Das Fazit aus Davos: Welteliten haben keine Ahnung, wie die Probleme zu lösen sind

Von der Zusammenkunft der klügsten Köpfe der Wirtschaft und Politik könnte man erwarten, dass sie vor neuen Ideen, wie der immer größeren Unzufriedenheit im Westen entgegenzuwirken ist, sprudeln werden. Das Treffen ist aber im Sande verlaufen, weil da vorwiegend nur stets darüber gejammert wurde, dass die Massen sich nicht mehr am Regieren beteiligen und ihren Führern nicht mehr blind folgen wollen.

Das Treffen in Davos zeigt, wie weit die Eliten im Westen von der Unterschicht ihrer Gesellschaften entfernt sind und wie unfähig sie sind, deren Probleme zu verstehen. Das bestätigt selbst die Wahl des Ortes, wo das Treffen stattfand – in einem attraktiven Kurort im Steuerparadies, und nicht etwa in Molenbeek in Brüssel, in einem Bezirk, der durch Globalisierungspolitik zur Brutstätte für moslemische Terroristen wurde und in den sich seit Jahren kein Europäer traut. Da mussten belgische Sondereinheiten der Polizei eingreifen, um weiteren Attentaten der Terroristen vorzubeugen. So sieht der Alltag für einen durchschnittlichen Belgier, den Bürger Europas, des Westens. Weiterlesen

Die EU, und nicht etwa China oder Japan, besitzt die meisten US-Bundesanleihen

Amerikanische Medien berichteten in der letzten Woche, dass Japan China übertraf und zum Inhaber der meisten US-Bundesanleihen wurde. Es stimmt, wenn man jedes Land einzeln betrachtet. Wenn man sich aber die EU-Länder als einen Gläubiger ansieht, haben sie die größte Position an den Anleihen und zwar seit einem Jahr. Die Zahl der US-Bundesanleihen, die sich im Besitz der EU-Länder befinden, wird leider künstlich wegen einiger Steueroasen zu hoch angesetzt. Außerdem steht diese steigende Position an den amerikanischen Anleihen im Widerspruch zum globalen Trend: eher verkaufen als ankaufen.

Laut der letzten Daten des TIC‘s (Treasury International Capital System), besaß die EU im November 2016 die US-Bundesanleihen im Wert von 1.242 Milliarden Dollar, 9 Milliarden mehr als einen Monat früher. Die EU war einer der drei größten Gläubiger, die im November ihren Anteil an den Anleihen vergrößerten, während China und Japan weiterhin ihren Anteil reduzierten.

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Von der Sowjetunion bis zur EU

Als das sogenannte kommunistische System in den osteuropäischen Ländern zusammenstürzte, übernahmen sie mit Begeisterung die Demokratie und Wirtschaft im westlichen Stil, was kaum wundert, wenn man zivilisatorische Kluft zwischen den beiden politischen Systemen von damals beachtet. Was überraschte, war die Tatsache, dass die Kommunisten von gestern zu den Sozialdemokraten von heute wurden; dass die Feinde des Westens sich über Nacht in seine Freunde verwandelten; den einstigen Gegner des Liberalismus fiel es auf einmal leicht zu seinen Anhängern zu werden; Lakaien Moskaus entpuppten sich als erbitterte Kritiker Moskaus. Ist es möglich, dass sie (i) so einfach von Tag zu Tag zu Kapitalisten wurden und dass (ii) solche Bekehrung scharenweise zu Stande kam?

Heutzutage sind dieselben Menschen an der Macht, die vor 1989 ihre Landsleute nur deswegen bestrafen wollten, dass sie in den Westen ausreisen oder dass sie politische und wirtschaftliche Ideen aus dem Westen gerne in ihrem Land übernehmen wollten; dieselben Menschen sind an der Macht, denen einst nicht einmal eingefallen wäre, vom Warschauer Pakt auszutreten und sich der NATO anzuschließen, weil es angeblich durch die geopolitische Lage ausgeschlossen war, dieselben Menschen begannen nach 1989 sich über die Gegner der EU und der NATO lächerlich zu machen. Weiterlesen

Warum kann die italienische Regierung das Problem der Schmugglerboote auf dem Mittelmeer nicht lösen? Weil sie das nicht will.

Beachtung der Gesetze wird des Öfteren als eine Faustregel angeführt, die die sogenannten populistischen Gruppierungen nicht zu schätzen wissen, nichtsdestotrotz wird die Regel eben von Regierungen missachtet, gerade wenn es um Immigration geht. Das einleuchtende Beispiel dafür ist die Einwanderungspolitik, die 2013 von der Regierung von Letta eingeleitet und vom Renzi‘s Kabinett fortgesetzt wurde.

Im November 2013 begann die Regierung von Letta, der Flüchtlingswelle aus Libyen gegenüberstehend, die Operation „Mare Nostrum“(Unser Meer). Die Libyer flohen vor dem Chaos, der durch den vom Westen inspirierten Umsturz in ihrem Land hervorgerufen worden war. Der Umsturz wurde „arabischer Frühling“ genannt, später stellte sich aber heraus, er sei eher ein Aufstand, der von radikalen Islamisten geleitet wurde. Die Operation beruhte darauf, dass die italienische Kriegsmarine sich damit befasste, den Asylsuchenden an der libyschen Küste zu helfen. Weiterlesen

Die ukrainische PrivatBank verstaatlicht – zwei Oligarchen leeren Taschen ganzer Nation

Am 19. Dezember in der Frühe wachten die Ukrainer in einer neuen wirtschaftlichen Realität auf: das größte ukrainische Geldhaus, die PrivatBank wurde eben verstaatlicht. Bevor das passierte, nutzten zwei Hauptaktionäre der Bank die von Kunden hinterlegten Gelder um ihre Geschäftsimperien aufzubauen und um jüdische Organisationen zu unterstützen. Wie kam es dazu?

Ein Blick in die Vergangenheit. Die Privatbank ist mit 20% Marktanteil und 53 Milliarden Dollar Kapital die größte ukrainische Bank.Die Geschichte der Bank ist für die ukrainischen Verhältnisse untypisch, weil:

  • es war eine der ersten privaten Banken (gegründet 1992);

  • es war die erste Bank, die Zahlkarten einführte und Geldautomaten aufstellte;

  • es war die erste Finanzinstitution in der Ukraine, die den Rating-Beschluss erhielt (Thomson BankWatch International Rating Agency, Fitch IBCA);
  • es war die erste ukrainische Bank, die 1999 ihre Niederlassung im Ausland, auf Zypern, eröffnete;

  • 2001 führte sie Online-Banking ein;

  • 2003 wurde der Bank der STP Excellence Award von der Deutschen Bank verliehen. Weiterlesen

Ist die amerikanische Schiefer-Revolution zu Ende? Schiefergasproduktion verzeichnet Abstieg wegen der sinkenden Zahl der Tiefbohrungen.

Der amerikanische Traum von der energetischen Unabhängigkeit wird wahrscheinlich nie wahr. Es begann mit der sinkenden Erdölförderung. Erdöl und Gas werden in den USA zu 50% von unkonventionellen Quellen gefördert, die Zahl der Tiefbohrungen befindet sich historisch auf einem Tiefpunkt. Die amerikanische energetische Unabhängigkeit schrumpft also und die Hoffnungen, dass Europa fließend mit Flüssiggas versorgt wird, lösen sich in Luft auf. Die USA bleiben Nettoimporteur der Energierohstoffe und es scheint, als würde es so bleiben.

Niemand will in Amerika die Träume von der energetischen Souveränität aufgeben. Den Enthusiasmus, den die Schiefer-Revolution auslöste, teilten auch die prominentesten Politiker, darunter auch Hillary Clinton, die während einer der Debatten im Wahlkampf der Wahrheit zuwider feststellte, dass die USA energetisch unabhängig seien.Die Unabhängigkeit war eher im Falle von Erdgas als im Falle von Erdöl möglich, und das Jahr 2016 wurde als das erste dargestellt, in dem die USA mehr Erdgas aus- als einführen sollten. Weiterlesen

Märkte sind am Ende (2016)

Sehen alle schwarz, dann steigen die Aktienkurse. So lautet wohl eine der Regel für Börsianer, die am 9. November bestätigt wurde. Fragte man damals einen: „Gewinnt Trump?“, lautete die Antwort: „Um Gottes willen! Noch ein Black Swan nach dem Brexit? Höchst unwahrscheinlich!“ Deshalb sanken die Futures der Hauptindizien in den USA in der Nacht vom 8. auf den 9. November dramatisch, um jetzt am Ende des Jahres wieder mal Rekorde zu brechen.

Die Aktien werden nämlich nicht nur von HFT gehandelt, sondern auch von Menschen, die oft daran scheitern, sich von Gefühlen nicht leiten zu lassen. Am 9. November schloss S&P500 gut 38 Punkte höher als am selben Tag in der Frühe. Weiterlesen