Das Problem gibt’s nicht, es ist nur seine Wahrnehmung

Das schwedische Außenministerium fühlte sich vor Kurzem zur Rede gestellt und nahm Stellung zu einigen Fragen, die der schwedischen Gesellschaft zu schaffen macht.In dem von ihm verfassten Dokument, beantwortet die Regierung Fragen und Behauptungen ihrer Bürger. Liest den Text des schwedischen Ministeriums jemand, der ebenso wie der Autor dieses Artikels die Hälfte seines Lebens in einer ähnlichen sozialistischen/marxistischen Staatsform verbrachte, kann ja ein Gefühl haben, ein déjà vu zu erleben, da eben vor einigen Jahrzehnten, als man in den RGW-Ländern fernsah und erfuhr, dass es gutes Wetter sei, und dann schaute man aus dem Fenster hinaus und sah, dass es draußen in Strömen goss. Daran gewöhnten wir uns. Wir erarbeiteten sogar eine Strategie, die offiziellen Nachrichten spiegelbildlich zu deuten und verstanden das Gute als das Böse und umgekehrt. Als ich also das Schriftstück des Schwedischen Außenministeriums las, kamen in meiner Erinnerung die Zeiten des Sozialismus so deutlich zurück, als wären sie erst gestern vorbei gewesen. Schauen wir uns den Text genau an.

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Die Diaspora der Jungen Italiener

Daniel Moscardi

Michele Valentini, ein perfekter niemand aus nirgendwo. Kaum jemand von den Bewohnern seiner Heimatstadt Tarcento, im Nord-Osten von Italien nah an der Grenze zu Slowenien gelegen, kann sich an ihn erinnern. Der ruhige, im Umgang mit den anderen milde, dreißigjährige Michele war ein Mensch, von dem niemand erwartet hätte, dass er so was tut, was Schlagzeilen macht. Leider war es so. Im Februar nahm er sich das Leben, hinterließ einen langen Brief an seine Eltern, in dem er die Gründe erklärte, warum er von der Gesellschaft Abschied nimmt, in der er nicht mehr in der Lage war, weiterhin zu leben.

Michele Valentini litt unter einem Beschwerden, der letztens Millionen von jungen und nicht nur jungen Italienern zuteilwurde: der Schwierigkeit, ja sogar noch schlimmer – der Unmöglichkeit, eine anständige, feste Arbeit zu finden. Den Beschwerden kann man als eine „stille Verzweiflung“ bezeichnen.

Sein Abschiedsbrief war ein verzweifeltes j’accuse an die ganze Gesellschaft und an die jetzige Regierung insbesondere: am Ende stand da eine sarkastische Bemerkung zum italienischen Minister für Arbeit und Soziales Giuliano Poletti.

Poletti wurde 2014 von dem ehemaligen Minister Matteo Renzi ernannt und bekleidete das Amt in der Regierung von Paolo Gentiloni, der zum Ministerpräsidenten im Dezember, gleich nach dem Rücktritt Renzis, berufen wurde. Poletti wurde sofort nach seiner Berufung durch seine Aussage bekannt, dass es um die hunderttausend Italiener, die jedes Jahr ihr Land verlassen, gar nicht schade sei, denn „Italien wird davon profitieren“. Weiterlesen

Gefira Nr. 13 für Investoren: Die Zukunft Europas wird von der Demografie und Energie verunsichert.

Laut Medienberichten kämpft unser Kontinent gegen Probleme wie: Euro, italienische Banken, Zukunft der Europäischen Union, Brexit, Aufstieg der rechtsextremen Parteien, französische Wahlen und die drohende russische Invasion in den baltischen Staaten oder in Polen. Dies sind aber nur belanglose oder weisgemachte Probleme, oder aber im Klartext gesagt: nur Geschichten, die das Europäische Establishment benutzt, um seine Unfähigkeit zu erklären, der drohenden Katastrophe und dem Zerfall der multi-ethnischen Gesellschaften entgegenzuwirken.

Die europäischen Regierungen überlassen die Kontrolle über ihre Grenzen und ihre Geldpolitik Brüssel (d. h. Souveränitätsverzicht), die von unwählbaren Beamten gestaltet wird, die nicht in der Lage sind zu handeln. Die neoliberale Privatisierung von Einrichtungen wie Elektrizitätsunternehmen, Autobahnen und Eisenbahnen, deren Betrieb oft an ausländische Unternehmen, die andere Interessen als die der europäischen Völker haben, ausgelagert wird, verschärft das Problem der mangelhaften politischen Führung in Europa. Weiterlesen

Italien will die Europäische Zentralbank austricksen, indem es eine andere Währung einführt.

Eine Finanzkrise in Italien ist nichts Neues. Es gab sie immer wieder: mal gingen Staaten pleite, mal ging eine Bank in Konkurs, zog andere mit sich und löste eine Währungskrise aus. So war es mit Florin. Ohne ins Detail zu gehen, lassen Sie uns daran erinnern, dass im Jahr 1345 Königreich England und Florenz insolvent wurden, da sie die riesigen Summen, die sie von den in den damaligen Zeiten riesigen Banken Bardi und Peruzzi geliehen hatten, nicht zurückzahlen konnten. Die Zahlungsunfähigkeit bedeutete ein Schuldenloch in Höhe von 1,5 Millionen Florin, was mit sich die Pleite der beiden Banken brachte, was wiederum eine Kettenreaktion auslöste, die ein Ende für die anderen Geldinstitute bedeutete.

Fast sieben Jahrhunderte später wurde eine ähnliche Katastrophe in Italien, Griechenland und in vielen anderen Ländern möglich, und das im Moment, als das internationale Bankensystem in Schwierigkeiten geriet. Die Wirtschaft ist weder durch ein komplexes System der Regulierungen, noch durch den Euro zu stimulieren, weil es zu stark für Italien und auch zu stark für die schwachen Volkswirtschaften Spaniens, Portugals, Frankreichs und Finnlands ist; sie ist weder durch die strenge Sparpolitik der Europäischen Kommission, die unter Druck von Deutschland arbeitet, dem Land, das in erster Linie von der Existenz einer gemeinsamen Währung profitiert, noch von der völlig unwirksamen Politik der quantitativen Lockerung zu stimulieren. Weiterlesen

Häresien, ein unerklärbares kollektives Verhalten

Wenn wir uns die Krise mit den sogenannten Migranten anschauen, stellen wir uns Fragen: welchen Sinn, welchen Zweck hat das alles? Uns wir eingeredet, wir bräuchten Arbeitskräfte – wir haben doch Millionen von jungen arbeitslosen Europäern. Uns wir eingeredet, wir müssen für die Zeiten des Kolonialismus einbüßen. Wenn wir aber Millionen Menschen aus der Dritten Welt aufnehmen, berauben wir die dortigen Länder ihrer Arbeitskräfte und ihrer Intelligenz, wir handeln also ebenso wie die Kolonialisten. Uns wird eingeredet, es seien Flüchtlinge und wir sollten sie integrieren lernen, als wären Flüchtlinge per definitionem etwa nicht die Menschen, die in ihre zerstörten Länder zurückkehren möchten, sobald der Krieg zu Ende ist. Uns wird eingeredet, dass die Migranten aus der Dritten Welt uns bereichern, was wir aber am eigenen Leibe alltäglich erfahren sind Krawallen auf den Straßen und steigende Kriminalität. Was wir jeden Tag sehen, sind verstärkte Polizeikräfte auf den Straßen. Was wir jeden Tag hören, sind die Nachrichten, in denen uns berichtet wird, dass die osteuropäischen Länder sich gegen solche „Bereicherung“ stemmen. Uns wird eingeredet, dass die Ankömmlinge sich integrieren werden, doch vor unseren Augen entstehen ganze ausgesonderte Stadtbezirke, in die sich die Polizei nicht traut – parallele Gesellschaften. Uns wird eingeredet, dass die Vielfalt unsere Kraft ist, doch auf jedem Schritt erfahren wir von Konflikten mit dem ethnischen, rassistischen oder religiösen Hintergrund in verschiedenen Ecken unsrer Welt, wo die Bereicherung durch Vielfalt „genossen“ wird. Uns wird dies und jenes eingeredet, kein Argument klingt aber sinnvoll, wir selber fühlen aber innerlich, dass eine Katastrophe auf uns zukommt. Worum geht es hier eigentlich? Nicht etwa um die Wirtschaft, Hilfeleistung, Bereicherung, Neokolonialismus? Worum denn eigentlich? Woher der gewaltsame Zufluss der Fremden? Woher auf einmal der Wille, sie alle aufzunehmen? Afrika, oder Asien erfuhren seit Jahrhunderten vernichtende Kriege, doch nie zuvor nahm Europa deswegen solche Massen auf. Worum geht es hier?

Die Geschichte der Menschheit ist voll von Häresien. Wir verwenden hier einen Begriff aus der Theologie, verwenden ihn aber in einem breiteren Kontext. Die Häresien sind für eine kollektive Abweichung des psychischen Gelichgewichts symptomatisch, die sich ab und zu wie Feuer auf einer Prärie während einer Dürre, wie Viren in der Natur oder in Computern, mit allen möglichen Mutationen und Nebenwirkungen verbreitet. Wir meinen hiermit nicht nur Albigenser, Umstürzler, sondern auch Jakobiner, Marxisten, Leninisten und Anhänger vieler anderer wahnsinniger Ideologien. Die Abweichungen sind nämlich zwar zahlreich aufzufinden, sie haben aber den gemeinsamen Ursprung – die Entartung des kollektiven Ichs.
Die Anhänger einer Häresie, sprich Ideologie, werden hauptsächlich vom Gefühl des Ernannt-Seins, der Mission, der messianischen Schwärmerei, vom Begeisterungstaumel der moralischen Überlegenheit motiviert. Alle Häresien, die mutierten und populär wurden, die uns schon bekannt sind und die wir erst kennenlernen werden, haben einen gemeinsamen Nenner: sie alle (oder eher ihre Anhänger, Befürworter, Sympathisanten, Schüler und Weggenossen) wollen das Dasein der Menschheit verbessern, und zwar ab jetzt für immer, und zwar überall in der Welt. Weiterlesen

Am nächsten Tag wachten wir auf und es gab Krieg.

Kriegen gehen sorgfältig vorbereitete Provokationen voran. USS Maine musste versunken werden, damit die USA einen Krieg gegen Spanien beginnen konnten; dann musste Die Lusitania versenkt werden, um die Vereinigten Staaten zur Beteiligung am Ersten Weltkrieg zu bewegen; damit die USA auch am Zweiten Weltkrieg mitmachen, wurde das Versenken einiger Kriegsschiffe im Hafen von Pearl Harbor nötig; der Tonkin-Zwischenfall erlaubte Amerikanern, ihre militärische Präsenz in Vietnam zu verstärken; Präsident Bush benötigte den Zusammenbruch von zwei Wolkenkratzern des World Trade Centers, um den richtigen Vorwand für den Krieg gegen Afghanistan parat zu haben; Präsident Bush Senior verwendete die Gerüchte, dass Bagdad Massenvernichtungswaffen besitze, um den Irak anzugreifen; dem Präsidenten Clinton reichten Massengräber und Konzentrationslager, um die Serben vollzuschlagen; Präsident Barrack Hussein Obama hätte nach den Berichten über Giftgasgebrauch gegen Zivilisten fast begonnen, den Krieg in Syrien zu eskalieren; auf ähnlichen Berichten stützend, zögerte Präsident Donald Trump nicht, den Befehl Raketen gegen Truppen des Präsidenten Assad abzufeuern. So geht es. Weiterlesen

Afrikas Tor Nach Europa: Operation Husky, Reloaded

Guest Author: Daniel Moscardi
Vallombrosa ist eine außergewöhnliche Ecke Toskanas. Da, im bergigen Gelände 40 Km, östlich von Florenz errichtete der Benediktiner der heilige Johannes Gualbertus, als das neue Jahrtausend begann, den eigenen Klosterverband, um mit einer Gruppe von Mönchen einen asketischen Lebenswandel zu verfolgen.

Unter den vielen Reisenden, die in Vallombrosa nach Eingebung suchten, war auch John Milton, der 1638 durch Italien reiste; eine Gedenktafel aus Marmor erinnert den Touristen daran, dass er eben hier auf die Idee kam „Das verlorene Paradies“ zu schreiben. Vallombrosa war niemals ein Anziehungspunkt für Touristen, es war immer ein Ort, der zur Meditation und Inspiration bewegte. Weiterlesen