ethnisch gemischte Ehen.

Der Zerfall der Sowjetunion und Jugoslawiens verlief mehr oder weniger friedlich. Die wirklichen Probleme begannen am nächsten Tag. In beiden Fällen taten die westlichen Mächte ihr Bestes, um die Konflikte auszunutzen und eine weitere Schwächung Russlands bzw. Serbiens herbeizuführen. Die Tschetschenen in Russland und die Albaner in Serbien sind parallele Beispiele. Während es Russland schließlich gelang, den tschetschenischen Aufstand zu unterdrücken, gelang dies Serbien nicht: Die westliche Einmischung setzte sich durch. In beiden Fällen stellen die westlichen Medien Russland und Serbien weiterhin als die einzigen Schuldigen an den sich entwickelnden Konflikten dar. Russische und serbische Führer werden als Diktatoren beschimpft, wobei Diktatoren zu den höflichsten Begriffen gehören. Ukrainer und Kroaten, vor allem aber Tschetschenen und Albaner (Kosovaren) werden stets als unschuldige Opfer der grausamen und furchtbaren Verfolgungen bezeichnet, denen sie durch die Russen bzw. Serben ausgesetzt sind. In jedem Fall zwingen diese furchtbaren Gräueltaten den kollektiven Post-Westen, militärisch einzugreifen, um eine humanitäre Katastrophe oder etwas Ähnliches zu verhindern. Andernfalls droht uns ein weiteres Auschwitz und der ganze Rest, wie häufig behauptet wird. Die entsetzlichen Gräueltaten, die angeblich von Russen oder Serben (und niemals von Tschetschenen, Ukrainern, Kroaten oder Albanern/Kosovaren) begangen werden, machen aus den eingeschworenen Pazifisten des Westens kriegslüsterne Falken.

Die Sanktionen, die einst gegen Serbien und seit einiger Zeit auch gegen Russland verhängt wurden, sind so zahlreich und vielfältig und wiederholen sich so oft, dass man sie nicht mehr zählen kann und dass sie wirklich niemanden mehr beeindrucken (ganz zu schweigen davon, dass trotz all des Säbelrasselns des kollektiven Westens immer noch russisches Gas nach Westeuropa gepumpt wird, und zwar nicht kostenlos). Diese Sanktionserklärungen sind so etwas wie die wiederholten Warnungsrufe: Wölfe! Wölfe! in der bekannten Fabel von Äsop.

In beiden geografischen Regionen können wir selbsthassende Russen und selbsthassende Serben sehen, die sich alles gefallen lassen, um ihren westlichen Aufsehern zu gefallen. In beiden Fällen werden uns Bilder von fliehenden Menschen, vor allem Frauen und – ja! ja! – Kinder, unter der Nase gehalten, um an unseren Herzen zu zerren. Emotionen werden geschürt, an die Vernunft wird nicht appelliert. Ähnliche Ereignisse werden ganz anders bewertet. Der Angriff der Vereinigten Staaten auf Serbien wird gutgeheißen, der Angriff Russlands auf die Ukraine nicht; die Anerkennung eines unabhängigen Kosovo wird gutgeheißen, die Anerkennung unabhängiger Donbass-Republiken nicht. Der russische oder serbische Nationalismus (das Wort Patriotismus wird nie verwendet) wird verurteilt, während der kroatische und ukrainische und insbesondere der tschetschenische und albanische Nationalismus befürwortet wird. Weiterlesen

Wo liegt der Unterschied?

Der Kosovo war ein Teil Serbiens. Es wurde (und wird) überwiegend von Albanern bewohnt. (Aus politischen Gründen werden sie häufig als Kosovaren bezeichnet.) Die Vereinten Nationen stellten einst den Grundsatz auf, dass es den Völkern gestattet sein sollte, ihr eigenes Schicksal zu bestimmen, d. h. ob sie einen unabhängigen Staat haben oder sich einem Staat ihrer Wahl anschließen wollen. Dieser Grundsatz führte zum politischen Handeln der Kosovo-Albaner, die sich gegen Serbien auflehnten; derselbe Grundsatz diente den Vereinigten Staaten als Vorwand, um Serbien 78 Tage lang zu bombardieren, weil die Serben angeblich die Albaner diskriminiert hätten und eine Lektion verdient hätten. Nachdem Serbien schließlich den amerikanischen (und albanischen) Forderungen nachgegeben hatte, d. h. seine Kontrolle über die Provinz aufgab, wurde der Kosovo zu gegebener Zeit von einer großen Zahl von Ländern, vor allem von denen unter amerikanischer Vorherrschaft, als unabhängiger Staat anerkannt.

Der Donbass (die Republiken Luhansk und Donezk) war ein Teil der Ukraine. Er wurde (und wird) überwiegend von Russen bewohnt. (Aus politischen Gründen werden sie häufig als Rebellen bezeichnet.) Seit Kiew damit begonnen hat, alles zu verdrängen, was einen Beigeschmack von russischer Kultur hat, einschließlich der russischen Sprache, haben die beiden östlichsten Departements der Ukraine, Luhansk und Donezk, einen Akt der Abspaltung vollzogen und sich im Einklang mit dem oben genannten Grundsatz der Vereinten Nationen zu unabhängigen Republiken erklärt. Vor einigen Tagen erkannten die Russen die Unabhängigkeit der genannten Republiken an und begannen, die Ukraine anzugreifen, um die Bewohner des Donbass zu verteidigen, die acht Jahre lang unter der ukrainischen Herrschaft gelitten hatten.

Der Angriff der Vereinigten Staaten auf Serbien und die Anerkennung der Unabhängigkeit des Kosovo wird als gut bezeichnet, während der Angriff Russlands auf die Ukraine und die Anerkennung der Unabhängigkeit der Republiken Luhansk und Donezk als schlecht bezeichnet wird.

Und warum denn?

 

 

Politische Reflexionen

Die Parteien in den demokratischen, westlichen Ländern haben ein kurzes Verbrauchsdatum. Ihre Mitglieder wechseln manchmal so schnell zu einer anderen Partei oder Gruppierung, dass der aufmerksame Beobachter der einen oder anderen politischen Szene in der sogenannten westlichen Welt leicht verwirrt wird, wem er eigentlich seine Zukunft (und Gegenwart?) anvertrauen soll. Man kauft sich als Wähler einen Plot, ein Produkt und kurz danach erlebt man eine Enttäuschung, einen Darmkrampf, manchmal eine innere Vergiftung. Kennt die Mehr heit der Menschheit (China+Indien+Russland+die meisten „Schwellenländer”) überhaupt dieses Problem, mit dem uns, hier im sogenannten Westen, dieses Fernsehen und diese Medien ständig den Kopf verdrehen: Welcher Politiker ist vielleicht nicht korrupt, welcher Typ ist in Ordnung, welcher nicht mehr und welche Partei seinetwegen passé ist? Wählen Sie noch? Echt mal?

Die Parteien in den autoritär regierten Ländern bleiben so lange an der Macht, dass sie ihre westlichen Gegenstücke nur beneiden können. Putin bleibt seit über 4 Amtszeiten eines US-Präsidenten an der Macht. Während wir nach ein paar Jahren uns an den Namen so einst wichtigen Politiker nicht mehr erinnern können, vergeht die Zeit in der „zweiten“ Welt langsamer. Ja, die Zeit ist ein übersehener und entscheidender Faktor. Zeit ist Geld. Im Westen wird Geld schnell gemacht (z.B. aus dem Nichts durch eine Zentralbank gedruckt), im armen Süden, aus dem die Migranten seit 2014 in industriellen Ausmaß geschleust werden, gedeiht dasselbe Geld auf den von der Dürre geplagten Plantagen, die mit dem Hilfsgeld der westlichen Gesellschaften übers Wasser gehalten werden.

Denken Sie bitte mal darüber nach und bleiben Sie bitte bei Ihrem ersten Eindruck: Was scheint Ihnen sicherer zu sein – chinesische 5 Jahre- und 10 Jahre-Pläne oder das gegenwärtige Verwaltungschaos der EU? Die an die Umfragen unter den Wählern geschmiedeten Pläne in jeder europäischen Partei und kühnen Ansagen ihrer Mitglieder, die erst in 3 Jahren realisiert werden sollten, oder die BIPs der ost-, mitteleuropäischen und anderen „Schwellenländer“? Denken Sie mal kurz und stellen Sie sich vor: Groko in China? Zwei Geschwindigkeiten in der Entwicklung Chinas? Ha, ha, ha! Und da, in dem Reich der Mitte, werden ja fast alle Teile für Ihren nagelneuen, deutschen Volkswagen produziert. Deutschland ist bloß für die Endmontage und den Aufkleber Made in … verantwortlich. Weiterlesen

Proteste in Kanada – Warnung vor der Einführung der digitalen Währungen

Seit ein paar Wochen protestieren kanadische Fernfahrer gegen die horrenden Corona-Beschränkungen. Da die Regierung von Justin Trudeau auf ihre Forderungen kaum reagierte, blockierten die Fahrer mit ihren riesigen Trucks die Hauptstadt. Viele von ihnen kamen da von entlegenen Orten des riesigen Landes, um die Aufmerksamkeit der Regierung auf ihre schwierige Situation zu lenken, was sie sehr viel Geld kostet (alleine der Kraftstoff für ein paar tausend Kilometer LKW-Fahrt kostet ein paar tausend kanadische Dollar). Da sie meistens Einzelunternehmer sind, verlieren sie hinzu noch ihr Geld wegen zu der Zeit der Proteste verlorener Aufträge. Trudeau lernte von seinem Freund Macron, der gegenüber den gelben Westen hart vorging und als Vertreter der liberalen Partei, und handelte wie ein Diktator – er ließ den Protestierenden ihre Bankkontos sperren. Die liberalen Eliten halten ja wenig von einfachen Bürgern und ihrem Geld – das ja eine Binsenweisheit.

Nun werden die Banken in Kanada, ähnlich wie einst in Griechenland, Island, auf Zypern, gestürmt. Der Run der Kanadier aufs Cash sollte uns doch zum Nachdenken bewegen: Was wird passieren, wenn die Zentralbanken bald eine nach der anderen ihre digitale Währungen einführen werden? Es ist kein Spaß, sondern ein globales Projekt, das schon in die Wege geleitet wurde. China überzeugt schon seine Bürger mit Werbespots dazu, und Biden ließ letzte Woche die wichtigsten US-Ämter sich darauf vorbereiten.

Beim digitalen Euro, Dollar, Yuan, Rubel und Pfund werden gelbe Westen oder ähnliche trotzige Rebellen sekundenschnell ihrer Ersparnisse beraubt. Werden wir es erlauben, dass uns die digitalen Währungen eingeschlichen werden? Wollen wir für den Staat gläsern sein? 

Warum Russland uns allen so wichtig ist

Schon ein Schaubild genügt, um sich ein Bild davon zu machen:


Quellen: JPMorgan, Bloomberg

Als es letztens zu den Spannungen zwischen dem Westen und Russland kam, verteuerten sich deutlich nicht nur Erdöl, sondern auch die Edelmetalle. Palladiumpreis erkletterte schon im vergangen Jahr sein Allzeitshoch von fast 3000 Dollar pro Unze (28,35 Gramm). Zurzeit scheint es seine Korrektur angesichts drohender Engpässe im Falle eines Konfliktes mit Russland beendet zu haben. Das kostbare Metall gehört eher zu den Industriemetallen und fast die Hälfte der Weltproduktion ist in den russischen Händen (vor allem in Sibirien, wo Norilsk Nickel für 25 bis 30% der Weltproduktion sorgt). Die westlichen Entscheidungsgeber haben es sich kaum überlegt, als sie auf den Kollisionskurs mit Putin zu steuern begannen – ihr grüner Wandel, ihre grüne Revolution hängt in hohem Maße eben von diesem Rohstoff ab. Palladium wird in Katalysatoren zur Eindämmung der schädlichen Emissionen, vor allem in Benzinern, verwendet. Da in vielen Ländern die meisten Autofahrer wegen der neuen Vorschriften und Steuern vom Diesel zum Benziner umsteigen, steigt die Nachfrage nach dem Palladium. In den letzten Jahren kauften vorsorgliche, chinesische Firmen, den weltweiten Palladium-markt leer und die westlichen Trader müssen nun seinen immer höheren Preis in Kauf nehmen.

Man könnte in Hinsicht darauf auch einen Blick auf Südafrika – den zweitgrößten Weltproduzenten – werfen, aber, wenn man die dortigen Kosten- und Infrastrukturprobleme betrachtet, vergisst man die Lust auf Investitionen in dem Land schnell. Im vorigen Jahr sorgten z.B. die Buschbrände für anhaltende Stromversorgungsprobleme der dortigen Palladiumproduzenten. Außer den Bränden sorgt Eskom, der Hauptstromzulieferer im Lande, der nicht im Stande ist die Infrastruktur, intakt zu halten und auszubauen, für ständige Blackouts und Engpässe. Kabel, Transformatoren werden von der einheimischen Bevölkerung geklaut und Eskom-Angestellte sind so korrupt, dass sie ganz Afrika beneidet.

Ok., Sie müssen an Palladium nicht glauben. Aber sehen Sie sich die grüne Agenda in der ganzen Welt an – ihr eigentliches Ziel, wie es schon Dirk Müller in seinem Buch „Machtbeben“ längst sagte, sind die Wasserstoffautos, die Elektroautos mit Lithium-Batterien sind dabei nur eine Übergangsphase, da sie den Erdöl- und Erdgasproduzenten nicht in die Hände spielen. Die Brennstoffzelle im Wasserstoffauto, wie sein Name schon selbst sagt, wird mit Wasserstoff gespeist, und der lässt sich preisgünstig aus dem Erdgas erzeugen. So wird der grüne Wandel BP, Total, Chevron, aber auch nicht Rosneft und Gazprom schaden. Nun brauchen Brennstoffzellen viel Platin, um funktionieren zu können und sein Preis ist im Vergleich zu anderen Assets im Moment niedrig. Ganz zu schweigen von der Bedeutung des Metalls und anderer Edelmetalle für die Elektronikindustrie, wo seit dem Anfang der Pandemie der Chipmarkt tief in der Krise steckt.

Von der Bedeutung des russischen Erdgases an sich – als Rohstoffes für Heizung und Energieerzeugung – für die politische Sicherheit Europas wollen wir hier nicht sprechen, da Ihnen das Thema sicherlich von den Mainstream-meiden bekannt ist.

Mehr Empfehlungen und Erwägungen für treffende Investitionen finden Sie in unseren Bulletins.

Gefira 61: Eine Krise jagt die nächste Krise

Woran denken Sie bei dem Begriff Forschung und Entwicklung? An Wissenschaft? An Wirtschaft? An Technik? Überraschung, Überraschung! Bei diesem Begriff geht es darum, wie man Russland am effizientesten vernichten kann. Kein Scherz. Die Denkfabrik, die sich eine solche Aufgabe gestellt hat, hat sich RAND benannt, eine Abkürzung für Forschung und Entwicklung, im Englischen: Research and Development. Will uns RAND an den Rand des Abgrunds bringen? Die hochprofessionellen Mitarbeiter von RAND befassen sich mit einer Vielzahl von Problemen und schlagen Lösungen vor, die den Vereinigten Staaten und indirekt – ja, ja! – der gesamten Menschheit dienen, denn wir wissen, dass das, was für die Vereinigten Staaten gut ist, automatisch auch für den gesamten Globus gut ist. Die 61. Ausgabe des Gefira-Bulletins macht seine Leser mit einem über 350 Seiten langen Dokument vertraut, das von RAND erstellt wurde. Eine faszinierende Lektüre, wirklich! Sie alle können da aus der nächsten Nähe zusehen, wie ein militärischer Generalstab mit großem Aufwand, akribisch und unermüdlich die Manöver erarbeitet, die seinen Feind in die Knie zwingen sollen. Nicht, dass wir dieses Dokument ausgegraben oder in einer Undercover-Operation gestohlen hätten. RAND hat seine Ergebnisse und Empfehlungen öffentlich gemacht. Wir möchten Sie nur auf etwas aufmerksam machen, das Sie sonst vielleicht übersehen hätten. Wir hoffen, dass Sie nach der Lektüre des Textes besser verstehen werden, was hier vor sich geht. Beachten Sie, dass RAND nicht die einzige kriegstreiberische Denkfabrik oder Institution ist…

Sind solche Dokumente zu freimütig, zu offen, zu unverhohlen, um wahr zu sein? Ganz und gar nicht! Klaus Schwab, Bill Gates, George Soros und der Rest ihrer Sorte nehmen auch kein Blatt vor den Mund, wenn es um ihre Pläne für uns geht. Und wissen Sie was? Sie werden alle erfolgreich sein, weil wir ihnen nicht glauben wollen. Weil wir nicht aufpassen. Weil wir mit den Schultern zucken. So einfach ist das. Wir wollen auch nicht in die Vergangenheit eintauchen und Lehren aus ihr ziehen. Wenn einige von uns es manchmal doch tun, neigen wir dazu, alte Ereignisse als bloße Artefakte abzutun, die in einem Museum ausgestellt werden, als etwas, das an und für sich interessant ist, aber der Vergangenheit angehört und als solches absolut keinen Bezug zur Gegenwart hat. Leider! Das ist auch der Grund, warum unsere neueste Ausgabe wieder einmal an bestimmte historische Fakten erinnert, sie untersucht und zeigt Parallelen zu dem, was wir in der heutigen Welt erleben und zieht Schlüssel daraus. Vielleicht werden einige unserer Leser, die sich wiederholenden Muster erkennen, und diese Erkenntnis mit ihren Mitmenschen teilen, damit diese später nicht sagen können, sie seien nicht gewarnt worden.

Resultieren die jetzigen Zustände: Inflation, gesundheitliche Misere der Gesellschaft und der Fall der Fiat-Währungen, aus der Pandemie oder aus den Lockdowns? Werden Kryptowährungen weiterhin erfolgreich, oder werden ihnen Russen und Chinesen ein Ende setzen? Welche echten Ziele können wohl die westlichen Finanzeliten haben? Stehen wir vor einem großen finanziellen Umbruch, vor einem Reset der Fiat-Währungen und einem Ende der Unter- und Mittelschicht, die langsam aber sicher ihrer Ersparnisse beraubt und zu Knechten gemacht werden? Wir kennen nicht alle Antworten auf diese Fragen, versuchen aber in unserem neuesten Bulletin, außer den Parallelen zwischen der Gegenwart und Vergangenheit, die Perspektive unserer Überlegungen auch auf mögliche Ereignisse in der Zukunft auszudehnen.

 

Gefira Financial Bulletin #61 ist jetzt erhältlich

  • Russland unter Druck setzen
  • Bizutage à la RAND
  • Das wiederkehrende Verhaltensmuster oder wie zieht man keine Lehre
  • Neue Weltordnung durch Corona

Wozu brauchen wir Journalisten?

Vor ein paar Tagen konnten wir die Pressekonferenz mit der Teilnahme des russischen Außenministers Sergej Lawrow und der britischen Außenministerin Liz Truss sehen. Wir hatten die Gelegenheit, die Argumentation der beiden Parteien ausführlich zu verfolgen. Wir, das heißt diejenigen, die Zugang zu dem auf YouTube oder anderswo eingestellten Material hatten. Wir könnten uns wie Laienrichter oder Beisitzer in einem Prozess fühlen, die abwägen, was die eine Seite des Konflikts sagt und was die andere Seite des Konflikts sagt. Und das war’s. Nachdem wir uns die Ankündigungen angehört haben, können wir uns eine Meinung bilden, eine Bewertung vornehmen und ein Urteil fällen.

Ist es das, womit wir normalerweise konfrontiert sind? Keineswegs! Die Fernseh- und Radiosender sowie die Presse und das Internet schneiden die Verlautbarungen der beteiligten Parteien aus, kürzen sie bis auf eine Handvoll ausgewählter Sätze und fügen sie dann mit der Interpretation zusammen, die von den Medienmachern vorgegeben wird. Wir haben nie die Gelegenheit, die Argumente der Teilnehmer in Ruhe zu hören.

Es ist sogar noch schlimmer. Auf das, was die Medien präsentieren – die bereits erwähnte verdichtete Zusammenfassung –, folgt sofort ein Talking Head im Fernsehen oder ein schriftlicher Kommentar einer großen Persönlichkeit, und sie zerschneiden wiederum das, wofür wir keine Gelegenheit hatten, vollständig zu hören. So sorgen sie dafür, dass wir – die Empfänger der Nachrichten – genau wissen, wie wir die Dinge zu verstehen haben oder – besser gesagt – wer der Schuldige ist. Sie nutzen uns nichts. Auf sie könnte man ganz verzichten. Wenn man das machen würde, wozu bräuchten wir dann noch Journalisten?

Man könnte antworten: für nichts. Aber nein. Journalisten könnten doch nützlich sein. Und wie? Man sollte ihnen die Aufgabe geben, die Politiker oder die Regierenden zu Wort kommen zu lassen, auch in der Konfrontation mit ihren Gegnern. Und wie? Indem sie solche Konferenzen veranstalten oder die besagten Politiker oder Führungskräfte an ihren Wohnorten besuchen und sie ihre Ansichten und Bewertungen der Ereignisse und der Maßnahmen ihrer Gegner darlegen lassen. Das war’s.


Ach ja. Journalisten können auch nützlich sein, um Dinge zu erklären oder in Erinnerung zu rufen, die den Zuschauern, Zuhörern oder Lesern vielleicht nicht bekannt sind oder die sie vergessen haben. Wenn Minister Lawrow oder Ministerin Truss das Minsker Protokoll erwähnen (das 2014 von Russland, der Ukraine, Deutschland und Frankreich unterzeichnete Dokument), dann würden die Journalisten gebührend daran erinnern oder erklären (Nichtzutreffendes streichen), worum es in dem Protokoll geht. Auch hier wäre ein vollständiger Text, der für alle zugänglich ist, ein Muss. Keine Interpretationen, keine Kürzungen erlaubt. Verstehen Sie, worum es geht?

Wenn es zu einem Konflikt zwischen Serben und Albanern kommt, sollte der Journalist sein Bestes tun, um mit den besten Vertretern der Interessen beider Seiten auf beiden Seiten des Konflikts Kontakt aufzunehmen, sie ihre Argumente vortragen zu lassen, und das war’s dann auch schon. Der Journalist könnte – wenn möglich – eine Debatte wie in Oxford abhalten, bei der die Konfliktparteien zu Wort kommen, ohne unterbrochen zu werden, ohne gezwungen zu werden, Fragen zu beantworten, die ihre Aufmerksamkeit und die ihrer Zuhörer, Zuschauer oder Leser von dem ablenken, was sie wirklich sagen wollen, und ohne ein Publikum, das angewiesen ist, zu buhen und zu zischen, um Druck auf den Redner auszuüben. Die Leser, Zuschauer oder Zuhörer sollten dann mit dem, was sie gelesen, gesehen und gehört haben, allein gelassen werden, um es zu bewerten, zu beurteilen und Schlüsse zu ziehen. Warum wird uns diese Möglichkeit nicht gegeben?

Haben Sie über Ihre Medien aus erster Hand erfahren, was Saddam Hussein oder Muammar Gaddafi zu sagen hatten, wie sie den Konflikt mit dem Westen sahen, worüber sie sich beschwerten? Äußerst unwahrscheinlich, um es milde auszudrücken. Stattdessen hört man nur, dass Präsident Assad böse ist, dass Präsident Lukaschenko der letzte Diktator Europas ist, dass Präsident Putin ein Mörder ist, dass Präsident Hussein Kurden vergast hat, während Gaddafi oder Milošević in den Pausen, in denen sie ihre Gegner in Konzentrationslager trieben, Babys zum Frühstück oder Abendessen aßen. Können wir nicht sehen, wie parteiisch das alles ist?