Gefira 77: Tod der Wahrheit

Es war schon immer ein Traum der Herrschenden, gehorsame Untertanen oder Bürger zu haben. Zunächst wurde der Gehorsam mit dem bloßen Knüppel erzwungen. Dies war jedoch auf Dauer nicht wirksam. Die unterworfenen Menschen wussten, dass sie unterworfen waren, und sie suchten nur nach Gelegenheiten, sich aufzulehnen. Außerdem musste ein Herrscher immer eine Überwachungstruppe unterhalten, die die Ressourcen des Führers aufzehrte und selbst eine Bedrohung darstellte: Die Prätorianer oder Janitscharen hatten in allen Reichen die unangenehme Angewohnheit, die aktuellen Führer zu stürzen und andere, die ihnen besser gefielen, zur Macht zu erheben.

Anführer, die ja auch Menschen sind, hatten auch diese besondere psychologische Eigenschaft, nicht nur gefürchtet, sondern vor allem bewundert und… gemocht, wenn nicht sogar geliebt werden zu wollen! Nun, Bewunderung kann bis zu einem gewissen Grad durch Gewalt hervorgerufen werden (wir neigen dazu, Stärke oder Willenskraft zu bewundern), aber sicherlich nicht Liebe. Wenn das Gefühl der Liebe nicht spontan entsteht und Sie dringend geliebt werden wollen, was tun Sie dann? Man wendet sich der Magie zu, man wendet einen Liebestrank an und schon ist das Problem gelöst.

Nein, wir erzählen keine Märchen. Natürlich meinen wir nicht den Liebestrank als solchen: Wir meinen Tricks, die die Aufgabe eines Liebestranks erfüllen. Wir meinen psychologische Methoden und medizinische Substanzen, die den menschlichen Verstand beeinflussen und die Menschen dazu bringen, sich so zu verhalten, wie es von denen, die diese Mittel anwenden, gewünscht wird. Der beste Sklave ist derjenige, der nicht weiß, dass er ein Sklave ist!

Um es gleich zu Beginn klarzustellen: Die Ausübung eines solchen psychologischen Einflusses ist nichts spezifisch Neues und nicht auf das Zeitalter der fortgeschrittenen Wissenschaft und Technologie beschränkt! Wir alle, jeder Einzelne, lernen schon in jungen Jahren, dass Menschen beeinflusst und dazu gebracht werden können, das zu tun, was wir von ihnen wollen, wenn wir nur die richtigen Worte, den richtigen Tonfall oder die richtige Mimik wählen; wenn wir sie nur zum richtigen Zeitpunkt und unter günstigen Umständen beeinflussen; wenn wir nur die Wünsche, Triebe, Erwartungen, Überzeugungen oder den Aberglauben der anderen Person (unseres Opfers) geschickt ausnutzen. Wir alle lernen diese Technik, den Willen der Menschen um uns herum nach unserem Willen zu lenken. Zweifellos sind einige von uns besser darin, andere schlechter, aber wir alle kennen das Spiel und seine Regeln.

Warum nicht die gleichen Phänomene in einem größeren Maßstab nutzen? Warum nicht psychologische Mechanismen ausarbeiten, die das Verhalten von Personengruppen, Berufsgruppen, Gesellschaften, Nationen, der Menschheit beeinflussen? Warum nicht auf Substanzen zurückgreifen, die die gleiche Wirkung haben? Die Aussichten sind sehr verlockend! Wer einmal die Gedanken, Sehnsüchte, Wünsche, Träume und damit das Verhalten der Menschen unter Kontrolle hat, kann relativ leicht am Ruder bleiben, ohne Angst haben zu müssen, gestürzt zu werden. Deshalb haben Herrscher und Mächtige aller Art kluge Psychologen eingestellt, mit deren Hilfe sie ihre politische, wirtschaftliche und finanzielle Macht über die Masse der Menschen auszubauen hofften.

Gefira 77 ist speziell diesem Phänomen gewidmet. Wir erinnern den Leser an solche klugen Psychologen und an ganze Institute mit ihren Programmen, die darauf abzielen, die menschliche Psyche zu analysieren und zu versklaven. Vielleicht haben Sie schon mal vom Tavistock-Institut oder von Edward Bernays gehört; vielleicht haben Sie von nicht-einvernehmlichen psychologischen und medizinischen Experimenten gelesen, deren Versuchspersonen lebende Menschen waren; vielleicht sind Sie über Lügen informiert worden, die vorgeben, die Wahrheit zu sein, Lügen, die absichtlich von staatlichen Organen oder den großen Medien verbreitet werden. Vielleicht ist Ihnen bewusst, dass auch Sie im Visier der Manager dieser Welt stehen. Vielleicht sensibilisiert Sie Gefira 77 noch mehr für diese Gefahren und wappnet Sie dadurch gegen solche teuflischen Versuche, denn bekanntlich gilt: Gefahr erkannt, Gefahr gebannt.

Gefira Financial Bulletin #77 ist jetzt erhältlich

  • Tod der Wahrheit
  • MK ULTRA und geheimnisvolle Sekten
  • Ende der Tavistock-Klinik?
  • Rezession ist Tatsache

Wie geht es dir, Amerika?

Von den Leitmedien wird es totgeschwiegen, oder nur in manchen Kommentaren wachsamer Redakteure hier und da zum Ausdruck gebracht, dass die wirtschaftliche Lage in den USA gar nicht so brillant ist wie es die Börsenindizien (noch) andeuten. Die Rendite der US-Anleihen klettern stets nach oben und die US-Bürger ziehen ihre Gelder massiv aus den Banken, um sie in die Schuldentitel der Regierung zu investieren. Die Skala dieses Prozesses hat einen nie gesehenen Ausmaß erreicht, was besonders den US-Regionalbanken mit Insolvenzen droht. 

Veränderung der Einlagen bei den US-Geschäftsbanken seit 1973. Quelle: Apollo

Gleichzeitig steigt die Unzufriedenheit in der amerikanischen Gesellschaft, und nicht nur wegen des wohl seit vielen Jahrzehnten unpopulärsten Präsidenten Joe Biden, sondern auch wegen der Lage in den Betrieben. Wie ist das Paradox zu erklären, dass während Bidens Regierungszeit, 12 Mio. neue Arbeitsplätze entstanden sind, die Arbeitslosigkeit bei 3,5% liegt und trotzdem im Jahr 2023 eine seit 20 Jahren nicht gesehene Welle von Streiks durch das Land geht? Etwas muss in der Wirtschaft und in der Gesellschaft doch wohl nicht so ganz richtig ticken. 

Die Zahl der verlorenen Arbeitstage geht in diesem Jahr bereits in die Millionen.

Wir sind der Meinung, dass die globale Rezession schon angefangen hat, nun wird sie noch nicht zum zentralen Thema in den Medien. Die sprechen seit der Wiederbelebung nach der Pandemie und der ersten Inflationswelle stets von einer möglichen „sanften Landung“ der Wirtschaft nach der jetzigen Energie- und Inflationskrise. Nimmt man solche, sich anhäufende Aussagen der klugen Köpfe vom Fernsehen unter die Lupe und vergleicht sie mit anderen Perioden in der Geschichte, wo Wirtschaftswissenschaftler uns massenweise beruhigt haben, kann man gegen den Strom mit Sicherheit feststellen: Die Rezession ist unausweichlich. 

Die Graphik oben zeigt, dass jedes mal wenn sich Artikel in Wall Street Journal über eine „sanfte Landung“ anhäuften, gleich danach eine Krise oder Rezession kam.

In unserem neuesten Bulletin (Oktober-Ausgabe) analysieren wir u.a. den Zustand zwei größter Wirtschaften der Welt – der amerikanischen und chinesischen – und zeigen weitere Signale, die auf eine Weltrezession deuten können.

Die Türkei und die Sowjetunion oder: Der Lohn für guten Willen und Sanftmut ist der Tod

Der Text könnte genauso gut China und die Sowjetunion heißen oder Indien und die Sowjetunion oder, oder, oder. Sie werden bald wissen, warum.

Das Volk der Kurden zählt etwa 40 Millionen Menschen, von denen schätzungsweise 14-15 Millionen in der Türkei leben (10 Millionen im Iran, 6 Millionen im Irak und 2 Millionen in Syrien). Die Gesamtbevölkerung der Türkei beläuft sich auf 85 Millionen, die Kurden machen also ein Fünftel der Bevölkerung aus. Noch wichtiger ist, dass sie ein Gebiet in der Türkei bewohnen, das rein kurdisch ist (so wie die entsprechenden Regionen in den Nachbarländern Iran, Irak und Syrien). Die Kurden sollten also einen eigenen Nationalstaat haben, einen unabhängigen Staat, der aus den von ihnen bewohnten Gebieten in den vier genannten Ländern gebildet wird. Denn die Vereinten Nationen verfolgen den Grundsatz der Selbstbestimmung der Nationen (ha! ha! – wann haben Sie das letzte Mal davon gehört, dass eine abhängige Nation gemäß diesem von den Vereinten Nationen verankerten Prinzip die Unabhängigkeit erlangen konnte?) Verständlicherweise hat keines der Länder mit großen kurdischen Minderheiten die Absicht, auch nur theoretisch in Erwägung zu ziehen, einen Teil seines Territoriums an die Nation der Kurden abzutreten und ihnen einen eigenen unabhängigen Staat zu überlassen. Warum verständlicherweise? 

Kurdisch besiedelte Gebiete im Nahen Osten(Wikipedia)

Denn in der Politik und allgemein unter den Menschen zahlt es sich nicht aus, großmütig, freundlich und evangelisch sanftmütig zu sein. Wenn die Sanftmütigen die Erde besitzen werden, dann vielleicht im Jenseits. Ein typisches Beispiel? Die Sowjetunion.

Nach vier Jahrzehnten des Kalten Krieges kapitulierte die gewaltige Sowjetunion, ein Imperium, mit dem jeder rechnete und das jeder respektierte, wenn nicht sogar davor fürchtete, vor dem Westen, seinem Gegner, fast bedingungslos, genau wie das Dritte Reich 1945, allerdings mit dem bedeutenden Unterschied, dass die Sowjetunion guten Willen zeigte, ohne in die Steinzeit geschossen und damit gezwungen zu werden, ihre Waffen niederzulegen. Die Kapitulation war vollständig:

[1] Der Militärblock der Satellitenstaaten der Sowjetunion wurde aufgelöst;

[2] die Wirtschaftsunion der Satellitenstaaten der Sowjetunion wurde aufgelöst;

[3] die marxistisch-leninistische Ideologie – die treibende Kraft der sowjetischen Politik – wurde vollständig aufgegeben und verurteilt;

[4] die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken wurde aufgelöst und zerschlagen (obwohl ein zuvor durchgeführtes Referendum zeigte, dass die Mehrheit der Sowjetunion-Bürger dies nicht wollte), und es entstanden neue unabhängige Staaten;

[5] der Kapitalismus wurde in alle ehemals sozialistischen Länder eingeladen und ersetzte die sozialistische Wirtschaft;

[6] die sowjetische Vergangenheit wurde in den folgenden Jahren in den Medien verunglimpft, im Bildungssystem verteufelt und in der Unterhaltungsbranche schlecht dargestellt;

[7] die postsowjetischen Eliten bückten sich tief, um ihren westlichen Partnern zu gefallen;

[8] fast alles, was von Wert war, wurde privatisiert, oder anders ausgedrückt: an westliche Unternehmen verkauft.

Guter Wille und Sanftmut. Aber, um es mit den Worten des heiligen Paulus zu sagen, der Lohn für guten Willen und Sanftmut ist der Tod. Im Gegenzug für ihren guten Willen und ihre Sanftmut erhielten die Russen:

[1] wirtschaftliches Chaos;

[2] innerstaatlichen Terrorismus und Kriege mit nationalen Minderheiten;

[3] die ständig wachsende Ausdehnung der NATO, die ihr Territorium einkesselt;

[4] die Weigerung, in die NATO aufgenommen zu werden;

[5] die Weigerung, als gleichberechtigter Partner in einer von Lissabon bis Wladiwostok geeinten Welt akzeptiert zu werden, wie es der russische Präsident vorschlägt;

[6] eine feindlich gesinnte Ukraine (abgesehen von dem feindlich gesinnten Polen, den baltischen Staaten, Rumänien und dem stets kriegerischen Kaukasus), eine Ukraine, die zum Hass auf alles Russische umerzogen, zum Krieg gegen Russland ausgebildet und zum Töten von Russen ermutigt wurde (die vierzehn(!) Tausend in der Donbass-Region in den Jahren 2014-2022, die etwa fünfzig in Sewastopol verbrannt, um nur zwei Fälle zu nennen);

[7] den andauernden Stellvertreterkrieg mit dem Westen.

Betrachten Sie den letzten Punkt. Anstatt das gesamte Territorium der Ukraine mit seinen 50 Millionen(!) Menschen (so groß war die Bevölkerung der Ukraine 1991), seiner Landwirtschaft und Industrie zu halten, müssen die Russen nun gegen sie kämpfen, sonst würde ihnen der Würgegriff der Anakonda um sie herum bald den letzten Atem rauben.

Zurück zur Türkei. Warum sollte die Türkei auf ihre Kurden verzichten, China auf seine Uiguren? Warum sollte Indien in die vielen Staaten zerfallen, aus denen es sich zusammensetzt? Warum guten Willen und Sanftmut zeigen? Der Lohn für guten Willen und Sanftmut ist der Tod. Zu dieser Schlussfolgerung müssen die herrschenden Eliten der genannten Länder gekommen sein. Stellen Sie sich vor, China würde Tibet und die Uiguren aufgeben oder die Türkei ihre Kurden und vielleicht Armenier… Peking hätte bald einen Stellvertreterkrieg in seinem Hinterhof gegen Tibet oder die Uiguren (beide von den USA unterstützt), die Türkei einen Krieg gegen Kurden und Armenier (unterstützt vom Iran oder Syrien).

Der Westen hat allen eine gute Lektion erteilt: Seid stark und expandiert, gebt niemals auf, sonst… Und denken Sie daran: Der Lohn für guten Willen und Sanftmut ist der Tod.

 

Die Idee einer einzigen Zivilisation für alle ist unmenschlich und absurd

Putins Valdai-Rede vom 5. Oktober 2023

Am 5. Oktober 2023 hielt der russische Präsident Wladimir Putin eine Rede während einer Konferenz des 20. Internationalen Diskussionsklubs in Sochi. In seiner Rede ging er auf die aktuellen politischen Ereignisse und Tendenzen ein, ohne jedoch Namen zu nennen oder einen Bezug zur Ukraine herzustellen. Der russische Präsident äußerte sich über die Ideologie des Westens und die Haltung Russlands dazu bzw. die russische Antwort darauf. Die Rede lässt sich in einen Teil, der den Westen kritisiert, und einen Teil, der Moskaus Sicht auf die Weltpolitik darlegt, unterteilen.

Hier ist der antiwestliche Inhalt:

Die westliche Welt, der Begriff, der in jeder Hinsicht auf die anglophone Welt hinausläuft, hat nach Ansicht des russischen Führers und höchstwahrscheinlich auch der russischen Führungseliten eine Erfolgsbilanz, die darin besteht, dass sie immer versucht hat, den Globus zu dominieren, dass sie immer das Sagen haben wollte, indem sie den anderen Ländern Regeln und Prinzipien auferlegt hat, an die sie sich halten sollten, oder diese Regeln und Prinzipien wurden ihnen mit dem Knüppel aufgezwungen.

Der Westen braucht immer einen Feind, einen Antagonisten, einen Schurkenstaat, weil ein äußerer Feind dazu dient, der Bevölkerung die inneren Probleme zu erklären, und weil ein äußerer, furchterregender Feind die Bürger eines Landes um ihren Führer oder ihre Führer schart. Der Westen wird von Eliten geführt, die nicht die Interessen ihrer Nationen verfolgen, sondern in ihrer Selbstverherrlichung bereit sind, das Wohlergehen ihrer Nationen aufs Spiel zu setzen, um die Vorherrschaft an diesem oder jenem Punkt der Erde zu erlangen.

Der Westen definiert einen Feind als jeden – einen Staat, ein Land, eine Nation, einen Führer, ein politisches Gebilde –, der sich nicht dem Diktat des Westens unterwerfen will, der nicht gefügig genug ist, der sich nicht herumkommandieren lässt, der sich nicht der Idee anschließt, dass es eine globale Zentralmacht und globale Werte gibt, die eingehalten werden müssen. 

Präsident Wladimir Putin erläuterte daraufhin die von den russischen Behörden vertretene Weltsicht.

Erstens: Es gibt nicht mal eine einzige Zivilisation, die den gesamten Globus beherrscht, sondern viele Zivilisationen, von denen keine besser oder schlechter ist als die andere, und die alle Anerkennung und Respekt verdienen. Folglich gibt es weder universelle Regeln, die von der gesamten Menschheit eingehalten werden müssen, noch kann es ein politisches Konzept einer globalen Welt geben.

Zweitens sollten internationale Probleme nicht von einer ausgewählten Gruppe politisch dominanter Einheiten gelöst werden; sie sollten auch nicht von allen Nationen angepackt und angegangen werden: Sie sollten vielmehr von den Betroffenen diskutiert und gelöst werden.

Drittens sollten sich die Nationen von der vom Westen aufgezwungenen Idee lösen, Blockpolitik zu betreiben. Die Nationen haben ihre eigenen, individuellen, separaten Interessen. Es gibt keine Blockinteressen, oder die so genannten Blockinteressen laufen darauf hinaus, die Interessen des Hegemons des Blocks zu sein.

Viertens. Russland strebt keine territoriale Expansion an (das war der einzige direkte Hinweis – wenn auch ohne Nennung des Landes – in der Rede auf den andauernden Krieg in der Ukraine); Russland ist das größte Land der Erde und wird in den kommenden Jahren damit beschäftigt sein, die riesigen Landstriche in Sibirien zu erschließen und zu verwalten.

Die drei größten Gefahren für die Niederlande

I. Die Demographie

Die indigene Bevölkerung der Niederlande befindet sich im steilen Niedergang. Die Scharen der hergeholten Migranten füllen die Arbeitsämter nicht, sie füllen die Taschen der Gangs und der Bauherren, die für die Migranten durch die Regierung finanzierten Wohnsiedlungen bauen. Gigantische Sozialtranfers für Migranten sollen sie ermutigen, nicht zu arbeiten und viele Kinder zu haben, damit die demographische Lücke der Niederlande gefüllt wird. Doch die demographische Lücke sollte eher mit arbeitenden Fachkräften ersetzt werden und nicht mit den bildungsfernen Neuankömmlingen aus der dritten Welt, die nur kassieren und nichts produzieren. Menschen, die etwa bei ASML arbeiten, sind in die Niederlande nicht mit Schlauchbooten durchs Mittelmeer nach Rotterdam gekommen. Es sind oft Ausländer, die aber einen harten Bewerbungsweg durchgehen müssen und gezielt gewählt werden.

Wie unser Redaktionskollege mit seinem Team einst mithilfe der Software Cerberus 2.0 berechnete, werden die Niederländer spätestens 2070 eine Minderheit in ihrem Land sein. Die demographischen Entwicklungen haben wir in einem kurzen Video veranschaulicht.

In den schönen Niederlanden der Zukunft wird alles anders. Die Feste werden ganz anders gefeiert, z.B. der 5. Dezember. Der Schwarze Peter (Zwarte Piet) wird den weißen Bart von Nikolaus tragen und der weiße Nikolaus wird ihm dienen. So gehört es sich in der neuen schönen Welt ohne Rassismus.


Der Nikolaustag (Pakjesavend) hat sich seit 1664 nicht verändert, als Jan Stehen sein “Het Sint Nicolaasfeest” malte (Rijksmuseum, Amsterdam).

II. Der Euro

Die Niederländer sind arbeitsam und werden gleich erst mit 67 in die Rente gehen können. Wie sind damit Italien und Frankreich, die Länder in der gemeinsamen Eurozone, vereinbar, wo der Renteneintrittsalter 62 Jahre beträgt?

In den niederländischen Eliten sind nicht alle blind. Der ehemalige Finanzminister Hans Hoogervorst behauptet seit langem, dass der Euro nicht mehr tragfähig ist. In einem Interview mit der Tageszeitung De Telegraaf sagte der Wirtschaftswissenschaftler: “Wenn die Niederlande jetzt der Eurozone beitreten und die Einheitswährung einführen würden, wäre das Wahnsinn (De Telegraaf).”

Hoogervorst verschonte auch die Europäische Zentralbank (EZB) nicht, die seit Jahren die Schulden der schwachen Länder der Eurozone finanziert. “Aufgrund der Politik der EZB in verschuldeten Ländern wie Italien dachte man, dass alle Bremsen gelöst werden könnten.”

Auch der ehemalige DNB-Chef Professor Lex Hoogduin steht der Einheitswährung kritisch gegenüber:

Die Eurozone hat fast alle in den 1990er Jahren vereinbarten Regeln ignoriert und nimmt nun die Merkmale einer lateinischen (südeuropäischen oder französisch-italienischen) Währungsunion an. Eine solche lateinische Währungsunion hat unter anderem eine hohe Inflation und niedrige Zinssätze, und in einem solchen Umfeld ist ein kapitalbasiertes Rentensystem unhaltbar,“ so Hoogduin. „Die Niederlande sind das einzige der 19 Länder der Eurozone, das ein solches kapitalbasierte Rentensystem hat. Die Ersparnisse der Rentner in einem solchen kapitalbasierten System schmelzen bei hoher Inflation und niedrigen Zinssätzen dahin.“ Hoogduin stimmt mit dem damaligen VVD-Vorsitzenden Frits Bolkestein überein, der bereits vor der Jahrtausendwende davor warnte, dass sich das niederländische Rentensystem in der Eurozone als unhaltbar erweisen würde (Wynias Week).

III. Der Ökoterror

Es scheint, dass die Zeiten der zentral geplanten Wirtschaft der Vergangenheit des Ostblocks angehören, doch wenn man sich die allerlei Begrenzungen, Limits, Emissionsgebühren der EU anschaut, könnte man sagen, dass der Sozialismus und Lenin im Westen weiterleben. Der ökologische Totalitarismus scheint insbesondere in den Niederlanden einen hohen Tribut zu fordern.

Die zentralen Planer der Niederlande haben vor einem Jahr beschlossen, die Stickstoff- und Ammoniakemissionen bis 2030 zu begrenzen. Ziel war es, die Emissionen bis 2030 um 50 Prozent zu senken, in einigen Gebieten des Landes sogar um bis zu 70 Prozent, was die Reduktion der landwirtschaftlichen Produktion um ein Drittel bedeuten würde. Wie überrascht waren die Kumpels von Mark Rutte, die alten, „liberalen“ Revolutionäre, als die Bauern auf die Straßen gingen, als das Grundstück rund um das Haus der für die Ökoreform verantwortlichen Ministerin mit frischem Mist dick bestreut wurde. Die grünen Revolutionäre intervenierten ganz im Stil der roten Garden: bei Heerenveen wurde scharf auf die Demonstranten geschossen, denn die Regierung von Rutte lag der Baubranche und Industrielobby auf der Tasche: ein solch radikaler Plan zur Verringerung der Stickoxid- und Ammoniakemissionen war nur ein Vorwand für die Enteignung oder die Umwandlung von landwirtschaftlichen Flächen in Industrieflächen oder Siedlungen für Migranten, was übrigens in der Praxis zu mehr Verschmutzung und Luftverschmutzung führen würde.

Die Bauern, die den Schlüsselsektor der niederländischen Wirtschaft repräsentieren (allein die Ausfuhren der Landwirtschaft haben einen Wert von 105 Milliarden Euro), haben sich zusammengetan und ihre eigene Partei gegründet – BBB. Seit dem 15. März dieses Jahres, als die BBB die Wahl gewonnen hat, sollte jeder Premierminister in Europa fünfmal nachdenken, bevor er einen Klima-Kreuzzug ankündigt. Wie einer der 2022 Demonstrierenden zu einem Reporter des Radiosenders BNR sagte: “Klimafreaks müssen auch etwas essen.”

Doch so leicht wird der Kampf gegen die Freaks aus Brüssel nicht gewonnen. Sie werden weiterhin ihr Ungut tun, denn sie glauben an ihre Ideologie. Es ist eigentlich ihre Religion.

Russland droht erneut mit dem Einsatz von Atomwaffen!

Woran denken Sie bei dieser Aussage – Russland droht erneut mit dem Einsatz von Atomwaffen? Sicherlich daran, dass Russland bereits Atomwaffen eingesetzt hat. Wenn Sie sich ein wenig mit der Geschichte der letzten 100 Jahre auskennen, werden Sie natürlich die Augenbrauen hochziehen und in Ihrem Gedächtnis nach dem Ereignis suchen, bei dem Russland eine Atomwaffe eingesetzt hat.

Russland droht wieder mit dem Einsatz von Atomwaffen – diese Aussage machte Ursula von der Leyen während ihrer Laudatio bei den 2023 Atlantic Council Awards am 20. September. Höchstwahrscheinlich haben nur sehr wenige Menschen der Rede Aufmerksamkeit geschenkt. Denn solche Reden ziehen nicht viele Zuhörer an: Sie gleichen wie ein Ei dem anderen: das übliche Geschwätz über Demokratie und Menschenrechte, begleitet von Angriffen auf die “politischen Schurken”, also Rechtsextremisten (irgendwie nie Linksextremisten) und ausgewählte Staaten und ihre Führer: Russland, China, Syrien, Iran, Nordkorea und einige andere. In ihrer Laudatio anlässlich der Verleihung des Preises an den japanischen Ministerpräsidenten Fumio Kishida nahm Ursula von der Leyen – wie könnte es anders sein! – Russland. Sie nutzte die Tatsache, dass der japanische Ministerpräsident in Hiroshima geboren wurde und erinnerte kurz an die Bombardierung dieser Stadt – sie konstruierte ein Kunststück der Verlogenheit: Sie sagte, dass die Erinnerung an die Bombardierung von Hiroshima eine Warnung sei, “besonders in einer Zeit, in der Russland droht, wieder Atomwaffen einzusetzen (Hervorhebung hinzugefügt). Sie hat es wirklich öffentlich gesagt und Sie können das Skript ihrer Rede auf der offiziellen Website der Europäischen Kommission lesen.

Und wisst ihr was? Ihr Gesicht wurde sogar nicht rot, als sie diese eklatante Lüge erzählte! Sehen Sie selbst (6:33 im Clip)! Auch ihre Nase ist nicht länger geworden! Sie sagte den Satz so nüchtern, als würde sie über das Wetter plaudern.

Natürlich konnte sie die Gelegenheit nicht verstreichen lassen, ohne die Zuhörer an das “Gemetzel in (der ukrainischen Stadt) Butscha” vor einigen Monaten zu erinnern, was nur ein weiterer Taschenspielertrick ist, ein phonetisches Wortspiel. Wenn Sie zufällig an den Wahrheitsgehalt der Berichte über Butscha geglaubt haben, dann sollte Ihnen von der Leyens glatte Lüge über “Russlands erneuten Einsatz von Atomwaffen” zu denken geben. Was immer sie uns erzählen – die Manager der Welt, die Kommissare, die Präsidenten und Premierminister – sind solche Taschenspielertricks. 

Könnte es sein, dass auch die Juden zu Russland negativer eingestellt sind, als sie sich selbst mögen?

Die Aufnahmen aus dem kanadischen Parlament, auf denen zu sehen ist, wie die Versammlung einem gewissen Jaroslaw Hunko, einem ehemaligen Mitglied der SS-Galizien, der vom Redner und den Journalisten als Kämpfer für die Befreiung der Ukraine vom russischen Joch angepriesen wurde, stehende Ovationen zollt, machten weltweit die Runde. Erst jetzt haben einige jüdische Organisationen ihre Augenbrauen gehoben. Was für eine Überraschung! Als ob Jaroslaw Hunko der einzige und außergewöhnliche Fall wäre, in dem man einen Neonazi oder Antisemiten feiert! Jaroslaw Hunko ist ein in Kanada eingebürgerter Ukrainer, der während des Zweiten Weltkriegs aktiv an ethnischen Säuberungen in den Gebieten beteiligt war, die die Ukrainer als ihr Eigentum betrachteten und weiterhin betrachten. Die gleiche Ideologie ist nicht ausgestorben: Sie ist in der heutigen Ukraine wieder aufgetaucht, und erst jetzt gibt es einen Aufschrei. Bis zu diesem Ereignis schienen sich Juden in der ganzen Welt nicht um die Neonazis in der Ukraine zu kümmern und stellten sich im Allgemeinen auf die Seite der Ukrainer in ihrem Konflikt mit Russland. Wie kam es zu all dem? 

Jaroslaw Hunko vereehrt im kanadischen Parlament.

Eine kurze historische Anmerkung. Wie in jeder Nation, so konnte man auch in Polen unter den patriotischen politischen Bewegungen immer grob zwei Handlungsweisen unterscheiden: eine von Emotionen und eine von der Vernunft geleitete. Vor mehr als einem Jahrhundert, als Polen von Preußen, Österreich-Ungarn und Russland besetzt war, richtete sich die größte Feindseligkeit der Polen gegen die Russen. Diese Feindseligkeit verdeckte sehr oft das wahre Wohl des Volkes und des Landes. Die aufgeklärteren nationalen Aktivisten, die eine vernünftige Politik zur Maximierung der Gewinne und Minimierung der Verluste anstrebten, appellierten vergeblich, keine Maßnahmen zu ergreifen, die die Notlage der Nation verschlimmern würden. Es ging vor allem darum, keine bewaffneten Aufstände auszulösen, denn die vorangegangenen Aufstände waren nicht nur niedergeschlagen worden, sondern hatten auch dazu geführt, dass einige Bürger getötet wurden, einige ins Gefängnis kamen und einige das Land verließen, im Allgemeinen für immer, während die Besatzer die politischen Freiheiten, die vor dem Aufstand bestanden hatten, einschränkten oder beseitigten. Diese vernünftigen Aktivisten verwiesen auf das Großherzogtum Finnland, das ebenfalls unter der Herrschaft des Russischen Reiches stand (seit dem Wiener Kongress) und dessen Einwohner sich nicht auflehnten, was ihnen eine weitgehende Autonomie ermöglichte.

Leider zogen es die meisten polnischen Patrioten vor, in ihrer Wut wie ein Meteorit zu explodieren und ebenso schnell zu sterben, indem sie sich der Übermacht der Russen ergaben. Diese Verschwörer, Aufständischen oder Revolutionäre fanden Befriedigung in der Tatsache, dass sie ihrem Ärger und ihrer Wut Luft machen konnten, dass sie ein paar Kosaken töten, eine staatliche russische Bank ausrauben oder ein Attentat auf den einen oder anderen Vertreter der Besatzungsmacht verüben konnten. Es kümmerte sie wenig, dass ihre Landsleute für solche Aktionen hart bestraft wurden und das Leben in Polen noch unangenehmer wurde. Das Wichtigste war, den “Russen” zu schaden! Unter diesen Umständen prägten vernünftige Aktivisten der polnischen Nationalbewegung den treffenden Spruch, dass es unter den Polen sehr viele gibt, die Russland mehr hassen als sie Polen lieben.

Eine solche Haltung gegenüber Russland besteht in Polen nach wie vor. Überraschenderweise scheint diese Haltung auch in anderen europäischen Ländern (außer Ungarn) sowie in den Vereinigten Staaten und Kanada zu herrschen. Könnte es sein, dass sie sich alle von Polen haben anstecken lassen? Sie alle wollen Russland schaden, ohne Rücksicht auf die wirtschaftlichen, finanziellen, politischen oder prestigeträchtigen Kosten, die damit verbunden sind. Wir können diese selbstzerstörerische Haltung beobachten, wenn wir einen Blick auf Deutschland und seine sich verschlechternden Wirtschaftsstatistiken werfen; wir können diese Haltung auch beim Rest der Europäischen Union beobachten. All dies ist bis zu einem gewissen Grad verständlich: Der Mensch ist nicht ein rationales Wesen. Der Mensch handelt auch emotional und folgt blind seinen Überzeugungen: Religion oder Ideologie. Wie dem auch sei, es gibt eine Nation, bei der eine solche Haltung gegenüber Russland besonders erstaunlich, unverständlich und – man wagt es zu sagen – bizarr ist. Welche Nation?

Es sind die Juden: diejenigen, die im Staat Israel leben, diejenigen, die in der Ukraine leben, und schließlich diejenigen, die in der gesamten westlichen Welt verstreut sind, insbesondere in den Vereinigten Staaten. Fast alle von ihnen – angefangen beim ukrainischen Oligarchen Ihor Kolomojskyj (und seinesgleichen) über Victoria Nuland oder Antony Blinken (Personen, die für die Gestaltung der amerikanischen Außenpolitik mitverantwortlich sind) bis hin zu den israelischen Behörden – unterstützen die Ukraine in deren Krieg gegen Russland. Sie scheinen nicht bemerkt zu haben, dass die Ukraine seit Jahren das Andenken an Stepan Bandera wiederbelebt und ihm huldigt, dass die Ukraine sich mit der ukrainischen nationalistischen Bewegung identifiziert, die gestern wie heute stark antisemitisch war und ist. Für einen normalen Menschen, der weiß, wie empfindlich Juden auf die Erinnerung an die zahllosen jüdischen Opfer reagieren, die während des Zweiten Weltkriegs nicht nur durch die Deutschen, sondern auch durch die Ukrainer um ihr Leben gebracht wurden, ist eine solche Haltung einfach unfassbar! Der jüdisch-ukrainische Oligarch Igor Kolomojskyj finanzierte sogar das berüchtigte Asow-Bataillon, dessen Mitglieder sich Hakenkreuze auf den Körper tätowieren ließen; Präsident Selenskyj, ein ethnischer Jude, zeigt sich völlig unbeeindruckt von dem in der Ukraine gepflegten Stepan-Bandera-Kult; auch seine amerikanischen Sponsoren jüdischer Herkunft stört dieser Kult nicht. Wie ist das möglich?

In vielen westlichen Ländern haben jüdische Gemeinden dazu geführt, dass Gesetze erlassen wurden, die den so genannten Geschichtsrevisionismus strafrechtlich verfolgen und bestrafen: in diesem Fall Äußerungen oder Veröffentlichungen, in denen behauptet wird, dass es im Zweiten Weltkrieg weniger jüdische Opfer gab oder dass sie auf eine andere Weise ums Leben kamen als berichtet. Und siehe da, auf mysteriöse Weise verschließen Juden die Augen vor dem offenen und militanten Antisemitismus, der derzeit in der Ukraine herrscht, und sie unterstützen die Ukraine ungeachtet ihrer Nazi-Ideologie, solange sie Russland Schaden zufügt. Könnte es auch sein, dass auch Juden (wie Polen) zu Russland negativer eingestellt sind als sie sich selbst mögen?

Ein weiterer historischer Exkurs. In den 1990er Jahren verließen etwa eine Million Juden die zerfallende Sowjetunion. War es, weil sie dort verfolgt wurden (und jetzt eine Abneigung gegen Russland haben)? Nein. Sie wanderten wegen der sich verschlechternden wirtschaftlichen Bedingungen aus. Woher kamen die Juden in der Sowjetunion überhaupt? Die Juden kamen in die Sowjetunion, weil sie zuvor im zaristischen Russland ansässig gewesen waren. Und wie wurden sie Bewohner des zaristischen Russlands? Zum größten Teil kamen sie aus den östlichen Gebieten Polens, die Russland im Einvernehmen mit Preußen und Österreich (siehe oben) erobert und diesen Staaten einverleibt hatte.

Das plötzliche Auftauchen von mehreren Millionen Juden im russischen Staat wurde zu einem soziologischen Problem, das es zu lösen galt. Die zaristischen Behörden befürchteten eine Vorherrschaft der meist gebildeten Juden, die vor allem im Handel tätig waren und in der Regel Dorfgasthöfe betrieben, über die russischen Analphabeten. Um diese Vorherrschaft zu verhindern, wurde das Leben der Juden auf das Gebiet des so genannten Ansiedlungsrayons (etwa die Gebiete des polnischen Staates, die Russland einverleibt worden waren) beschränkt. Es wurde sozusagen ein Ghetto geschaffen, das sich von anderen Ghettos dadurch unterschied, dass es ein Gebiet umfasste, das größer war als jeder andere Staat in Europa und sich von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer erstreckte. Eine solche Beschränkung (von der es verschiedene Ausnahmen gab) und ein Numerus clausus an den Universitäten hätten die Juden dem russischen Staat gegenüber feindlich stimmen können. Diese Feindseligkeit drückte sich darin aus, dass sie die russische revolutionäre Bewegung im Vergleich zu den ethnischen Russen in überproportionaler Zahl unterstützten. Diese revolutionäre Bewegung führte schließlich zu einer Änderung des politischen Systems, der Gründung von Sowjetrussland, in dem Juden nicht mehr eingeschränkt waren. Vielmehr besetzten sie wichtige Positionen in der Regierung, in der Industrie und in der Kunst. Warum also die Wut auf Russland?

Im Gegenteil, der Antisemitismus wurde in der Ukraine wiederbelebt, als sie von den Truppen des Dritten Reichs besetzt wurde. Ukrainische Soldaten oder Polizisten der ukrainischen Nationalbewegung (gegründet von Stepan Bandera) gingen gegen Juden (und Polen, Russen und Weißrussen) vor und verübten Massenmorde. Die Ukrainer bildeten eine eigene Division, SS-Galizien, die den Widerstand in der Ukraine und darüber hinaus rücksichtslos bekämpfte. Aus Ukrainern rekrutierte sich das Wachpersonal in so manchem Konzentrationslager, dessen Insassen ausgerechnet Juden waren. Und heute, wo drei Generationen seit diesen Ereignissen vergangen sind, heute, wo Stepan Bandera und sein (antisemitisches) politisches Gedankengut in der Ukraine so offen und offiziell wie möglich geehrt werden, unterstützen führende Vertreter der jüdischen Gemeinschaft in der gesamten westlichen Welt die Ukraine gegen Russland! Es ging sogar so weit, dass – wie oben erwähnt – im kanadischen Parlament am Tag des größten jüdischen Feiertags, Jom Kippur, der 98-jährige Jaroslaw Hunko, ein ehemaliges Mitglied der SS-Galizien, geehrt wurde. Obwohl unmittelbar nach diesem Ereignis ein schwacher Aufschrei von jüdischen Organisationen (und sogar vom polnischen Botschafter und den Behörden, die Kiew in seinem Kampf gegen Moskau bedingungslos unterstützen) zu hören war, bedeutet dies nicht, dass die Juden, sowohl die im Staat Israel als auch die in den Vereinigten Staaten oder Kanada, die Ukraine in ihrem Krieg gegen Russland nicht mehr unterstützen werden.

Hier geht es um zwei Fragen, die schwer zu verstehen sind. Warum ein solcher Hass auf Russland und warum eine solche Bereitschaft, vor dem in der Ukraine praktizierten Geschichtsrevisionismus die Augen zu verschließen? Könnte es sein – um es ein drittes Mal zu wiederholen –, dass die Juden zu Russland negativer eingestellt sind, als sie sich selbst mögen?