Das teuerste Rennen der Geschichte

Für diejenigen, die ein wenig die Finanzmärkte verfolgen, es ist kein Geheimnis, dass in der heutigen Zeit zwischen den größten Technologieunternehmen das Rennen im Bereich der künstlichen Intelligenz vor sich geht. KI ist jedoch keine kostenlose Revolution. Um immer effizientere Modelle zu entwickeln, braucht Big Tech Hunderte Milliarden Dollar für Rechenzentren, Server, Chips, Kühlung und Energie. Es ist verblüffend, aber laut einer Analyse der IEA (International Energy Agency) sollen die Rechenzentren zwischen 2025 und 2030 etwa die Hälfte des in den USA produzierten Stroms verbrauchen.

Dies beginnt sich im Cashflow der Großunternehmen der KI-Branche zu widerspiegeln. Das Diagramm unten zeigt die wachsende Kluft zwischen Investitionskosten (Cap Ex) von Big 4, d.h. Amazon, Alphabet, Meta- und Microsoft und ihren zugänglichen liquiden Mitteln (FCF – Free Cash Flow).

Capex von Amazon, Alphabet, Meta und Microsoft (dunkelblau) vs. ihr Free Cash Flow (rot) in Mrd. Dollar samt Prognosen für die kommenden Jahre.

Ab 2023 steigen die Ausgaben dieser Unternehmen kontinuierlich an und werden laut Analysten bis 2030 um das 6-fache höher sein als vor 8 Jahren. 2026 ist die erste echte Prüfung für diese Strategie. Es wird prognostiziert, dass das freie Geld praktisch verschwinden wird und die Schulden steigen werden. In einem Jahr werden wir herausfinden, ob es eine brillante Wette war – oder der teuerste Fehler in der Geschichte der Technologie.

Ein anderes Risiko für Big Tech ist der Wettbewerb. Die Tests zeigen zwar deutlich, dass die chinesischen Modelle immer noch weit hinter den amerikanischen Marktführern zurückbleiben. Obwohl aber die USA immer noch da führend sind, wo der Umfang und die Rechenleistung wichtig sind, ist der technologische Vorteil noch kein Marktvorteil – besonders wenn die billiger, chinesische Alternative für die meisten Geschäftsanwendungen gut genug ist.

Wären Sie gerne der amerikanische Vizepräsident?

Die Gespräche in Islamabad, Pakistan, sind zum Erliegen gekommen. 21 stunden brachten keine Früchte. Obwohl die Amerikaner den Krieg gegen den Iran verloren hatten, erhoben sie ihre Forderungen und strebten offensichtlich keine Einigung an. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sie versuchen, sich neu zu formieren und erneut zuzuschlagen: Sie spielen auf Zeit. Sie haben es schon zweimal getan, also können wir sicher sein, dass sie es wieder tun werden. Sie werden angreifen, während die Verhandlungen in vollem Gange sind, wenn sie wieder aufgenommen werden, und höchstwahrscheinlich werden sie wieder aufgenommen.

Es sind jedoch nicht die Verhandlungen, auf die wir unsere Aufmerksamkeit richten möchten. Es ist die Person des amerikanischen Vizepräsidenten JD Vance. Er wurde von Präsident Donald Trump nach Islamabad geschickt, um die Gespräche durchzuführen. Man könnte denken, JD Vance ist der zweitmächtigste Mann auf dem Planeten Erde. Leider weit gefehlt. JD Vance hatte absolut keine Befugnis, die Verhandlungen zu führen. Elf Mal rief er Donald Trump während seines Aufenthalts in Islamabad an – ein sicheres Zeichen, dass er absolut keinen Spielraum hatte, oder – schlimmer noch – Donald Trump ihm nicht genug vertraute.

Zweitens wurde JD Vance von Jared Kushner (Trumps Schwiegersohn) und Steve Witkoff (beide jüdischer Herkunft) begleitet, die sicherlich geschickt wurden, um den Vizepräsidenten zu führen und dafür zu sorgen, dass er nicht von der für Israel befriedigenden Richtung abweicht.

Drittens rief JD Vance, während er noch an Bord des Flugzeugs nach Washington auf dem Rückweg von Pakistan war, den israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu an und ‘berichtete’ (das ist genau das Wort, das Benjamin Netanjahu benutzte, um den Journalisten über den Anruf Bericht zu erstatten) über die Gespräche. Nennen wir es bei Namen: Der amerikanische Vizepräsident berichtete telefonisch einem ausländischen Staatsoberhaupt, noch bevor er dies persönlich seinem Vorgesetzten, dem Präsidenten der Vereinigten Staaten, tat.

Die Position des amerikanischen Stellvertreters ist nicht beneidenswert! Bei aller Pracht und was auch nicht, JD Vance ist gezwungen, eine Rolle zu spielen, die er sicherlich – wenn er ein Mann mit Ehrgeiz ist – nicht gerne spielt. Es sei denn natürlich, JD Vance ist kein ehrgeiziger Mann, es sei denn, er kümmert sich nur um die Insignien der Macht. Wer weiß?

Wie uns die Dinge verkauft und verpackt werden

Die traditionelle Wirtschaftswissenschaft geht davon aus, dass eine Person Entscheidungen rational und mit Nachdenken trifft. In der Praxis ähnelt der Homo sapiens jedoch selten dem Homo oeconomicus. Es ist keine Maschine, die Gewinne und Verluste kalt berechnet. Es ist ein Wesen, das trotz Millionen von Jahren der Evolution Entscheidungen unter dem Einfluss von Emotionen und unbewussten Impulsen trifft. Behaviorale Ökonomen und Experten für Neuromarketing sind sich dessen bewusst und nutzen das, um uns Produkte und Dienstleistungen zu verkaufen.

Daniel Kahneman, der 2002 den Nobelpreis für Wirtschaft erhielt, hat zusammen mit Amos Tversky gezeigt, dass Menschen Entscheidungen durch Emotionen und Heuristiken (mentale Abkürzungen) treffen. Diese vereinfachten Denkregeln ermöglichen schnelle, aber zugleich meistens nicht treffende Entscheidungen.

Erster von solchen Denkmechanismen ist der Ankereffekt. Es besteht darin, dass die ersten bereitgestellten Informationen – zum Beispiel der Preis – für uns zum Maßstab werden. Zum Beispiel wenn das Geschäft den Preis von 500 auf 300 senkt, sehen Kunden dieses Angebot als eine großartige Gelegenheit, und zwar unabhängig vom tatsächlichen Wert des Produkts.

Der zweite Denkmechanismus ist die Verfügbarkeitsheuristik (Mere-exposure effect): Wir halten Dinge für wichtiger oder wahrscheinlicher, wenn uns sofort ein Beispiel dazu einfällt. Versicherungsanstalten nutzen dies, indem sie in der Werbung konkrete Schadensfälle zeigen und kaufen Versicherungen, die wir vielleicht gar nicht brauchen.

Der dritte ist Gewissheitseffekt: Menschen bevorzugen einen kleinen, aber sicheren Gewinn gegenüber einer Chance auf einen hohen Gewinn. Ein „Gratis-Geschenk zu jeder Bestellung“ verlockt oft besser als ein Gewinnspiel.

Der vierte ist Verlustaversion: Werbespots wie „Angebot endet in 2 Stunden“, „Nur noch 24 Stück übrig in unserem Bestand“ ziehen Kunden wie Magnet. Mit der Verlustaversion ist auch der FOMO-Effekt (Fear of missing out) verbunden. Dadurch treffen die Marktteilnehmer irrationale Entscheidungen unter dem Einfluss von sozialem Druck und der Angst, eine Gelegenheit zu verpassen (siehe letztens die Käufer der Edelmetalle auf der Börse).

Der fünfte ist die kognitive Leichtigkeit: genutzt im Marketing als beständiges Branding und Slogans. Wenn eine Botschaft oft genug wiederholt wird, „flutscht“ sie ohne Widerstand ins Gehirn. Das schafft Vertrauen, selbst wenn keine sachlichen Argumente vorliegen. Das wird gekoppelt mit klarer Darstellung (visueller Leichtigkeit) und inhaltlicher Leichtigkeit (einfache Sprache, Humor).

Der sechste ist der Effekt der Seltenheit. Wenn eine bekannte Marke ein Produkt in limitierter Auflage ankündigt, reagieren die Leute oft mit Begeisterung. Sie sehen darin etwas Exklusives, Seltenes, das ihren Status und ihr Selbstwertgefühl verbessern wird. Ob das Produkt des Preises wert ist, fragt niemand.

Der siebte ist Framing – der Aufbau eines entsprechenden Narrativs.

Der achte ist der Halo-Effekt. Wir glauben den gutaussehenden und gutgekleideten Menschen eher als den durchschnittlichen oder schlecht oder arm aussehenden, auch wenn das ihre Kompetenzen nicht bezeugt.

Das moderne Neuromarketing implantierte schon längst all diese Effekte und geht weiter, indem es auch die neuesten Entdeckungen von Neurobiologie, Kognitionswissenschaft, Psychologie, Datenwissenschaft, künstlicher Intelligenz nutzt. Es untersucht nicht nur das Verhalten von Menschen, sondern auch ihre biologische Grundlage.

Politiker nutzen Neuromarketing massiv und wir fallen darauf rein. Sie reden einfach (Trumps kognitive Leichtigkeit). Sie zeigen uns grausame Bilder von den zerstörten, ukrainischen Städten und sagen: Der Krieg kann bald zu Euch kommen, wenn Ihr nicht mehr Steuer für die Rüstungsausgaben zahlt. Ihr müsst ab sofort Waffen kaufen und produzieren, sonst ist es zu spät (FOMO).

Politiker wollen möglichst geringe Gehaltserhöhungen im öffentlichen Sektor, also hetzen sie die Gewerkschaften an und diese fordern utopische 15% mehr (der Anker). Dann einigen sich beide Seiten auf 5% und die Wählerschaft (die Kunden) sind glücklich (Gewissheitseffekt).

Politiker sprechen niemals von nötigen Steuererhöhungen, sondern von “Investitionen in die Zukunft”. Anstatt von “Einschränkung der Freiheiten” zu sprechen, wird von “Sicherheitsmaßnahmen” gesprochen. Statistik: Die Wähler unterstützen eher ein Programm, das “95% Beschäftigung” verspricht als eines, das von “5% Arbeitslosigkeit” spricht, obwohl es mathematisch dasselbe ist. Beides ist Framing.

Olaf Scholz positionierte sich als Nachfolger von Angela Merkel (indem er sogar ihre Rauten-Geste mit den Händen kopierte) Er nutzte die Tatsache, dass das Gehirn der Wähler mag, was bekannt ist (Mere-Exposure-Effekt). Die Wahl von Scholz war für die Deutschen “kognitiv leicht” – nicht eine Revolution, sondern Stabilität, die ein Gefühl der Sicherheit gab.

Jugendlichkeit, makelloses Aussehen und Energie erzeugten bei Macron und Trudeau einen starken Halo-Effekt. Die Wähler schrieben ihnen unbewusst wirtschaftliche und politische Kompetenz zu (die sie als Neulinge nicht beweisen konnten), weil sie positiv auf ihre allgemeine Präsenz und ihr selbstbewusstes Auftreten reagierten.

Brüssel nutzt ständig Gewissheits- und Verfügbarkeitsheuristik. Es werden Halbwahrheiten, dass die EU für alle Mitgliedsländer günstig sei oder Lügen, dass wir „Ärzte“ aus Somalia oder „Ingenieure“ aus Ruanda brauchen, so lange erzählt und wiederholt, dass für manche Europäer diese Lügen sich wie eine Tatsache anzufühlen beginnen. Es lohne sich nicht aus der EU auszutreten, da die Gelder von EU-Fonds so günstig seien. Dass man durch den Austritt die demographisch und wirtschaftlich vernichtende (grüne; LGBTQ) Ideologie ausrotten könnte, sagt kaum jemand. Dass durch den Austritt die ost- und mitteleuropäischen Länder, die Migration ihrer besten Fachkräfte nach Westeuropa vermieden könnten, sagt kaum jemand.

Ebenso wie in Brüssel glätten Genossen in Peking ihr Volk wie der Wind das Wasser, wie es einst über Herrscher Konfutse sagte. Sie führen ein System elektronischer Überwachung mit tausenden von Kameras und Gesichtserkennung und verpacken es als Sorge für den Bürger (Framing). Die Bürger neigen sich wie die Welle unter dem Druck des Windes und befriedigen sich damit, dass sie im staatlichen Punkten-System auf grün leuchten und dadurch reisen und kleine Freiheiten genießen können. Gewissheitseffekt.

Die Beispiele könnte man noch lange aufzählen. Hauptsache, dass wir die Mechanismen kennen und darauf nicht reinfallen.

EU stürzt sich auf Ungarn

Der letzte (relativ) souveräne Staat innerhalb der Europäischen Union wurde schließlich der ideologischen Linie der EU angepasst. Die FIDESZ-Partei von Viktor Orban hat in Ungarn eine erdrutschartige Niederlage erlitten. Viktor Orban, der amtierende Premierminister, ein Mann, der Washington und Moskau im selben Monat besuchte, der Mann, den das Establishment der Europäischen Union seit sechzehn langen Jahren zutiefst hasste (er bezeichnete ihn auch als Diktator!) wurde gestürzt. Die TISZA-Oppositionspartei und ihr Vorsitzender Peter Magyar gewannen 138 Sitze im ungarischen Parlament mit 199 Sitzen, was es ihnen ermöglicht, die Verfassung im Alleingang zu ändern. Die Brüsseler Bürokraten freuen sich. Wie kam es dazu?

Demokratie ist der Ausdruck des Volkswillens, wie wir wissen, aber der Wille des Volkes ist formbar. Die lange Exposition auf die intensiven Anti-Orban-Propaganda, die seit mehreren Jahren betrieben wird, hat ihre Wirkung gezeigt. Fügen Sie dazu ein paar Fehler hinzu, die von der Orban-Regierung begangen wurden, und Sie haben das ganze Bild. Was waren die Fehler der Regierung? Korruption, die enge Verbindung zwischen den ungarischen Behörden und Präsident Donald Trump, der sich als Kriegstreiber entpuppte, die Tatsache, dass Budapest Israel im Konflikt mit dem Iran unterstützte… Auch die Sanktionen der Europäischen Union gegen Ungarn als Strafe für Viktor Orbans Unabhängigkeit und der einfache Faktor, dass die Ungarn es satthaben, seit so vielen Jahren denselben Führer zu haben.

Das Gesamtergebnis? Das Gesamtergebnis wird sein, dass die Europäische Union monolithischer sein wird als zuvor. Viktor Orban war ein Leuchtturm der Unabhängigkeit und des Widerstands gegen das Diktat Brüssels. Traurigerweise ist die Dampfwalze der Europäischen Union über das Land der Magyaren gelaufen. Schade. Schade, denn Einstimmigkeit ist ein gerader Weg zur Selbstvernichtung. Schade, denn Einstimmigkeit versteinert und verurteilt Ideologie – jede Ideologie – und eine versteinerte und versurteilte Ideologie ist selbstmörderisch, auch wenn sie eine ansonsten gute Ideologie ist. Immer. Demokratien sind stolz darauf, ein System der gegenseitigen Kontrolle zu haben. Ungarn war – wenn auch klein – ein solches System. Dank des Vetorechts könnte dieses kleine Land einige der (irrationaleren) Initiativen der Europäischen Union effektiv blockieren. Jetzt werden alle Parteimitglieder der Europäischen Union ihren Führern klatschen und die Befehle ihrer Führer ausführen. Eine abweichende Stimme verhindert, dass eine Gruppe oder ein System völlig in die Irre geht. Diese abweichende Stimme der Vernunft wird in den kommenden Jahren fehlen. Schade.

Worauf basiert die grüne Ideologie?

Auf unserer Angst selbstverständlich. Die Visionen vom Ende der Welt haben immer Menschen Angst zutiefst bewegt. Dies nutzten die Priester und Herrscher, um Menschenmassen zu kontrollieren. Vielleicht nur die Angst vor Feinden aus dem Ausland war manchmal größer – seien es Germanen für Römer, Mongolen für Osteuropäer oder Putin für den Westen.

Die Grünen basieren auf unserer Angst vor dem Ende der Welt, das aus unserer Schuld bald komme. Die Angst ist eine Art Selbstbeschuldigung und Masochismus.

Einer der Väter des sogenannten Klimawandels, der uns schlaflose Nächte mitbrachte und unser Leben auf den Kopf stellte, war Prof. James Hansen, der für NASA arbeitete. Am 23 Juni 1988 markierte seine Rede vor dem US-Senat eine neue Epoche. Das Märchen über CO2, das für die Klimaerwärmung als einziger Faktor verantwortlich sei, begann. Dass aber ohne Verbrennung der fossilen Brennstoffe in den letzten 200 Jahren der enorme Fortschritt der Menschheit überhaupt möglich war, wird gerne verschwiegen.

In die Falle der grünen Ideologie ist zuerst die Generation der Baby-Boomers reingefallen, da sie Angst vor dem Atomkrieg hatten, die ihnen durch den kalten Krieg eingejagt wurde. Sie sagten Nein zum Atom und Nein zu fossilen Brennstoffen. Die Baby-Boomers stellten Atomkraftwerke gleich mit den Atomwaffen und setzten die ersteren außer Betrieb. Nun selbst Hansen erkannte seine Denkfehler und flehte die Deutschen während einer Demonstration am Brandenburger Tor an, aus dem Atom nicht auszusteigen (03.11.21).

So wie jahrzehntelang die Desinformation über Atom in die Köpfe der Babyboomers gehämmert wurde, so wird den jüngeren Genrationen vorgegaukelt, dass erneuerbare Energiequellen nachhaltiger seien. Schockierend ist es,  wie wenige Menschen durch den Unfall in Tschernobyl gestorben sind. Schockierend ist es, dass durch den Unfall in Fukushima niemand gestorben ist. Aber es waren krasse Ereignisse, mit denen Angst leicht eingeflößt werden konnte.

Schockierend ist es, dass die Effektivität der Offshore-Windparks um 40% niedriger ist als theoretisch angenommen, deswegen muss man 14 Jahre lang warten bis sich die Gesamtkosten auszahlen. Außerdem: Da der Wind nicht immer weht, müssen parallel Gas- oder Kohlekraftwerke bereit sein, Strom ins Netzwerk zu speisen, also die arbeiten in der Praxis ganze Zeit. Wenn nicht, dann endet das so wie im April 2025 in Spanien, wo es zu massiven Blackouts kam. Eine Alternative zu den Gaskraftwerken seien Energiespeicher, aber die erhöhen die Kosten im Falle eines 1GW-Windkraftparks um 10 Mrd. Euro, und verlängern die Zeit, bis sich das Ganze auszahlt auf 29 Jahre. Ökonomischer Wahnsinn.

Ebenso bei Fotovoltaik-Kraftwerken – bei denen braucht man 300 bis 800 mehr Grundstück als bei den traditionellen. Ebenso bei den Elektroautos: bei der Herstellung eines Elektromotors werden 24 Kilo Kupfer benötigt. Der Chemieprofessor Friedrich Schmidt-Bleek vom Institut für Klima in Wuppertal hat berechnet, dass für 24 Kilo Kupfer 8 Tonnen Natur (Boden, Wasser, Sauerstoff, usw.) geopfert werden müssen. Wahnsinn!

Der grüne Wandel macht die Taschen der Europäer leer, Strompreise steigen wahnsinnig. Der grüne Wandel  macht uns von China abhängig, er macht uns schwach. Er macht die Natur kaputt. Besonders in Afrika, wo Kobalt (unentbehrlich für Elektronik und Elektroautos) und andere Rohstoffe auf eine Weise abgebaut werden, die die Umwelt kaputt machen.

Die grünen Ideologen hätten sich auf bekannte Philosophen und Ökonomisten berufen können. Sie hätten sich auf Martin Heidegger berufen können, der davor warnte, die Welt (einschließlich der Natur) ausschließlich als “Bestand” zu behandeln. Sie hätten sich auf Thomas Malthus berufen können, der für die Theorie berühmt wurde, dass das Bevölkerungswachstum die Nahrungsmittelproduktion übersteigen würde, was zu einer Katastrophe führen würde und diese Theorie auf die nicht erneuerbare Energiequellen erweitern. Aber sie taten es nicht, denn sie berufen sich und basieren auf den Terroristen, die sich an das Asphalt mitten in der Stadt ankleben und auf schreienden Mädchen wie Greta, die uns Angst einjagen. Sie basieren auf Parasiten, die Gelder von den Großkonzernen der Ökobranche für ihre „Aktivitäten“ bekommen.

Versorgungsunternehmen für schlechte Zeiten

Der kurze Artikel ist für langfristige Investoren gedacht, die sich von Trumps Reden und Kriegen ablenken lassen und dem in KI, IT und Waffen investierenden Mainstream verführen lässt.

Die auf Englisch sogenannten Utilities sind ein defensiver Sektor der Wirtschaft, der Waren und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs liefert. Menschen können den Gürtel enger schnallen, wenn es um die Kosten für Elektronik, Urlaub oder Autos geht, aber sie können nicht auf Strom, Wasser oder Gas verzichten. Dies macht die Nachfrage nach Dienstleistungen dieser Unternehmen unabhängig vom Wirtschaftsszyklus relativ stabil. Während einer Rezession fallen sie normalerweise weniger als ein breiter Markt, obwohl sie in Zeiten der Euphorie tendenziell langsamer wachsen als Technologieunternehmen oder Industrieunternehmen. Für einen langfristigen Investor ist dies kein Nachteil, sondern ein Vorteil. Ein solcher Sektor kann nämlich als Portfoliostabilisator fungieren.

Das zweite wichtige Element ist das regulatorische Modell. Ein erheblicher Teil der Einnahmen von Unternehmen im Versorgungssektor stammt aus von den Regulierungsbehörden genehmigten Tarifen. Dies begrenzt das Potenzial für sehr dynamisches Wachstum, bietet aber im Gegenzug Berechenbarkeit. Viele dieser Unternehmen agieren als lokale Monopole und müssen daher nicht um den Kunden kämpfen, wie Unternehmen, die in wettbewerbsintensiven Märkten tätig sind.

Auf der anderen Seite gibt es regulatorische Risiken, da Entscheidungen von Amtsträgern die Rentabilität eines Unternehmens beeinflussen können.

Das dritte Argument für solche Unternehmen sind Dividenden. Versorgungsunternehmen gehören zu Sektoren, die den Aktionären traditionell attraktive Teilnahme an ihren Gewinnen anbieten. Ein stabiler Cashflow ermöglicht es solchen Unternehmen, regelmäßig Gewinne zu teilen, und für einen Anleger, der sich auf passives Einkommen konzentriert, ist dies von größter Bedeutung.

Man darf jedoch die Schwächen dieses Sektors nicht vergessen. Der Bau und die Instandhaltung einer Energie-, Gas- oder Wasserversorgungsinfrastruktur erfordert enorme Investitionskosten. Dies führt dazu, dass Versorgungsunternehmen in der Regel hohe Schulden haben. Hohe Schulden an sich sind in der modernen Welt nicht ungewöhnlich, aber sie machen den Sektor empfindlich auf Zinsänderungen. Mit steigenden Zinsen steigen auch die Kosten für die Schuldenbedienung. Daher werden Aktien von Unternehmen in dieser Branche von Anlegern tendenziell ein wenig wie Anleihen wahrgenommen. Wenn die Anleiherenditen steigen, geht ein Teil des Kapitals von diesen Unternehmen weg, was Druck auf ihre Notierungen ausüben kann. Dies sollte jedoch keine Verschlechterung der Geschäftsqualität bedeuten, sondern nur eine Änderung der Präferenzen der Anleger.

Warum können Utilities gerade jetzt einen zusätzlichen Schub für das Wachstum bekommen? Der Versorgungssektor hat in den letzten Jahren ein neues, sehr starkes Argument für Investitionen erhalten. Dies ist die Entwicklung künstlicher Intelligenz. KI funktioniert nicht in einem Vakuum. Hinter jedem Modell, jedem Rechenzentrum und jedem auf künstlicher Intelligenz basierenden Dienst steckt eine riesige Computerinfrastruktur, die riesige Mengen an Strom benötigt. Dies bedeutet, dass die nächste industrielle Revolution durch KI in den kommenden Jahren den Energiebedarf erhöhen und sich vor allem auf die Unternehmen der Stromversorgungsunternehmen positiv auswirken könnte. Deshalb könnte der Sektor, der im Laufe der letzten Jahre als langweilig und uninteressant angesehen wurde, heute einer der größten Nutznießer einer sich verändernden Welt sein. Im Jahr 2026 verhalten sich viele Marktsegmente schlecht, besonders nach dem sehr starken Wachstum der Vorjahre. Einige der defensiveren Sektoren funktionieren momentan relativ gut trotz des Kriegsnarrativs, was zeigt, dass das Kapital wieder nach Stabilität und vorhersehbarem Cashflow sucht.

Konkrete Tipps für Ihre Investitionen? Bitte sehr. Hier ein paar Unternehmen, die regelmäßig ihre Dividende auszahlen und sie steigern (US-Markt): NextEra Energy, Atmos Energy, Essential Utilities, Eversource Energy, und Consolidated Edison.

Thukydides Falle

Die Strategie der USA gegenüber China beruhte in den letzten Jahrzehnten auf der wirtschaftlichen Eröffnung Richtung China, die besonders durch Outsourcing der amerikanischen Produktion in das Reich der Mitte zum Ausdruck kam. Dies war dank Reformen von Deng Xiaoping möglich, der diese Eröffnung ermöglichte und befürwortete. Die nachfolgenden Führer der Volksrepublik China (Jiang Zemin, Hu Jintao) erfüllten mit Eifer Dengs Testament, wobei der derzeitige Führer Xi Jinping eine der wichtigsten Lehren des Vorfahren, die berühmten 24 Zeichen, verletzte. Das Testament Dengs klang wie folgt: Beobachtet kühl und ruhig, sichert eure Positionen. gewinnt Vertrauen, verbergt eure Möglichkeiten, wartet auf eure Zeit, ohne aus der Reihe zu tanzen, hebt euren Kopf nicht hoch, wenn ihr eure Führung bewahren wollt.

Xi tanzte aus der Reihe: überflutete den Westen mit günstigen Waren von einer immer besseren Qualität, verkaufte US-Staatsanleihen, hortete Gold, baute künstliche Inseln für seine Stützpunkte auf fremden Gewässern im Südchinesischen Meer, baute seine Flotte aus, hypersonische Raketen, landete auf dem Mond, half Serben, Iranern, Russen, gewann die Hälfte Afrika für sich, baute die längsten Brücken, Dämme und Städte der Welt. Ein riesiger Kaiser!

Währenddessen überlebte das Kaisertum USA nur dank Innovationen und Produktivitätssteigerung. Das ist zu wenig. Die Amerikaner wissen es und haben in der Reaktion auf die Verzicht Chinas auf Dengs Politik  den Kaiser Trump an die Front geschickt. Die Kanonen donnern nun gegen die Verbündeten Pekings, die Zölle, Sanktionen werden verhängt. Aber… Wenn es so weiter geht kann das auch mit einem kinetischen, direkten Konflikt zwischen den USA und China enden.

Viele Politologen sehen hier Parallelen zu der sogenannten Thukydides Falle. Der altgriechische Thukydides war ein Historiker, dessen Hauptwerk der berühmte “Peloponnes-Krieg” ist, der den Konflikt zwischen den beiden größten polis beschreibt. Die oben erwähnte “Falle” besagt, dass das alte Sparta, das seine Position in Hellas bedroht sah, eine Eskalation mit Athen anstrebte, die die Rolle des Hegemonen beanspruchten. Damals war die griechische Welt bipolar, was zu eskalieren drohte. Dies geschah 431 v. Chr. Laut Thukydides war dieser Krieg unvermeidlich, gerade weil eine der polis den Status eines Hegemonen behalten wollte und der andere diesen Status erhalten wollte. Der Krieg endete aber damit, dass sowohl Spartaner als auch Athener ihre Einflüsse verloren.

Der Historiker Graham T. Allison hat das Konzept von Thukydides Falle erweitert und in seiner Studie 16 Beispiele dafür beschrieben, von denen 12 mit einem Krieg endeten, z. B.:

[1] Ende des 17. bis Mitte des 18. Jahrhunderts – Königreich Frankreich vs. Königreich Großbritannien – Krieg

[2] Mitte des 19. Jahrhunderts – Frankreich vs. Deutsches Reich – Krieg

[3] Mitte des 20. Jahrhunderts – Vereinigte Staaten vs. Japanisches Kaiserreich – Krieg

Das Konzept von Allison wurde von vielen Politikwissenschaftlern z.B. Hal Brands und Michael Beckley, kritisiert. Sie argumentierten, dass in vielen der Fälle, die Allison mit der Thukydides-Falle identifiziert, nicht die drohende Überholung einer alten Hegemonialmacht kriegsauslösend gewesen sei, sondern vielmehr die aufstrebende Macht losschlug, als sich ihr schneller Aufstieg in Stagnation verwandelte.

Zurzeit beobachten wir aber, dass die chinesische Wirtschaft angesichts der neuen Ölkrise und den Zöllen stagnieren kann.