Der Kapitän oder der Steuermann?

Präsident Donald Trump will, dass die FED die Zinsen senkt. Der Vorstand der FED besteht aus Gouverneuren, die befugt sind, die Zinssätze entweder zu erhöhen oder zu senken. Die Gouverneure werden von den Präsidenten nominiert und folglich von den Parteien, die sich hinter ihnen versammeln. Es kommt also vor, dass Demokraten mehr Gouverneure haben als die Republikaner. Da die FED die Zinsen nicht senken will, hat Präsident Donald Trump Druck auf einen der Gouverneure ausgeübt, der für Demokraten ist. Offensichtlich auf Anraten der Mitglieder seines engsten Kreises beschloss der Präsident, eine der Gouverneurinnen zu entlassen – Lisa Cook, die von Präsident Joe Biden in diese FED-Position berufen wurde. Um einen Gouverneur entlassen zu können, muss der Präsident einen triftigen Grund haben – eine Ursache, wie sie gesetzlich genannt wird. Die Anwälte des Präsidenten behaupten, es gebe Anlass genug, die Anwälte der Opposition widersprechen. Wie immer, wenn es um rechtliche Angelegenheiten geht, hängt viel von der Interpretation ab.

Jetzt wollen wir nicht auf den Fall der Gouverneurin der Federal Reserve, Lisa Cook, als solchen eingehen. Was von größerer Bedeutung zu sein scheint, ist der Mechanismus der Machtausübung in den Vereinigten Staaten im Besonderen und im Allgemeinen überall auf der Welt.

Der Führer eines Landes – der Präsident, Premierminister, Monarch, Generalsekretär heißen kann – hat die Aufgabe, das Land zu leiten und zu führen. Um diesen Job erfolgreich zu erledigen, muss er eine Vision, einen Plan und… Spielraum haben. Wir werden nicht entscheiden, ob die Zinssätze höher oder niedriger sein sollten. Uns geht es darum, ob man ein erfolgreicher Führer eines Landes sein kannt, ohne ausreichenden Einfluss auf die Finanzen des Landes zu haben. Bei den Parlamentswahlen wählen die Menschen ihren Führer. Zumindest theoretisch wählen sie ihren Führer auf der Grundlage der Versprechen, die ein Kandidat für das Amt macht. Nun mag der Kandidat, der sich um ein Amt bewirbt, natürlich verlogen sein – er hat nicht die Absicht, seine Versprechen einzuhalten –, aber gehen wir davon aus, dass wir es mit wohlmeinenden Kandidaten zu tun haben. Einmal in ein hohes Amt gewählt, muss der erfolgreiche Politiker echte Macht haben, sonst wird er nicht in der Lage sein, das zu halten, was er versprochen hat, unabhängig von seinen guten Absichten.

Auf der anderen Seite haben wir einen gesetzlich verankerten Mechanismus – eine Verfassung – eine Säule, die das richtige Kräfteverhältnis, die berühmte Gewalteinteilung, gewährleistet. Wir haben solche Mechanismen, weil wir Angst haben, die volle Macht einem Individuum oder einer Gruppe von Individuen anzuvertrauen, die sich – was nicht selten vorkommt – als Sozio- und Psychopathen erweisen könnten. Aber die gleichen Kontrollmechanismen hindern andererseits einen wohlmeinenden Führer daran, seine Pflichten in Bezug auf die Erfüllung der von ihm gemachten Versprechen zu erfüllen.

Die Weigerung der FED, die Zinssätze zu senken, könnte von mehreren Faktoren bestimmt werden. Erstens könnten die FED-Gouverneure aus wirtschaftlicher oder finanzieller Sicht Recht haben. So weit, so gut. Zweitens könnten die FED-Gouverneure, die von der gegnerischen Partei sind, einfach aus Bosheit gegen den Willen des Präsidenten handeln wollen. Das ist schlimm genug. Drittens möchten die FED-Gouverneure vielleicht anderen gefallen als dem Präsidenten oder dem Wohl der Bürger ihres Landes. Das ist ziemlich schlimm. Wem wollen die FED-Manager gefallen? Den Aktionären der FED. Wenn die Aktionäre aus irgendeinem Grund wollen, dass die Zinsen hoch oder niedrig sind, wird die FED entsprechend handeln. Sicher genug, für den öffentlichen Konsum werden die Gouverneure ihre Finanzpolitik so gestalten, dass sie der Wirtschaft des Landes helfen, anstatt ihren Aktionären zu gefallen. In jedem der drei Fälle befindet sich die FED auf Kollisionskurs mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten.

Es stellt sich die Frage, warum der Führer des Landes nicht über finanzielle Angelegenheiten entscheiden kann? Die Antwort lautet: Weil es das Gesetz des Landes ist, eine Zentralbank zu haben, die unabhängig oder halb unabhängig von den Behörden des Landes ist. Tatsächlich wurde die FED 1913 gegründet und damals wurde vereinbart, dass die Finanzpolitik des Landes in die Hände der Finanzinstitution gelegt wird, die in jeder Hinsicht keine reine Regierungsbehörde, sondern ein privates Unternehmen ist. Eines der Argumente war, dass, wenn es die Präsidenten wären, die über die Zinssätze und die Menge des im Umlauf befindlichen Geldes entscheiden könnten, dann würden sie bald eine enorme Inflation auslösen und folglich die Vereinigten Staaten in den Ruin treiben.

In der Tat könnte das so sein, das Argument ist irgendwie gültig. Trotzdem erscheint das gleiche Arrangement etwas seltsam. Es sieht so aus, als ob ein Schiffskapitän dem Steuermann des Schiffes keine Befehle erteilen und über den Verlauf der Reise entscheiden kann. Die Passagiere haben ihr Leben dem Kapitän des Schiffes anvertraut, nicht dem Steuermann des Schiffes (Übrigens: Das Wort Gouverneur leitet sich vom lateinischen Wort ab, das Steuermann bedeutet); Folglich ist es der Kapitän, der zur Rechenschaft gezogen wird, wenn das Schiff versinkt oder den Wellen überlassen wird. Aber das Schiff kann versinken oder den Wellen überlassen werden, nicht weil der Kapitän nicht kompetent genug war, sondern weil der Steuermann des Schiffes sich weigerte, die Befehle des Kapitäns zu befolgen. Nun mag der Steuermann des Schiffes Recht haben, wenn er sich weigert, die Befehle des Kapitäns auszuführen, aber dann sollte im Falle eines Unfalls der Steuermann und nicht der Kapitän verantwortlich gemacht werden. Ebenso kann es – wie oben erwähnt – so sein, dass der Steuermann des Schiffes aus Bosheit handelt oder Befehle von einigen der einflussreichen Passagiere (Aktionäre) entgegennimmt. Das ist eine Klemme, nicht wahr?

Das Problem solcher oder ähnlicher Gewalteinteilung ist nicht auf die Vereinigten Staaten beschränkt. Wenn Führungskräfte in ihrem Handeln eingeschränkt sind, wie kann von ihnen erwartet werden, dass sie ihre Versprechen einhalten? Wenn Führer ihre Versprechen nicht einhalten können, weil sie eingeschränkt sind, welchen Sinn haben dann Wahlen? 

Wie Wissenschaftler die Wirklichkeit(clap) verfälschen 

Während unzähliger Debatten zum Thema Einführung des Grünen Deals, die 2024 überall in Europa stattfanden,  zitierten die Anhänger der grünen Ideologie sehr oft den Bericht des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung. Der erschien in der Prestige-Zeitschrift „Natureim April vorigen Jahres. Dieser Bericht konzentrierte sich auf die Modellierung der wirtschaftlichen Auswirkungen des Klimawandels bis zum Jahr 2050. Seinen Autoren zufolge wird das globale BIP bis dahin um 19% sinken, hauptsächlich aufgrund der Auswirkungen der Erwärmung und  extremer Wetterereignisse. All dies müsste laut Autoren passieren, selbst wenn alle ehrgeizigen Pläne zur Reduzierung der CO2-Emissionen den erwarteten Effekt hätten.  

Nun stellt es sich heraus, dass satte 75% der Bewertungen vor der Veröffentlichung des Berichts negativ waren. Unter den Kritikern gab es sogar eine so drastische Meinung: “Ich muss mit Bedauern feststellen, dass die statistische Methodik, auf der die Forschungsarbeit mit diesem Namen basiert, keine wissenschaftliche Grundlage hat.” 

Was war also mit diesem Bericht falsch? Zum Beispiel stammen die Daten für Usbekistan aus veralteten oder falsch interpretierten Quellen. Als Ergebnis waren die Prognosen für dieses Land so schrecklich, dass sie die globalen Ergebnisse erheblich beeinflussen sollten, und Usbekistan ist ja keine große und keine bedeutende Wirtschaft. Usbekistan war nicht das einzige da. Insgesamt kann man sagen, dass die Ergebnisse übermäßig von Daten aus mehreren Schlüsselregionen abhängig waren. Darüber hinaus hat das verwendete Modell die Fähigkeit der Wirtschaft, sich an den Klimawandel anzupassen, nicht bewertet. Schließlich haben sich die Autoren von der Standardpraxis entfernt und den vollständigen Datensatz oder den Quellcode des Modells nicht bereitgestellt, was es schwierig machte, die Gültigkeit zu überprüfen. 

Das Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung hat die Daten manipuliert, um das Narrativ einer drohenden Klimakatastrophe zu unterstützen, um die Umsetzung restriktiver Vorschriften zu rechtfertigen, die Industrie und Landwirtschaft betreffen, aber den Erzeugern erneuerbarer Energien einen Milliardengewinn bringen. Die Wissenschaftler von diesem Institut, aber Sie wissen es selbst: auch die von anderen unzähligen Instituten sind einfach Lobbyisten der Industriellen, die neue, fortschrittliche Anlagen und Produkte auf den Markt bringen, damit wir in einer neuen schönen Welt ohne CO2 aufwachen. 

Silber ist wichtig

Die USA haben vor Kurzem Silber offiziell als “kritisches Mineral” auf der Liste des Innenministeriums eingestuft. Was ist eigentlich diese Liste und welche Bedeutung hat sie? Sie enthält Mineralien, die die Vereinigten Staaten für ihre Wirtschaft und ihre nationale Sicherheit als von entscheidender Bedeutung erachten. Viele stammen aus Ländern, die als politische Gegner gelten, wie Russland oder China. Was bedeutet es für Silber, in diese Liste aufgenommen zu sein? Zuallererst kann jedes Projekt, das sich auf die Gewinnung, Exploration oder Verarbeitung eines solchen Minerals bezieht, staatliche finanzielle Unterstützung beanspruchen. Darüber hinaus wird der Prozess der Erlangung von Bergbaugenehmigungen von 10 Jahren auf 1-2 Jahre reduziert, was die Entwicklung der nationalen Ressourcen dieses Minerals erheblich unterstützen kann.

Silber ist in den letzten Jahren zusammen mit Gold für die Börsianer ein echter Hit und gewinnt ständig an Wert. Die Leser unseres Bulletins mögen sich an unsere mehrfachen Empfehlungen für Gold und Silber erinnern. Die Entscheidung der US-Regierung und der mögliche, baldige Umbruch in der Finanzwelt – die Umstellung auf Digitalwährungen mancher Zentralbanken (CBDCs) mit der Rückkehr auf die Deckung durch Gold – werden dafür sorgen, dass die beiden Edelmetalle noch lange glänzen werden.

Ein dreiköpfiger Drache rückt drohend näher in großartigem Stil

Die Welt befindet sich in einem epischen Wandel. Die Europäische Union steht kurz davor, von der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) abgeblendet zu werden, umso sehr, dass die amerikanische Zollpolitik Indien gerade in die Umarmungen Russlands – was nicht allzu überraschend ist – und Chinas gedrängt hat. Das letztgenannte ist ein großes Ereignis. Indien und China liegen seit Jahrzehnten im Streit, und jetzt versöhnen sie sich gegenüber dem Druck der Vereinigten Staaten und des Westens im Allgemeinen. Indien und China bedeuten zusammen fast drei Milliarden Menschen. Indien, China und Russland haben mehr Atomsprengköpfe und Raketen als der kollektive Westen. Tja, sogar das kleine Nordkorea hat welche Atomwaffen. Die Zusammenarbeit zwischen den drei Hauptstaaten – Russland, China und Indien –, die zusammen mit den vielen kleineren Staaten, die Mitglieder der SOZ sind, den Großteil des sogenannten Asiens besetzen, ist eine große politische, wirtschaftliche und militärische Herausforderung für den kollektiven Westen. Washington, Paris, London und Berlin müssen sich schwer verkalkuliert und übersehen haben, was sich seit langem am politischen Horizont abzeichnet. Während sie dachten, Russland wäre eine leichte Beute, die im Stellvertreterkrieg zerstört werden könnte, stehen sie sich einem dreiköpfigen Drachen gegenüber, der aus Asien auftauchte.

Denken Sie daran: Chinas Macht wurde von den Vereinigten Staaten von Amerika geschaffen! Was ist mit dem Outsourcing, was ist mit all der Unterstützung, die Washington Peking gab, nur um der Sowjetunion zu trotzen, das Reich der Mitte ist zu einer Supermacht geworden, mit der man rechnen muss. Während der Militärparade anlässlich des 80. Jahrestages des Endes des Zweiten Weltkriegs im Fernen Osten und der Befreiung des Reiches der Mitte von der japanischen Besatzung rollte China verschiedene Arten von Bewaffnung aus, darunter Drohnen und Langstreckenraketen. Chinas Präsident Xi Jinping kam in einer Limousine aus dem Tiananmen – dem Eingang zur Verbotenen Stadt in Peking – in einer Uniform, die gewöhnlich von Mao Zedong getragen wurde, einer Uniform, die der von Joseph Stalin ähnelte. So betonte der chinesische Führer den Zusammenhang mit der jüngsten Vergangenheit, obwohl der Vorsitzende Mao nicht derjenige war, der dem chinesischen Volk positive Dienste erwiesen hat. Russland bewahrt die Kontinuität mit seiner Sowjetzeit der Vergangenheit in diesem Maße nicht auf: Bei den Militärparaden in Moskau sind zwar Soldaten in Uniformen und mit militärischer Ausrüstung aus dem Zweiten Weltkrieg zu sehen, aber das Grab, in dem der mumifizierte Lenin aufbewahrt wird, ist vor der Öffentlichkeit abgeschirmt. Auch Putin oder die anderen Regierungsmitglieder besteigen das Grab nicht, wie es in der Sowjetunion Brauch war, von wo aus sowjetische Führer ihre Reden hielten und die marschierenden Soldaten beobachteten.

Militärparaden in Moskau sind überzeugend, aber die in Peking übertraf Moskaus Paraden. Die Parade in Washington zum 250. Geburtstag der US-Armee ist mit keinem der oben genannten zu vergleichen: Schauen Sie sie sich selbst an. (Beachten Sie die Rockmusik, die die amerikanische Show begleitet; Vergleichen Sie auch den chinesischen kräftigen Marsch mit dem amerikanischen trägen Spaziergang.) China zeigte seine militärische Stärke auch bei der Ausrüstung.

Im Rahmen der SOZ berieten sich die drei Staats– und Regierungschefs – Putin, Modi und Xi Jinping – über politische und wirtschaftliche Themen. An den SOZ-Konferenzen nahm auch der türkische Präsident Erdoğan teil, während der Militärmarsch vom slowakischen Regierungschef Robert Fico und dem ungarischen Außenminister beobachtet wurde. Europa war also letztendlich irgendwie präsent, wenn auch nicht Westeuropa, abgesehen von einem kleinen Vertreter aus Belgien. Waren die Vertreter der EU wegen Putins Anwesenheit dort abwesend?

Nun, Europa zieht gegen Russland und hat grandiose Pläne, China zu erobern. Kaja Kallas, ehemalige estnische Premierministerin, jetzt das Gesicht der europäischen Diplomatie, machte keinen Hehl daraus: “Wenn Sie sagen, dass Sie nicht in der Lage sind zu schlagen, dass wir kollektiv nicht in der Lage sind, Russland wirklich so stark unter Druck zu setzen, dass es eine Wirkung hätte, weil... wie sagt man dann, dass man in der Lage ist, ein China-Risiko einzugehen. (…) Mein Punkt ist, dass wenn wir Russland nicht richtig erledigen, wir China auch nicht richtig erledigen.(Die Interviewer versucht, ihre Aussage abzuschwächen, ohne große Wirkung.

Wladimir Putin, Xi Jinping, Kim Jong Un

Seltsam, dass Präsident Donald Trump die Gelegenheit nicht genutzt hat, am Jahrestag der Befreiung Chinas vom japanischen Joch teilzunehmen. So wie Washington sich einst China und Russland in die Arme schob, hätte eine solche Geste des amerikanischen Präsidenten das Reich der Mitte den Vereinigten Staaten gegenüber günstiger machen können. Entweder wollte Donald Trump nicht von sich aus nach Peking oder er hat schlechte Berater. Dasselbe gilt für die Europäische Union. Leider konnten sie sich nicht die Mühe machen, an Chinas Feier teilzunehmen. Wie können sie dann hoffen, freundschaftliche Beziehungen zum Reich der Mitte aufzubauen? Wie können sie dann hoffen, einen Keil zwischen China und Russland zu treiben?

Zu den Mitgliedern der SOZ gehören Indien, Iran, Pakistan, Kasachstan, China, Kirgisistan, Tadschikistan, Usbekistan, Weißrussland und Russland. Es wurde 2001 gegründet. Die Mitgliedstaaten der SOZ machen zusammen 24% der Weltfläche und 42% der Weltbevölkerung aus. (Die Europäische Union macht weniger als 2% der Weltfläche und 5,5% der Weltbevölkerung aus.) Russland, China, Indien und Iran sind gleichzeitig Mitglieder der BRICS.

Denn der Lohn der Sünde ist der Tod

Heute ist der Tag, als vor sechsundachtzig Jahren der Zweite Weltkrieg ausbrach. Es brach am 1. September 1939 aus, als Deutschland Polen angriff und Großbritannien und Frankreich drei Tage später dem Dritten Reich den Krieg erklärten. Innerhalb der nächsten mehr als fünf Jahre ging Europa in Flammen auf, erlitt enorme Verwüstungen und einen enormen Verlust an Menschenleben. Was war die Ursache des Krieges? Nein, wir werden nicht die abgedroschenen Argumente wiederholen, mit denen unsere Leser am ehesten vertraut sind. Wir werden nur auf eines hinweisen: Unmäßigkeit. 

Ja, Unmäßigkeit. Unmäßigkeit im politischen Appetit des Hauptakteurs, Deutschlands. Hätte Adolf Hitler seine aggressive Politik eingestellt, nachdem er Tschechien verschlungen hatte, wäre Deutschland höchstwahrscheinlich das mächtigste Land Europas geworden, die deutsche Sprache wäre das, was die englische Sprache heute ist. Wenn man die Fortschritte der deutschen Technologie in den späten dreißiger und frühen vierziger Jahren berücksichtigt –  Fernsehen, das während der Olympischen Spiele in Berlin 1936 debütierte, das Düsentriebwerk (Me-262) und die V-2–Raketen -, hätte Deutschland höchstwahrscheinlich den ersten Menschen ins All geschossen und ihn auf den Mond gesetzt. Ganz Europa – vielleicht nur mit Ausnahme des Vereinigten Königreichs und teilweise Frankreichs – stand unter deutschem Einfluss und… Zauber. Denken Sie an Ungarn, Rumänien, die Slowakei, denken Sie an die nationalsozialistischen Parteien in Norwegen und sogar an Großbritannien, denken Sie an die Expansion des deutschen Kinos und was auch nicht immer. 

Zwischen der Einnahme Tschechiens und der Offensive gegen Polen besetzte Deutschland einen riesigen Teil des Territoriums in Mitteleuropa, zählte achtzig Millionen Menschen (das Vereinigte Königreich hatte 48, Frankreich 41 Millionen Einwohner) und war in der Zeit von 1939-1944 in der einen oder anderen Form eng mit Italien, Spanien, Ungarn, Rumänien, Finnland und der Slowakei verbündet. Es gab starke prodeutsche politische Bewegungen in Jugoslawien (insbesondere Kroaten) und Bulgarien sowie in der Türkei. Niemand auf dem Kontinent stellte eine Bedrohung für Deutschland dar, weder militärisch noch wirtschaftlich. Es gab zahlreiche deutsche Minderheiten in Polen und Rumänien, die gegen die polnischen oder rumänischen Behörden eingesetzt werden konnten. Deutschland gewann seine Machtposition zurück und schien mächtiger zu sein als vor dem Ersten Weltkrieg. Das einzige, was Deutschland für immer verloren zu haben schien, waren die wenigen afrikanischen Kolonien, die es vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs besessen hatte. Jedenfalls, hätte Berlin an diesem Punkt – 1938/1939 – seine Expansionspolitik eingestellt, wäre Adolf Hitler gestorben oder gestürzt worden… Hätte Deutschland Zurückhaltung gezeigt… 

Wie wir wissen, kommt Stolz – oder besser gesagt: Selbststolz – vor einem Sturz. Maßlosigkeit in seinem politischen Appetit brachte Deutschland innerhalb weniger Jahre in den Ruin. Das Land verlor ein Drittel seines Territoriums, wurde in zwei politische Einheiten aufgeteilt, war und ist bis heute in gewisser Weise besetzt, während die deutsche Sprache, Kultur, Literatur und das Kino an die englische Sprache und die amerikanische Kultur, Literatur oder das Kino verloren haben. 

Ist es nicht heutzutage mit der Europäischen Union genauso? Es begann bescheiden als Wirtschaftsunion von sechs Staaten, die sich nur zu dem Zweck zusammenschlossen, die Gewinnung und Produktion von Kohle und Stahl gemeinsam zu verwalten. Dann begann die Union zu expandieren, immer mehr Staaten zu verschlingen, immer mehr Verwaltungsstrukturen zu schaffen und ihre moralischen Regeln fast der übrigen Welt aufzuzwingen. Ähnliches lässt sich über die NATO sagen. Anfangs eine vernünftige Verteidigungsorganisation, hat sich zu einem Knüppel entwickelt, einem Knüppel, mit dem der Westen beschloss, kleine, machtlose Länder, sei es Jugoslawien oder Libyen, zu disziplinieren oder zu überwachen. Beide Organisationen begannen zu schwellen, schnell zu schwellen und konnten keine Grenzen für ihr Wachstum erkennen. Sie ließen sich nicht einmal – was rational wäre – Zeit, das zu verdauen, was kürzlich geschluckt worden war. Daher die unaufhaltsame Expansion nach Osten. Ist diese Expansion nicht vergleichbar mit der deutschen vor 1939? Sowohl Berlin damals als auch Brüssel heute sind einfach nicht in der Lage, Grenzen ihres Wachstums zu erkennen (obwohl sie sonst behaupten, dass es solche Grenzen in der Wirtschaft gibt, siehe den berüchtigten Grundsatz des Club of Rome). Infolgedessen haben sich die Europäische Union und die NATO, genau wie das Dritte Reich, immer weiter ausgedehnt, auf Teufel komm raus, taumelnd in immer mehr Territorium und Menschen. Liegt es daran, dass Deutschland im Mittelpunkt der Europäischen Union steht? 

So wie das Dritte Reich in Russland seinen Erzfeind und seine Niederlage fand, so auch die Europäische Union und die NATO. Es war auf russischen und ukrainischen (ukrainischen!) Steppen, in denen die deutschen (und italienischen, ungarischen und rumänischen) Armeen ihre Gräber fanden. Es ist wieder in Russland und der Ukraine, dass die Europäische Union und die NATO ihre eigenen Gräber schaufeln. Achtzig Jahre später. Hätten Brüssel und Washington am Bug (dem Fluss, der Polen von Weißrussland trennt) Halt gemacht, wäre die Europäische Union inzwischen zu einem politischen und wirtschaftlichen Koloss geworden, mit dem China und Russland gerechnet hätten. So wie es aussieht, scheint die Union am Ende ihrer wirtschaftlichen und politischen Bindung zu sein, während China auf dem Vormarsch ist. 

Unmäßigkeit ist nicht ohne Grund eine der sieben Todsünden: Sie bringt den Untergang. Zurückhaltung ist eine Tugend: Ihr Lohn ist Wohlstand und Stabilität. 

Beachten Sie, dass so wie Berlin sein Versagen im Osten nicht erkennen konnte und den Krieg bis zum bitteren Ende fortsetzte, dies auch die Europäische Union tut. Hoffen die Bürokraten in Brüssel auf ein Wunder wie Adolf Hitler? Das Wunder des Hauses Brandenburg? Nun, solche Wunder geschehen, aber Wunder sind Wunder, gerade weil sie extrem selten geschehen. Ja, es geschah während des Siebenjährigen Krieges (1756-1763), als Berlin von den russischen Truppen erobert wurde und Preußen auf dem Sterbebett lag, dass ein unerwarteter Wechsel auf dem russischen Thron Russland dazu veranlasste, seine Truppen plötzlich aus Preußen abzuziehen, wodurch das antipreußische Bündnis (das unter anderem aus Österreich und Frankreich bestand) geschwächt wurde und Friedrich II. gerettet wurde, der damals den zitierten Satz vom Wunder des Hauses Brandenburg prägte. Ja, es war eine Art Wunder. Und da es ein Wunder war, geschah es nur einmal. Sonst wäre es in der Geschichte nicht als Wunder bekannt. Nun hoffte Hitler auf dasselbe oder ein ähnliches Ereignis, saß in seinem Berliner Bunker und starrte auf das Bild seines geliebten historischen Helden: Friedrich des Großen. Franklin Delano Roosevelts Tod kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde von Hitlers Gefolge als wundersames Zeichen gedeutet. Sie hatten auf eine politische Wende gehofft, das Ende der Koalition zwischen den Vereinigten Staaten, Großbritannien und der Sowjetunion, die daraus resultierende Rettung des Dritten Reiches – eine Wiederholung des Wunders des Hauses Brandenburg. Aber nein, das Wunder wiederholte sich nicht, denn Wunder sind selten, extrem selten. 

Auch heute können wir die Koalition der willigen europäischen Spitzenpolitiker beobachten, die sich unnachgiebig weigern, der Realität ins Gesicht zu sehen. Sie hoffen auf einen Zusammenbruch Wladimir Putins, auf gesellschaftliche Unruhen innerhalb Russlands und auf eine erfolgreiche Offensive der Ukrainer. Die Führer, die die Koalition der Willigen bilden, sind noch nicht in einem Bunker versteckt und starren nicht auf das Porträt Friedrichs des Großen, aber sie verhalten sich genau so, als wären sie in einem Bunker versteckt und würden auf das Bild des preußischen Königs starren. Jugendliche und ältere Menschen werden in die ukrainische Armee eingezogen, so wie Jugendliche und ältere Menschen in den Volkssturm eingezogen wurden, und trotz der offensichtlichen und eklatanten Ähnlichkeit scheinen die Führer der Koalition der Willigen dies völlig zu ignorieren. Worauf zählen sie? Auf das Wunder des Hauses Brüssel? Die Führer und Schöpfer der EU hatten die Gelegenheit, etwas Wertvolles in der Geschichte zu schaffen, und sie haben alles verpfuscht. Das liegt daran, dass sie mit Selbststolz und Unmäßigkeit aufgeblasen waren und weiterhin aufgeblasen sind. Es reichte nicht aus, Europa zu vereinen und die europäischen Nationen irgendwie zu vermischen: Sie mussten die Drittweltbewohner millionenfach hereinlassen; es reichte nicht aus, nur die kulturellen Unterschiede und vor allem die moralische Stütze des Alten Kontinents zu respektieren: Sie mussten es mit der Regenbogenpropaganda überfluten; Es reichte nicht aus, sich einer bescheidenen, rationalen wirtschaftlichen Entwicklung zu erfreuen: Sie mussten in die “grüne”, “nachhaltige” und “erneuerbare” Niemals-Nie-Welt reinspringen. Schließlich reichte es nicht aus, fast alle europäischen Länder in der europäischen Gemeinschaft zu halten und die Union und die NATO langsam zu festigen: Sie mussten ohne Sinn und Verstand expandieren und sie mussten dringend das große Russland ärgern und nerven. Narren.

Narren wie der unersättliche Napoleon Bonaparte, Narren wie der maßlose Adolf Hitler. Sie wollten immer mehr, tiefer und tiefer, weiter und weiter, schneller und schneller, bis sie mit dem Kopf gegen eine Mauer prallten und nun gezwungen sind, sich mit den Schwänzen zwischen den Beinen zurückzuziehen. Narren. Sie dachten, sie wären allmächtig, wie Götter. Sie dachten, die Welt sei da draußen, damit sie sie nach ihren Launen und ihrer narzisstischen Grandiosität gestalten und formen könnten. Sie opferten das Leben von Millionen und haben immer noch absolut keine Gewissensbisse. Doch genau wie ihre politischen Vorgänger werden sie letztendlich bestraft. Die Union zerbricht aus allen Nähten. Sie befindet sich in einer Abwärtsspirale – wirtschaftlich, demografisch und politisch. Denken Sie an die sieben Zwerge – europäische Spitzenpolitiker –, die im Weißen Haus Befehle von Präsident Donald Trump entgegennehmen. Denken Sie daran, dass sie gebeten wurden, den Raum zu verlassen, weil der wahre Führer einen anderen echten Führer anrufen wollte, das ist der verhasste Putin. Es war nicht viel früher, als sich die sieben Zwerge als die sieben Riesen darstellten, Riesen, die Russland, China und Indien getrost diktieren können. Schauen Sie sich sie jetzt mit ihrem albernen, lächerlichen siebzehnten, achtzehnten und neunzehnten Sanktionspaket an. Schauen Sie sich an, wie sie sich untereinander verschwören, während Trump und Putin – die wahren Führer – über ihren Köpfen beraten. Die sieben Zwerge hätten ihre Union in eine “glänzende” Zukunft führen können, aber sie zogen es vor, der Schlange zuzuhören, die an einem Baum hing. Die Schlange sagte ihnen, dass sie tun könnten, was sie möchten. Sie hörten zu und glaubten. Und sie wurden maßlos. Unmäßigkeit ist eine Sünde, und – wie wir wissen (obwohl sie es nicht tun) – der Lohn der Sünde ist der Tod. 

 

Amerikaner werden in den Büros wohnen

Situation eines durchschnittlichen Amerikaners verschlimmert sich. Die Mittelschicht wird von der Verteuerung der Lebenskosten hart getroffen.

Während Preise im Allgemeinen für die Verbraucher im letzten Jahrzehnt um 35% gestiegen sind, erhöhten sich die Gebühren für Kfz-Versicherung innerhalb letzter 5 Jahre um 45%.

Höhere Bildung wird zunehmend immer höher geschätzt. In den letzten 40 Jahren sind die Studiengebühren an US-Hochschulen um mehr als 700% gestiegen, während die allgemeinen Verbraucherpreise (der US-Verbraucherpreisindex) um 199% gestiegen sind.

Am schlimmsten ist es jedoch auf dem Immobilienmarkt, der für einen einfachen Bürger immer unzugänglicher wird. Wie wir aus dem folgenden Diagramm lesen können, beträgt das durchschnittliche Haushaltseinkommen in den USA 79.000 US-Dollar (blaue Linie). Der gleiche Median sollte mindestens 123 Tausend Dollar betragen (oder 56% mehr – die orange Linie), damit es sich die durchschnittlichen Amerikaner leisten können, ein Haus zu einem durchschnittlichen Marktpreis zu kaufen. Dies wurde unter der Bedingung berechnet, dass ein US-Bürger 30% seines jährlichen Einkommens zur Verfügung stellen kann, um die Hypothek zurückzuzahlen und die kurzfristigen Verpflichtungen für den Inhalt des von ihm bewohnten Grundstücks zu decken. Bemerkenswert ist es, dass sich die betreffende Lücke ab 2020 sehr dynamisch erweitert hat.

Es überrascht also nicht, dass die Immobilienpreise gerade den zweithöchsten Rückgang gegenüber dem Vorjahr in den letzten zehn Jahren verzeichneten: -2,2% im Mai. Verursacht wird das vor allem durch das wachsende Überangebot. Im Moment gibt es 1,9 Millionen Verkäufer gegenüber den 1,4 Millionen Käufern. Das ist der größte Unterschied in den letzten zwölf Jahren.

Darüber hinaus erhöhen sich die HOA–Gebühren (Homeowners Association – Hausbesitzervereinigung), die oft mit der Wartung gemeinsamer Gebiete oder Infrastrukturen verbunden sind, was die monatlichen Kosten der Eigentümer erhöht und potenzielle Käufer abschreckt. Auch die Versicherungskosten, die beispielsweise mit einem erhöhten Risiko für Naturkatastrophen (Hurrikane, Überschwemmungen) verbunden sind, steigen. Die Kosten werden auch durch zusätzliche, immer teurere Gebühren erhöht (z. B. für Reparaturen verschiedener Anlagen). Ein wichtiger Punkt in der ganzen Situation ist die Tatsache, dass potenzielle Käufer aufgrund der anhaltend hohen Zinsen und der erhöhten Vorsicht der Banken immer größere Schwierigkeiten haben, eine Hypothek zu erhalten. Es sei nur daran zu erinnern, dass es im Moment in den USA die teuersten Kredite seit den letzten 15 Jahre gibt.

Die oben genannten Phänomene führen zu niedrigeren Immobilienpreisen. In Großstädten sehen wir im Jahresvergleich Abschläge von zehn bis zehn Prozent. In den Metropolen Floridas können wir Immobilien mit einem Abschlag von mehr als 30% kaufen.

Den Häuserpreisen wird es sicherlich nicht helfen, dass die Umwandlung von Büros in Wohnhäuser bzw. Wohnungen stark ansteigt. Gemäß der folgenden Grafik wird erwartet, dass dieses Phänomen immer mehr an Dynamik gewinnen wird und innerhalb von zwei Jahren einen echten Schub annimmt. Die letzte, höchste blaue Säule entspricht den angekündigten Umwandlungsprojekten, die ab 2027 umgesetzt werden sollen.

Den Prozess der Umwandlung der Büros in Wohnräume beschleunigt die Tatsache, dass die Zahl der ungenutzten Büros steigt. Schuld daran ist die (verschwiegene und unter den Teppich gekehrte) Rezession und die steigende Popularität der Telearbeit.

Wenn man zu diesem Bild der US-Wirtschaft noch die Tatsache hinzufügt, dass die Arbeitslosigkeit steigt, wird es klar, warum Präsident Trump den Druck auf die FED stärkt, damit diese die Zinssätze erniedrigt. Wären billigere Kredite aber wirklich ein Ausweg aus dieser Abwärtsspirale?

Alaska – das Fest Mariä Himmelfahrt 

Nach wochen- und monatelangen Gesprächen wurde schließlich der Putin-Trump-Gipfel ausgerechnet für den 15.August 2025, dem Fest Mariä Himmelfahrt, in Alaska festgelegt. Verheißt das Gutes? 

Offensichtlich müssen die beiden Parteien etwas Wertvolles angeboten haben, sonst wären die Gespräche nicht vereinbart worden. Was kann das sein? 

Wir kennen die russischen Bedingungen: 1) Die vier Provinzen Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja sowie die Krim sollen Teil der Russischen Föderation bleiben und international als solche anerkannt werden; 2) Die Ukraine muss ein neutraler Staat ohne NATO-Mitgliedschaft werden; 3) Die Ukraine muss entnazifiziert werden; 4) Die russische Sprache, Kultur und die orthodoxe Kirche müssen ihre Rechte und Autonomie in der Ukraine genießen; und 5) Sanktionen gegen Russland müssen aufgehoben werden. Hat sich in dieser Hinsicht etwas geändert? 

Gerüchten zufolge versucht Präsident Wladimir Putin Präsident Donald Trump aus den ungünstigen Umständen zu helfen, in die er sich in den letzten Wochen selbst hineingearbeitet hat. Was hat Präsident Trump getan? Er begann, Ländern, die den Kreuzzug des Westens gegen Russland nicht unterstützten, Zölle aufzuerlegen oder damit zu drohen, und forderte, dass Indien und China – zwei politische und wirtschaftliche Giganten – aufhören, russische Rohstoffe zu importieren. Trumps Forderung schlug schnell nach hinten fehl: Sowohl von Neu-Delhi als auch von Peking gab es großen politischen Widerstand. So großer Rückschlag, dass die indische Regierung Gespräche mit Russland über den Kauf russischer Militärausrüstung aufgenommen hat, während der indische Premierminister Modi seinen Zeitplan angepasst hat, um eine Reise nach Peking zu ermöglichen und mit dem Führer der Volksrepublik China zu sprechen. Stellen Sie sich vor: Indien und China standen sich in letzter Zeit nie besonders nahe… Auch Brasiliens Präsident Lula de Silva erwiderte scharf auf amerikanische Versuche, seinem Land seine Außen- und Innenpolitik zu diktieren. Washington hat es geschafft, China, Indien und Brasilien in kürzester Zeit in die Arme des anderen zu drücken. Ergebnis? Präsident Donald Trump sah sich gezwungen, seine Drohungen mit der Einführung von Zöllen zurückzuziehen oder ihre Auswirkungen zu verringern. Hinzu kommt die Situation auf dem Schlachtfeld in der Ukraine, die für Kiew immer schlimmer wird. Je später die amerikanisch-russischen Gespräche stattfinden, desto schlechter wird es der Ukraine ergehen. 

Es könnte also sein, dass Präsident Wladimir Putin Präsident Donald Trump aus der Klemme hilft, einer Klemme, die er selbst gemacht hat. Es kann nicht geleugnet werden, dass zwischen Donald Trump und Wladimir Putin die Chemie stimmt. Weder Starmer noch März, weder Macron noch von der Leyen haben jemals ein gutes Wort über den russischen Führer gesagt, und schon gar nicht war keiner von ihnen jemals bereit, Gespräche mit den Russen zu führen. Mit einer Ausnahme vielleicht: Moskau Bedingungen der bedingungslosen Kapitulation zu diktieren. Aber natürlich reicht eine gute Chemie nicht aus. 

Nach einigen durchgesickerten Informationen haben die Amerikaner etwas versprochen, das die Russen als Fortschritt erkannt haben. Was ist das? Vielleicht ein internationales Sicherheitssystem, auf das Wladimir Putin seit Jahren besteht. Offensichtlich ist Moskau – im Gegensatz zu dem, was in den westlichen Medien propagiert wird – nicht so sehr daran interessiert, Territorium zu gewinnen, als vielmehr daran, Russland einen Platz im Konzert der Weltmächte zu sichern. Moskau arbeitet auf einen Vertrag hin – wie die von den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion unterzeichneten – über eine allgemeine Détente, einen neuen internationalen Deal, eine neue internationale Ordnung. Der Westen hat versucht, Russland zu dominieren und zu unterwerfen, und war bei diesem Versuch im ersten Jahrzehnt der souveränen Existenz der Russischen Föderation nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion erfolgreich. Seit Wladimir Putin die Präsidentschaft in Russland übernommen hat, hat das Land seinen Kurs umgekehrt und hart darum gekämpft, seine rechtmäßige internationale Position wiederzugewinnen. Dieser Versuch stieß auf heftigen Widerstand der Europäischen Union und der Vereinigten Staaten, die alle zum Krieg in der Ukraine führten. Jetzt ist die Zeit gekommen, auf eine diplomatische Lösung hinzuarbeiten, sonst wird der Westen viel mehr verlieren, als er bereit ist zu akzeptieren. 

Es bleibt abzuwarten, was bei den Gesprächen in Alaska herauskommen wird. Man mag sich fragen, warum ausgerechnet Alaska. Es war früher russisches Überseegebiet, bevor Zar Alexander II. es 1867 an die Vereinigten Staaten verkaufte. Hoffen die Amerikaner, dass die Russen wieder einige ihrer wichtigen Positionen, einige ihrer wichtigen politischen Anteile verkaufen werden? Die Gespräche sollen auch am katholischen Fest Mariä Himmelfahrt stattfinden, d.h.. einem Fest, das den Glauben kennzeichnet, dass die Muttergottes mit Leib und Seele ohne körperlichen Tod in den Himmel aufgenommen wurde. Eine große Schirmherrschaft, wenn man darüber nachdenkt. Sicher, weder die amerikanische noch die russische Partei haben an das Fest gedacht (sie sind keine Katholiken), als sie den Tag der Gespräche auswählten, aber es macht diesen Zufall nur umso faszinierender. Wir bekommen manchmal solche Anzeichen, ob Sie es glauben oder nicht.  

15. August ist auch der Tag der polnischen Streitkräfte: Er erinnert an den großen Sieg der polnischen Truppen über die Rote Armee im Jahr 1920, genau an diesem 15.August. Nein, es war kein lokaler Sieg, ein Sieg im Streit zwischen Polen und Russen: Hätten die Russen Warschau gewonnen und erobert, wären sie nach Westen und durch Deutschland marschiert, um die Fackel der Revolution dorthin zu bringen. Denken Sie daran, dass das kommunistische Zeichen von Hammer und Sichel ursprünglich die Vereinigung des deutschen Arbeiters (Hammer) mit dem russischen Bauern (Sichel) bedeutete, zwei treibende Kräfte, die die kapitalistische Welt stören sollten. Nicht ohne Grund nannte Edgar Vincent, 1. Viscount D’Abernon die Schlacht von Warschau 1920 die achtzehnte entscheidende Schlacht der Welt. So wichtig war sie in der Tat, und der Durchbruch erfolgte am 15.August. 

Wird der Alaska-Gipfel zu einer positiven Wende in der modernen Geschichte ähnlichen Ausmaßes?