Über Bier, Milch, Autos und Waffen

Für Smart Money ist jede Krise eine Gelegenheit. Die großen Investoren surfen auf den Wellen der Krisen, auf den Tiefen kaufen sie was Neues, auf den Höhen des ankommenden Tsunami stoßen sie Aktien ab, bevor die Krise wirklich zuschlägt. Sie wissen es genau, wann sie kommt. Vielleicht sind sie sogar die Auslöser der Krisen, die Smart Money’s. Die Mitgestalter der Geschichte?

Januar 1920 – die US-Regierung beschloss, ein Verbot der Herstellung, des Verkaufs und des Transports von Alkohol einzuführen. Als Reaktion auf die Maßnahmen der Regierung haben Brauereibesitzer, die bereits über die Infrastruktur zur Kühlung von Produkten verfügten, Eiscreme herzustellen (sehr „smart“), und die Besitzer von Bars haben massiv damit begonnen, sie zu verkaufen, um zu vermeiden, dass das Geschäft geschlossen werden muss. Die Leute durften sich nicht in einer Bierbar treffen, und sie brauchten immer noch ein gemeinsames soziales Ritual, das als Vorwand für ein Treffen dienen würde, so dass der Besuch in einer Bierstube durch den Besuch in einer Eisdiele ersetzt wurde.

Der Geldfluss, der zuvor an die Hersteller von Zutaten zur Herstellung von Alkohol wie Hopfen gerichtet wurde, wurde an die Milchproduzenten umgeleitet. Dies ermöglichte es den Landwirten, ihr Einkommen auf der Milchproduktion zu stützen, die zu dieser Zeit sehr profitabel war. Der Transport von Milchprodukten fand aber hauptsächlich auf lokaler Ebene statt, da der globale Transport von gekühlten Lebensmitteln immer noch eine technologische Herausforderung darstellte.

Die Hilfe kam seitens Anheuser-Busch Vehicle Department, das mit dem Verkauf von Kühlkörpern für Lastwagen mit dem ABC-System (Automatic Brine Circulation) begonnen hat, um den Transport von gekühlten Produkten zu sichern. Dieses System war innovativ, da es Milchprodukte ohne Strom in bisher unzugängliche Entfernungen transportieren konnte.

Die besten Zeiten für die größten US-Eiskonzernen der Vorkriegszeiten kamen mit dem Zweiten Weltkrieg. Eiskugeln waren das Werkzeug, mit dem das US-Kommando die hohe Moral seiner Truppen aufrechterhielt, und Gefrorenes galt als sicherer Ersatz für Alkohol, da die jüngste Generation von Soldaten umgeben von Eisdielen aufgewachsen war. Irgendwann mitten im Krieg beschloss ja sogar das US-Marine-Kommando, eine Million Dollar auszugeben (im Vergleich dazu kostete ein Sherman-Panzer etwa 45.000 Dollar), nur um den Frachtkahn zu einer schwimmenden Eisfabrik zu machen. Es war nur für die Herstellung von Eis am Pazifischen Kriegstheater vorgesehen und für die Lieferung an Flugzeugträger und Soldaten auf den Inseln. Er war so riesig, dass es alle 7 Minuten 38 Liter Eis produzieren konnte.

Das Ende der Milchproduzenten-Ära schien mit dem Ende des Krieges zu kommen. Das Überangebot an Milchprodukten führte zur Pleite von vielen Unternehmen, denen die US-Regierung durch Interventionen und Zuschüsse für die Branche vorbeugen wollte. Agricultural Act von 1949 kostete die Steuerzahler in Amerika noch viele Jahre nach dem Kriegsende Milliarden. Jede nachfolgende Regierung in den 50er Jahren, 60er. und 70. Jahren tat dasselbe: Sie kaufte Milchprodukte massiv auf und lagerte sie in riesigen unterirdischen Lagern ein. Erst Ronald Reagan, der bekannt für Ausgabenkürzungen war, machte dem Ding halt. Zuerst wollte er 254.000 Tonnen Käse im Ozean versenken lassen, letztendlich übergab er die Vorräte an die Ärmsten. Bis heute funktioniert im Bewusstsein der Amerikaner der Begriff „government cheese” als Sozialkäse, der besser sei als der im Laden gekaufte. Und auch heute kontrolliert die US-Regierung durch die Finanzierung von Dairy Managment Inc. das Verhalten der Verbraucher nicht nur in Amerika, etwa dadurch, dass die Non-Profit-Organisation die Restaurantsketten wie McDonald dazu bringt möglichst viele Milchprodukte zu ihren Speisen beizugeben (Milchkaffee, Cheeseburger).

Was an der Spitze unserer Wertehierarchie steht, bestimmt unser Verhalten.

Seit Volkswagen seinen Erfolg dank Goebbels vermarktete, glauben noch heute viele Deutsche, und, was total absurd ist, auch Polen oder Bulgaren, Volkswagen und BMW seien die besten Autos der Welt. Nun erwies sich, dass es Japaner sind, die auf der Top-Liste der ADAC jahrzehntelang stehen. Später kamen Koreaner und nun sind die chinesischen Autos wie BYD auf dem besten Weg den europäischen Markt zu erobern. Hey, ihr alten Mythomanen in Polen, in Deutschland, auf dem Balkan, in eurem Porsche, der als Unternehmen pleitegeht: schlitzäugige Autos sind am besten! Man muss sich irgendwann mit der Realität abfinden.

Und gucke: als bei den Autokonzernen erste ernste Schwierigkeiten begannen, brach der Krieg in der Ukraine aus. Sie waren nicht so flexibel wie die Bierproduzenten in den USA 1920. Sie konnten sich nicht so schnell auf die Produktion von Panzern umstellen. Es sei denn, sie hätten einen Diktator wie 1934, der es ihnen befohlen hätte. Aber die Machthaber im Westen waren auch „smart“: Ja, okay, die Branche geht vielleicht nach unten, aber wir haben Rheinmetall und andere Waffenproduzenten und da leiten wir unseren Geldfluss um. Die östliche Flanke der NATO wurde gestärkt, Milliarden fließen in Aufrüstung und sogar die Grünen in Deutschland sind für den Wehrdienst. So geht die europäische Wirtschaft irgendwie weiter fort und wenn BIP nur mühsam steigt, gibt es ja keinen Kollaps, der die Regierungsschicht bedrohen würde.

Ja, es gibt Probleme des Westens bei der Unterstützung der Ukraine im Kampf, aber gucke: Auch hier gibt es die Klugen wie die seinerzeit von Anheuser-Busch-Konzern mit ihren Kühlungssystemen für den Eistransport: Die Ukrainer bauen selbst die effektivsten Kampfdrohnen der Welt und zwar zu einem Spottpreis, ihr Dummköpfe von Rheinmetall!

Aber jeder Krieg endet irgendwann und wir werden mit dem alten Käse und hunderten tausenden unnötigen Soldaten dableiben und unsere Kinder und Enkelkinder werden die Schulden für das Kriegsschauspiel noch viele Jahrzehnte mit ihren Steuern und Hungerrenten zurückbezahlen müssen.

Demografischer Zusammenbruch des postsowjetischen Europas

Intuitiv neigen wir dazu zu denken, dass die Populationen umso mehr wachsen, je besser die Bedingungen sind. Natürlich ist es selbstverständlich. Gute Bedingungen bedeuten, dass Menschen Nahrung, Unterkunft, Arbeit und Zukunft haben. Deshalb fangen sie an, mehr Kinder zu bekommen. Sie wollen mehr Kinder haben, weil sie keine Angst vor der Zukunft haben, weil sie wissen, dass sie für ihre Kinder sorgen können, und auch, weil sie Vertrauen in ihr Land, ihre Regierung und allgemein in die Wirtschaft haben. Bei Tieren ist es ziemlich ähnlich. Wenn Tiere gute Bedingungen haben, haben sie Nachwuchs – viele, viele Nachkommen, was ein Zeichen dafür ist, dass sie ein gutes Leben haben.

Wenn Sie sich die heutige Welt ansehen, sind Sie vielleicht verblüfft. In den am weitesten entwickelten Ländern nimmt die Zahl der Menschen weiter ab. Die am weitesten entwickelten Länder Westeuropas, Nordamerikas, Australiens und Neuseelands verzeichnen keinen Bevölkerungszuwachs. Das ist klar, wir beobachten vielleicht keinen Rückgang, aber das liegt nur an einer massiven Einwanderungspolitik, die das demografische Niveau hochhält. Wenn wir nach Osteuropa schauen – in das Gebiet zwischen der alten Europäischen Union und der Russischen Föderation – können wir sehen, was wirklich passiert, wenn sich die Nationen guter Bedingungen erfreuen, und wir können es deutlich sehen, weil Mitteleuropa nur wenig Einwanderung aus der Dritten Welt akzeptiert hat.

Die Länder, die zum Ostblock gehörten, haben den Sozialismus und die Planwirtschaft aufgegeben und beschlossen, die Marktwirtschaft und alle wirtschaftlichen Lösungen aus dem Westen zu übernehmen. Die meisten von ihnen sind der Europäischen Union beigetreten. Insgesamt ist der Lebensstandard in diesen Ländern gestiegen und steigt kontinuierlich. Vor dreißig Jahren erlebten die Menschen in diesen Ländern leere Regale in den Geschäften und generell Mangel an Waren aller Art. Drei Jahrzehnte später haben sich die Umstände gebessert und zwar deutlich. Die Geschäfte sind voll mit allen erdenklichen Waren und das Leben ist bequem und angenehm geworden. Wir neigen dazu zu denken, dass die Menschen unter solchen Umständen Kinder haben möchten. Vielleicht nicht vier oder sechs oder acht, aber mindestens zwei oder drei. Schließlich ist das ein biologischer Instinkt, für den wir geschaffen sind: Nachwuchs zu haben. Bisher erleben aber die Länder des ehemaligen Sowjetblocks und die Länder, die Sowjetrepubliken waren, einen Bevölkerungsrückgang. In einigen Fällen ist der Rückgang dramatisch. Betrachten Sie die folgende Aufschlüsselung.

Demografischer Wandel von 1989 bis 2026:

Lettland von 2,7 Millionen auf 1,9 Millionen gesunken – ein Rückgang um 30%;

Bulgarien von 9 Millionen auf 6,4 Millionen gesunken – ein Rückgang um 29%;

Litauen von 3,7 Millionen auf 2,8 Millionen gesunken – ein Rückgang um 26,5%;

Ukraine von 51,5 Millionen auf 40,0 Millionen gesunken – ein Rückgang um 22%;

Rumänien von 23,2 Millionen auf 18,8 Millionen gesunken – ein Rückgang um 20%

Estland von 1,6 Millionen auf 1,4 Millionen gesunken – ein Rückgang um 12,5%;

Belarus von 10,2 Millionen auf 9,0 Millionen gesunken – ein Rückgang um 11,8%;

Die ersten fünf Länder – Lettland, Bulgarien, Litauen, Ukraine und Rumänien – haben einen Bevölkerungsrückgang von über 20% verzeichnet! Das ist etwas, das mit einem Krieg vergleichbar ist, der auf dem Territorium dieser Länder geführt würde. Dreißig Jahre Entwicklung, dreißig Jahre steigender Lebensstandard, dreißig Jahre Leben in Frieden haben zu einem epischen Rückgang der Einwohnerzahl dieser Länder geführt. Nur in Tschechien und der Slowakei können wir einen leichten Anstieg der jeweiligen Bevölkerung feststellen, wobei Polen einen so geringen Rückgang verzeichnet, dass wir ihn für statistisch unwichtig halten könnten.

Polen von 38 Millionen auf 37,4 Millionen gesunken – ein Rückgang um 1,6%;

Tschechien von 10,4 Millionen auf 10,9 Millionen – ein Anstieg von 4,8%;

Slowakei von 5,2 Millionen auf 5,4 Millionen – ein Anstieg von 3,8%;

Was jedoch mit Lettland, Bulgarien, Litauen, der Ukraine und Rumänien passiert ist, hat epische Dimensionen. Der Rückgang der Bevölkerung Lettlands und Bulgariens um rund 30% ist eine demografische Katastrophe. Was ist dort passiert? Die beiden Länder sind Mitglieder der Europäischen Union, sie haben den Euro als Währung eingeführt. Die Bürger dieser Länder waren vor dreißig Jahren davon überzeugt, dass nach dem Beitritt ihrer Länder zur Europäischen Union alles in Ordnung sein würde. Dachten die Menschen in diesen Ländern damals, dass ihre Bevölkerung schrumpfen wird – und zwar so dramatisch? Denken Sie an die Verluste, die die baltischen Staaten im Zweiten Weltkrieg erlitten haben. Die drei Ostseeanrainerstaaten verloren etwa 10 oder mehr als 10% ihrer Bevölkerung. Nun ist in diesen Ländern in der Zeit des Friedens, der wirtschaftlichen Entwicklung und der Mitgliedschaft in der Europäischen Union eigentlich dasselbe passiert. Wenn die Demografie ein Zeichen der Entwicklung wäre, dann müssten wir sagen, dass es diesen drei Ländern viel schlechter geht als früher, als sie – wie oft gesagt wird – unter dem sowjetischen Joch standen.

Demografischer Verlust der baltischen Staaten nach dem Zweiten Weltkrieg:

Litauen – 15-19%

Lettland – 11-13%

Estland – 7-9%

Betrachten Sie die Ukraine. Während des Zweiten Weltkriegs verlor die Ukraine schätzungsweise 13 bis 15 Millionen Einwohner. Heute leidet die Ukraine unter einem ähnlichen demografischen Zusammenbruch. Im Jahr 1991 – im Jahr der Unabhängigkeitserklärung der Ukraine – zählte das Land fast 52 Millionen Menschen. Heute liegt die Zahl laut offizieller Statistik bei 40 Millionen Menschen, aber Fachleute sagen, dass die Zahl viel, viel niedriger ist: vielleicht 35, vielleicht – manche sagen sogar – 25 Millionen Menschen. Dafür ist nicht nur der andauernde Krieg verantwortlich zu machen. In den 30 Jahren der Unabhängigkeit der Ukraine haben Ukrainer ein Leben außerhalb der Ukraine gesucht. Millionen verließen das Land: hauptsächlich nach Westeuropa, einige nach Mitteleuropa, einige nach Russland. Der Krieg, der jetzt seit vier Jahren tobt, hat das Bild nur vervollständigt und noch dramatischer gemacht.

Demografischer Verlust während des Zweiten Weltkriegs in Polen, Weißrussland und der Ukraine:

Polen von 35 Millionen auf 24 Millionen gesunken;

Weißrussland von 9 Millionen auf 6,0-6,5 Millionen gesunken;

Ukraine von 40,6 Millionen auf 25-27 Millionen gesunken;

Denken Sie an Rumänien und Bulgarien. In diesen beiden Ländern hat es in den letzten dreißig Jahren keinen Krieg gegeben. Im 1989, in dem Jahr, in dem beide den Sozialismus aufgaben, waren sie sehr arm, besonders Rumänien. Dennoch zählte Rumänien 23 Millionen Menschen und es war ein Anstieg von ungefähr 15 Millionen Menschen, die das Land gerade am Ende des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1945 hatte. Wir alle kennen die brutale Diktatur von Nikolai Ceausescu, wir alle kennen die Armut und den Mangel, die das rumänische Volk während seiner Regierungszeit durchgemacht hat. Und trotzdem wuchs die Zahl der Menschen weiter.

Bevölkerungswachstum in Rumänien und Bulgarien zwischen 1945 und 1989:

Rumänien von 15,5 Millionen auf 23,2 Millionen;

Bulgarien von 7 Millionen auf 9 Millionen;

Denken Sie an Bulgarien. Was ist mit dieser Nation passiert? Zwischen 1945 und 1989 wuchs die Bevölkerung von 7 Millionen auf 9 Millionen. Seitdem ist es auf ein Niveau gesunken, das sogar unter den 7 Millionen liegt, die das Land 1945 hatte! Auch Rumänien nähert sich seinem demografischen Niveau von 1945.

Wir können nur den richtigen Schluss ziehen, dass das gleiche Phänomen seit langem in Westeuropa stattfindet. Dort wächst die Bevölkerung – aber nicht, weil sich die indigenen Völker vermehren: Alles liegt daran, dass immer mehr Menschen aus Afrika und Asien und auch aus Mitteleuropa importiert werden.

Einige Leser mögen einwenden, dass wir in der modernen Welt nicht so viele Menschen brauchen und dass in der modernen Welt Überbevölkerung das Problem ist. Dem könnten wir zustimmen, aber der Punkt ist, dass die Regierungen, die behaupten, wir hätten ein Überbevölkerungsproblem, weiterhin Menschen in reiche Länder importieren, weil sonst – wie sie sagen – die Volkswirtschaften zusammenbrechen würden. Haben wir also das Überbevölkerungsproblem oder nicht?

Es stellt sich heraus, dass die Bevölkerung wächst, wenn der Lebensstandard nicht hoch ist. Schauen Sie sich Afrika an, schauen Sie sich einige asiatische Länder an. Wir könnten argumentieren, dass der gleiche Prozess des Bevölkerungsrückgangs in Afrika und Asien stattfinden wird. Das mag im Falle Asiens zutreffen, im Falle Afrikas vielleicht nicht so. Warum? Einfach deshalb, weil wir eine wirtschaftliche Entwicklung in Asien beobachten können – in China oder Indien oder Indochina –, aber wir können kaum eine vergleichbare wirtschaftliche Entwicklung in Afrika beobachten. Der Lebensstandard in Asien wird also zum Rückgang der jeweiligen Bevölkerung beitragen, während die mangelnde wirtschaftliche Entwicklung in Afrika die Tendenz der afrikanischen Nationen, ihre Nachkommen zu vermehren, gut unterstützt.

Was erwartet Europa? Das ist schwer zu beantworten. Was immer offensichtlicher wird, ist, dass Westeuropa einen ethnischen Austausch durchmacht. Ob Mitteleuropa in die Fußstapfen Westeuropas treten wird, ist eine offene Frage. Wenn Westeuropa einen vollständigen ethnischen Austausch erfährt, wird es aufhören, westlich zu sein, und es wird aufhören, europäisch zu sein. Es wird teilweise Afrika, teilweise Asien sein. Wenn Mitteleuropa der Politik des Imports von Menschen aus der Dritten Welt widersteht, kann es sein europäisches Erbe bewahren. Dennoch kann die schwindende Zahl der Menschen dazu führen, dass die mitteleuropäischen Länder langsam stagnieren und zusammenbrechen.

Einige Demografen sagen, dass die Welt des weißen Mannes in Bezug auf die Demografie bereits den Punkt ohne Wiederkehr überschritten hat. Das ist sicherlich nicht wahr. Die Bevölkerung im Laufe der Geschichte wurde mal aufgrund von Kriegen, mal aufgrund von Epidemien dramatisch reduziert, aber oft gelang es ihr nach einer so tragischen Zeit, sich wieder aufzubauen. Das mag für Mitteleuropa der Fall sein, das mag sogar für Westeuropa der Fall sein. Vielleicht wird Europa nach einer großen Wirtschaftskrise oder – leider – einem Krieg wiedergeboren. Es muss eine Zeit des gesenkten Lebensstandards geben, damit [1] die Europäer mehr Kinder bekommen und [2] der Einwanderungsstrom aus der Dritten Welt nach Europa aufhört.

Die Insel Lampedusa – ein neuer Wallfahrtsort der Päpste

Vor einigen Tagen (4. Juli 2026) besuchte Papst Leo der 14. die Insel Lampedusa, die im Mittelmeer liegt und dafür bekannt ist, Einwanderer aus dem Schwarzen Kontinent auf ihrem Weg zum Alten Kontinent aufzunehmen. Diese Insel war auch von seinem Vorgänger Papst Franziskus besucht worden. Wie wir alle wissen, war Papst Franziskus ein Vorbote der guten Botschaft für die Menschen, die nach Europa umziehen wollen. Sein Nachfolger Papst Leo XIV. scheint dieselbe Politik fortzusetzen und zu verfolgen. Ihm geht es natürlich sehr um das Schicksal der Menschen in der Dritten Welt, weniger um die Menschen in Europa. Seine Botschaft – in diplomatische Sprache gehüllt – ist einfach und banal… und vielleicht sogar kindisch:

Von diesem entlegenen Winkel Europas am Mittelmeer aus kann man die folgenschwere Herausforderung, die das Phänomen der Migration für die europäischen Gesellschaften darstellt, deutlicher wahrnehmen. In dieser Hinsicht besitzt Europa ebenso wie bei der ökologischen Wende und der Friedensförderung ein einzigartiges Potenzial, das sich aus seiner Geschichte und Kultur ergibt, und trägt daher eine entsprechende Verantwortung. Dank seiner geografischen Lage und seines institutionellen Rahmens ist Europa in der Lage, die Krise — in dieser Region — umfassend anzugehen und Soforthilfemaßnahmen in einen langfristigen Strategieplan zu integrieren, der in der Lage ist, Migranten aufzunehmen, zu schützen, zu unterstützen und zu integrieren und gleichzeitig den Entwicklungsländern zu helfen, damit niemand zur Auswanderung gezwungen wird. All dies muss mit Wachsamkeit geschehen und die Achtung der Würde jedes Menschen gewährleisten. Dies ist eine Aufgabe nicht nur für öffentliche Institutionen, sondern auch für die Zivilgesellschaft als Ganzes und für die Kirche. [Pastoralbesuch seiner Heiligkeit auf Lampedusa]

Europa sollte also die Einwanderung annehmen und gleichzeitig zur Entwicklung der Länder der Dritten Welt beitragen, damit die Menschen ihren Geburtsort nicht verlassen und sich nicht in Europa niederlassen wollen. Diese Art von Reden ist charakteristisch für Politiker und all die Menschen, die sich der Öffentlichkeit als Weltverbesserer präsentieren wollen. Aber was bedeutet es, dass Europa immer mehr Einwanderer vom Schwarzen Kontinent aufnehmen sollte, ganz zu schweigen von Asien? Was bedeutet es, dass Europa Maßnahmen ergreifen sollte, um die wirtschaftliche Situation in Afrika (ganz zu schweigen von Asien) zu verbessern?

Nun, Europa sollte einfach froh und glücklich sein, immer mehr neue Einwohner zu haben, und gleichzeitig – ganz abgesehen von der Bezahlung des Unterhalts – sollten die Europäer auch ihr Geld und alle möglichen Ressourcen auf die anderen Länder verteilen, nur um zu verhindern, dass mehr Menschen auf den alten Kontinent ankommen. Das heißt, die Europäer sollten die Nationen Afrikas dafür bezahlen, dass sie zu Hause bleiben oder Ähnliches. Wenn man etwas über die Geschichte des antiken Roms weiß, wird man sofort das gleiche Muster erkennen. Auch Rom wurde von Barbaren überfallen, und Rom auch war zu schwach, um sich ihnen zu widersetzen. Welche Lösung haben die Machthaber von Rom gefunden? Ja, Sie erinnern sich richtig daran: Sie schlugen vor, die Barbaren dafür zu bezahlen, außerhalb der römischen Grenzen zu bleiben. Alternativ, wenn das nicht machbar war, schlugen sie vor, die Barbaren dafür zu bezahlen, dem römischen Reich zu dienen, anstatt es zu zerstören. Noch besser, die Römer kamen auf die Idee, die Fremden als Soldaten einzusetzen, die Rom gegen… andere Fremden verteidigten. Wie das alles endete, wissen wir alle nur zu gut.

Heutzutage sollte sich die katholische Kirche als religiöse Institution mehr darum kümmern, ob Europäer – praktizierende oder nichtpraktizierende Christen oder Christen nur dem Namen nach – den Geboten ihres Glaubens folgen. Was ist wichtig in Bezug auf den Glauben? Es ist wichtig, dass ein Gläubiger Gott lernt und seine Seele rettet, das heißt, der Gläubige sollte ein glückliches Leben nach dem Tod verdienen. Wie verdient ein Gläubiger ein glückliches Leben nach dem Tod? Ein Gläubiger verdient ein glückliches Leben nach dem Tod, indem er den Geboten seines Glaubens folgt. Was sind diese Gebote? Ein Leben zu führen, das ohne Sünde ist. Oder zumindest um schwere Sünden zu vermeiden. Was sind diese schweren Sünden, die die Kirche seit Jahrhunderten gelehrt hat und anscheinend vergessen hat, sie jetzt zu lehren? Nun, das sind Abtreibung, außereheliches Sexualleben, Kriege führen, Diebstahl und andere ähnliche Dinge. Wann haben Sie letztes Jahr gehört, Papst oder Bischöfe über die Sündhaftigkeit von außerehelichem Sex oder Abtreibung sprechen? Haben Sie den derzeitigen Papst gehört, der Frieden predigt und versucht, etwas zu tun, um den Krieg in der Ukraine zu beenden oder den Konflikt mit dem Iran zu verhindern? Nein? Ich auch nicht.

Seit einigen Jahrzehnten predigen christliche Kirchen und die katholische Kirche unter ihnen das säkulare Evangelium des Libertarismus. Sei es der Papst in Rom oder die protestantischen Bischöfe – sie alle scheinen sich vor allem für den Umweltschutz oder die Akzeptanz der Einwanderer zu interessieren. Wenn Sie die Website vieler katholischer Pfarreien besuchen, fallen Ihnen sofort die dort veröffentlichten Texte auf, Texte, die die Willkommenskultur für Einwanderer predigen. Das ist alles, was dazu gehört. Keine andere moralische Frage scheint mehr von Bedeutung zu sein.

Das Schlimmste daran ist, dass weder Umweltschutz noch Willkommenskultur von einer der protestantischen Kirchen erfunden wurden, am allerwenigsten von der katholischen Kirche. Nein. Diese Ideen sind die Ideen der säkularen Welt, der Libertären, der Kapitalisten, der Laienaktivisten – im Allgemeinen – der Menschen, die größtenteils ungläubig sind und manchmal den Kirchen oder der Religion aktiv feindlich gesinnt sind, Menschen, die das Christentum als eine rückständige Idee betrachten. Trotzdem scheinen die katholische Kirche und die protestantischen Kirchen im Bann solcher Menschen und Organisationen zu stehen. Die Kirchen sind zum Spiegelbild dessen geworden, was die säkulare Welt verkündet. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Priester und die Theologen wieder angefangen haben, die Bibeln zu lesen und plötzlich dabei zu entdecken, dass es in der Heiligen Schrift nur um Umweltschutz und die Akzeptanz von Einwanderern geht.

Warum passiert das? Vielleicht, weil die protestantischen Kirchen und – leider – die katholische Kirche mit Einflussagenten unterwandert sind. Vielleicht, weil die protestantischen Kirchen und die katholische Kirche ihr Rückgrat verloren haben. Oder vielleicht liegt das alles an der staatlichen Bildung, die die Köpfe von Kindern und Jugendlichen geprägt hat und weiterhin prägt. Einige dieser jungen Leute entscheiden sich dafür, Priester zu werden. Nun, wenn sie Seminare oder andere religiöse Einrichtungen betreten, betreten sie sie mit einem Geist, der bereits voller weltlicher Ideen ist. Sie alle waren in Schulen, Colleges und Universitäten; Sie haben Filme und Programme gesehen; Sie haben Bücher und Zeitungen und Websites gelesen – sie alle haben eine und dieselbe Botschaft verbreitet: Der Planet Erde ist das, was wir anbeten sollten, und ein Dritte-Welt-Mensch ist der, dem wir dienen sollten.

Priester und Theologen stellen manchmal immer wieder die Frage, warum es so ist, dass mit jedem Jahr immer weniger junge Menschen Priester werden wollen. Sie stellen immer wieder Fragen, warum mit jedem Jahr immer mehr junge Menschen aus den Kirchen austreten. Und sie stellen weiterhin Fragen, warum so viele Menschen aufgehört haben, sich für religiöse Dinge zu interessieren. Sie denken wahrscheinlich, dass sie, wenn sie der säkularen Agenda folgen, Menschen – junge und alte – zurück in ihre Gemeinden locken werden. Wie falsch! Wenn ein Individuum mit der Idee infiziert ist, die Umwelt zu schützen und Menschen aus der Dritten Welt aufzunehmen, dann wird sein Geist natürlich einer Organisation angehören wollen, die Umweltschutzmaßnahmen durchführt und Einwanderungspolitik verfolgt. Nun, von den beiden großen Zweigen, die sich mit diesen Problemen befassen – der säkularen Welt und der religiösen Welt – welchen werden Sie wählen, wenn Sie sich am Umweltschutz beteiligen oder Ausländer willkommen heißen wollen? Nun, ich vermute, dass Sie sich gerne denen anschließen würden, die die Avantgarde der Bewegung sind. So wie es ist, ist es die säkulare Welt, die sowohl beim Umweltschutz als auch bei der Willkommenskultur die Führung übernimmt. Die Kirchen nur folgen dem säkularen Zweig. Man könnte sogar sagen, dass die Kirchen ein Abklatsch des säkularen Zweigs sind. Wenn es so ist, dann ist es kein Wunder, dass Menschen – wenn sie soziale Aktivisten sein wollen – sich eher den säkularen als den religiösen Institutionen anschließen. Man zieht immer das Original dem Abklatsch vor, nicht wahr?

Das Pantheon der tragischen Helden 2

Stephen Banderas Schicksal war sehr traurig. Er wollte eine unabhängige Ukraine schaffen, aber sein persönliches Leben war ruiniert. Von seinen drei Brüdern starben zwei in einem Konzentrationslager – einem deutschen Konzentrationslager – und einer unter unbekannten Umständen. Seine drei Schwestern wurden von den Russen inhaftiert und irgendwo weit weg in die östlichen Provinzen der Sowjetunion umgesiedelt. Sein Vater (Priester) war ebenfalls inhaftiert und wegen seiner nationalistischen politischen Überzeugung zum Tode verurteilt. Stepan Bandera selbst wurde zweimal verhaftet: das erste Mal von den polnischen Behörden nach der Ermordung des Innenministeriums und das zweite Mal von den Deutschen nach dem gescheiterten Versuch des ukrainischen Nationalisten, einen unabhängigen ukrainischen Staat auszurufen. Nach dem Zweiten Weltkrieg ließ sich Stepan Bandera in München, Westdeutschland, nieder (wo die Hitlerbewegung begann). Seine politische Karriere war beendet. Alle seine Träume waren gescheitert. Er wurde zu einer traurigen Figur.

Woran muss er in den frühen 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts gedacht haben? Die Ukraine war in die Sowjetunion eingegliedert worden oder – anders ausgedrückt – die Ukraine fiel an Moskau. Polen behielt Reste ukrainischen Territoriums, und diese Reste waren von der ukrainischen Bevölkerung befreit worden, die auf polnischem Territorium verstreut war. Deutschland (einst der große Verbündete und Hoffnungsträger der Ukraine) war besiegt: Es hatte einen Großteil seines Territoriums verloren, war in zwei Staaten aufgeteilt worden. Um die Sache noch schlimmer zu machen, verfolgten die Russen Stepan Bandera weiter, und schließlich gelang es ihnen, ihn in München ausfindig zu machen und ihn zu töten. Und wissen Sie was? Es war ein anderer Ukrainer – Bogdan Staschinski – der Bandera im Treppenhaus von Banderas Wohnhaus erschoss.

Stepan Bandera hat sich der Sache einer unabhängigen Ukraine verschrieben. Sein Leben war im Grunde genommen verschwendet. Keines seiner Ziele wurde erreicht. Vielmehr hat sich das Schicksal der Ukraine verschlechtert. Noch heute verehren ukrainische Nationalisten Stepan Bandera als einen der größten Nationalhelden, wenn nicht sogar als den größten Nationalhelden. Straßen sind in sehr vielen ukrainischen Städten nach ihm benannt, und er hat Denkmäler, die hier und da in der Ukraine aufgestellt wurden. In Polen und in Russland wird Stepan Bandera jedoch mit Figuren wie Adolf Hitler gleichgesetzt. Ein solcher Vergleich wird auch bei den Juden aufgerufen. Trotzdem können wir von den westlichen Führern und der westlichen politischen Klasse kaum Einwände gegen die Verehrung von Stepan Bandera und anderen Führern der OUN-UPA hören. Es scheint, dass die westliche politische Klasse bereit ist, sich mit dem Teufel selbst zu verbünden, um Russland zu schaden.

Was denken die heutigen ukrainischen Führer über ihr eigenes Schicksal? Sie müssen mit dem Leben ihres spirituellen Gurus Stepan Bandera vertraut sein. Stellen sie sich unbequeme Fragen wie: Wird mein Leben so sein wie das meines politischen Helden? Denn die Chancen, dass sich die Ukraine im aktuellen Krieg gegen Russland durchsetzen kann, sind so gut wie keine. Dann werden die Führer der Nationalisten, die es schaffen, den Krieg zu überleben, zu einem Leben im Exil verurteilt sein, genau wie ihr politischer Guru? Was erwarten sie im Exil zu tun? Werden sie wie Stepan Bandera aus der Ferne auf ihre Ukraine schauen und sie teilweise gefangen sehen? Oder teilweise kontrolliert? Von Moskau, demselben Moskau, das sie so sehr hassen?

Schlimmer noch, die Ukraine war und wird weiterhin mit einer demografischen Katastrophe konfrontiert sein. Die vielen Millionen Menschen, die das Land bereits verlassen haben, und die ziemlich vielen Millionen Menschen, die getötet oder verwundet wurden, werden eine klaffende demografische Lücke hinterlassen haben. Nun, wer wird ihren Platz einnehmen? Wenn der Rumpfstaat Ukraine weiterhin existiert und wenn die ukrainische politische Klasse weiterhin den Befehlen aus Brüssel folgt, dann wird die einzige Lösung, um dieses demografische Loch zu stopfen, darin bestehen, Menschen aus anderen Ländern zu importieren. Aus welchen Ländern? Sicherlich nicht aus den europäischen, denn kein Europäer wird bereit sein, in ein vom Krieg zerrissenes Land umzusiedeln. Die Ukraine kann nur für Menschen aus der Dritten Welt attraktiv bleiben. Die Ukraine wird also wahrscheinlich mit Menschen aus Indien und Pakistan, aus Kenia und Somalia besiedelt. Wird das den ukrainischen Nationalisten gefallen? Sie und ihre politischen Vorgänger haben die Ukraine ethnisch von slawischen Polen und slawischen Russen gesäubert, um am Ende die Ukraine von völlig fremden Ethnien aus Asien und Afrika gesättigt zu haben? Das waren ihre politischen Träume?

Stepan Bandera hat seiner Nation mehr geschadet als Gutes getan. Er war kein geschickter Politiker, sondern eher ein Rammbock des Dritten Reiches. Stepan Bandera war ein politischer Spieler. Er berücksichtigte nicht das wirkliche Kräfteverhältnis in der damaligen Welt. Die heutigen politischen Eliten in der Ukraine tun dasselbe – sie treten in die Fußstapfen von Stepan Bandera. Sie haben zugelassen, dass ihre Ukraine als Rammbock des Westens gegen Russland benutzt wurde. Wie konnten sie jemals gedacht haben, dass sich die Ukraine gegen Russland durchsetzen könnte, obwohl sie vom Westen unterstützt wird? Ganz Europa (Deutschland mit den Industrien aller eroberten europäischen Länder zusammen mit Hunderttausenden von Freiwilligen aus Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Norwegen, Spanien, Italien, Kroatien und den regulären Armeen aus Rumänien und Ungarn) hat Russland in den vierziger Jahren des vorigen Jahrhunderts nicht erobert, warum sollte es jetzt Russland erobern?

Denken Sie an das benachbarte Weißrussland. Ihr Führer, der vom Westen zutiefst gehasst wird, hat es geschafft, sich von militärischen Konflikten fernzuhalten. Und er hat es geschafft, sein Land in Bezug auf Territorium und Demografie intakt zu halten. Sie können über ihn sagen, was Sie wollen, aber Sie können die einfache Tatsache nicht leugnen, dass es in den letzten 30 Jahren für jeden Einzelnen viel besser war, in Weißrussland als in der Ukraine gelebt zu haben. Selbst wenn wir – wie die westliche Propaganda sagt – annehmen, dass der weißrussische Präsident Lukaschenko ein Diktator ist, während die ukrainischen Präsidenten demokratische Führer waren, müssen wir dennoch zugeben, dass es für den einfachen Mann in den letzten 30 Jahren besser war, in Weißrussland zu leben als in der Ukraine. Warum? Wenn Sie in Weißrussland lebten, haben Sie es nicht riskiert, getötet oder verstümmelt zu werden, während Sie in der Ukraine Ihr Leben, Ihre Gesundheit und Ihren Besitz riskiert haben. Es ist der weißrussische Führer, der sich als politisch versiert erwiesen hat, während ukrainische Präsidenten ihr Land und ihre Nation verwüstet haben. Genau wie einst Stepan Bandera und seinesgleichen. Ist das der Grund, warum die heutige ukrainische politische Klasse solche Helden verehren will?

Und ein Postskriptum. Roman Schuchewytsch, Oberbefehlshaber der ukrainischen Aufstandsarmee, wurde 1950 vom russischen KGB gejagt und erschossen. Andrej Melnyk (OUN-M – der gemäßigte Zweig) starb in seinem Bett im Westen.

Das Pantheon der tragischen Helden 1

Der Tag war der 1. Juli, das Jahr – 2026. Das ukrainische Parlament hat das Gesetz verabschiedet, mit dem das Pantheon der Nationalhelden geschaffen werden soll. Jetzt muss dieses Gesetz nur noch von Präsident Wladimir Selenskyj unterzeichnet werden, um Gesetz zu werden, aber es besteht kaum ein Zweifel daran, dass der Präsident der Ukraine es unterzeichnen wird. Worum geht es bei dieser Idee, das nationale Pantheon zu schaffen?

Nun, Nationen gedenken der Nationalhelden. Es sind nicht nur Ukrainer, die große Persönlichkeiten aus ihrer Vergangenheit verehren wollen. Überall sind Nationalhelden ikonische Individuen, die als Brennpunkt des nationalen Bewusstseins und der nationalen Identität dienen. Sie dienen als Vorbilder für Mut, Selbstaufopferung und Heldentum. Es sollte kein Wunder sein, dass die Ukrainer sich in dieser Hinsicht anderen Nationen anschließen und ein eigenes nationales Pantheon ihrer Nationalhelden haben möchten. Und doch gibt es viele Einwände dagegen. Wer hat überhaupt etwas gegen das Nationale Pantheon der Ukraine?

Es ist Polen, die polnische Nation. Warum ist die polnische Nation dagegen, dass die Ukraine das Pantheon der Nationalhelden hat? Nun, weil dieses Pantheon aller Wahrscheinlichkeit nach Personen umfassen wird, die für Massaker verantwortlich sind, die während des Zweiten Weltkriegs gegen die polnische Nation verübt wurden.

Ukrainische und polnische Nationalgefühle sind in der Geschichte der beiden Nationen sehr oft in Konflikt geraten. Im Laufe der Jahrhunderte gab es zahlreiche blutige Kriege zwischen den Polen und den Ukrainern. Eines dieser Ereignisse, das sich in das nationale Bewusstsein des polnischen Volkes eingeprägt hat, war das sogenannte Wolhynien-Massaker im Jahr 1943. In einer Reihe konzentrierter Angriffe umzingelten ukrainische Militäreinheiten polnische Dörfer in der genannten Region und ermordeten die Bewohner systematisch bis auf den letzten Mann, die letzte Frau und das letzte Kind. Das war ethnische Säuberung par excellence, daran besteht kein Zweifel. Erschwerend kam hinzu, dass die Morde sehr rücksichtslos verübt wurden: Den Opfern wurden die Glieder abgeschnitten, die Augen ausgestochen, die Bäuche aufgerissen und manchmal wurden ihre Körper gekreuzigt. Wir haben bereits mehr als einmal darüber geschrieben.

Jetzt ist noch nicht sicher, welche Personen aus der Geschichte der Ukraine als Nationalhelden in das erwähnte Pantheon aufgenommen werden. Doch sowohl die polnischen Behörden als auch die polnische Nation befürchten und vermuten, dass zu den Helden Personen gehören würden, die für die oben genannten Gräueltaten verantwortlich waren. Woher wissen die polnischen Behörden und die polnische Nation davon? Ganz einfach, weil diese Personen in der gesamten Ukraine verehrt wurden und weiterhin verehrt werden. Es wurden Straßen nach ihnen benannt und Denkmäler in Erinnerung an sie errichtet und sie werden ukrainischen Schulkindern als ihre Nationalhelden präsentiert. Wer sind diese Personen, die diesen Zankapfel zwischen Warschau und Kiew schaffen?

Zuallererst waren es die Führer der nationalistischen oder besser gesagt chauvinistischen Organisation, die vor fast einem Jahrhundert gegründet wurde. Die politische Organisation war als Organisation ukrainischer Nationalisten oder kurz OUN bekannt. Die Organisation der ukrainischen Nationalisten wurde von Stepan Bandera und Andrij Melnyk geleitet. Bandera war rücksichtsloser als sein Konkurrent. Deshalb hat sich die Organisation OUN in die Zweige Bandera (OUN-B) und Melnyk (OUN-M) aufgeteilt. Dennoch gab es eine Menge, die beide teilten. Beide hatten vor, eine unabhängige Ukraine zu schaffen, einen ukrainischen Staat, der frei von allen ethnischen Minderheiten wäre. Sie hassten und wollten Russen, Polen und Juden loswerden. Obwohl die Organisation ukrainischer Nationalisten in der damaligen Tschechoslowakei gegründet wurde, während einige ihrer Führer eine Zeit lang in Mussolinis Italien blieben, begannen sie, Terroranschläge auf dem Territorium des Vorkriegspolens durchzuführen, da der westlichste Teil der heutigen Ukraine damals ein Teil des polnischen Territoriums war.

Einer dieser Angriffe wurde in der Stadt Lemberg durchgeführt, wo Stepan Banderas Handlanger versuchte, den sowjetischen Konsul zu töten. Ein weiterer Versuch wurde am helllichten Tag in der polnischen Hauptstadt Warschau durchgeführt. Der Versuch war erfolgreich. Der polnische Innenminister wurde getötet. Doch gelang es der Polizei, Stepan Bandera, den Drahtzieher des Attentats, festzunehmen. Er wurde vor Gericht gestellt und zum Tode verurteilt. Die polnische Regierung erwies sich jedoch als nachsichtig, und so wurde diese Strafe in lebenslange Haft umgewandelt.

Wie ist das ukrainische Problem überhaupt entstanden? Warum sind Polen und Ukrainer in Konflikt geraten?

Die mittelalterliche Rus’ war eine politische Einheit (obwohl, wie es im Mittelalter in ganz Europa üblich war, von einer Reihe von Fürsten gleichzeitig regiert wurde, die um die ultimative Macht kämpften). Folglich wäre aus Rus’ in der Neuzeit ein riesiger Staat entstanden worden – wie Frankreich – wenn die mongolische Invasion im 13.Jahrhundert nicht entstanden gewesen wäre. Die Invasion brach das Rückgrat einer mittelalterlichen Rus‘. Ein Teil des Territoriums wurde von den Mongolen besetzt, während die westlichen Teile vom Großherzogtum Litauen und später vom polnischen Königreich übernommen wurden. So befand sich ein Teil der heutigen Ukraine auf polnischem Territorium und blieb einige Jahrhunderte unter polnischer Herrschaft. Unter diesen Umständen entwickelte der westlichste Teil der Rus‘ (der heutige westlichste Teil der Ukraine) eine etwas andere Sprache und ein etwas anderes politisches Bewusstsein. Einige seiner Bewohner der orthodoxen christlichen Überzeugung wurden zu einer Zeit dazu gebracht, sich der katholischen Kirche anzuschließen, obwohl sie ihren eigenen religiösen Brauch bewahrten. Dann kam im 18.Jahrhundert die Zeit der Teilungen Polens; das Territorium der heutigen Westukraine war zwischen Österreich (Westen) und Russland (Osten) aufgeteilt.

Das von Österreich eroberte Gebiet wurde wieder von Russland getrennt. Ein weiteres Jahrhundert lang entwickelte es eine etwas andere Sprache und ein anderes politisches Bewusstsein. Am Ende des Ersten Weltkriegs wollten die Russen, die in dem von Österreich besetzten Teil der Ukraine lebten, nichts mit Moskau zu tun haben und einen eigenen Staat gründen. Gleichzeitig wollte der wiedergeborene polnische Staat nichts von einem unabhängigen ukrainischen Staat hören, der die Gebiete besetzt, die einst zum polnischen Königreich gehörten. Es brach ein Krieg aus, in dessen Folge Warschau es schaffte, die heutige Westukraine in den polnischen Staat einzugliedern. Dennoch hielten die Ukrainer den Widerstand gegen die polnischen Behörden aufrecht – daher die Entstehung der oben genannten Organisation ukrainischer Nationalisten und damit der daraus resultierende ukrainische Terrorismus auf polnischem Territorium.

Christlich-orthodoxe Ukrainer waren eine große ethnische Minderheit im katholischen Polen. Man könnte versucht sein zu sagen, dass Polen und die (West–)Ukraine in einem Staat vereint waren – dem polnischen Staat. Es war etwas Ähnliches wie Jugoslawien, ein Land, das auch am Ende des Ersten Weltkriegs entstand, ein Land, das christlich-orthodoxe Serben und katholische Kroaten vereinte. In Jugoslawien waren die Serben die dominierende Nation, während die Kroaten sich genauso sehr vom serbisch dominierten Jugoslawien trennen wollten wie die Ukrainer sich von Polen trennen wollten. Der kroatische Stepan Bandera war als Ante Pavelic bekannt. Auch die Kroaten hatten ihre Terrororganisationen, und auch sie haben Terroranschläge verübt. Und im selben Jahr (1934), als der polnische Innenminister ermordet wurde, töteten kroatische Terroristen den jugoslawischen König Alexander III. in Marseille, als er Frankreich einen Staatsbesuch abstattete. 

Dann kam der Zweite Weltkrieg in den ersten Jahren, in denen Deutschland sowohl Polen als auch Jugoslawien eroberte. Während Berlin den Kroaten (Ante Pavelic) erlaubte, ihren eigenen Staat zu gründen, erlaubte es den Ukrainern nicht, ihren eigenen zu gründen. Während Ante Pavelic die Anerkennung seiner Autorität durch Berlin genoss und sein Land fast unabhängig regierte, stießen Stepan Banderas Versuche, kurz nach dem Einmarsch Deutschlands in die Sowjetunion eine unabhängige Ukraine auszurufen, auf Berlins Widerstand und entschlossene Gegenmaßnahmen. Stepan Bandera wurde inhaftiert und in das Konzentrationslager Sachsen-Hausen gebracht, wo er zwei lange Jahre inhaftiert war.

Es hinderte andere ukrainische politische Aktivisten nicht daran, sowohl Deutschland zu dienen als auch ethnische Säuberungen durchzuführen. Die Organisation ukrainischer Nationalisten hatte ihren militärischen Arm, der als Ukrainische Aufstandsarmee (UPA) bekannt war. Es wurde von Roman Schuchewytsch geleitet. Es war diese ukrainische Aufstandsarmee, die die polnischen Dörfer in Wolhynien massakrierte. Heutzutage werden sowohl Stepan Bandera als auch Roman Schuchewytsch von den heutigen Ukrainern als Nationalhelden angesehen. Obwohl wir noch nicht wissen, welche der vielen ukrainischen historischen Persönlichkeiten ihren Weg in das Nationale Pantheon finden wird, ist die Wahrscheinlichkeit, dass es sowohl Stepan Bandera als auch Roman Schuchewytsch sein werden, sehr hoch.

Die Reaktion der polnischen Regierung der polnischen Nation ist verständlich. Was schwer zu verstehen ist, ist die Reaktion oder vielmehr das Fehlen derselben auf Seite der westlichen Verbündeten Polens. Ukrainische Nationalhelden des Zweiten Weltkriegs haben nicht nur die polnische und russische Minderheit ausgerottet, sondern auch – sehr eifrig – die jüdische Minderheit. Wie Sie wissen, sind die westlichen Eliten sehr sensibel, wenn es um die Vernichtung des jüdischen Volkes geht. Warum lehnen sie dann nicht die Idee ab, Leute wie Bandera und Schuchewytsch zu Nationalhelden der Ukraine zu machen?

Die Antwort scheint sehr einfach zu sein. Polens westliche Verbündete brauchen die Ukraine nur als Werkzeug in ihrem Krieg gegen Russland. Um diesen Krieg zu verlängern, brauchen sie ukrainische Soldaten, die bereit sind zu sterben und zu leiden. Ein Soldat, der bereit ist zu sterben, ist ein Individuum, das – abgesehen davon, dass er sehr gut ausgerüstet ist – auch psychologisch darauf vorbereitet ist, tatsächlich zu töten. Jetzt sind Soldaten, deren Geist von den Ideen von Stepan Bandera und Roman Schuchewytsch durchdrungen wurde, ideale Krieger. Machen wir keinen Hehl daraus: während des Zweiten Weltkriegs unterstützten Bandera und Schuchewytsch offen Adolf Hitler und beteiligten sich enthusiastisch an der Vernichtung des jüdischen Volkes. Jede Verehrung solcher Menschen in irgendeiner der westlichen Nationen würde ohne zu zögern von der Polizei, den Behörden und dem Rechtssystem niedergeschlagen. Jetzt scheinen die westlichen Führer und die westlichen Eliten irgendwie unempfindlich gegenüber einem solchen antijüdischen Phänomen in der Ukraine zu sein. Messen sie mit zweierlei Maß?

Das Tragische an all dem ist, dass Polen Kiew weiterhin unterstützen wird. Zum einen ist Polen im westlichen System fest verankert und kann nicht alleine handeln; Zum anderen ist Warschau sehr gegen Russland und wird jede Beleidigung durch die Ukraine bereitwillig schlucken. Seltsam, wie sich Dinge herausstellen…

Der Frieden ist eine Illusion

Im Juni fanden Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran statt. Ihr Ergebnis war die Ankündigung eines vorübergehenden Abkommens (Memorandum of Understanding), das eine 60-tägige Pause der Feindseligkeiten vorsieht, sowie die Öffnung der Straße von Ormus für Tanker. Beide Seiten haben dies als einen Schritt in Richtung echter Frieden dargestellt. Aber können wir das wirklich glauben?

Die jüngste Aussage von US-Vizepräsident J. D. Vance lässt daran zweifeln. In einem Interview mit Michael Knowles gab Vance ausdrücklich zu, dass es sich tatsächlich um eine taktische Pause und keine dauerhafte Vereinbarung handelte. Er erklärte, dass das Hauptziel darin bestehe, die weltweiten Ölreserven wiederherzustellen, und was als nächstes passieren wird, sei eine offene Frage. Es könne sowohl wieder zum Krieg kommen, als auch einen dauerhaften Frieden geben. Letzteres hänge jedoch von einer “großen Veränderung im Ansatz des Iran” ab.

Von Vance abgesehen kann man davon ausgehen, dass Teheran mit seinen Erwartungen keinen Schritt zurück machen wird, und daher ist eine Eskalationsoption sehr wahrscheinlich. Es gibt jedoch einen Faktor, der die Position des Iran wirklich schwächen kann: Öl. Der Iran hat ernsthafte Probleme, es zu verkaufen. Nach der Ankündigung von MOU und der Aufhebung eines Teils der Sanktionen hat Teheran versucht, Erdöl massenhaft zu exportieren, jedoch bisher ohne Erfolg. Laut Stephen Innes befanden sich Ende Juni bis Anfang Juli mehr als 58 Millionen Barrel iranisches Öl auf dem Wasser, von denen mehr als 90% keinen eindeutigen Empfänger hatten, wie in der folgenden Grafik gezeigt.

Volle Tanker stehen in der Nähe der Straße von Malakka und der chinesischen Küste. Iranisches Öl fließt dorthin massiv (mehr als 2 Millionen Barrel), aber chinesische Raffinerien wollen es nicht kaufen. Der Grund ist die abrupt sinkende Binnennachfrage im Reich der Mitte und daher zu geringe Margen der chinesischen Raffinerien.  In jedem Fall hat der Iran nur noch bis Ende August Zeit, bevor die in der MOU festgelegte Periode endet. Je länger die Probleme mit dem Verkauf von Öl andauern, desto größer wird der Druck seitens der  öffentlichen Finanzen Teherans, da die verankerten Tanker nur zusätzliche Kosten verursachen. Dies könnte wiederum dazu führen, dass Teheran große Zugeständnisse an die USA macht, wenn es Zeit für weitere Verhandlungen kommt.

Gleichzeitig dürfen wir Israel nicht vergessen, das alles tun wird, um die Friedensverhandlungen zu torpedieren. Daher sollte das derzeitige Abkommen vor allem als strategische Pause vor einer weiteren Austeilung der Karten im Nahostkonflikt angesehen werden.

Technofaschismus kommt

Palantir ist nicht nur ein US-Technologieunternehmen, sondern ein Softwarehersteller, dessen Software neben kommerziellen Kunden hauptsächlich von Regierungsbehörden verwendet wird. Das Verfolgen des Feindes, Planen und Verwalten des Schlachtfeldes sind die wichtigsten Bereiche von Palantir. Das Unternehmen hat Zugang zu riesigen Datenbanken geheimer Daten, nicht nur in den USA, sondern in vielen verschiedenen Ländern gleichzeitig. Es wird oft als ein Unternehmen empfunden, das mit  Beobachtung, Krieg und menschlichem Leid verdient.

Einst waren es Menschen wie Rockefeller oder die Giganten der Metallindustrie, die Besitzer der Bahnunternehmen, die die Politik beeinflussten und prägten. Heute sind es Menschen wie Musk, die durch Sozialmedia und ihre Entscheidungen das Weltgeschehen prägen und an der Seite der Politiker stehen. Diese Menschen wurden hochnäsig, sie beginnen sich Recht darauf anzumaßen, besser zu wissen, wie der Staat funktionieren sollte, ja sogar wie die neue schöne Welt in ihren Visionen aussehen sollte. Musk scheiterte so beispielweise an dem Versuch, Hand in Hand mit Trump, die Staatsausgaben (vor allem in der Verwaltung) zu senken, aber seine Selbstsicherheit in Sache, wie das Land weiter gehen soll, bleibt weiterhin riesig. Palantir geht einen Schritt weiter und veröffentlichte ein Manifest, in dem zu lesen ist, wie die Macher aus Silicon Valley ticken und wie sie die Welt sehen.

Es ist ein dystopisches Papier, das an Texte von Huxley oder Orwell erinnert. Hier einige Schlüsselpunkte daraus:

  1. Die Begrenzungen der weichen Macht (Softpower) wurden freigelegt: Den freien und demokratischen Gesellschaften genügen moralische Appelle nicht mehr – sie brauchen harte Macht (Hardpower), und diese wird in diesem Jahrhundert auf Software aufgebaut
  2. Die Ära der atomaren Abschreckung geht zu Ende, die Ära der KI-basierten Abschreckung beginnt.
  3. Die Einführung eines allgemeinen nationalen Wehrdienstes sollte in Betracht gezogen werden. Palantir rechtfertigt dies damit, dass die Risiken und Kosten des Krieges von der gesamten Gesellschaft getragen werden müssen.
  4. Einige Kulturen erzeugen Zivilisationsbrüche, andere bleiben dysfunktional und regressiv.
  5. Die Schwächung Deutschlands ging zu weit, wofür Europa jetzt einen hohen Preis zahlt. Japans theatralische Bindung an den Pazifismus würde, wenn sie anhält, das Machtgleichgewicht in Asien gefährden.
  6. Amerikanische Politikern zeigen Ohnmacht gegenüber Verbrechen, deswegen sollte Technologie dorthin gelangen, wo der Staat versagt hat.

Die Entscheidungsträger aus Silicon Valley wollen also einen autoritären Staat, der von der KI regiert wird, die ja auch fehlerhaft entscheiden kann. Sei es im Falle der Verbrecher oder des Angriffs auf ein anderes Land. Der belgische Philosoph Mark Coeckelbergh schreibt dazu treffend: „Die Gefahr besteht nicht nur darin, dass es offensichtlich von Repressionen und Anstiftung zu Kriegen geredet wird, sondern auch in einer feineren Transformation: der Normalisierung der Überwachung, der Übertragung von Urteilen auf undurchsichtige Systeme und der stillen Konzentration der Macht in den Händen der wenigen Akteure, die diese Infrastrukturen entwerfen und kontrollieren und gleichzeitig einen globalen Einfluss haben.“

Für mich sind solche Postulate wie die von Palantir nichts anderes als ein Aufruf, den Pool von “Vermögenswerten” unter der Kontrolle des Unternehmens zu erhöhen. Das Postulat des allgemeinen Dienstes zielt darauf ab, die gesamte Gesellschaft für den Krieg verantwortlich zu machen. Eine Gesellschaft, deren Kinder zur Armee gehen, wird mit viel größerer Wahrscheinlichkeit astronomische Budgets für Systeme wie Palantir akzeptieren – schließlich möchte niemand seine Lieben ohne die beste technische Unterstützung an die Front schicken, die ihr Risiko minimiert. Darüber hinaus hat der Aufruf zur Remilitarisierung von Ländern, das Anheizen von Feindseligkeiten gegenüber anderen Gesellschaften sowie KI–basierte Waffen ein Ziel: mehr Macht und Geld für das technologisch-politische Tandem und mehr Chaos, um Kontrolle über alles zu übernehmen. Es wäre eine echte ” wunderbare neue Welt” mit einem Narrativ  von einer ständigen Bedrohung, wo Regierungen auf die digitale Infrastruktur angewiesen wären, die Palantir bereitstellen wird. Wie schön!

Quellen:

  1. Das Manifest
  2. Abschnitt aus einem Buch, auf dem das Manifest basiert.