Das russische Herzland

Dies sind Auszüge aus dem Artikel, der in vollem Umfang zu lesen ist unter Gefira Financial Bulletin #68.

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Heutzutage sieht die Situation anders: In dem euroasiatischen Herzland macht China als eine aufsteigende Weltmacht Fortschritte (die Neue Seidenstraße), die Weltinseln werden weiterhin von den ehemaligen Seemächten kontrolliert (Frankreich kontrolliert die meisten Länder in Westafrika und Sub-Sahara politisch, wirtschaftlich und durch eine starke Militärpräsenz), vor der verstorbenen Queen kniet die Hälfte der Bewohner von entlegensten Ländern und Inseln nieder (in Zentralasien wohlbemerkt niemand) und Deutschland wurde von den USA, England und Frankreich nach dem Krieg zu einem Pufferstaat plattgemacht (vor allem, wenn es um die nationale Identität und Stärke geht) und entmachtet (ihre „Entscheidungsträger“ können sich nicht entscheiden, ob sie weiter als Pufferstaat, ein bedeutendes westliches Land oder Handlanger Russlands agieren wollen.) Trotz der neuen Umstände bleibt die These von Mackinder aktuell und die neuen/alten Weltmächte bemühen sich um das Herzland.

Die „Kolonien“ der Zaren bekamen den Status von autonomen Republiken in der UDSSR bei den Bolschewiken, was Putin immer als ein Fehler einschätzte und ihre Autonomie in Frage stellte. Man könnte die Feststellung riskieren, dass die Bolschewiki zu einem gewissen Grade gegenüber den autonomen Republiken Soft Power einsetzten, während Putins Politik immer auf Kollisionskurs gegenüber den 21 autonomen Republiken ausgerichtet ist: Tschetschenien, Ossetien, Abchasien, Moldau sind die Beispiele dafür. Putin wollte und will den Fehler der Bolschewiki beheben, der nach dem Ende der Sowjetunion dazu führte, dass viele rohstoffreiche autonome Republiken wie Kasachstan, Aserbeidschan, Turkmenistan unabhängig wurden und dass Russland von seinen einstigen kolonialen Adern nicht mehr mit frischem Blut (Rohstoffen) versorgt werden kann. Der Westen hat es nicht verstanden, dass er mit seinem Versuch die Ukraine in seine angelsächsisch-, deutsch-, polnische Einflusszone anzulocken, die Beherrschung des Herzlandes bedroht. Daher der ganze Krieg. Würden Russen in Kanada eine autonome, russische Republik mit traditionellen, konservativen Werten, eine Republik, nehmen wir an, der so eng mit den sibirischen Völkern verwandten Indianer zu installieren versuchen und ihnen als First Nations tonnenweise Waffen liefern, was wäre aus den kanadischen Städten übriggeblieben? Spinnen wir? Nein! Den Gegner, die Freunde, das Ziel kann man sich in den heutigen Zeiten beliebig auswählen. Mag es paradox, unrealistisch und unbegründet sein, aber so sind eben die Kriege. Tauchen sie einmal auf, sind voll von idealistischen Widersprüchen und ihre Folgen sind schlimmer, als dass jemand hätte erwarten können. Und alle fragen sich immer: Warum so etwas im XXI. Jahrhundert? Na ja, weil sich der menschliche Geist und die geopolitischen Standpunkte nicht so schnell entwickeln wie etwa die Elektronik- und Unterhaltungsindustrie.
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Jakutien
Apropos „absurde“ Idee, dass Kanada von Russen besetzt wird: Jakutien, eine autonome Republik in der Sowjetunion und in der Russischen Föderation, kann zum nächsten Ziel Westens werden. Auf einem Gebiet von der Größe Indiens lebt da im Durchschnitt ein Mensch pro Quadratkilometer. Eigentlich leben alle in Jakutsk oder in kleinen Städten, ansonsten gibt es da nur menschenleere, vom Frost durchdrungene, aber dafür ressourcenreiche Großgebiete. „Eine Sage erzählt, dass Gott, als er die Erde erschuf, einen Engel mit einem Sack voller Reichtümer über Sibirien geschickt hat. Als dieser Jakutien überflog, wurden ihm vor Kälte die Finger steif, und er ließ alles fallen. Die ganzen Reichtümer, Silber und Platin fielen auf die Erde. Aus Zorn über seinen Verlust strafte er jedoch diese Region mit ewigem Winter.“
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Erstaunlich, wie sich die Geschichte wiederholt

Dies sind Auszüge aus dem Artikel, der in vollem Umfang zu lesen ist unter Gefira Financial Bulletin #68.

Historischer Präzedenzfall
Deutschland, 1918. Der Krieg dauert nun schon mehrere Jahre an, ein verheerender Krieg. Die Deutschen besetzen einen beträchtlichen Teil des französischen Territoriums und auch ganz Belgien, ganz zu schweigen von den riesigen Gebieten, die die deutschen Soldaten Russland entrissen haben. Aber der Krieg ist für alle Seiten zerstörerisch, und da kein Ende in Sicht ist, haben die Deutschen beschlossen, Zugeständnisse zu machen und die Feindseligkeiten zumindest im Westen zu beenden. Die Entente verspricht, sich an den Verhandlungstisch zu setzen. Ein Waffenstillstand wurde geschlossen. Der berühmte Waffenstillstand. Der Waffenstillstand oder die Waffenruhe ist keine Kapitulation, richtig? Ein Waffenstillstand ist ein Waffenstillstand, ein Waffenstillstand ist die Schaffung von Bedingungen für friedliche Gespräche, ein Waffenstillstand ist ein Weg, Frieden zu schließen. Aha, sagten die westlichen Länder. Deutschland hat um einen Waffenstillstand gebeten, das heißt, Deutschland hat keine Kraft mehr, weiter zu kämpfen, das heißt, wir sind die Sieger, das heißt, wir sollten uns wie Sieger verhalten und die Deutschen als Besiegte behandeln! Und man bedenke: Die Entente-Staaten dachten so in einer Situation, in der ein großer Teil Frankreichs und ganz Belgiens in den Händen der… deutschen Armee waren!
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Der besiegte und gedemütigte Feind verwandelte sich in einen Rächer. Aus den erbitterten Kämpfen zwischen Kommunisten, Sozialdemokraten und Nationalsozialisten um die Machtübernahme in Deutschland ging der Letztgenannte schließlich als Sieger hervor und setzte ein Programm zum Wiederaufbau des Landes, seiner Wirtschaft, seiner Streitkräfte und seines internationalen Ansehens um. Es dauerte nicht lange, bis die Nationalsozialisten Deutschland zu einem Machtzentrum machten, das begann, den ehemaligen Siegern politische Lösungen zu diktieren. Schließlich brach, wie bekannt, ein Krieg aus, ein Weltkrieg. Und doch wäre es vielleicht nicht so gekommen, und schließlich hätten weder die Nationalsozialisten noch die Kommunisten an die Macht kommen müssen. Wäre Deutschland nicht psychologisch gedemütigt worden, wären ihm nicht harte Friedensbedingungen auferlegt worden, wäre es nicht entwürdigt worden, wären die politischen Kräfte, die einen Rückkampf forderten, nicht an die Macht gekommen. Sie hätten nicht so viel Zuspruch erhalten: Folglich wäre der Zweite Weltkrieg nicht ausgebrochen.
Geschichte wiederholt sich gern
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Hat der Westen im Falle der Sowjetunion Ende der 1980er Jahre und im Falle Russlands seit den 1990er Jahren nicht fast genau so gehandelt wie einst im Falle Deutschlands? Wir sollten uns daran erinnern. Und siehe da, der Kalte Krieg dauert seit Jahrzehnten an und die Sowjetunion beschließt, ihn zu beenden, reicht dem Westen die Hand und – oh Wunder! – schafft sich selbst ab! Wäre jemandem vor 1991 eine solche Entwicklung in den Sinn gekommen? Ohne einen einzigen Schuss zerfiel das, was im Westen gemeinhin als SOWJETREICH bezeichnet wurde, die Staaten, die aus seinen Trümmern hervorgingen, lehnten die kommunistische Ideologie ab und übernahmen den Kapitalismus als Wirtschaftssystem, die Staaten – ehemalige Satelliten Moskaus – lösten sich von seinem Einfluss und schlossen sich dem westlichen Lager an. Russland und andere postsowjetische Republiken blickten zu den Vereinigten Staaten wie zu einer Gottheit auf, die Abrüstung und der Abzug der sowjetischen und dann russischen Truppen von Stützpunkten außerhalb Russlands fanden statt. Es schien, als sei ein Wunder geschehen, als sei die Welt in eine Ära des Friedens, der internationalen Freundschaft und der internationalen Zusammenarbeit eingetreten, es wurde sogar das “Ende der Geschichte” ausgerufen. Doch was geschah?
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Der Westen hat nicht nur die NATO um weitere Länder erweitert, sondern auch Raketenabschussrampen in Polen und Rumänien aufgestellt und dabei dreist behauptet, sie seien nicht gegen Russland, sondern gegen Terroristen aus…. dem Iran! gerichtet, oder dass es sich um reine Verteidigungsraketen handele. Das hätten die Russen wohl glauben sollen. Präsident Putin erklärte unter anderem westlichen Journalisten, dass ein Raketensilo ein Raketensilo ist und eine defensive und eine offensive Rakete enthalten kann. Ein Kind versteht das, aber nicht westliche Politiker.
Russland war – wie die Weimarer Republik – ständigem Druck, Demütigungen, ständigen Sticheleien, Verhöhnungen und Anschuldigungen ausgesetzt.
Chodorkowski wurde inhaftiert – nicht, weil er gegen das Gesetz verstoßen hat, sondern weil Diktator Putin unabhängige Unternehmen verabscheut;
Der sogenannte Dissident Nemzow wurde in der Nähe des Kremls getötet – aha! Putin erschoss ihn mit einem Gewehr, das aus einem Fenster des Kremls auf ihn gerichtet war;
Nawalny verlor das Bewusstsein – es ist offensichtlich: Putin, ein ehemaliger KGB-Offizier (wir alle wissen, zu welchen Gräueltaten KGB-Offiziere fähig sind, nicht wahr?), ließ ihn vergiften (sozusagen wirkungslos, und ließ ihn dann sofort nach Deutschland schicken, damit deutsche Ärzte das Gift in Nawalnys Blut entdecken konnten!);
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Und hätte man Russland nach 1991 nicht menschlich behandeln können? Hätte man in ihm nicht einen Verbündeten haben können? Hätte man ihm in den 1990er Jahren nicht erhebliche finanzielle Unterstützung anbieten können? Das hat man doch mit Deutschland nach 1945 gemacht, und seitdem wurde in Deutschland kein Nationalsozialismus wiederbelebt! Wenigstens hier wurden die Lehren aus der Geschichte gezogen. Warum hat man das nach 1991 gegenüber Russland nicht getan? Was hat in der amerikanischen Politik die Oberhand gewonnen? Arroganz? Risikobereitschaft? Dummheit? Geringschätzung Russlands? Der Glaube an Amerikas Mission? Der Glaube, dass die Amerikaner die auserwählte Nation sind, der andere dienen müssen?

Gefira 68: Äußerer Schein als Ausschmückung der Wirklichkeit

Russlands Krieg mit der NATO geht weiter. Musste es so weit kommen? Nein, natürlich nicht. Aber dieser Krieg war gewollt. Wenn man sich die Medien der letzten 30 Jahre, also seit dem Zusammenbruch der UdSSR, ansieht, wird man feststellen, dass Russland (und auch Weißrussland) in den Medien ständig in einem ungünstigen Licht dargestellt wurde. Russland wurde angeblich von einem Diktator regiert, es gab keine Demokratie oder Freiheit und so weiter, wir alle kennen das auswendig. Russland war ständigen Sanktionen ausgesetzt und wurde ständig verschiedener schlimmer Dinge beschuldigt. Es genügt, sich an die Komödie zu erinnern, die sich um Nawalny entwickelte, einen russischen Abtrünnigen (für die westlichen Medien: einen russischen Dissidenten), den die russischen Sonderdienste nicht einmal vergiften konnten, den die unnachgiebige russische Regierung nach Deutschland auslieferte, nur damit deutsche Ärzte das Vorhandensein von Gift in Nawalnys Körper feststellen konnten, der, sobald sich sein Gesundheitszustand verbessert hatte, freiwillig nach Russland zurückkehrte, zu einem grausamen Diktator und einem unmenschlichen System.

Es sei nur an den Fall der Nord-Stream-Pipelines erinnert. Diese Pipelines bedrohten angeblich die Energiesicherheit Europas, aber das wichtigste Mitglied der Europäischen Union – Deutschland – baute sie trotzdem zusammen mit Russland (dem Feind Europas) und kümmerte sich irgendwie nicht um die Energiebedrohung. Die Staats- und Regierungschefs anderer EU-Mitgliedstaaten protestierten und beklagten sich, dass sie sich von der Europäischen Union verraten fühlten, obwohl sie ihren eigenen Bürgern zuvor gesagt hatten, dass sie nur in der Union eine sichere und wohlhabende Zukunft hätten. Immerhin hat ein NATO-Land (die Vereinigten Staaten? das Vereinigte Königreich?) die Pipeline in die Luft gesprengt, und der angeblich souveräne deutsche Staat hat nicht einmal darüber gejammert. Schließlich weiß jeder, dass die Pipeline von den Russen gesprengt wurde, weil sie den Gashahn nicht zudrehen wollten und beschlossen, dass es schneller, billiger und einfacher wäre, die Leitung zu sprengen.

Derartige Absurditäten lassen sich in Hülle und Fülle aufzählen. Gefira 68 greift einige von ihnen auf. So wird beispielsweise mit dem Mythos aufgeräumt, dass Nationen selbst bestimmen können, wie sie leben wollen. Gefira 68 geht auch der Frage nach, ob es den Menschen unter dem Diktator Lukaschenko oder dem liberalen Demokraten Selenskyj bessergeht. Gefira 68 wundert sich über die Wiederholung historischer Ereignisse und die Tatsache, dass leider niemand in der Lage oder gar willens ist, aus der Vergangenheit zu lernen, auch nicht aus der jüngsten. Ist die Niederlage des kaiserlichen Deutschlands im Jahr 1918 nicht ähnlich wie die der Sowjetunion im Jahr 1991? Ähneln die wirtschaftlichen Probleme und die daraus resultierenden sozialen Unruhen in der Weimarer Republik nicht den gleichen Problemen, die Russland in den 1990er Jahren hatte? Und schließlich: Sind die Kriege, die damals von Deutschland und heute von Russland entfesselt wurden, in ihrer Entstehung nicht irgendwie ähnlich?

Man muss auch in Betracht ziehen, dass die Geschichte sich wiederholen kann und der Westen Russland, wie viele andere Staaten in der ganzen Welt, „übernimmt“ und etwas „ganz“ Neues, Westliches auf den russischen Trümmern entsteht. Wir versuchen das Konzept des „Herzlandes“, des strategischen, unantastbaren Mittelpunktes, dank dem man die Welt kontrollieren kann und das bis zum Endposten verteidigt werden muss, mit der Tatsache zu konfrontieren, dass die Zentralmacht Moskaus in den russischen Regionen so wie in den einstigen Sowjetrepubliken Zentralasiens gar nicht so sicher ist. Merken Sie es sich, dass es direkt vor dem Ukraine-Krieg zu den Unruhen in Kasachstan kam, worauf Moskau sehr stark reagierte. Darauf machten wir in unserem Bulletin sofort aufmerksam. In diesem Zusammenhang richten wir unser Augenmerk diesmal auf Sibirien, wo die Schätze Russlands ruhen.

 

Gefira Financial Bulletin #68 ist jetzt erhältlich

  • Erstaunlich, wie sich die Geschichte wiederholt
  • Der ukrainische und belorussische Weg zum Wohlstand
  • Wenn die Nationen wirklich entscheiden könnten…
  • Das russische Herzland – Jakutien

Sie betrachten die westliche Moral mit Abscheu

Wissen Sie, wie man in Russland den bewaffneten Konflikt zwischen Russland und dem Westen sieht, der sich hauptsächlich auf dem ukrainischen Gebiet abspielt? Sie betrachten ihn als einen Kampf zwischen dem Guten, das Russland ist, und dem Bösen, das der Westen ist; als einen Kampf zwischen Gott, in dessen Namen Russland kämpft, und Satan, in dessen Namen der Westen kämpft. Nicht mehr und nicht weniger. Man beachte, dass diese Ansicht sowohl von russischen Christen als auch von russischen Atheisten vertreten wird; von Russen, die in orthodoxen Kirchen beten, und von Russen, die man als Neobolschewiken bezeichnen könnte. Mehr noch, diese beiden Gruppen arbeiten in dieser Hinsicht zusammen, und obwohl sie unterschiedliche (einst einander feindlich gesinnte) Weltanschauungen vertreten, stehen sie sich näher als dem, was der Westen repräsentiert.

Warum betrachten die Russen den Westen als Kräfte des Bösen, als Kräfte des Satans, als Kräfte der Hölle? Aus folgendem Grund. Die so genannten Werte, die in den westlichen Ländern – in den Vereinigten Staaten, Kanada und der Europäischen Union – propagiert werden, sind den meisten Russen zuwider. Dazu gehören:

die unverhohlene Propaganda von sexueller Perversion, Geschlechtsumwandlung und auch die Leugnung der Existenz des biologischen Geschlechts;

die Bevölkerung des Westens mit anthropologischen Typen aus der Dritten Welt;

das Abschneiden des Westens von seiner eigenen Vergangenheit, seinen eigenen Nationalhelden, seinen eigenen kulturellen und religiösen Wurzeln, d.h. dem Christentum;

die Förderung der Verehrung Satans (wie auch Präsident Wladimir Putin mehr als einmal in Erklärungen erwähnt hat), z.B. die Eröffnung satanischer Tempel, die sogenannten künstlerischen satanischen Darbietungen (Rituale?) zur Eröffnung der Olympischen Spiele in London (2012) oder die teuflischen Rituale zur Eröffnung des St. Gotthardtunnels (2016); 

die Unterstützung von Nazis und Banditen in der Ukraine (deren Fotos von Körpern mit tätowierten Hakenkreuzen in ganz Russland kursierten).

Die Vorstellung, der Glaube oder sogar die tiefe Überzeugung, dass Russland die europäische Zivilisation und den christlichen Glauben sowie die elementare Moral verteidigt, schöpfen die Russen aus den Werken der russischen Literatur (Fjodor Dostojewski), den Prophezeiungen von Mystikern (dem bulgarischen Visionär Baba Vanga, der in Russland sehr populär ist) und dem gesunden Menschenverstand (d. h. einem Verstand, den die westlichen Propagandisten nicht zu vergiften vermochten, wie es ihnen im Falle der westlichen Köpfe gelungen ist). Die Aggression des Westens gegen Russland, gegen die Russen und alles, was russisch ist, erwies sich als der letzte Strohhalm: Sie führte dazu, dass sich die große Mehrheit der Russen für ihre eigenen nationalen Interessen einsetzte. Weiterlesen

Eine Lektion für China

Peking, die Kommunistische Partei Chinas, die chinesische Regierung und chinesische Patrioten beobachten sicherlich genau, was in Russland vor sich geht, was sich in den letzten 30 Jahren in Russland abgespielt hat und was diesen Ereignissen vorausging, als die Sowjetunion noch von der Insel Sachalin bis Weißrussland, von Leningrad bis Almaty existierte. Welche Lehren ziehen sie daraus? Hier sind sie:

① Glaube niemals, niemals und unter keinen Umständen, was westliche Politiker versprechen. Westliche Politiker haben den Führern der Sowjetunion versprochen, dass sie keine an die Sowjetunion angrenzenden Länder in die NATO aufnehmen würden, und sie haben diese Zusage nicht eingehalten.

② Niemals und unter keinen Umständen sollten Sie darauf vertrauen, dass westliche Politiker Sie als Gleichberechtigte, als Partner behandeln. Ja, das werden die Versprechungen sein, ja, so werden die westlichen Politiker während der Flirtphase, während der Verführungsphase des betreffenden Landes (in diesem Fall China) vorgeben, aber in dem Moment, in dem das betreffende Land (China) verführt wird, wird sich die westliche Politik ändern: der Partner wird sich allmählich als der Herrscher erweisen.

③ Niemals und unter keinen Umständen sollten die vom IWF, der Weltbank oder ähnlichen Institutionen vorgeschlagenen Wirtschaftsreformen angenommen werden. Solche Reformen sind darauf ausgerichtet, die Wirtschaft des Landes, das Hilfe erhält, auf den Kopf zu stellen und dieses Land den globalen Finanziers unterzuordnen.

④ Niemals und unter keinen Umständen sollte man in internationale Projekte hineingezogen werden, denn früher oder später werden sie dazu dienen, ein Mitgliedsland supranationalen Organisationen unterzuordnen, die den Vereinigten Staaten, der Europäischen Union oder den internationalen Finanzkreisen dienen, aber sicherlich nicht dem Mitgliedsland.

⑤ Niemals und unter keinen Umständen sollte man sich auf die internationale Arbeitsteilung verlassen, d.h. auf das Arrangement, dass die einen dies und die anderen das produzieren, oder auf das Schema, dass Russland der Rohstofflieferant, China die globale Fabrik und der Westen das Gehirn der Welt, der Manager der Welt sein soll. Der Staat sollte sich selbst versorgen, zumindest in den wichtigsten Wirtschaftszweigen, sonst könnten die vom Westen verhängten Sanktionen das so bestrafte Land ruinieren. Weiterlesen

Pro-westliche fünfte Kolonne in Russland von Haus aus

Es geht nicht nur darum, über wie viel militärische Macht die jeweilige Konfliktpartei verfügt; es geht nicht einmal darum, wessen Wirtschaft stärker ist. Es geht vielmehr um die Frage, welche Seite kulturell, spirituell oder psychologisch (psyche ist griechisch für Seele oder Geist) die Oberhand gewinnt.

Man bedenke. Die Namen der Monate in den germanischen und romanischen Sprachen, d. h. in den im Westen gesprochenen Sprachen, sind lateinischen Ursprungs. Die Namen der gleichen Monate im Russischen sind ebenfalls lateinischen Ursprungs. Die Russen hätten die Monate in ihrer Muttersprache benennen können, wie es die Polen oder Tschechen taten, oder sie hätten die Monatsnamen aus dem Griechischen ableiten können. Letzteres wäre natürlicher und verständlicher gewesen als die Übernahme dieser Namen aus dem Lateinischen: Schließlich orientierten sich die russischen Fürstentümer an Byzanz (einem Staat, der zwar vom Römischen Reich abstammte, aber nicht Latein, sondern Griechisch verwendete). Die mittelalterlichen Russen bezogen sich sowohl auf Byzanz (und das zu Recht! und das ganz richtig!), als auch auf den griechischen Staat; die mittelalterlichen Russen übernahmen das Christentum von Byzanz, von den Griechen – die Rus übernahm (und modifizierte leicht) das Alphabet und baute ihr eigenes politisches System nach Konstantinopel auf, das sie Zargrad (Царьград) oder Carigrad – die Stadt des Kaisers oder die Stadt der Kaiser – nannte. Und doch übernahmen die Russen die Monatsnamen aus den westlichen Sprachen. Und nicht nur die Namen der Monate. Diejenigen, die die Sprache können, wissen, wie viele deutsche, französische und jetzt auch englische Wörter ins Russische eingeflossen sind. Diese Fremdwörter sind so fremd, dass sie nicht einmal durch grammatikalische Fälle dekliniert werden, obwohl alle einheimischen Wörter dies tun. Warum sprechen wir darüber? Ist es, weil wir uns für Eigennamen, Etymologie oder Sprachen im Allgemeinen interessieren?

Wir sprechen darüber, weil die Sprache die Seele einer Nation widerspiegelt. Es sind nicht die Deutschen, Franzosen oder Amerikaner, die russische Wörter in ihrer Sprache haben, sondern umgekehrt: Die Russen haben viele französische, deutsche und englische Wörter in ihrer Sprache. Das wiederum zeigt, wer einen überwältigenden kulturellen, philosophischen, geistigen, spirituellen und psychologischen Einfluss auf wen hat. Es zeigt, wer wirklich über wen herrscht. Dies ist ein besserer Lackmustest, um zu zeigen, wer wem unterworfen ist, als Finanzen, Wirtschaft oder militärische Eroberungen. Und warum? Weil finanzielle oder wirtschaftliche Vorteile erzwungen werden können, weil militärische Vorteile durch den Einsatz roher Gewalt demonstriert werden. Im Falle der Sprache ist das ganz anders. Niemand außerhalb Russlands hat den Russen gesagt, sie sollten Fremdwörter übernehmen! Sie taten es von sich aus, freiwillig, und sie taten es, weil sie die Überlegenheit der westlichen Zivilisation erkannten. Patriotische Russen mögen es leugnen, aber die Sprache ist der Beweis dafür, dass sich die Russen immer als minderwertig betrachtet haben.

Der Traum eines jeden russischen Filmregisseurs ist es, einen Oscar (oder eine ähnliche, im Westen verliehene Auszeichnung) zu erhalten; der Traum eines jeden russischen Schriftstellers ist es, den Nobelpreis für Literatur (oder eine ähnliche, im Westen verliehene Auszeichnung) zu erhalten. Träumt irgendein westlicher Filmregisseur oder westlicher Schriftsteller davon, in Moskau oder St. Petersburg einen Preis zu bekommen? Weiterlesen

Soft Power, die von Dummköpfen vergeudet wurde

Fragt man einen durchschnittlichen Westler, welche Orte auf der Welt er gerne sehen würde, wird er antworten, dass er gerne Paris, Rom, Venedig, Barcelona, Los Angeles, Florida, die Riviera und die Alpen sehen würde. Wenn Sie die gleiche Frage einem Menschen aus anderen Teilen der Welt stellen, wird er antworten, dass er gerne sehen würde… Paris, Rom, Venedig, Barcelona, Los Angeles, Florida, die Riviera, die Alpen. Wenn Sie einen Menschen aus dem Westen fragen, an welcher Universität er gerne studieren würde, wird er antworten: Oxford, Cambridge, Sorbonne, Harvard… Wenn Sie die gleiche Frage einem Menschen aus einem anderen Teil der Welt stellen, werden Sie die gleiche Antwort erhalten. Wenn Sie einen Menschen aus dem Westen fragen, bei welcher Bank er sein Geld aufbewahren möchte, wird er eine der westlichen Banken nennen. Wenn Sie einen nicht-westlichen Menschen fragen, werden Sie die gleiche Antwort erhalten. Lassen Sie uns noch weitergehen. Wenn Sie einen Westler fragen, was seine Lieblingsfilme, -bücher oder -musik sind, werden Sie Titel, Autoren und Interpreten hören, die der angelsächsischen Welt angehören. Wenn Sie die gleiche Frage einem nicht-westlichen Menschen stellen, werden Sie die gleiche Antwort erhalten. Fragen mit ähnlichem Inhalt können vervielfacht werden. Das Ergebnis wird immer dasselbe sein. Und es war schon immer dasselbe. Vertreter früherer Generationen hätten genauso geantwortet, Menschen, die im neunzehnten und achtzehnten Jahrhundert lebten, hätten genauso geantwortet. Man könnte sagen, dass die Welt so beschaffen ist, dass die Westler den Westen lieben und die Nichtwestler ebenfalls den Westen lieben. Statistisch gesehen träumt niemand in Frankreich, Großbritannien, Deutschland oder den Vereinigten Staaten davon, dass sein Kind in Polen, Ungarn, Rumänien oder gar Russland studiert. Umgekehrt würden Eltern aus Polen, Ungarn, Rumänien und Russland viel dafür geben, dass ihre Kinder in Frankreich, Großbritannien, Deutschland oder den USA studieren.

Westliche Politikwissenschaftler und Politiker sollten sich dessen bewusst sein. Sie sollten wissen, dass sie über enorme Soft Power verfügen. Sie sollten sich darüber im Klaren sein, dass sie enorme Macht über die nicht-westliche Bevölkerung haben. Sie können sie fast nach Belieben kontrollieren. Sie brauchen nur mit einem Zuckerbrot oder einer Wurst zu winken, und ein Nichtwestler ist bereit, fast alles zu tun, einschließlich Handlungen, die seinem eigenen Land, seinem eigenen Volk schaden werden. Das Einzige, was der Westen nicht tun sollte, ist, den Stock zu benutzen, übertriebene Verachtung für die Nicht-Westler zu zeigen oder ihre Gefühle zu sehr zu beleidigen. Wenn der Westen nicht anders kann, als Überlegenheit oder Verachtung zu zeigen, dann sollte er diese Überlegenheit oder Verachtung maßvoll zeigen und diese Demonstrationen intensivieren, allmählich, damit die Nichtwestler es nicht zu intensiv wahrnehmen. Wenn der Westen darüber hinaus zumindest einen Teil der Eliten der nicht-westlichen Nationen in seinen Club aufnimmt, ist die Macht des Westens über den Rest der Welt gesichert.

Leider führen Dummheit, Hochmut, Gier, Selbstüberschätzung dazu, dass westliche Eliten, westliche Führungspersönlichkeiten und westliche Denkfabriken immer wieder denselben Fehler begehen: Sie beginnen, ihre Verachtung ostentativ zu steigern, sie beginnen, nicht-westliche Nationen ostentativ und exzessiv auszuplündern, sie beginnen, das Würdegefühl dieser Nationen zu schnell und zu gewaltsam zu verletzen (z. B. durch das Aufzwingen von Aufmärschen sexueller Abweichler in moralisch traditionellen Gesellschaften), und all das führt zu Konflikten. Der Westen hat diesen Fehler immer wieder begangen und tut dies auch weiterhin, und er ist unfähig, aus der Vergangenheit zu lernen.

Nehmen wir Russland. Die Eliten dieses Landes kapitulierten Ende der 1980er Jahre vor dem Westen, erklärten den Bankrott ihres eigenen Systems, verhielten sich dem Westen gegenüber loyal, begannen, alles zu übernehmen und zu imitieren, was die Kultur betrifft, und ihr einziger Traum war, sich im Westen niederzulassen oder zumindest lange dort zu leben – denn dort ist bekanntlich das Paradies für die Menschheit – und wenn das nicht ginge, dann doch wenigstens, diesen Westen zu Hause nachzubauen. Die Eliten nicht nur Russlands, sondern auch der Ukraine, Polens, Tschechiens, Ungarns, Rumäniens usw. sowie die Eliten Indiens und Chinas würden alles tun, um ihre eigene Kultur abzustoßen und den Westen zu umarmen. Wie viele Inder und Chinesen gehen nach Großbritannien oder in die Vereinigten Staaten, um dort zu studieren oder zumindest mit eigenen Augen die Länder zu sehen, von denen sie seit ihrer Wiege geträumt haben! Wenn im Westen kluge Leute regieren würden, würden sie diese Soft Power nutzen, um über den Rest der Welt zu herrschen, bis… zum Ende der Welt. Aber nein. Weiterlesen