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Es kommt sehr oft vor, dass wir auf eine Aussage oder Bemerkung stoßen, in der jemand irgendwo und irgendwann eine Voreingenommenheit oder ein Vorurteil gegen (hier kommt der Name einer ethnischen Gruppe oder des biologischen Geschlechts) zum Ausdruck bringt. Eine solche Aussage oder Bemerkung bewertet die Person, die Vorurteile gegen eine Gruppe, eine Klasse, eine Nation, eine Rasse, eine Kategorie von Menschen hat.

Die Beurteiler von Menschen, die voreingenommene Meinungen äußern, folgen offensichtlich diesem Gedankengang. Sie wachen morgens auf, denken über eine Gruppe von Menschen, eine Nation, eine soziale Klasse nach und entwickeln aus Mangel an einer sinnvollen Beschäftigung, aus Langeweile oder Dummheit oder weiß Gott was, eine negative Meinung über diese Gruppe, diese Nation oder diese Klasse, mit der man noch nie in Kontakt gekommen ist. Sie formulieren Ihre Meinung aus dem Nichts heraus und halten dann hartnäckig an ihr fest, auch wenn Sie mit vielen Vertretern der besagten Gruppe, Nation oder Klasse zusammenkommen und von ihnen positiv beeindruckt sind. Mit einem Wort, Sie schaffen sich eine eigene Welt, und diese erfundene Welt ist für Sie realer als die, die Sie mit Ihren Sinnen wahrnehmen können.

Gütiger Himmel! Ist es nicht genau andersherum? Es ist klar, dass wir uns über nichts und niemanden eine Meinung bilden, bevor wir nicht mit dieser Sache oder dieser Person in Berührung gekommen sind. Stellen Sie sich ein Kind vor, das zum ersten Mal auf ganz einfache Weise von der Existenz der Eskimos erfährt: Es sieht in einem Kinderbuch eine Zeichnung eines Mannes oder vielleicht einer Familie vor dem Hintergrund eines Iglus. Glauben Sie wirklich, dass das Kind Voreingenommenheit oder Vorurteile entwickeln wird? Was ist, wenn die Zeichnung einen gutaussehenden Eisbären und eine Robbe zeigt, die aus einem Loch im Eis kommt? Glauben Sie wirklich, dass das Kind anfängt, Voreingenommenheit und Vorurteile zu entwickeln?

Es stimmt, wir können die Meinung über etwas oder jemanden, kollektiv, von unseren Verwandten, Freunden, Bekannten, aus Büchern oder Filmen übernehmen, aber dann müssen diese Verwandten, Freunde, Bekannten, die Autoren dieser Bücher und die Drehbuchautoren dieser Filme mit der Sache, dem Individuum oder der Gruppe von Individuen in Kontakt gekommen sein, oder sie selbst haben die Meinung von ihren Verwandten, Freunden und Bekannten geerbt, aber dann gilt die gleiche Kette von Ursachen und Ergebnissen, bis wir zu denjenigen kommen, die mit einer Gruppe von Menschen, einer ethnischen Gruppe in Kontakt gekommen waren und durch die Vermischung mit ihnen Erfahrungen gesammelt hatten, die sie zu einer positiven oder negativen Bewertung veranlassten.

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Libération und der neue EU-Skandal

Laurent Joffrin, der Hauptredakteur der französischen „Libération“, die für ihre linke Ansichten bekannt ist, was bisher der Ajatollah der EU, der in seinen Publikationen die EU in den Himmel hob. Auf einmal, gerade zurzeit, als Merkels Ära (zum Glück) zu Ende geht und die SPD an die Macht kommt (Gott erbarme dich unser!), publiziert er Sensationen, die für Erdbeben in Brüssel und vor allem in Luxemburg, das von Journalisten weniger beobachtet wird, sorgen. In seinen neuesten Artikeln beschreibt er, wie verdorben und korrupt die EU-Politiker sind. Enthüllt wurden u.a. Missbrauch bei Spesenrechnungen, Wohnbeihilfen oder bei privater Verwendung von Dienstautos an der Spitze des Europäischen Rechnungshofes (EuRH). Es stellte sich heraus, dass rund um den EuRH ein Staat im Staat entstand, ein Netzwerk aus Beamten und Lobbisten vor allem aus der Europäischen Volkspartei (EVP), die aus den öffentlichen Geldern ihr eigenes Paradies aufbauten. Die Gelder gingen u.a. für Jagd und Partys in luxuriösen Schlössern, wo im Champagnerblasen-Ambiente weitere Machenschaften besprochen wurden. Nummer eins der Clique war ein Rechnungshofmitglied aus Belgien, Karel Pinxten. Der wurde im Herbst vom EuGH verurteilt, weil er 500.000 Euro unrechtmäßig verwendet hatte. Der arme Pinxten – die Kollegen haben ihm dafür das Gehalt um zwei Drittel gekürzt.

Die weiteren Details finden Sie mühelos im Internet. Die brauchen wir hier nicht zu wiederholen. Sie wissen es selbst, wie weit die EU-Eliten wirklichkeitsfremd, heuchlerisch, korrupt und nepotistisch sind. Libération lieferte nur weitere Beweise dafür. Der Vergleich: die EU ist wie die Byzanz, kommt von selbst. Der Unterschied ist: Die Sarazenen sind nicht ante portas, sondern in Millionen tief eingedrungen.

Interessant ist es dabei, dass Donald Tusk, der Präsident der EVP, dazu schweigt. Tusk, der sich neulich, nach der Beendigung seiner durch Merkel ermöglichten Karriere als Präsident des EU-Parlaments (Es war eine Entlohnung für die Zulassung des Baus des Nordstreams als polnischer Ministerpräsident) versucht sich wieder erfolglos auf der politischen Szene in Polen wiederzufinden. Er kritisiert da die regierende Partei Recht und Gerechtigkeit, die in Konflikt mit dem EU-Gerichtshof geraten ist. Na ja, manche Richter, wie der Vorsitzende Koen Lenaerts, haben bei Pinxtens Partys und in seinem Netzwerk mitgemacht, Herr Tusk. Dass Sie zu den unangenehmen Fakten über ihre Kollegen schweigen, verstehen wir: Omertà.

Schweigepflicht galt auch bisher in den westlichen „qualitativen“ Medien. Wer wagte, die EU zu kritisieren, wurde sofort als Russenfreund bezeichnet und mit Dreck beworfen. Zeiten ändern sich? Erlebte Monsieur Joffrin eine innerliche Umwandlung und durchschaute, wie böse der Kolchos, genannt die EU, ist? Von wegen. Wir wetten, dass er weiter auf Bestellung schreibt. Die EVP musste Probleme kriegen, da jetzt Herr Scholz an der Spitze des Bundesreiches der links-grünen Ideen steht und die Sozialisten und Sozialdemokraten Blut der EVP endlich sehen wollten. Sie verstehen Genossen, manchmal muss es eine Säuberung geben.

Johannes 18:38

Er war ein berühmter Vertreter einer hoch entwickelten Zivilisation, einer Zivilisation, die eine Reihe von Kulturen verschluckt und verinnerlicht hatte. Er war der Vertreter eines multikulturellen Staates, der Tausende von Ausländern aufnahm und ihnen die Staatsbürgerschaft verlieh. Er war in die philosophischen und literarischen Strömungen seiner Zeit eingetaucht, er hatte viel Wissen über die physische Welt und die sozialen Institutionen. Dennoch war er nicht in der Lage, gegenüber einem Verurteilten aus einem der entlegensten Winkel des Reiches eine Definition des Begriffs Wahrheit zu formulieren. Er ging nicht nur als derjenige in die Geschichte ein, der seine Hände wusch, um zu versuchen, sich von Schuld und Verantwortung freizusprechen, sondern auch, weil er die (törichte) Frage stellte: Was ist Wahrheit.

Der Verurteilte, der vor ihm stand, hat diese Frage nicht beantwortet. Warum eigentlich? Weil es keinen Zweck hatte. Versuchen Sie dem modernen post-westlichen Intellektuellen zu sagen, was Wahrheit ist, und er wird Sie lächerlich machen und alle Fakten, Daten und deren Interpretation, Argumentation und – ja – den gesunden Menschenverstand in Frage stellen. Er wird keinen Stein in Ihrer Argumentation auf dem anderen lassen. Sie werden von ihm lernen, dass es keine Wahrheit gibt, oder dass wir alle unsere eigenen Wahrheiten haben, oder dass alles relativ und veränderbar ist, und dass der Anspruch auf den Besitz der Wahrheit einer intellektuellen Diktatur gleichkommt, die geradewegs in den – ja, Sie es haben richtig geraten – Faschismus führt.
Deshalb hat der Verurteilte auch nicht versucht, sich auf ein Gespräch darüber einzulassen, was Wahrheit ist, denn niemand ist so blind wie der, der nicht sehen will. Pilatus, dieser erlauchte Vertreter der hochentwickelten Zivilisation, einer Zivilisation, die eine Reihe von Kulturen verschlungen und verinnerlicht hatte, ein Literat, der über alles und jedes Bescheid wusste, blieb mit seiner Frage für alle Ewigkeit. Die Anhänger des Verurteilten, die größtenteils ungebildeten Dummköpfe, die ihren Lebensunterhalt mit einfachem Gewerbe verdienten und irgendwo zwischen dem Mittelmeer und dem Toten Meer lebten, wussten, was Wahrheit ist, sie wussten es in einem solchen Maße, dass sie bereit waren, ihr Leben dafür zu widmen, und so haben ihre geistigen Erben langsam aber sicher das Römische Reich untergraben und den Untergang der Welt derer herbeigeführt, die nicht wussten, was Wahrheit ist. So einfach ist es wirklich.

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Der Kampf ums Wasser

Bekannt ist die These, dass es in dem Konflikt zwischen den Israelis und Palästinenser eigentlich nicht um Politisches geht, sondern um den Zugang zum Wasser. Die israelische Militärverwaltung verhindert seit 1967 nach wie vor systematisch die palästinensische Grundwassererschließung in der West Bank. In Gaza hingegen darf jeder den Brunnen bohren und obwohl die Politik Tel-Avivs da nicht so wie in der Westbank restriktiv ist, gibt es da ein riesiges Problem mit der Wasserqualität. Die Demographie spielt dabei eine große Rolle, da das wasserarme Gaza dicht bevölkert, die wasserreiche Westbank bevölkerungsarm ist. Dieses Problem wird nicht gelöst, da die Israelis die Erweiterung ihres Staates Richtung Osten anstreben.

Im Sechs-Tage-Krieg von 1967 besetzte Israel die syrischen Golan-Höhen und das Westjordanland, um die Wasserversorgung des noch jungen Staates zu sichern. Seitdem werden etwa 90 Prozent des Jordanwassers nach Israel geleitet, und der 250 Kilometer lange Jordan muss außerdem Syrien und Jordanien mit Wasser versorgen. Dass der Jordan so ein kleiner Fluss ist, wird in der Zukunft zu noch mehr Konflikten in der Region führen.

Ähnlich funktioniert Ägypten, das sich schon 1929 mit einem mit Briten unterschriebenen Vertrag es sicherte, dass alle Anrainerstaaten des Nils erst Ägypten um Erlaubnis fragen müssen, wenn sie das Nilwasser nutzen wollen. Das gesamte Leben Ägyptens spielt sich an den Ufern des Nils ab, aus dem das Land 97% seines Wassers entnimmt. Als Äthiopien 1980 Staudämme auf seinem Territorium zu bauen versuchte, kam es fast zu einem Krieg.

Die Türkei kontrolliert den Oberlauf der Flüsse Euphrat und Tigris und bestimmt, wie viel Wasser Syrien und der Irak abbekommen. Erdoğan, der neue Sultan am Bosporus, der sein Sultanat offensichtlich erweitern will, muss nicht unbedingt militärisch in Syrien oder im Irak eingreifen – es genügt, dass er nur mal den Wasserhahn zudrehen wird. So wie er geschickt mit Migrantenfluss Europa unter Druck setzte, könnte er in der Zukunft die an den beiden Flüssen gelegenen Länder mit dem Zugang zum Wasser erpressen.

Dass Kriege um Wasser nicht nur latent sind oder zur Geschichte gehören, wie der Konflikt um den Indus zwischen Indien und Pakistan von 1948, zeugen die Ereignisse vom Frühling dieses Jahres, als es zur blutigen Auseinandersetzung zwischen Tadschikistan und Kirgistan kam. Schwere Gefechte zwischen den zentralistischen Ländern, bei denen es 40 Tote und mehrere hundert Verletzte gab, wurden durch die Streitigkeiten um die Wasserverteilungsstelle am Fluss Isfara ausgelöst. Wasser war da nur ein Funke im Pulverfass der verfeindeten Ethnien des Zentralasiens. Während die westlichen Medien den Ereignissen im Mai dieses Jahres kaum Beachtung schenkten, beobachteten ihn sicherlich die Entscheidungsträger in Peking mit großer Aufmerksamkeit – alles, was auf der Neuen Seidenstraße passiert, kann Chinas Pläne durchkreuzen.

Mit dem Wasser ist es wie mit dem Erdöl: Wer an seiner Quelle sitzt, hat ein Recht darauf, das ihm niemand streitig machen kann.

Mehr zum Thema in unserem neusten Bulletin. 

Der Jordan, Luftaufnahme, Wikipedia 

Staatsanleihen, Aktien – alles Müll. Worin soll man investieren?

Die Antwort ist nicht leicht. Bill Gross, der Gründer von Pimco und „König der Staatsanleihen“, prognostiziert für das nächste Jahr den Anstieg der Rendite der US-10-jährigen Anleihen auf 2%. Dies würde bei der jetzigen Inflationsrate den 3%-Verlust für Investoren bedeuten. Auch die Dynamik der Nachfrage und des Angebots deutet auf den weiteren Fall der Preise der US-Staatsanleihen (Anstieg der Rendite). Heutzutage kauft die FED im Rahmen seiner Quantitativen Lockerung 60% aller US-Anleihen an, wird aber bald angesichts der Inflation keine andere Wahl haben, als das Ausmaß der Ankäufe der amerikanischen Anleihen zu reduzieren. Gleichzeitig stoßen China, Russland massiv diese Schuldenpapiere ab. Soll man also in Aktien investieren? Jetzt, wenn ihre Preise über die Decke schießen? Aktien können sich ja auch als Müll erweisen, wenn die Gewinne der Unternehmen nicht mehr so wie in den letzten Jahren steigen werden wollen. Bei der heutigen Inflation lohnt es sich auch nicht Bargeld zu halten. Die Lage wird dramatisch.

Wenn Sie mehr erfahren wollen, nach Tipps für Ihre Investitionen suchen, lesen Sie bitte Empfehlungen und Warnungen für Investoren in unseren Bulletins.

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Gefira 58: Die Welt im Entstehen

Obwohl es noch nicht der letzte Monat des Jahres 2021 ist, blicken wir uns schon auf die Welt von 2022 und später hin. Und warum? Weil wir die Eiche in der Eichel sehen können. Das heißt, wir können natürlich nicht vorhersagen, wie groß der Baum sein wird, wie viele Äste und Zweige er haben wird, wie stabil der Stamm und wie dick die Rinde sein wird; wir wissen aber, dass es eine Eiche sein wird und keine Birke oder Buche und schon gar keine Nadeltanne oder Fichte. Die Größe und Art des Gebäudes kann man in groben Zügen vorhersagen, wenn man sich den Unterbau ansieht. Selbst ein Laie kann aus den Fundamenten richtig ableiten, ob sie für ein Einfamilienhaus oder ein Hochhaus, einen Wohnblock oder eine Fabrik gemacht wurden.

Welches sind die Fundamente für die Welt von morgen? Betrachten wir sie der Reihe nach:

· allgegenwärtige Überwachung;

· Menschen aus der Dritten Welt als Waffen in hybriden Kriegen zwischen Staaten;

· die zunehmende Rolle der Jugendlichen als Rammböcke in der Welt- und Innenpolitik;

· der totale Krieg gegen fossile Brennstoffe und der Kreuzzug zur Durchsetzung einer “nachhaltigen” Wirtschaft;

· der große Vorstoß in Richtung einer bargeldlosen Wirtschaft;

· die Auferlegung einer konstruierten Pseudowirklichkeit auf die mit den Sinnen wahrgenommene Realität.

Dies sind die Komponenten der Grundlage für die Welt, die im Entstehen begriffen ist, für die Welt von morgen. Es sieht so aus, als ob alles, an das wir uns gewöhnt haben, ausgelöscht, zersetzt und in Dünger verwandelt werden muss, mit dem neue Pflanzen angebaut werden. Wir sollten uns auf die Veränderungen einstellen, wir sollten sie zumindest wahrnehmen, um – zumindest mental und finanziell – darauf vorbereitet zu sein.

Das Beruhigende daran ist, dass das, was die Architekten der neuen Welt in Form von Entwürfen erschaffen, letztendlich nie zu 100% so ausfällt, wie sie es wollten. Die Realität ist zu komplex, als dass jemand sie kontrollieren könnte. Dennoch, wie man so schön sagt: Wirf genug Dreck und etwas bleibt sicher hängen. Wir wollen wissen, was hängen bleibt. Irgendetwas sagt uns, dass Sie das auch wollen.

 

Gefira Financial Bulletin #56 ist jetzt erhältlich

  • Die Welt im Entstehen
  • Überwachung und Kontrolle
  • Warnungen, Beobachtungen und Reflexionen für Investoren
  • Ins blaue Gold investieren