Gefira 86: Sapere aude

Die Redefreiheit ist nicht das, was das Menschentum, die menschlichen Gesellschaften, kennzeichnet. Nur selten taucht sie auf, für einen, der sie aus der Sicht der Geschichte nur kurzen Moment beobachten kann, und sie verschwindet bald wieder. Und wieso? Es gibt immer nämlich eine herrschende Gruppe, die an der Macht ist, und die versucht, diese Macht so lange wie möglich zu erhalten. Und diese Gruppe muss ja nicht unbedingt nur die Kontrolle über die Finanzen und die Strafverfolgung unter Kontrolle haben, sondern auch die Kontrolle über den kollektiven Geist. Es ist der Geisteszustand, in dem die Saat der Opposition gesät werden kann und in dem diese Saat aufgehen kann, es ist der Geisteszustand, der den Widerstand und Einwand gebären lässt, es ist der Geisteszustand, der die Menschen dazu bringt, sich gegen ihre Herrscher zu erheben. Das ist der einfache Grund, warum echte Redefreiheit, Meinungsfreiheit nicht mehr denkbar sind. Sie sind undenkbar, weil sie ja einfach unmöglich sind, weil sie früher oder später die Autorität der Herrscher untergraben könnten. Deshalb muss die Redefreiheit kontrolliert, kanalisiert oder auf andere Weisen beeinflusst werden. Die seltenen Momente, in denen die Meinungsfreiheit wieder auftaucht, sind die historischen Zeiten des Gleichgewichts zwischen einer absteigenden und einer aufsteigenden Herrschergruppe.

In der modernen Welt ist die Zensur zu einem Schlagwort geworden, das die schlimmsten Assoziationen hervorruft. Diktatoren greifen darauf zurück; Kommunisten haben es  früher angewendet, aber in den modernen Demokratien geht es ja um die freie Meinungsäußerung… es sei denn, sie steht den Herrschenden etwa nicht im Kollisionskurs. Was tun also Demokratien, um gleichzeitig Zensur einsetzen zu dürfen und dies nicht zu tun? Die Lösung ist einfach und so alt wie die Geschichte der Menschheit. Demokratien verbieten das Wort Zensur, ohne ihre eigene Zensur selbst abzuschaffen, Demokratien erfinden neue Wege, Inhalte zu zensieren, ohne auf die alten primitiven Methoden zurückgreifen zu müssen, jemandem den Mund zuzuschnüren oder jemanden für seine Worte einzusperren. Demokratien erfinden Begriffe wie die Bekämpfung von Desinformation oder Fehlinformation, oder etwa den des Schutzes der Bevölkerung vor böswilligen oder aufstachelnden falschen Nachrichten und Ideen. Das war’s! Zensur in einer Demokratie? Gott bewahre! Dennoch werden Sie zustimmen, dass Lügen unterdrückt werden müssen, oder nicht?

Der Mensch will instinktiv die Wahrheit kennenlernen und ein richtiges Urteil darüber fällen können. Um die Wahrheit zu erfahren und um ein richtiges Urteil fällen zu können, braucht man Informationen, man braucht vielfältige Informationen aus unterschiedlichen, politisch oder ideologisch gegensätzlichen Quellen. Nur dann kann man die Wahrheit herausfinden, nur dann kann man ein richtiges Urteil fällen. Daher ist es notwendig, verschiedene Informationsquellen zu konfrontieren. Audiatur et altera pars, wie die Römer zu sagen pflegten: Lass auch die andere Partei zu Wort kommen.

Wie steht es mit Fehlinformation oder Desinformation? Wenn Fehlinformationen oder Desinformationen zusammen mit den echten Informationen in Umlauf gebracht werden, werden die letzteren auf lange Sicht die Oberhand gewinnen. Die Wahrheit setzt sich immer durch. Wie jemand sagte: Man kann nicht immer alle Menschen täuschen. Wenn, drehen wir mal das Ganze einmal um: Wenn Informationen unter irgendeinem edlen Vorwand unterdrückt werden, wenn Sie bestraft, eingeschüchtert oder lächerlich gemacht werden, weil Sie verschiedene Informationsquellen konsultieren wollen, dann können Sie sicher sein, dass diejenigen, die Sie bestrafen, einschüchtern oder lächerlich machen wollen, Sie mit Lügen gefüttert haben und nun Angst haben, dass Sie ihre Lügen aufdecken werden. Glauben Sie dabei wirklich, dass die Verlogenheit solcher Drahtzieher dann später aufgedeckt werden würde? Das ist ein Lackmustest, der uns allen zur Verfügung steht. Sie müssen kein Experte für irgendetwas sein, Sie müssen nur wachsam sein: Wenn die Mächtigen nicht wollen, dass Sie nach anderen Informationsquellen suchen, bedeutet dies eindeutig, dass sie etwas verheimlichen wollen und Angst davor haben, mit der Wahrheit konfrontiert zu werden.

Quid est veritas? hat mal bekanntermaßen Pilatus gefragt. Ja, wo ist die Wahrheit? Es mag nicht einfach sein, die Wahrheit zu finden, aber eines ist sicher: Wir werden sie niemals finden, ohne verschiedene Informationsquellen zum Vergleich heranzuziehen, ohne sie uns gegenüber verschiedenen, gegensätzlichen Argumenten zu konfrontieren. Zumindest so viel gilt als Wahrheit. Es mag sein, dass Sie keine Lust haben, sich mit verschiedenen Phänomenen, Ereignissen und Nachrichten zu befassen: Warum auch, es kostet viel Zeit und Mühe, und wir alle haben unser Leben zu leben, unsere Arbeit zu erledigen, uns um unsere Familien zu kümmern, unsere Arbeit zu machen. Daran ist nichts auszusetzen. Deshalb delegieren die Gesellschaften einige wenige Personen – wie Journalisten oder Historiker – die die Arbeit für den Rest von uns erledigen und sich darum bemühen, uns die Ergebnisse ihrer Recherche zu präsentieren. So sollte es auch sein. Die einzige Aufgabe, die uns – den Verbrauchern der Untersuchungsarbeit anderer – gestellt wird, besteht darin, uns mit den von anderen durchgeführten Untersuchungen vertraut zu machen, und zwar nach dem gleichwohl soliden Grundsatz, dass wir die uns präsentierten Informations- und Argumentationsquellen bewerten müssen. In dem Moment, in dem uns das verwehrt wird, wissen wir, dass wir belogen werden, wissen wir, dass wir von der Wahrheit abgeschnitten werden.

Es gibt viele, viele Menschen, die sich für den Weltfrieden einsetzen. Viele von ihnen schließen sich Organisationen an und nehmen an Demonstrationen zur Unterstützung des internationalen Friedens teil. Doch das sind meist nur leere Gesten. Es reicht nicht aus, zu rufen: Gebt dem Frieden eine Chance! Vielmehr müssen wir alle dazu ermutigt werden, der anderen Konfliktpartei ein faires Gehör zu schenken. Der Frieden schwindet, wenn nur eine Argumentation gilt und folglich befolgt wird. Der Frieden schwindet, wenn eine Argumentation, die als richtig angesehen wird, es uns unmöglich macht, unsere Gegner zu verstehen. Eine Argumentation macht uns zu rücksichtslosen Automaten, die glauben, die Realität zu kennen, die sich sicher sind, die Wahrheit zu kennen, während das gar nicht stimmt. Wenn Sie dem Frieden eine Chance geben wollen, ermutigen Sie die Menschen, zuzuhören und zu lesen, was die andere Konfliktpartei zu sagen hat; wenn Sie dem Frieden eine Chance geben wollen, erklären Sie denjenigen den Krieg, die ausgewählte Informationsquellen und Argumente unterdrücken. Sobald Sie die Argumente der anderen Partei kennen, wird Ihre kriegerische Haltung ja für vielleicht immer verschwinden oder zumindest deutlich ausklingen. Wenn Sie sich dagegen in Ihrer eigenen Welt der vermeintlich wahren Ideen verschanzen, werden Sie in einem bösartigen Zermürbungskonflikt enden, umso mehr, wenn die andere Konfliktpartei dasselbe tut.

Es erfordert intellektuellen Mut, zu denken. Ja, echtes Denken ist ein Akt des Mutes. Es ist ein mutiger Akt, dem Gedanken zuzugeben, dass meine Einstellung zu einem Ereignis, mein Glaube an eine Idee, meine Bewertung der Realität, vielleicht nicht ganz richtig sind. Vielleicht ist da alles falsch? Es ist ein Akt großen Mutes, zuzugeben, dass mein Gegner vielleicht nicht ganz unrecht hat, dass mein Gegner vielleicht recht hat, vielleicht… absolut recht. Es ist wahrscheinlich einfacher, in den physischen Krieg zu ziehen und in den Schützengräben zu kämpfen, als das eigene Ego zu unterwerfen und die eigenen liebgewonnenen Überzeugungen aufzugeben. Nicht umsonst sagten die Römer: Imperare sibi maximum est imperium, oder: Sich selbst zu herrschen ist die höchste Form der Macht. Es ist wirklich viel einfacher, Truppen im Feld zu befehligen oder Schwierigkeiten zu ertragen, als zuzugeben, dass das, was man als heilige Wahrheit betrachtet, nicht wahr ist.

 

Gefira Financial Bulletin #86 ist jetzt erhältlich

  • Die zwei Wege der ruthenischen Welt
  • Wohin, Russland?
  • Eine noch auffälligere Analogie
  • Welchen Weg wählt eine politische Klasse

Wie kommt das in einer Demokratie zustande?

Demokratie? Stellen Sie sich eine kleine Stadt irgendwo in den Vereinigten Staaten vor, die von ihren Einwohnern regiert wird. Mit anderen Worten: Stellen Sie sich vor, sie praktizieren Demokratie. Sicherlich delegieren sie die Verwaltungsarbeit an einige wenige Vertreter: Die anderen müssen sich ja um ihre alltäglichen Angelegenheiten kümmern. Von Zeit zu Zeit halten die Einwohner der Stadt eine Versammlung ab, eine Kundgebung. Einige von ihnen bringen einen Vorschlag ein. Wir brauchen eine Schule; wir müssen ein Krankenhaus bauen; wir müssen einige Straßen reparieren; wir brauchen dies, wir brauchen das. Sobald sie sich auf ein Projekt geeinigt haben, müssen sie von jeder Familie einen Teil des Geldes beisteuern. Werden die Menschen zustimmen? Natürlich werden sie das. Sie werden unterschiedlicher Meinung darüber sein, ob es besser ist, zuerst eine Schule oder ein Krankenhaus zu bauen; sie können unterschiedliche Meinungen darüber haben, wie groß ein Schulgebäude sein sollte; sie können unterschiedlicher Meinung darüber sein, wie viel Geld sie ausgeben wollen, sie können sich darauf einigen, mehr Geld von den reicheren Einwohnern zu verlangen, und so weiter.

Nun stellen Sie sich vor, dass jemand den Vorschlag macht, eine beträchtliche Anzahl von Ausländern einzuladen, vollkommene Fremde mit einer anderen Religion, einer anderen Sprache und einer anderen Kultur, sich in der Stadt niederzulassen, und vorschlägt, dass die Einwohner der Stadt für alles aufkommen, was die Neuankömmlinge für Monate oder vielleicht Jahre brauchen werden. Stellen Sie sich vor, ein solcher Vorschlag wird zur Abstimmung gestellt. Welche Ergebnisse würden Sie erwarten? Offensichtlich wird niemand Monat für Monat für den Unterhalt einer venezolanischen oder somalischen Familie aufkommen. Stellen Sie sich vor, jemand schlägt vor, ein paar Jugendliche aus dieser Stadt – Söhne, Brüder, jemandes Ehemänner – in den Kampf gegen einen Haufen Russen oder Iraker Tausende von Kilometern entfernt zu schicken, um die Ukrainer zu schützen oder einer Stadt im Irak die Demokratie zu bringen. Was glauben Sie, wie viele Einwohner dieser theoretischen Stadt wären mit dieser Idee einverstanden?

Das ist echte Demokratie, das heißt: der Ausdruck des Volkswillens, der Ausdruck des kollektiven Volkswillens und dessen Umsetzung. Eine Zusammenfassung solcher Städte und Dörfer sollte in ähnlicher Weise handeln. In Wirklichkeit verhalten sich Tausende solcher Städte und Dörfer, die gemeinsam als Staat – als Nation – als demokratische Republik bezeichnet werden, völlig entgegengesetzt zu dem, was wir oben beschrieben haben. Einige wenige Menschen – relativ wenige Menschen -, die mit der Macht betraut sind, machen eine Politik, die die Bürger – d. h. die Einwohner dieser Tausenden von Städten und Dörfern – niemals gutheißen würden. Schlimmer noch, diese Millionen von Bürgern werden gezwungen, für die Projekte zu zahlen, die überhaupt nicht in ihrem Interesse liegen.

Kaum jemand (um nicht zu sagen: niemand) ist bereit, völlig Fremde aus Afrika oder Asien mit ihren Familien jahrelang in ihren Häusern aufzunehmen und zu versorgen. Aber ein Staat, ein demokratischer Staat – angeblich eine Ansammlung von Millionen solcher Familien, die die theoretische Stadt aus unserem Gedankenexperiment bilden – nimmt Millionen von Ausländern auf und bezahlt für ihren Lebensunterhalt. Wie kommt das zustande in einer… Demokratie?

Vorbereitung für neue Handelskriege

Donald Trump will Zölle für Produkte aus China sogar bis zu 60% erhöhen, und Demokraten werden auch dem Protektonismus der Republikaner mindestens teilweise zustimmen müssen, denn sonst wird der Markt mit chinesischen Produkten überflutet und die einheimische Industrie gefährdet. In den letzten Jahren investierten westliche Unternehmen und Fonds massiv in China, nun ziehen sie sich aus China zurück.

Quelle: bloomberg.com

Im zweiten Quartal 2024 wurden 15 Mrd. Dollar aus China zurückgezogen. Gleichzeitig steigen Exporte aus dem Reich der Mitte, da Unternehmen ihre Vorräte an chinesischen Teilen, Komponenten, usw. erhöhen, um dann von möglichen Handelskriegen nicht so sehr beeinträchtigt zu werden. Einfach ausgedrückt: Wir kaufen in China, was wir können, aber wir investieren dort nicht mehr. Diese Strategie wird von vielen Ländern verfolgt. Das führt dazu, dass auch Frachtkosten steigen. Unten finden sie Transportkosten aus Haupthäfen in China (Containerized Freight Index – grüne Linie). Die Situation ähnelt der nach dem Ende der Pandemie, als die Inflation zu toben begann.

Quelle. tradingeconomics.com

Unternehmen füllen ihre Lager und Politiker werden eine harte Nuss zu knacken haben, wenn die Inflation durch Handelskriege steigen wird. Schon jetzt glauben 59% der Amerikaner, dass ihr Land sich in einer Rezession befindet und das trotz guter Wirtschaftsdaten.

Es sei daran erinnert, dass die Entwicklung der Weltwirtschaft seit mehreren Jahrzehnten dem Freihandel  zu verdanken war, wobei der Schwerpunkt auf China lag. Inzwischen soll dieser Prozess gestoppt werden, und viele Amerikaner wünschen sich sogar, dass er rückgängig gemacht wird. Dies wird vielen europäischen oder amerikanischen Unternehmen zugutekommen, leider wird dies zu Lasten der normalen Bürger gehen, die für viele Produkte mehr bezahlen werden. Dies wird die Inflation anheizen und gleichzeitig die Wirtschaft verlangsamen. Ein solcher Zustand wird als Stagflation bezeichnet. Die Stagflation ist also ein mögliches Szenario, da auf den Märkten die Abwärtsrisiken dominieren, darunter geopolitische Spannungen und die Fragmentierung des Handels.

 

 

AU10TIX oder wie Israelis handeln

AU10TIX ist ein israelischer Identitätsnachrichtendienst, der Personen oder Unternehmen im Internet verifiziert. Personen, die z.B. auf Twitter (X) verdienen wollen, müssen von AU10TIX kontrolliert werden (ihre Identität wird geprüft und beglaubigt). Alles wäre schön und korrekt, es gibt aber zwei skandalöse Fakten zum israelischen Unternehmen:

1. AU10TIX hat enge Verbindungen zum israelischen Geheimdienst. Es wurde von Mitgliedern der israelischen Elitegeheimdienste Shin Bet und Einheit 8200 gegründet. Der Vorstandsvorsitzende Ton Atzomm war Mitglied der Einheit 8200, die für ihre Überwachung von Palästinensern und die Verwendung der gewonnenen Informationen zur politischen Verfolgung und Spaltung der Palästinenser bekannt ist. Der Vizepräsident für den Vertrieb in Europa, dem Nahen Osten und Afrika, Edo Soroka, war zuvor für das israelische Startup AnyVision tätig, dem die Überwachung von Palästinensern im besetzten Westjordanland vorgeworfen wird. Erez Hershkovitz arbeitete zuvor für das israelische Unternehmen Voyager Labs, das von Meta verklagt wurde, weil es Dutzende von gefälschten Facebook-Konten benutzt hatte, um Daten von mehr als einer halben Million Nutzer zu sammeln.

2. AU10TIX erlitt eine schwerwiegende Sicherheitsverletzung, bei der die persönlichen Daten von Millionen von Nutzern seiner Kunden publik gemacht wurden. Zu den betroffenen Kunden des im Juni 2024 entdeckten Skandals, gehören einige der bekanntesten Unternehmen der Welt, darunter X, TikTok, LinkedIn, Coinbase, eToro, PayPal, Fiverr, Upwork, Bumble und Uber. Bekannt gegeben wurden Namen, Geburtsdaten, Nationalitäten und Bilder von Ausweisdokumenten wie Führerscheinen und Pässen, Gesichtsscans und Authentifizierungsmetriken für Dokumente und Fotos. Eine massive Sicherheitslücke mit unvorhersehbaren Langzeitfolgen. Die offengelegten Daten könnten von Cyberkriminellen für verschiedene illegale Zwecke wie Identitätsdiebstahl, Finanzbetrug oder sogar Erpressung verwendet werden.

Es werfen sich einige Fragen auf: 

1. Wie steht es mit der amerikanisch-israelischen Freundschaft und Allianz?
2. Wozu will der israelische Nachrichtendienst die Daten von Millionen Amerikanern sammeln – verwalten kontrollieren?
3. Wieso erlauben die US-Dienste solche tiefen Eingriffe in die Sicherheit der US-Bürger?

Triade

Jeder westeuropäische Staat ist gesellschaftlich in drei Kasten unterteilt: die einheimische weiße Bevölkerung, ausländische Siedler und die politische Klasse.

Die einheimische weiße Bevölkerung ist ethnisch monolithisch: Deutschland ist das Land der Deutschen, Frankreich ist das Land der Franzosen, England ist das Land der Engländer, Schweden ist das Land der Schweden, Italien ist das Land der Italiener, und so weiter und so fort. Gelegentliche Vermischungen mit anderen Ethnien sind (i) unbedeutend und (ii) kulturell fast identisch, da sie (post-)christlich, weiß und europäisch sind. Solche Ethnien haben sich im Laufe der Jahrhunderte vermischt und eine quasi neue Nation der Briten gebildet, die die Menschen aus England, Wales, Schottland und Irland vereint, oder die der Spanier mit ihrer katalanischen Untergruppe usw.

Die Siedler, die in den Massenmedien irreführenderweise als Migranten und nicht als (was weitaus zutreffender wäre) Immigranten  bezeichnet werden, nehmen zahlenmäßig zu, sind aber keineswegs eine monolithische Gruppe. Die Siedler kommen aus einer Vielzahl von Ethnien, Glaubensrichtungen und Kulturen und bilden in der Regel Enklaven oder Ghettos oder No-Go-Zonen oder Ministaaten innerhalb des Staates. Sie integrieren oder assimilieren sich kaum, aber sie sind ein privilegierter Teil jeder westlichen Gesellschaft, da die Behörden, die Polizei und alle sozialen Einrichtungen sie unterstützen und vor dem Zorn der einheimischen Bevölkerung schützen.

Die politische Klasse ist globalistisch, supranational und als solche äußerst feindselig gegenüber ihrer eigenen Ethnie. In jedem westlichen Land unterdrückt sie die weiße – noch – zahlenmäßig dominante Mehrheit und erhebt die vielen Minderheiten. Die politische Klasse ist entvölkert und verleugnet jede wirkliche Verbindung mit der nationalen Basis, aus der sie einst hervorging. Die politische Klasse hat kein Gefühl nationaler oder religiöser Verbundenheit oder Zugehörigkeit zu den einheimischen Nationen, die sie regiert: Sie denkt nicht an die Interessen Großbritanniens oder Frankreichs oder Deutschlands oder Italiens. Sie denken nur an ihr eigenes Wohlergehen.

So wurde die alte Marxsche Unterteilung in Ausbeuter und Ausgebeutete (bzw. Besitzende und Habenichtse) durch die Unterteilung in unterprivilegierte Einheimische und privilegierte Zuzügler ersetzt. Diese beiden können von der politischen Klasse geschickt gegeneinander ausgespielt werden und werden es auch. Folglich halten sich diese beiden gegenseitig in Schach und lassen die politische Klasse die politische Klasse bleiben. Dass die Siedler privilegiert sind, versteht sich von selbst. Sie können von der weißen Mehrheit nicht kritisiert werden. Jeder Angehörige der Mehrheit, der es wagt, dies zu tun, wird sofort als Rassist beschuldigt, was nach dem Antisemitismus das abscheulichste Verbrechen ist. Ausgewählte Siedler werden in die höchsten Positionen in Staat und Verwaltung befördert. Die weiße Mehrheit begegnet ihren Gesichtern in großer Zahl in den Massenmedien, der Unterhaltung, dem Sport und der Werbung. Die rassisch fremden Siedler werden in historische Rollen der Helden der Vergangenheit der weißen Nationen besetzt. Die Geschichte wird übrigens umgeschrieben, um den Ureinwohnern einzutrichtern, dass sie schon immer Gesellschaften mit verschiedenen Ethnien waren. Gemessen an der Überrepräsentation der Siedler in Kultur und Politik kann man den Eindruck gewinnen, dass Frankreich oder das Vereinigte Königreich keine mehrheitlich weißen Länder sind.

Im alten Rom war es ganz ähnlich. Nachdem das Imperium den größten Teil des Mittelmeerraums erobert hatte, begann es, Fremde anzuwerben, die zunächst einfache Arbeiten verrichteten, mit der Zeit aber immer höhere Positionen einnahmen. Auch das Vereinigte Königreich, Frankreich, Belgien und die Niederlande hatten ihre überseeischen Imperien. Es zeigt sich, dass sie alle den gleichen politischen und historischen Weg gegangen sind wie einst das Römische Reich. Zunächst zwangen die westlichen Mächte den fernen Ländern ihren Willen auf, und später akzeptierten sie die Fremden auf ihrem eigenen europäischen Boden, so dass sie nach und nach immer wichtigere Machtpositionen einnehmen konnten.

Abgesehen davon, dass die politische Klasse die Siedler gegen die einheimische Bevölkerung ausspielt, beschäftigt sie beide mit (i) Ökologie, (ii) sexueller Perversität, (iii) und Krieg gegen Russland, China und einige andere kleinere “Schurkenstaaten”. Ein durchschnittlicher Bürger Deutschlands oder Frankreichs, Italiens oder Großbritanniens – wenn er sich für irgendetwas jenseits seiner persönlichen Angelegenheiten interessiert – wird dazu ermutigt, sich dem Kreuzzug zur Verteidigung des Klimas anzuschließen, die Verwendung der vielen richtigen Personalpronomen für die vielen Geschlechter zu propagieren und regelmäßig an Zwei-Minuten-Hass-Sitzungen teilzunehmen, die sich gegen die verschiedenen Diktatoren richten, die die Oberfläche der Mutter Erde betreten.

Die politische Klasse verspricht eine glänzende Zukunft für alle, die sich an dem ökologischen, sozialen und politischen Projekt beteiligen. Da der Durchschnittsbürger eines jeden westlichen Landes so gut wie nichts über Geschichte, Wirtschaft, Finanzen und Biologie weiß, fällt er leicht auf die Versprechungen einer strahlenden Zukunft herein. Die Menschen sind schon immer solchen Versprechungen zum Opfer gefallen. Immer. In gewissem Sinne kann sich die politische Klasse also darauf verlassen, dass ihre Position durch nichts bedroht wird. Und doch, wenn sie nur in der Vergangenheit graben würden, würden sie erkennen, dass das Schicksal des alten Roms auch ihr Schicksal ist. Aber dann wäre es ihnen wohl immer noch egal, solange sie ihre Macht und ihren Reichtum bewahren können. Die römische Aristokratie nahm einige Mitglieder der barbarischen Invasoren in ihren Reihen auf und spielte weiterhin die Rolle der Aristokratie, auch wenn ihre nachfolgenden Generationen allmählich aufhörten, Latein zu sprechen, und schrittweise begannen, Italienisch, Französisch, Spanisch, später Deutsch und Englisch zu sprechen. Doch das war ihnen egal, solange sie ihre Schlösser und Tausende von Leibeigenen hatten. Latein wurde als Sprache der Religion, der Politik und der Wissenschaft beibehalten, und das wird auch das Englische eine Zeit lang.

Bedenken Sie. Rishi Sunaks Großeltern lebten in Indien, seine Eltern lebten in Afrika, er war eine Zeit lang Premierminister des Vereinigten Königreichs; Kamala Harris ist eine Amerikanerin jamaikanischer und indischer Herkunft. Wenn schon weiße britische oder amerikanische Mitglieder der herrschenden Klasse in so hohem Maße entartet sind, um wie viel mehr dann Menschen, deren unmittelbare Abstammung so sehr fremd ist?

Der Rattenfänger von Hameln

Es war der 8. Parteitag der Sozialistischen Einheitspartei Deutschland (SED), der im Mai 1981 in Ost-Berlin stattfand. Alle anderen sozialistischen Parteien hatten ihre Delegationen entsandt. Michail Suslow, ein hochrangiger Apparatschik, vertrat die Kommunistische Partei der Sowjetunion (KPdSU). Während des Kongresses hielt er eine fast halbstündige Rede. Die Rede war die übliche Klatsche, dass der Sozialismus überall auf der Welt gewinnt und der Kapitalismus verliert. Genosse Suslow, ansonsten der wichtigste Ideologe der KPdSU, versicherte die ostdeutschen Genossen auch der Unterstützung und Freundschaft Moskaus, der Bewunderung des Kremls für die Errungenschaften der ostdeutschen Kommunisten und dergleichen mehr. Damals wurden solche Reden zu Hunderten von sozialistischen oder kommunistischen Parteiführern in allen sozialistischen Ländern anlässlich von Parteitagen oder nationalen Feiertagen oder Jahrestagen der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution oder Feierlichkeiten zum 1. Mai (Tag der Arbeit) gehalten.

Das war im Jahr 1981. Genosse Suslow war in einem Jahr tot. Erich Honecker, der Führer der SED, wurde in acht Jahren gestürzt; in zehn Jahren gab es keine Sowjetunion mehr. Genosse Honecker, der dem sowjetischen Würdenträger ebenso wie den Delegierten des Kongresses hin und wieder applaudierte, wirkte bei den Worten Michail Suslows selbstzufrieden und fühlte sich rundum wohl. Es wäre ihm nicht in den Sinn gekommen, dass die DDR noch in kaum einem Jahrzehnt ihren historischen Lauf nehmen und von ihrem westlichen, kapitalistischen Nachbarn, der Bundesrepublik Deutschland, einverleibt wird. Es wäre ihm nicht in den Sinn gekommen, dass er in acht Jahren aus seinem Land nach Russland, nun eine postsowjetische Republik fliehen, da Asyl suchen wird und dass ihm dort ein längerer Aufenthalt verwehrt wird. Er hätte nicht gedacht, dass er seine letzten Jahre ausgerechnet in Chile verbringen wird, wohin er schließlich auf Einladung seines Schwiegersohns gehen wird. Es wäre ihm nicht in den Sinn gekommen, dass er von den Ostdeutschen so sehr verabscheut wird; ebenso wenig wäre es ihm in den Sinn gekommen, dass man ihm vor seiner Abreise nach Russland einige Wochen Gastfreundschaft gewähren wird und dass er  damals vor dem Zorn des Volkes, das er regierte,  von einem christlichen Priester geschützt wird. Erich Honecker mag sich jede andere Zukunft als diese vorgestellt haben. Er mag einen Palastputsch befürchtet haben: Das war in sozialistischen Ländern die übliche politische Praxis, und er selbst war auf diese Weise an die Macht gekommen. Er mag sich einen Weltkrieg ausgemalt haben, einen Konflikt zwischen dem West- und dem Ostblock, Feindseligkeiten zwischen der NATO und dem Warschauer Pakt. Sicherlich glaubte er nicht, dass seine geliebte Deutsche Demokratische Republik von heute auf morgen verschwinden wird, und sicherlich war er sich sicher, dass die Sowjetunion, die mit Atomwaffen bewaffnete Supermacht, die ständig eine Besatzung in der Erdumlaufbahn hatte, in absehbarer Zeit weiter existieren wird. Erich Honecker muss sich des Fortbestands des politischen Ostblocks um so sicherer gewesen sein, dass die im Palast der Republik, wo der Kongress stattfand, versammelten Delegierten so enthusiastisch und hoffnungsvoll waren.

Heutige Politiker und Anhänger heutiger Ideologien sollten besser in die Vergangenheit schauen und nachdenken. Sie sollten sich alte Dokumentarfilme ansehen und alte Zeitungen lesen. Sie sollten sich in die Lage der damaligen Menschen versetzen und dann ihre Schlüsse ziehen. Ja, auch das heutige politische Establishment wird trotz der vielen Zusicherungen, dass wir uns auf dem Weg in eine gute Zukunft befinden, seinen Lauf nehmen. Ja, die Spitzenpolitiker von heute werden eines Tages um ihr Leben rennen und vielleicht auf den Philippinen oder in Argentinien Schutz finden. Ja, die politischen Cheerleader von heute werden morgen die Männer und Frauen verabscheuen, denen sie heute noch mit Händen und Füßen dienen. Ja, die Ideologen von heute werden den elenden und unausweichlichen Tod ihrer Ideologien erleben. Einige von ihnen werden ihm von der Unterwelt zusehen.

Und wissen Sie was? Neue Ideologien und neue Ideologen werden auftauchen, um die Menschen zu verführen, und die Menschen werden einer anderen Inkarnation des Rattenfängers von Hameln folgen. Manche aus Überzeugung, manche aus Bequemlichkeit. Nur wenige werden sich wehren. Nur wenige werden sich die Mühe machen, etwas aus der Vergangenheit zu lernen.

Musketenkriege

Vor der Übernahme durch die Europäer, vor allem die Untertanen der britischen Krone, war Neuseeland von den Māori bewohnt, einem Konglomerat verschiedener Stämme, die die beiden Inseln im 14. Jahrhundert besiedelten. Wie bei den Indianern Amerikas üblich, führten die Stämme Kriege um Territorium, Ressourcen, Sklaven und Vorherrschaft. Alles geht den Weg des Irdischen, überall und immer auf dem Planeten Erde. Aufgrund der primitiven Waffen waren die Feindseligkeiten nicht sonderlich verheerend. Als jedoch die weißen Siedler begannen, Musketen gegen die Waren einzutauschen, die die Māori anbieten konnten, wurden diese Musketen zu einem entscheidenden Faktor: Der Stamm mit einer größeren Anzahl von Musketen hatte einen erheblichen militärischen Vorteil und fühlte sich ermutigt, gegen andere Stämme Krieg zu führen, in der Hoffnung auf einen schnellen und leichten Sieg. Kriege wurden auch wegen des in der Vergangenheit erlittenen Unrechts durch einen benachbarten Stamm geführt. Rache war ebenfalls eine treibende Kraft. Und ja, die Stämme, die mit Musketen ausgerüstet waren, gewannen die Oberhand auf dem Schlachtfeld. Die Besiegten lernten jedoch bald ihre Lektion und kauften Musketen von den Weißen, wodurch sich die Waage zu ihren Gunsten neigte. Die für beide Seiten verheerenden Kriege dauerten fast ein halbes Jahrhundert, etwa zwischen 1806 (1805 gewann Napoleon die Schlacht von Austerlitz) und 1845 (1842 endete der erste Opiumkrieg). Tausende von Māori-Männern und -Frauen starben in diesen Feindseligkeiten, während ganze Stämme dezimiert wurden.

Die siegreiche Partei wollte den besiegten Stamm versklaven und die Sklaven zu Tode schuften lassen, um neue Produkte zu haben, mit denen sie mit den britischen Siedlern handeln, mehr Musketen kaufen und weitere Kriege führen konnte. Auch die besiegte Partei wollte alles in ihrer Macht Stehende tun, um alles, was sie besaß, an die Weißen zu verkaufen – einschließlich ihr Land –, um Schusswaffen zu erwerben, den Angreifern zu widerstehen und – natürlich – Rache zu nehmen. Eine unendliche Geschichte. Während sich die Māori-Stämme gegenseitig auslöschten, bereicherten sich die europäischen Siedler und entledigten sich dabei eines Teils der einheimischen Bevölkerung. Anders ausgedrückt: Die Māori machten einfach Platz für die britischen Kolonisatoren, während sie ihre eigene Bevölkerung in den unaufhörlichen Fehden reduzierten. Nur eines der vielen historischen Beispiele dafür, dass eine Partei die anderen zwei oder mehr Parteien gegeneinander aufhetzt und sich dabei bereichert. Eines der vielen historischen Beispiele für ethnisch verwandte Nationen, Staaten und Stämme, die sich von biologisch und kulturell völlig Fremden gegen ihre ethnischen Vettern benutzen lassen.

Daran hat sich seither nichts geändert. Wir haben es zwar nicht mehr mit kulturell rückständigen Stämmen zu tun wie damals, aber wir haben es mit Nationen und Ethnien zu tun, deren Entwicklung nicht sehr weit fortgeschritten ist und die sich leicht gegen ihre ethnischen Vettern ausspielen lassen. In jüngster Zeit konnten wir die gleichen Phänomene im ehemaligen Jugoslawien und in der ehemaligen Sowjetunion beobachten. So wurden die Kroaten gegen die Serben und die Ukrainer gegen die Russen ausgespielt. So wie die Māori Waffen und andere Ausrüstungsgegenstände aus dem Westen erhielten, so erhalten die Ukrainer diese; so wie die Māori das meiste, was sie besaßen, für die Waffen und Ausrüstungsgegenstände eintauschten, so verkaufen die Ukrainer ihr Land und häufen enorme Schulden an; so wie die Māori wild entschlossen waren, andere Māori zu töten, um einer dritten Partei zu gefallen, so ist eine slawische Nation wild entschlossen, eine andere slawische Nation zu töten, um einer dritten Partei zu gefallen. Die Ähnlichkeit ist frappierend. Das Gleiche könnte man über Kroaten und Serben sagen, und in der Tat über Dutzende und Hunderte von Konflikten weltweit. Es stellt sich heraus, dass es Nationen mit einem enormen Minderwertigkeitskomplex gibt, die sich politisch und militärisch ausbeuten lassen, wie die amerikanischen Indianer oder die neuseeländischen Māori-Stämme.

Es gibt Völker – die heutigen Indianer oder Māori –, die bereit sind, als Gladiatoren aufzutreten: Sie sind bereit, den Managern der Welt zu gefallen, indem sie ihre Nachbarn und Cousins töten, um ein Schulterklopfen zu bekommen und um ihr eigenes Leben um ein paar Monate oder Jahre zu verlängern. Es mangelt nicht an Nationen und Ethnien, die bereit sind, Musketen zu kaufen, alles zu verkaufen, was sie haben, und Kriege gegen ihre Nachbarn zu führen, während sie sich gleichzeitig denen beugen, die ihnen die Musketen (Abrams, Challenger, F-16, Satelliteninformationen) liefern und ihnen ihre Ressourcen wegnehmen und ihr Territorium an sich reißen.