Hormuz-Blockade – mögliche Folgen

Die Energiekrise 2022 war ein beispielloser Schock für Europa. Der starke Rückgang der russischen Gas- und Öllieferungen nach der Invasion in der Ukraine, die aus verantwortungslosen Entscheidungen der Brüsseler Politiker resultierte, hat zu Rekordpreisen für Energieträger und einem Anstieg der Inflation geführt. Auf dem Höhepunkt kostete Gas auf den europäischen Börsen zehnmal mehr als der Durchschnitt der vergangenen Jahre, und die EU-Länder konkurrierten um jede LNG-Lieferung, um Unterbrechungen bei der Energieversorgung zu vermeiden.

Vor dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine im Jahr 2022 lieferte Russland etwa 45% des gesamten importierten Gases an die Europäische Union. Im Falle von Öl war der Anteil Russlands etwas geringer, aber immer noch sehr hoch. In den Jahren vor dem Krieg lieferte Russland etwa 25 bis 30% des in der EU nötigen Öls.

Nach dem Verzicht auf das russische Öl im Jahr 2022 hat Europa die Importe dieses Rohstoffs aus dem Nahen Osten (Saudi-Arabien, Irak, Vereinigte Arabische Emirate, Kuwait) erhöht. Derzeit stammen etwa 15 bis 25% des von Europa importierten Öls aus der Golfregion. Die überwiegende Mehrheit dieses Öls muss durch Hormuz transportiert werden. Es ist eine große Abhängigkeit, aber es gibt auch andere Anbieter für Europa: Norwegen, die USA, Westafrika oder Brasilien. Norwegen und die USA sind zusammen für etwa 30% der EU-Ölimporte verantwortlich, d.h. ungefähr so viel, wofür Russland vor 2022 verantwortlich war.

Und was ist mit Gas? Nach der Reduzierung der Lieferungen aus Russland hat die EU ihre LNG-Importe erhöht, vor allem aus Katar. Der Hauptlieferant von LNG für Europa waren jedoch die USA mit einer Beteiligung von ca. 55%. Katar hat einen signifikanten, aber nicht dominanten Anteil (ca. 10-14%). Der Rest der LNG-Importe stammt aus vielen kleineren Quellen (z. B. Algerien, Norwegen oder anderen Ländern). Daher ist die Abhängigkeit vom Nahen Osten in Bezug auf die Einfuhr von Öl und Gas in die EU derzeit viel geringer als die Abhängigkeit von Russland vor 2022.

Obwohl Hormuz hauptsächlich mit Öl und LNG assoziiert wird, ist es auch für viele andere Rohstoffsorten eine wichtige Handelsader. Kunststoffe, Ethylen, Propylen oder sogar Düngemittel (Harnstoff, Ammoniak) fahren durch die Straße. Daher können Störungen im Transport da auch zu steigenden Preisen für Kunststoff, Verpackungen, Autoteile, Dünger usw. führen. Die VAE und Bahrain gehören zu den großen Aluminiumexporteuren (energieintensive Produktion basierend auf billigem Gas). Im Gegenzug passieren die Häfen von Dubai (Jebel Ali), Katar oder Saudi-Arabien Elektronik oder Maschinen.

Resümierend sind steigende Energiepreise unvermeidlich und werden sowohl Europa als auch den Rest der Welt betreffen. Europa sollte jedoch nicht so stark betroffen werden wie im Jahr 2022, da die Energieunabhängigkeit des Alten Kontinents erheblich zugenommen hat. Wenn der Konflikt eskaliert, sind vor allem asiatische Länder wie Indien oder China am anfälligsten für Probleme mit der Energieverfügbarkeit.

Hormuz ist auch für die Länder im Nahen Osten sehr wichtig, weil dort Schiffe mit landwirtschaftlichen Rohstoffen ankommen. Die Golfstaaten sind stark auf Lebensmittelimporte angewiesen, da das Klima (heiß, trocken, wüst) die lokale landwirtschaftliche Produktion einschränkt. Eine langwierige Blockade ist also eher nicht in Sicht.

Krieg im Iran 

Also haben die Vereinigten Staaten den Iran angegriffen. Einige hielten es für unmöglich, andere sind überhaupt nicht überrascht. Um genau zu sein, es waren nicht nur diese Vereinigten Staaten, sondern die Vereinigten Staaten, die mit Israel unter einer Decke steckten, die den Angriff ausführten. Die Rede vom bevorstehenden Krieg mit dem Iran ist seit Jahren in den Medien präsent, daher sind die jüngsten Ereignisse lediglich eine sich selbst erfüllende Prophezeiung. 

Zwei spektakulärste Ereignisse stechen hervor: die absichtliche Ermordung von Al Khamenei, dem obersten geistlichen Führer der schiitischen Muslime, und die (unbeabsichtigte?) Zerstörung einer Schule, in der etwa 150 Schülerinnen getötet wurden. Diese beiden Ereignisse sind stark genug, um die Iraner zu erzürnen und die muslimische Welt zu verärgern. 

Der Iran schlägt zurück. Inwieweit die Vergeltungsmaßnahmen wirksam sind, ist schwer zu sagen, da die westlichen Medien solche Daten nicht melden werden. 

Stellen Sie sich ein ähnliches Ereignis vor, das von Russland verursacht würde… Ja, es würde ein ohrenbetäubendes Geheul durch die westliche Welt gehen, während Putin als ein weiterer Hitler bezeichnet würde. So wie es ist, rechtfertigt der amerikanische Präsident den Angriff auf den Iran damit, dass die Vereinigten Staaten sich verteidigen mussten, weil sie sich von Teheran bedroht fühlten … Komisch. Wenn Russland sagt, es fühle sich durch westliche Militärpräsenz in der Ukraine bedroht, dann wird eine solche Behauptung als unbegründet abgetan; wenn es jedoch die Vereinigten Staaten sind, die behaupten, vom Iran bedroht zu sein, einem Land, das Tausende von Kilometern von Amerika entfernt liegt, dann ist eine solche Behauptung legitim. 

Man könnte meinen, dass auch Blinde die Heuchelei sehen können, aber seien Sie versichert: Es gibt viele, die sie nicht sehen. Wie das Sprichwort sagt: Niemand ist so blind wie der, der nicht sehen will. 

Warum haben die Vereinigten Staaten den Iran angegriffen? Die Antworten sind vielfältig. Zum einen stellte der Iran eine Bedrohung für Israel dar, Amerikas wichtigsten und einflussreichsten Verbündeten. Eine andere ist, dass der Westen die iranischen Öl- und Gasreserven in Besitz nehmen will. Andere behaupten wieder, dass es die fast sechzig Millionen starke christlich-zionistische Gemeinschaft in Amerika ist, die alles in ihrer Macht Stehende getan hat, um den Krieg notwendig zu machen. Christliche Zionisten identifizieren sich mehr mit dem Judentum als mit dem Christentum, und da einige ihrer Mitglieder einflussreiche Politiker und Milliardäre sind, haben sie viel politischen Einfluss. Es wird angenommen, dass Präsident Donald Trump die religiösen Überzeugungen der christlichen Zionisten teilt. Immerhin konvertierte seine Tochter Ivanka zum Judentum, nachdem sie einen jüdischen Mann geheiratet hatte. 

Natürlich ist es nicht nur Geld, das Politiker zum Handeln bringt. Ideologien und Religionen sind gleichermaßen mächtig. Die mittelalterlichen Kreuzfahrer waren von religiösen Prinzipien motiviert; Montezuma, der Herrscher des aztekischen Staates in Mexiko, gab ihnen nach, anstatt sich dem spanischen Einfall zu widersetzen, da er überzeugt war, dass die Spanier Gottes Boten waren. Amerikanische christliche Zionisten tun dasselbe. Ihre Loyalität gilt in erster Linie dem Staat Israel. Gespaltene Loyalitäten sind ein Phänomen, das die Geschichte schon oft bezeugt hat. Religiöse Minderheiten fühlten sich sehr oft mit ihren Landsleuten nicht ethnisch verbunden. Vielmehr fühlten und handelten sie im Einklang mit anderen Ethnien gegen ihre eigene, solange die andere Ethnie dasselbe Glaubensbekenntnis teilte. Dasselbe galt für Ideologien. 

Was war nun der Zweck, Ayatollah Al Khamenei zu töten? Dieser Akt kann den Widerstand des Iran nur verstärken. Der Mord an einem spirituell–religiösen Führer stellt den Krieg in eine andere Dimension. Hinzu kommt der Mord an den 150 Schulmädchen: Iraner jeder ethnischen Zugehörigkeit werden sich lieber um die Regierung scharen, als sie zu verraten. Während die Schulveranstaltung als Fehlkalkulation verstanden werden könnte, war die Tötung des Ayatollahs ohne jeden Zweifel zielgerichtet. Entgegen den Erwartungen der Amerikaner und Israelis ist der Iran weder zerfallen noch zusammengebrochen. Die Iraner haben nicht rebelliert, also ist ein Regimewechsel nicht in Sicht. Was man sich vorstellen kann, ist ein langwieriger Krieg. Washington hatte nicht damit gerechnet, oder doch? 

Warsh, Trump und Dollar

Trump hat kein Glück oder kein Talent, wenn es um die Wahl der Personen für seine Regierung oder Umgebung geht. Ja, Melanie ist vielleicht eine Ausnahme, aber als der Präsident 2018 für den Vorsitzenden der FED Jerome Powell nominierte, kam er mit ihm sofort in Konflikt. Trump will nämlich den Dollar und die Finanzpolitik völlig kontrollieren, was durch das Mandat der FED nicht möglich ist. Powell handelte unabhängig, sah die Gefahr der Rückkehr der Inflation und senkte die Zinssätze nicht, was Trump wütend machte, da er die Konkurrenzfähigkeit der US-Wirtschaft durch den billigeren Dollar erhöhen wollte.

Nun ist die Amtszeit von Powell langsam zu Ende und Trump suchte nach dem entsprechenden Nachfolger. Zuerst wollte er Kevin Hasset, den Chef des Nationalen Wirtschaftsrates (NEC) nominieren, aber dann wurde ihm bewusst, dass er seinen Schlüsselberater weiter in der Nähe haben will. Er entschied sich also für den jungen, aber erfahrenen Warsh. Wird er ihn nicht enttäuschen?

Unter den Zentralbankiers und Mitgliedern der FOMC gibt es zwei Lager: Tauben, die für die Lockerung plädieren, und Habichte, die für die höheren Zinsen sind. Warsh verfolgt aktuell einen hybriden Ansatz, der Elemente der beiden Lager vereint:

  • Lockerung Entgegen seinem früheren Ruf als Inflations-Hardliner befürwortet Warsh derzeit Zinssenkungen. Er argumentiert, dass die aktuelle Geldpolitik zu restriktiv sei. Seine These: Durch Produktivitätsgewinne (KI und Deregulierung) könne die Wirtschaft schneller wachsen, ohne die Inflation anzuheizen, was niedrigere Leitzinsen rechtfertige.
  • Straffung Bei der Bilanz der Fedbleibt er ein Hardliner. Er fordert eine deutliche Verkleinerung der Zentralbankbilanz (aktives Quantitative Tightening – QT) und weniger Markteingriffe. Er glaubt, dass eine kleinere Bilanz Marktverzerrungen reduziert und erst den Spielraum für dauerhaft niedrigere kurzfristige Zinsen schafft.

Ja, ja die KI ist ein Hauptargument in seiner Logik. Sie sei es, so Warsh, für das “Leistungswunder” verantwortlich, das im Wesentlichen desinflationär ist. Wenn Unternehmen mit Hilfe von KI mehr Waren und Dienstleistungen zu geringeren Kosten produzieren können, erhöht dies das Angebot. Der Effekt? Es wird angenommen, dass eine größere Anzahl von Rohstoffen auf dem Markt zu geringeren Herstellungskosten die Preissteigerungen (Inflation) auf natürliche Weise verhindert, selbst wenn die Wirtschaft schnell wächst. Das Wachstum ist jedoch in diesem Fall nicht das Ergebnis des Druckens einer leeren Währung, sondern das Ergebnis einer Produktivitätssteigerung. Warsh vergleicht diese Situation mit der Internet-Revolution der 90er Jahre im letzten Jahrhundert, als die Inflation trotz eines wirtschaftlichen Booms niedrig blieb.

Das mag aber ein Denkfehler sein, denn die KI verbraucht enorme Mengen an Energie, Chips und Ressourcen für Rechenzentren, was kurzfristig die Preise für diese spezifischen Dienste und Rohstoffe erhöhen könnte. Der Leistungseffekt sollte erst in einigen Jahren auftreten, was die Inflation auslösen kann, bevor die KI sie unterdrücken kann. Auch die Verkleinerung der Zentralbankbilanz wird von vielen Analytikern kritisch angesehen. Mal sehen, ob der Senat die Kandidatur von Warsh akzeptieren wird. Auf jeden Fall kann es für Wirbel auf den Märkten sorgen.

Warum müssen Rohstoffe teurer werden?

Gold

Damit eine Goldgrube rentabel ist, müssen sich in der Lagerstätte mindestens 2 Mio. Unzen des Edelmetalls befinden, denn nur dann ist die Förderung für viele Jahre gesichert. In den vorigen Jahren/Jahrzehnten entdeckte man neue Lagerstätten und das Angebot war garantiert. Doch in den letzten zwei Jahren des Goldfiebers, wo überall nach Gold gesucht wurde, entdeckte man in der ganzen Welt keine größere Lagerstätte mehr! Es ist da erste Mal in der Geschichte und natürlich ein Argument für den weiteren Anstieg des Preises.

Erdöl

In den USA läuft Schieferöl aus. Nach den neuesten Daten der Energy Information Administration (EIA) wird die Schieferölproduktion allmählich abnehmen, hauptsächlich aufgrund der Erschöpfung der Lagerstätten. Das Permian Basin, eines der größten und wichtigsten Schieferbecken der Welt, sollte in den folgenden Jahren immer weniger Schieferöl leisten können. Das bevorstehende Versorgungsdefizit und die ständig steigende Nachfrage nach diesem Rohstoff veranlassen die führenden Ölproduzenten, alternative Quellen für die Gewinnung von schwarzem Gold zu suchen, vor allem in Offshore-Lagerstätten. Vielleicht deswegen auch der mögliche Krieg gegen den Iran, um sich da Reserven wie in Venezuela zu sichern.

Metalle und seltene Erden

Der Westen ist, wenn es um Beides geht, völlig von China und Afrika abhängig. Die folgende Graphik zeigt, wie stark die USA von den anderen Ländern abhängig ist, wenn es um Mineralien geht:

Quelle: Elements

Besondere Aufmerksamkeit ist auf die seltenen Erden zu lenken, eine Gruppe von 17 nahezu ununterscheidbaren Schwermetallen mit ähnlichen Eigenschaften, die in den unterschiedlichsten Technologien, in Hochleistungsmagneten, in der Elektronik, in der ganzen Industrie unverzichtbar sind, sowie natürlicher Graphit, der in Lithium-Ionen-Batterien enthalten ist. Als Trump auf China Zölle verhängte, antwortete Peking mit den Beschränkungen der Exporte der seltenen Erden, was nur die geopolitische Lage um die Stoffe verschlechterte.

Die Daten zeigen, dass der Anteil Afrikas an den Ressourcen und der Produktion wichtiger Rohstoffe wie folgt aussieht:

  • Platin: 90% der weltweiten Ressourcen (hauptsächlich Südafrika und Simbabwe). Platin wird in Katalysatoren und Wasserstofftechnologien benötigt.
  • Kobalt: 70-75% der weltweiten Produktion entfallen auf die Demokratische Republik Kongo. Es ist einer der Schlüsselkomponente von Lithium-Ionen-Batterien.
  • Chrom: 85% der weltweiten Bestände von hoher Qualität. Benötigt für die Herstellung von Edelstahl.
  • Mangan: 80% der weltweiten Ressourcen (hauptsächlich Südafrika). Ein Schlüssel zur Herstellung von Stahl und Batterien
  • Tantal: 60-70% der weltweiten Ressourcen (DRK, Ruanda). Unverzichtbar in jedem Smartphone und Laptop (Kondensatoren).
  • Gold: Ca. 40% der weltweiten Ressourcen.

Gleichzeitig ist Afrika immer noch der am wenigsten geologisch untersuchte Kontinent auf der Erde. Kanada gibt jährlich mehr als 2 Milliarden US-Dollar für die Exploration von Feldern aus, während alle afrikanischen Länder nur mehr als 1 Milliarde US-Dollar ausgeben. Dies zeigt, dass, wenn der schwarze Kontinent nicht so politisch instabil wäre, würden da wahrscheinlich viel mehr Vorkommen entdeckt. Außerdem werden immer mehr Gruben von Chinesen kontrolliert (z.B. die Kobalt-Gruben in Kongo), was für den Westen eine echte Bedrohung darstellt.

 

Russische fossile Brennstoffe sind schlecht, aber russische Athleten sind gut 

Polen ist bekanntermaßen unheilbar antirussisch. Einige der antirussischen Initiativen, die gegen die Russische Föderation gerichtet waren, wurden von Warschau umgesetzt; Diejenigen, die von anderen Ländern vorgeschlagen wurden, wurden von Polen eifrig unterstützt. Es gibt polnische Medien wie Fernsehsender, die in Bezug auf Russland und Russen eine sehr starke Sprache verwenden. Diese Sprache enthält Begriffe wie russische Banditen und ähnliches. Nicht besonders diplomatische Sprache. 

Und doch gibt es vier in Russland geborene Vertreter Polens, die an den Olympischen Winterspielen in Mailand Cortina teilgenommen haben: Wladimir Semirunnij (Eisschnelllauf), Ekaterina Kurakowa (Eiskunstlauf), Wladimir Samoilow (Eiskunstlauf) und Julia Chtschetinina (Eiskunstlauf). Wladimir Semirunnij gewann die Silbermedaille beim 10.000-Meter-Rennen. Bei den Olympischen Spielen in Mailand Cortina gewann Polen nur vier Medaillen, von denen eine von einem Russen gewonnen wurde. Um die Sache noch interessanter zu machen, wurden die anderen drei Medaillen (zwei Silber–, eine Bronzemedaille) von einem polnischen Athleten gewonnen – Kacper Tomasiak (Skispringen). Dies kann wie folgt interpretiert werden: Der russische Athlet machte 50% des polnischen Medaillengewinnerteams aus (ja, Tomasiak gewann eine seiner Medaillen im Duo mit Paweł Wąsek, aber das ist ein Detail) und dieser russische Athlet gewann 25% der Medaillen, die an die polnische Vertretung vergeben wurden. Wie steht’s damit? 

Es stellt sich heraus, dass russisches Gas oder Öl schlecht sind, so schlecht, dass Polen es vorzieht, diese Kraftstoffe von anderswo zu kaufen und dafür mehr zu bezahlen, aber russische Athleten sind willkommen, weil sie Medaillen gewinnen können. Es hat sich herausgestellt, dass die antirussischste Nation nicht davor zurückschreckte, russische Sportler und Sportlerinnen aufzunehmen, und sich jetzt über den Gewinn von 25% an olympischen Medaillen freut! Köstlich, nicht wahr? Die Mehrheit der Polen war und ist überglücklich (bestochen vom Erfolg?), einige bleiben allem Russischen feindlich gesinnt. 

Aber das Feindseligste ist – ja, das hättest du erwarten können, oder? – die riesige ukrainische Diaspora in Polen. Eine Aktivistin Natalia Pantschenko beschimpfte Wladimir Semirunnij auf ihrem Facebook-Account. Sie schrieb an Wladimir Semirunnij:  

2019 reist du auf die besetzte Krim.  

Im Jahr 2023 vertrittst du stolz das kriminelle Russland [absichtlich kleingeschriebenes ‘r’].  

Und dann plötzlich – im Jahr 2025 – wird dir am schnellsten die polnische Staatsbürgerschaft verliehen, damit du 2026 als “Pole durch und durch” zu den Olympischen Spielen gehen können. Du gewinnst eine Medaille und plötzlich die Menschen sehen nur noch die Scheibe. Als ob deine früheren Entscheidungen auf magische Weise verdampft wären. 

Was erwartet Natalia Pantschenko nun? Was würde sie von Wladimir Semirunnij erwarten? Würde sie wollen, dass er sich vor ihr niederbeugt? Zur Bandera-Flagge? Nun, Semirunnij tat, was die antirussischen Europäer von allen Russen erwarten: Er verzichtete auf sein Vaterland und beschloss, eine andere Nation zu vertreten, wodurch er seine Missbilligung der Politik des Kremls unterstrich. In jeder Hinsicht hat er seine eigene Nation verraten. Verspätet? Na und? Eine solche Entscheidung braucht Zeit. Warum befriedigt das Natalia Pantschenko nicht? Er hätte unter der Flagge mit dem Emblem einzelner neutraler Athleten an den Olympischen Spielen teilnehmen können. Wenn er Gold gewonnen hätte, hätte er die russische Nationalhymne nicht gehört. Wenn er Gold für Polen gewonnen hätte, hätte er die polnische Nationalhymne gehört. Was hält Natalia Pantschenko aus Sicht des Kremls für schlimmer, verurteilbarer? Ist Wladimir Semirunnijs Entscheidung, Polen zu vertreten – eine Nation, die Russland am feindlichsten gegenübersteht – nicht ein Akt der eklatanten Missachtung Moskaus? 

Ein Beispiel für grobe Ungerechtigkeit

Die Welt stellt die Frage, ob die Vereinigten Staaten den Iran angreifen werden. Manche sagen, sie werden, andere sagen, sie werden es nicht tun. Die Zeit wird es zeigen. Wir werden auch nicht die Zukunft vorhersagen. Ein Weiser sagte einmal, dass Gott, obwohl er den Menschen nach seinem Ebenbild geschaffen hat, drei Dinge ausschließlich für sich selbst reserviert hat: in der Lage zu sein, etwas aus dem Nichts zu machen, das menschliche Gewissen zu beurteilen und die Zukunft zu kennen. Weder wir noch irgendein Experte kennen die Zukunft, und alle Propheten – religiöse oder nicht-religiöse – sind nutzlos. Das Zeug, das sie vermitteln, ist so, dass du und ich ähnliche Prophezeiungen erschaffen können, weil alle Prophezeiungen ungefähr so aussehen: Irgendwo, manchmal, wird jemand etwas tun, wenn jemand irgendwo irgendwann etwas tut oder etwas nicht tut. Die einzige Prophezeiung, die wahr wird, ist der Fahrplan, der die Ankünfte und Abfahrten von Zügen, Bussen und Flugzeugen anzeigt. Auch wenn die Realität von dem abweicht, was der Zeitplan sagt, weicht sie nur ein wenig und nur manchmal ab. Im Vergleich zu religiösen oder nicht-religiösen Prophezeiungen (den berühmten von Nostradamus) weisen Fahrplanprophezeiungen eine punktgenaue Genauigkeit auf und sind zu 99% zuverlässig.

Nachdem wir das gesagt haben, werden wir die Zukunft nicht vorhersagen und solches Prophezeiungsgeschäft als sinnlos ansehen. Wir beschäftigen uns mehr mit dem Warum und Weshalb des zunehmenden Konflikts zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran. Aber Fakten zuerst

Es sind nicht die Vereinigten Staaten gegen den Iran, sondern die Vereinigten Staaten und Israel einerseits und der Iran andererseits. Genauer gesagt: Der Konflikt findet zwischen Israel und dem Iran statt, wobei die Vereinigten Staaten als Rammbock für den jüdischen Staat fungieren.

Tel Aviv will den Iran schwächen, weil Tel Aviv den Iran als seinen größten Feind ansieht. Israel fürchtet Teheran als solches, aber es wird es noch mehr fürchten, wenn Teheran seine eigenen Atomwaffen herstellt. Obwohl Israel durch Jordanien oder Syrien und den Irak vom Iran getrennt ist, befürchtet Tel Aviv, dass der Iran, sobald er seine eigenen Atomwaffen produziert, in der Lage sein wird, einen tödlichen Schlag mit Langstreckenraketen auszuführen.

Will der Iran jetzt Israel angreifen? Laut Tel Aviv ist es so. Ist diese Behauptung begründet? Kaum.

Hat Israel eigene Atomwaffen? Die ganze Welt weiß, dass es so ist. Wenn es Atomwaffen hat, warum sollte dann der Iran oder irgendein anderer Staat tatsächlich auch solche Waffen nicht haben? Israels Behauptung, dass es den Iran fürchtet, insbesondere einen nuklear bewaffneten Iran, kann leicht umgedreht werden, um zu sagen, dass der Iran das nuklear bewaffnete Israel fürchtet. Wessen Angst ist legitimer? Tel Aviv behauptet, friedliche Absichten zu haben, während Teheran kriegerische Pläne hat. Auch hier könnte Teheran die Argumentation umdrehen und genau dasselbe über Tel Aviv sagen. Solche Argumente und Gegenargumente ergeben einfach keinen Sinn. Es ist offensichtlich, dass, wenn ein Land Massenvernichtungswaffen besitzt, sich das andere bedroht fühlt; und es ist nur allzu offensichtlich, dass es einfach ein Beispiel für grobe Ungerechtigkeit ist, einem Land (Israel) den Besitz von Atomwaffen zu gestatten, während es einem anderen Land (Iran) verweigert wird.

Das Bild kann erweitert werden. Warum sollten Frankreich und das Vereinigte Königreich Massenvernichtungswaffen haben und nicht Italien oder Spanien? Warum sollten Pakistan oder Indien solche Waffen haben, aber Gott bewahre, dass Indonesien oder Vietnam sie haben sollten?

Irak, Libyen und Syrien sind durch die Aktionen der Vereinigten Staaten und Israels politisch handlungsunfähig geworden. Jetzt ist der Iran an der Reihe, handlungsunfähig zu werden. Aber warum sollten die Iraner der von Tel Aviv und Washington gezogenen Linie folgen? Warum sollten sie ihren Nationalstolz aufgeben, warum sollten sie sich zu Vasallen Washingtons und Tel Avivs bekehren? Natürlich würde Tel Aviv den Iran gerne in eine Reihe kleinerer Staaten zersplittern sehen, aber warum sollte Teheran Tel Aviv nachgeben? Die iranischen Führer wissen es nur zu gut, dass sie, sobald sie sich der Möglichkeit berauben, Massenvernichtungswaffen herzustellen, sobald sie den amerikanischen (israelischen) Forderungen nachgeben, in Krise, Chaos und endgültigen Zerfall stürzen werden. Sobald sie den militärischen Einfluss verlieren – auch wenn er derzeit noch besteht – werden sie als Freiwild angesehen.

Die iranischen Führer sind sich voll bewusst, was mit Russland passiert ist, nachdem es der Führung des Westens gefolgt war: Es wurde schwach und als solches unfähig, seine grundlegendsten nationalen Interessen zu verteidigen. Sowohl Gorbatschow als auch Jelzin handelten in gutem Glauben gegenüber dem Westen, aber dieser gute Glaube wurde gnadenlos ausgenutzt. Denken Sie an die Wirtschaftskrise, in die Russland geriet und in der es in den 1990er Jahren steckte, denken Sie an die Erweiterung der NATO, die Russland zu erwürgen begann. Sollte der Iran auch nur einen Zentimeter nachgeben, wird ihn sicherlich das gleiche Schicksal heimsuchen. Bereits jetzt hat Teheran von den USA kontrollierte Straßenunruhen und einen zwölftägigen Krieg erlebt, der am 13. Juni 2025 ausbrach und geführt wurde, während die amerikanisch-iranischen Gespräche in vollem Gange waren! Betrachten Sie diese Perfidie.

Erinnert Sie diese Perfidie nicht an die Perfidie der Europäer, die – nachdem sie die Minsker I und Minsker II-Abkommen zwischen der Ukraine und Russland unterzeichnet hatten – diese am folgenden Tag verletzten? Sie werden sich daran erinnert haben, dass sowohl Präsident Hollande als auch Kanzlerin Merkel damit prahlten, dass sie diese Abkommen nur unterzeichnet hätten, um auf Zeit zu spielen und den Gegner einzulullen. Warum sollte Teheran Washington und Tel Aviv glauben? Russland glaubte und verlor mehr als einmal

Während der Irak, Jugoslawien, Libyen und Syrien zu der Zeit, als sie vom Westen angegriffen wurden, isoliert waren, ist dies beim Iran nicht der Fall. Er kann auf die Unterstützung Russlands und Chinas zählen. Das Reich der Mitte kauft viel Öl aus dem Iran (zwischen 13% und 20% seiner Ölimporte) und möchte sicherlich keinen solchen Handelspartner verlieren oder diesen Partner unter US-Dominanz haben.

Warum sollte Druck auf den Iran zur Unterwerfung als gerechtfertigte Maßnahme angesehen werden? Was wäre, wenn die Rollen vertauscht wären? Was wäre, wenn Israel zu einer ähnlichen Unterwerfung unter Druck gesetzt würde? Oder das Vereinigte Königreich? Oder Frankreich?

Ich bin zwanzig

In den 1960er Jahren drehte die Regisseur Marlen Chuziew in der Sowjetunion einen Drama-Spielfilm Ich bin zwanzig (Originaltitel: Sastawa Iljitscha ). Ein großartiger Film über die sowjetische Gesellschaft, über vor allem junge Menschen, die damals und dort lebten, über ihre Träume und ihre Realität. Die Kinokamera zoomt jetzt hinein, jetzt heraus, jetzt schwenkt, jetzt folgt der Bewegung von Protagonisten. Der begleitende Soundtrack – einschließlich echter Radionachrichten und dem Läuten der Kreml-Glocken – vervollständigt die Botschaft, die von den Bildern vermittelt wird. Es gibt eine Menge guter Poesie, während bestimmte Aufnahmen an sich Meisterstücke sind. Der Zuschauer kann mit Erstaunen erfahren, dass die jungen Leute in Moskau die gleichen Kleider und die gleiche Frisur trugen wie ihre westlichen Altersgenossen, dass die jungen Russen in Moskau die gleiche Musik hörten und die gleichen Tänze tanzten wie ihre westlichen Altersgenossen. Ja, es gibt Aufnahmen von der Parade zum Ersten Mai (Tag der Arbeit) und es gibt – wenn auch wenige – Hinweise auf kommunistische Ideale. Diese werden jedoch der Realität des Alltags gegenübergestellt: Die Menschen lebten im Allgemeinen ihr Leben so gut sie konnten, so dass es kaum einen Unterschied zwischen ihnen und ihren westlichen Kollegen gab.

Ja, es gibt eine spürbare Präsenz der jüngsten Vergangenheit, des Großen Vaterländischen Krieges von 1941-1945. Dies kulminiert in der Szene, in der der junge Protagonist mit seinem längst verstorbenen Vater spricht, der in Uniform in Begleitung von Soldaten auftritt. Sie reden über dies und das und schließlich bittet der Sohn seinen Vater um den Ratschlag, welchen Lebensweg er einschlagen soll. Der Vater hält inne und fragt dann seinen Sohn nach dem Alter des Sohnes. Ich bin einundzwanzig, antwortet der Sohn. Und ich bin zwanzig, sagt der Vater und fügt hinzu: Also, ich kann dir keinen Rat geben.

Eine ergreifende Szene. Der Film wurde nur kurz in den Kinos gezeigt und wurde bald aus dem Vertrieb genommen. Warum? Weil der sowjetische Zar – Nikita Chruschtschow – den Film überhaupt nicht mochte. Ein Vater kann – und sollte – seinem Kind immer Ratschläge geben, sagte der sowjetische Zar. Und außerdem, warum zeigt der Film die sowjetische Jugend so, als wäre es die westliche Jugend? Warum konzentriert sich der Film nicht auf die Ideale des Kommunismus? Und so weiter. Nachdem der erste Sekretär der Kommunistischen Partei der Sowjetunion den Filmregisseur geißelte und die Handlung verunglimpfte, folgten die weniger wichtigen Beamten dem Beispiel. Sie haben den Film, den Regisseur und den Drehbuchautor schonungslos zerrissen. Aber wissen Sie was? Der Film wurde aus den Kinos zurückgezogen, nicht weil es Zensur gab oder weil es den obersten Parteibossen nicht gefiel! Nein, auf keinen Fall! Der Film wurde zurückgezogen, weil er von… den einfachen Leuten, von den Gemeinschaften, von den Individuen, die auf der Straße an Ihnen vorbeigehen, verurteilt wurde. Es waren diese Leute, die voller Empörung Petitionen an die Zeitungen schrieben, in denen sie ein Verbot des Films forderten. Erinnert Ihnen das an etwas? Es sollte ja mal.

Nun, poste ein Video auf YouTube mit einem bestimmten Inhalt und dein Video wird von YouTube so entfernt, wie Ich bin zwanzig. Und natürlich ist es nicht YouTube, das dein Video verbietet, sondern die mysteriöse YouTube-Community und ihre mysteriösen Werte. Sie sehen, diese Art von hinterhältiger Zensur war der Sowjetunion nicht eigen. Gar. Einst glaubten die leichtgläubigen Bürger der Sowjetunion, dass es draußen im Westen Meinungsfreiheit gebe. Jetzt wissen sie es besser. Inhalte werden nicht wegen Zensur entfernt, sondern – genau wie in der Sowjetunion – ist es die Gemeinschaft, die einfachen Leute, die begrenzten Zugang zu Informationen über Kunstwerke haben wollen. Sie sehen, es sind nicht die Manager der Welt, sondern Sie und ich, die YouTube (und andere Plattformen) anflehen, ausgewählten Erstellern von Inhalten den Mund zu knebeln.

Um die Sache noch lustiger zu machen, müssen wir wissen, dass Marlen – der Vorname des Regisseurs von Ich bin zwanzig – ein künstlicher Name ist, der sich aus Marx (Mar-) und Lenin (-len) zusammensetzt; Er wurde von Eltern erzogen, die fest an den Kommunismus glaubten, und seine Eltern haben ihm Respekt vor dem System vermittelt.Der erwähnteFilmendetmitden Aufnahmen, die den Wachwechsel am Lenin-Mausoleum zeigen!Dennochwurde sein Kunstwerk als feindselig gegenüber dem Sowjetstaat und schädlich für den Betrachter angesehen.

Ich bin zwanzig wurde erst 1989 veröffentlicht. Sie sehen sich den Film heute an und fragen sich, wie es möglich war, ein solches Kunstwerk zu verbieten, welche mögliche Bedrohung der Film für den mächtigen Staat darstellte, was – was für eine Ironie! – löste sich schließlich auf, ohne dass die Leute diesen vermeintlich gefährlichen Inhalt gesehen hatten!

Wird es nicht dasselbe mit den Inhalten sein, die von YouTube und anderen Plattformen verboten sind? In ein oder drei Jahrzehnten werden wir uns fragen, warum solche Dinge verboten wurden. Und – ja – in einem oder drei Jahrzehnten wird das derzeitige System wie die Sowjetunion zusammenbrechen, ohne dass wir die verbotenen Inhalte gesehen haben. Weil es nicht das Kunstwerk oder die Information ist, die das System töten: Das System tötet sich selbst, weil es auf wackeligen Fundamenten aufgebaut und von Lügen gestützt wird. Immer wieder denken die Manager der Welt, sie könnten Geist und Realität kontrollieren. Wie falsch sie sind!