Gold gehört nicht Italienern

Heutzutage ist es so, dass die Zentralbanken die Wirtschaften lenken, nicht die Regierungen. Eine Zentralbank sollte ja im Namen und zugute des Volkes handeln, doch die Politik aller Zentralbanken beginnend von ihrem Verzicht auf die Goldparität führt nur dazu, dass unsere Währungen immer wertloser werden, da die Kaufkraft sinkt. Das sieht man z.B. in den USA, wo die Verbraucher jetzt für den besonders schwachen Dollar immer weniger kaufen können.

Die Währungen sind bloß ein Stück Papier, an das wir vertrauen sollen. Wir sollen an die Scheine der Zentralbanken vertrauen, aber es ist alles nur Schein. Der berühmte Satz von Jaques Delors: “Nicht alle Deutschen glauben an Gott, aber alle glauben an die Bundesbank” mag seit der Einführung des Teuros nicht gelten, denn der Teuro ist keine D-Mark und der heutige Dollar hat nicht dieselbe Kaufkraft wie etwa in den 1960-er.

Das Vertrauen an die Zentralbankiers sinkt. Auch die Politiker kooperieren nicht so gerne mit ihnen. Bekannt ist die Auseinandersetzung Trumps mit Powell. Weniger bekannt ist die Tatsache, dass der jetzige Chef der Zentralbank Polens gegen den Strich der Regierungspolitik vorgeht. Und am Beispiel Italiens kann man sehen, dass da, wo die EZB zu reden hat, keine Entscheidungsfreiheit und kein Vertrauen an diese Zentralbank möglich ist.

Ende November meldete Senator Lucio Malan von der Partei Fratelli d’Italia (Brüder Italiens), der Partei von Premierminister Georgia Meloni, eine Änderung zum Haushaltsentwurf. Es sollte da hinzugefügt werden, dass die Goldreserven der Banca Italia der Nation gehören. Die vorgeschlagene Änderung zielte darauf ab, endgültig festzustellen, dass Gold ein nationaler Vermögenswert ist, der im Vertrauen an die Zentralbank zum Wohle des Landes da gehalten wird. Getroffene Hunde in der EZB begannen sofort zu bellen und… statt des Eintrags über das “Eigentum der Nation” gab es im Gesetz nur eine Bestätigung, dass Gold in der Bilanz der italienischen Bank verbleibt, die es im Rahmen des Eurosystems verwaltet.

Das war kein unbedeutendes Ereignis, denn die Goldreserven Italiens sind die viertgrößten in der Welt und stellen 14% des BIPs dar. Zum Vergleich im Falle Deutschlands sind es 10%, der USA 4%. Wir sprechen von 2451 Tonnen Gold, auf die die schwere Hand der Bankiers aus dem Turm in Frankfurt am Main gelegt wurde. Käme es zu einer Krise, würden die Goldreserven „im Rahmen des Eurosystems verwaltet“. Ein weiteres Argument, um euroskeptisch zu sein.

 

Chinas Wirtschaft wackelt

In den letzten Jahrzehnten wurde das Wirtschaftswachstum des Reiches der Mitte weitgehend durch Immobilien angekurbelt. Dieser Sektor machte im Jahr 2020 bis zu 30% des BIP des Landes aus. Das geringe Vertrauen der Chinesen in den Aktienmarkt sowie die Tatsache, dass die Einnahmequelle der lokalen Regierungen der Verkauf von Grundstücken an Bauherren war, machten bis zu 60% des Vermögens der Bürger des Landes zu Immobilien. Als Unternehmen wie Evergrande, die nach dem Pyramidenmodell arbeiten (das Geld aus der Vorbestellung ging zur Rückzahlung vergangener Verpflichtungen), in Konkurs gingen, blieben Millionen von Menschen mit Wohnungskrediten zurück, deren Bau gestoppt wurde oder zu großem Teil zu Leerständen wurden. Das Ergebnis ist ein starker Rückgang der Immobilieninvestitionen, der unten in der Grafik dargestellt ist. Wie Sie sehen können, betrug der Investitionsrückgang im November 2025 im Vergleich zum November 2024 mehr als 15%, und dieser Trend scheint sich von Monat zu Monat zu vertiefen. Dies bestätigt die Kapitalflucht aus chinesischen Immobilien.

Quelle: Chinesisches Statistikamt. Die Zahlen für Anlageinvestitionen und Immobilieninvestitionen werden als kumulative Veränderung zum Vorjahr angegeben. Die Daten für Januar und Februar wurden zusammengefasst.

Die obige Grafik enthält einige andere wichtige Daten aus der chinesischen Wirtschaft, wie z.B. die Investitionen in Anlagevermögen wie Fabriken, Brücken, Straßen, also in die Infrastruktur im Allgemeinen. Solche Ausgaben haben die Wirtschaftsleistung künstlich verbessert und gleichzeitig die lokalen Regierungen verschuldet. Innerhalb von drei Monaten stehen wir vor einem Rückgang dieser Art von Investitionen, was bedeutet, dass ein weiterer Motor für Chinas wirtschaftliche Entwicklung zu kollabieren beginnt.

Die Abhängigkeit der Chinesen von Immobilien bestätigt den starken Rückgang der Einzelhandelsumsatzdynamik, der im November im Vergleich zum Vorjahr um nur 1% gestiegen ist. Da die Wohnungsmarktkrise die Ersparnisse der Bürger erschöpfte, fühlen sie sich weniger sicher und geben lieber weniger Geld aus. Das Ergebnis ist eine Deflation, weil die Leute es vorziehen, Einkäufe zu verschieben, da sie wissen, dass es nach einer Weile noch billiger wird.

Außerdem ist die Arbeitslosigkeit gestiegen. Als im Jahr 2023 mehr als 20% der 18- bis 24-Jährigen keine Arbeit hatten, beschloss die Regierung, die Veröffentlichung der Ergebnisse für ein halbes Jahr auszusetzen, um die Methodik zu “optimieren”. Und siehe da: die Arbeitslosigkeit ist in 6 Monaten plötzlich um mehr als 6% gesunken! Trotz all solcher Manipulationen der Regierung sind fast 17% der jungen Menschen ohne Arbeit – das sind keine guten Informationen.

Die Antwort der Genossen in Peking auf die Wirtschaftskrise besteht darin, noch mehr auf Exporte zu setzen. Dies bestätigt die Aufrechterhaltung einer stabilen Wachstumsdynamik der industriellen Produktion (siehe Graphik). Chinas aggressive Expansion in ausländische Märkte ist also direkt mit einer schwierigen internen Situation verbunden. Wenn sich die Aussichten vor Ort nicht verbessern, wird der Zentralstaat die ganze Welt mit seinen billigen Produkten noch stärker überschwemmen (was bereits am Beispiel des europäischen Automarktes zu sehen ist).

 

Jenseits der Gegenwart

Europa hat den Punkt überschritten, an dem es kein Zurück mehr gibt, wenn man an seine ethnische Struktur denkt. Der Anteil der Menschen von den anderen Kontinenten ist vielleicht nicht sehr hoch – er könnte zehn, fünfzehn Prozent betragen – aber darum geht es nicht. Der Punkt ist, dass diese zehn oder fünfzehn Prozent in erster Linie sehr oft männliche junge Männer sind, die bereit sind, sich zu wehren und sich durchzusetzen, während die indigenen Europäer mittleren Alters oder älter sind, sehr oft kinderlos, befriedet und keinen anderen Ehrgeiz haben, als Spaß und eine gute erholsame Zeit zu haben. Zweitens bilden die Neuankömmlinge ihre eigenen Gemeinschaften und haben sich effektiv Teile Frankreichs, Großbritanniens, Deutschlands oder Schwedens angeeignet, wo die Ureinwohner – gelinde gesagt – nicht willkommen sind. Drittens sind die Ankömmlinge weder assimiliert noch integriert; vielmehr sind sie den Gastländern immer feindseliger gegenüber. Viertens hat das Gastgeberland einen Schuldkomplex, der es dazu bringt, sein Eigentum und seine Rechte an die Menschen aus den anderen Kontinenten abzugeben. In Zukunft mögen Frankreich, Großbritannien, Deutschland oder Schweden immer noch dieselben Namen tragen, aber sie werden sich von Natur aus unterscheiden, werden nur dem Namen nach als Frankreich, Großbritannien, Deutschland oder Schweden bekannt sein.

Denken Sie an das mittelalterliche Heilige Römische Reich: Es wurde als römisch bezeichnet und hatte doch sehr wenig mit den alten Römern zu tun, abgesehen von der lateinischen Sprache, die noch in der Verwaltung verwendet wurde, nur in schriftlicher Form und abgesehen von einigen Rechtsbegriffen. Das Heilige Römische Reich wurde von den germanischen Stämmen gegründet und regiert. Daher ist diese politische Einheit in historischen Texten oft unter ihrem volleren Namen bekannt: dem Heiligen Römischen Reich deutscher Nation.

Es gibt einen Unterschied zwischen dem Wandel im frühen Mittelalter und dem Wandel, der jetzt stattfindet. In der Spätantike und im frühen Mittelalter wurden die alten Römer nach und nach von den germanischen Stämmen abgelöst, die genetisch mit den Römern verwandt waren: Sie waren weiß, indoeuropäisch. Auf den ersten Blick konnte man den Unterschied nicht erkennen. Gegenwärtig haben wir es mit etwas anderem zu tun: Die Umsiedler von außerhalb Europas sind völlig anders. Sie sind keine Indoeuropäer, ihre Sprachen sind weit entfernt von den indoeuropäischen Sprachen, ihrem Glauben, ihren Bräuchen, ihrem Erbe, ihrer Biologie… all dies ist weit entfernt von dem, was Europa einmal war. Heutige Schauspieler in Frankreich oder in Deutschland, in Großbritannien oder in Schweden können alte Römer verkörpern, ohne dass ihre Haut weiß werden muss. Die asiatischen und insbesondere afrikanischen ethnischen Ersetzungen der indigenen Völker Großbritanniens, Frankreichs, Deutschlands oder Schwedens ähneln physisch nicht ihren Gastgebern in den Gastländern. In nicht allzu ferner Zukunft können wir uns die zukünftigen afrikanischen oder asiatischen Schauspieler vorstellen, die versuchen, die historischen Figuren aus der europäischen Vergangenheit zu verkörpern. Sie werden große Anstrengungen unternehmen müssen, um wie die Europäer auszusehen. Das ist ein Maß für die immense Transformation, vor der wir stehen.

Ja, es gab im Laufe der Geschichte viele ethnische Austäusche, auch in Europa. Aber in Europa ersetzte oder verdrängte oder absorbierte eine europäische Volksgruppe die andere europäische Volksgruppe. Der Unterschied zwischen den beiden Gruppen, die sich auf Kollisionskurs befanden, war auf die Sprache reduzierbar. Alle anderen Merkmale – Glaube, Hautfarbe, allgemeine Bräuche oder Herkunft – waren gleich oder fast gleich (katholisch-protestantisch-orthodox), was es einer ethnischen Gruppe leicht ermöglichte, sich in der anderen, dominanten Gruppe aufzulösen. So ließen sich die Deutschen in Schlesien, dem südwestlichen Teil des damaligen polnischen Königreichs und des heutigen Polens, nieder und machten die einheimischen Slawen mit Leichtigkeit und ohne Gewalt zu Deutschen. Nachdem die einheimischen Slawen ihre Sprache aufgegeben und Deutsch als Muttersprache angenommen hatten, wurden sie endgültig Deutsche, und sie waren von den deutschen Deutschen nicht zu unterscheiden. Gleiches galt für die deutschen Siedler im mittelalterlichen Preußen (dem heutigen Nordostpolen), wo die Eroberten im Laufe der Zeit germanisiert wurden (während versehentlich der Name des eroberten Landes von den Eroberern als ihr eigener Name übernommen wurde).

Dasselbe gilt für die Schotten, die Waliser und die Iren, die – da sie weiß und christlich waren und Englisch als Muttersprache angenommen hatten – nahtlos Briten werden konnten. In der Tat waren sie für die Außenwelt einfach Engländer, weil… sie die englische Sprache sprachen und es gab keine andere Möglichkeit als durch die Sprache zu erkennen, welcher ethnischen Zugehörigkeit die Vertreter der schottischen, walisischen oder irischen Nationen angehörten. Dies ist nicht bei allen Algeriern, Nigerianern, Somaliern, Pakistanern oder Indern der Fall. Auch wenn sie Englisch, Französisch, Deutsch oder Schwedisch als Muttersprachler sprechen, bleiben sie auf den ersten Blick unterschiedlich, wenn es um Aussehen geht, und sie bleiben unterschiedlich, wenn es um ihren Glauben und ihre Bräuche geht. Die weißen Teile der britischen, französischen, deutschen oder schwedischen Gesellschaft werden in vielerlei Hinsicht sichtbar hervorstechen, was zu rassischen und ethnischen Spannungen führen und möglicherweise zur Entstehung einer Kastengesellschaft führen wird, wie wir sie in Indien haben. Das Kastensystem in Indien war genau das Ergebnis der arischen Besiedlung unter den indigenen Völkern auf dem indischen Subkontinent. Erstens war die rassisch- ethnisch- religiös-kulturelle Kluft zu groß, um überbrückt zu werden; Zweitens wollten die jeweiligen ethnischen Gruppen natürlich ihre Identität, ihre Getrenntheit bewahren, sie wollten natürlich unter ihren Eigenen leben.

Darauf wartet Europa. Und was für ein Paradoxon! Genau zu der Zeit, als die europäische politische Klasse eine nationenlose europäische Gesellschaft entwerfen wollte, trägt dieselbe politische Klasse durch ihre Politik des Imports von Millionen von Ausländern dazu bei, ein Europa zu schaffen, das noch fragmentierter sein wird als je zuvor in seiner Geschichte. Der Traum von der Schaffung eines universellen Europäers, der gemischtrassig ist, an die Natur glaubt und Englisch spricht, ist zum Scheitern verurteilt. Indien ist ein Paradebeispiel, wie auch sehr viele andere Länder der Welt.

Auslöschung von Vielfalt, Gerechtigkeit und Inklusion. Kompetenz und Leistungsfähigkeit stattdessen!

Im selben Dokument über die nationale Sicherheitsstrategie, das wir zuvor besprochen haben, gibt es noch eine weitere revolutionäre oder konterrevolutionäre Bombe, die der trotzkistischen Ideologie, die auf dem amerikanischen Boden Wurzeln geschlagen hat, einen Schlag versetzt, nämlich die der Vielfalt, Gerechtigkeit und Inklusion, bekannt als DEI. Diese Bombe ist die Rückkehr zur Kompetenz und zur Leistungsfähigkeit. Die (quasi-kommunistische) Ideologie von DEI, wie es im Dokument heißt, degradierte amerikanische Institutionen und hielt das ganze Land zurück. DEI war im Wesentlichen diskriminierend und wettbewerbswidrig.

Ist es nicht seltsam, dass so etwas Offensichtliches wie die Belohnung von Kompetenz und Leistungsfähigkeit ein ernstes Problem sein sollte? Ist es nicht seltsam, dass Kompetenz und Leistungsfähigkeit jemals als Säulen der Gesellschaft, der Wirtschaft, jeglicher Art von Fortschritt in Frage gestellt wurden? Ist es nicht seltsam, dass es Menschen gibt, die glauben, sie könnten die Faulen und Unbegabten miteinbeziehen, dass sie ihnen Gleichstellung entgegenbringen können, dass sie mit Vorliebe für Rasse oder Behinderung arbeiten können und dass sie dadurch auf die Nachhaltigkeit einer solchen X Gesellschaft hoffen können? Selbst die Kommunisten in der Sowjetunion und in Osteuropa hatten solche Ideen nicht. Ja, sie versuchten, die Dinge gleichmäßig auf alle Mitglieder der Gesellschaft zu verteilen, aber nur bis zu einem gewissen Grad, und sie erkannten bald, dass dies nicht praktikabel war. Menschen brauchen Impulse, um sich in ihre Arbeit engagieren, um Erfindungen zu erfinden und so weiter. Mitglieder der Gesellschaft, die unproduktiv sind, aber dennoch den Komfort staatlicher Fürsorge genießen, neigen dazu, sich wie – verzeihen Sie das Wort – Parasiten zu verhalten. Sie erwarten immer mehr, ohne dass sie selbst von sich etwas zurückgeben.

Das allein ist schlimm genug, aber das hat noch schlimmere Konsequenzen. Diejenigen Mitglieder der Gesellschaft, die sonst bereit sind, zum Wohlergehen aller beizutragen, werden früher oder später das Interesse verlieren, sich jeder Anstrengung zu widmen. Warum, wenn Sie alle Vorteile haben können, ohne sich selbst dabei zu belasten, warum sollten Sie sich bei Ihrer Arbeit anstrengen, warum sollten Sie sich denn nun mal dabei anstrengen? Diese demoralisierende Wirkung breitet sich wie ein Lauffeuer aus und führt zum Untergang jeder Gesellschaft. Kein Wunder also, dass das Dokument zur Nationalen Sicherheitsstrategie die “Ausrottung” von DEI fordert. Die sogenannten sozialistischen Staaten Osteuropas und die Sowjetunion wurden von den Massen der Menschen, die weniger beitrugen als sie konsumierten, praktisch aufgefressen. Da Kompetenz und Verdienst nicht angemessen honoriert wurden, wurde fast jede Initiative im Keim erstickt. Stellen Sie sich einen sozialistischen Fabrikmanager vor, der, anstatt einen erfahrenen und einfallsreichen Ingenieur einzustellen, jemanden mit geringer Kompetenz beschäftigt, nur weil sie miteinbezogen werden muss, einfach weil sie Kinder zu ernähren hat (und keinen Ehemann), einfach weil die Staatsideologie sagt, dass niemand zurückgelassen werden sollte. Auf dem Papier klingt das alles sehr gut, ist aber von der Realität weit entfernt. Sie können nur verteilen, was Sie haben, und Sie können weder Waren haben noch über Dienstleistungen verfügen, es sei denn, Sie haben Leute, die diese Waren herstellen oder die Dienstleistungen erbringen. Also, um miteinzubeziehen und zu diversifizieren und gleichzustellen, müssen Sie immer noch Kompetenz und Verdienst belohnen, Sie müssen immer noch Ungleichheit im Einkommen bewahren. Eine Quadratur des Kreises, nicht wahr? Aber darum geht es in der Realität, und darum geht es in der Ideologie nicht.

Die Weltverbesserer in Washington dachten offensichtlich, als sie eine gleichmäßige Verteilung von Gütern und Dienstleistungen angeordnet haben, als sie begannen, alle gleich behandelt zu haben, unabhängig von ihrem Talent und ihrer Leistungsfähigkeit, als sie aufhörten, zwischen Individuen zu unterscheiden, als hätten sie eine Modellgesellschaft schaffen können, in der alle Beteiligten eines Tages glücklich sein sollten. Das ist eine Fantasie, eine Fantasie, die der Vernunft nicht standhält, eine Fantasie, die der Realität zuwiderläuft. Wenn Fantasie mit Realität kollidiert, gewinnt immer und ausnahmslos die Realität. Die Realität bedeutet, dass die Menschen ungleich sind und dass die Nutzlosen nur auf Almosen zählen können. Ja, Sie haben es richtig gehört: Almosen. Denn das ist es, was Wohlfahrt im Klartext bedeutet. Was auch immer Sie bekommen, ohne es verdient zu haben, wird richtig Almosen genannt. Und ja, Almosen können von großmütigen, einfallsreichen und damit wohlhabenden Menschen verteilt werden, die... wohlhabend sind, weil sie für ihre Kompetenz und Verdienste belohnt werden.

Das Dokument über die nationale Sicherheitsstrategie besagt, dass die amerikanische Regierung eine Kompetenzkultur “wieder einführen” wird. Beachten Sie dabei das Wort „wieder“. Das bedeutet, dass die Kultur der Kompetenz, auf der die Vereinigten Staaten aufgebaut waren und die Amerika einst groß gemacht hat, ausgerottet wurde, ausgelöscht wurde. Der Verlust des Kompetenzgeistes ist ein tödlicher Schlag für jeden Staat, jede Organisation oder Gesellschaft. Wie geht man vor, um eine Tugend wieder zu erwecken, wenn sie verloren gegangen ist? Sicherlich keine leichte Aufgabe. Personen, die daran gewöhnt sind, von der Regierung betreut zu werden, werden sich natürlich jeder Änderung widersetzen, sie werden weitere Leistungen fordern und sogar deren Erhöhung fordern. Jede Einschränkung davon kann den Geist des Aufruhrs gegen die Regierung und der Enttäuschung davon wecken. Dies wiederum könnte von der Opposition – von den Demokraten – ausgenutzt werden, damit der gesamte Prozess der Wiedereinführung der Kompetenzkultur gestoppt werden könnte.

Aber dann hat Amerika keinen anderen Ausweg aus seiner gegenwärtigen Krise, denn selbst das kommunistische China (kommunistische!) legt seit Jahrzehnten Wert auf Wettbewerbsfähigkeit und Leistungsfähigkeit. Wenn die Hardliner-Kommunisten schließlich die menschliche Natur und Realität verstanden haben, warum hat die amerikanische politische Klasse dies nicht getan? Warum hat sich die amerikanische politische Klasse von solchen – kindischen – Ideologien täuschen lassen? Sind die Mitglieder dieser Klasse wirklich die Absolventen der Ivy League?

“Amerikanischer Wohlstand und Sicherheit”, können wir im Dokument über die nationale Sicherheitsstrategie lesen, “hängen von der Entwicklung und Förderung von Kompetenz ab. Kompetenz und Leistungsfähigkeit gehören zu unseren größten zivilisatorischen Vorteilen.Das Dokument erklärt weiter das Offensichtliche, nämlich dass Kompetenz und Leistungsfähigkeit sich in der Einstellung, Förderung und Ehrung der besten Amerikaner (nicht irgendjemanden) niederschlagen, was Innovation sichert, worauf wiederum Wohlstand folgt. Toll! Dass Bürger des einundzwanzigsten Jahrhunderts der am weitesten entwickelten Nation solche Grundlagen darlegen müssen...! Dass die Amerikaner über die einfachsten natürlichen Wirtschaftsregeln belehrt werden müssen, dass “wenn Kompetenz zerstört oder systematisch entmutigt wird, […] Infrastruktur, nationale Sicherheit, Bildung und Forschung nicht mehr funktionieren.” Dass die Amerikaner an die offensichtliche Tatsache erinnert werden sollten, dass “radikale Ideologien, die Kompetenz und Verdienst durch einen bevorzugten Gruppenstatus ersetzen wollen, Amerika unkenntlich und unfähig machen würden, sich selbst zu verteidigen “! Ist es nicht das ABC des sozialen und wirtschaftlichen Lebens?

In der Tat, während der Kommunismus in der Sowjetunion starb und sich in der Volksrepublik China in den Kapitalismus verwandelte, tauchte er in der Bastion des Kapitalismus wieder auf: in den Vereinigten Staaten während der Herrschaft der Demokraten. Geschichte kann Streiche spielen, oder nicht? Die derzeitige Regierung und dieser Teil der amerikanischen politischen Klasse, der sie unterstützt, haben den Kurs umgekehrt. Werden sie jedoch erfolgreich sein? Werden ihnen nicht in ein paar Jahren die trotzkistischen Demokraten folgen, die ihre kommunistischen Ideen von Vielfalt, Gerechtigkeit und Inklusion wiederbeleben werden? Amerikas Innenpolitik scheint in den letzten Jahrzehnten sehr volatil gewesen zu sein, genauso volatil sind die Entscheidungen und Aussagen des derzeitigen amerikanischen Präsidenten, so dass diese Strategie – so richtig sie auch ist – auf Eis gelegt, eingestellt oder annulliert werden kann... .

Jetzt ist es offiziell: Europa wird nicht mehr europäisch sein. Und zwar bald.

Was über Jahrzehnte von vielen Beobachtern in Frankreich und Großbritannien, in Deutschland und den Niederlanden, in Schweden und in Belgien festgestellt wurde, was von den Machthabern geleugnet und zurückgewiesen wurde, wurde schließlich autoritär und offiziell anerkannt und als das Problem von größter Bedeutung identifiziert. Es wurde von keiner geringeren Behörde als den Vereinigten Staaten von Amerika in dem neuesten Dokument zur nationalen Sicherheitsstrategie anerkannt und identifiziert, das im November ausgearbeitet und Anfang Dezember dieses Jahres bekannt gegeben wurde.

Das Dokument, das in der gesamten amerikanischen Politik eine Kehrtwende vollzieht, stellt auch einen vernichtenden Angriff auf die Politik dar, die seit einigen Jahrzehnten in der Europäischen Union verfolgt wird. In den Dokumenten heißt es unmissverständlich: “Sollten sich die gegenwärtigen Trends fortsetzen” [d.h. die anhaltende Masseneinwanderung] “wird der Kontinent in 20 Jahren oder weniger nicht wiederzuerkennen sein.Wir haben es im Klartext. Genau das Gleiche, was die sogenannten Verschwörungstheoretiker oder rechtsextremen Aktivisten (wie sie in den Mainstream-Medien immer abfällig bezeichnet wurden) seit Jahrzehnten melden. Wir haben im Klartext, was als Rassismus, als Fremdenfeindlichkeit, als Islamophobie gebrandmarkt wurde. Schließlich ist Washington selbst zu dem gleichen Schluss gekommen: Europa wird aufhören, europäisch zu sein, mit allen damit verbundenen Problemen. Weil der Ersatz einer Bevölkerung durch eine andere, einer Kultur durch eine andere, einer Religion (auch nominell) durch eine andere, einer Rasse durch eine andere zu einer wesentlichen Veränderung epischer Dimensionen führt. Nigerianische oder somalische Staatsbürger in Deutschland und Schweden, afghanische oder pakistanische Einwohner in Frankreich und Großbritannien werden nicht einfach eine exotische Version der indigenen Bevölkerung sein. Nigerianische oder somalische Einwanderer, afghanische oder pakistanische Umsiedler werden nach Europa importiert und transplantieren in die europäischen Völker Nigeria und Somalia, Afghanistan und Pakistan rein, Punkt, was das Dokument der Nationalen Sicherheitsstrategie offen feststellt und sagt, dass nach einer solchen Veränderung “es ganz offensichtlich fraglich ist, ob bestimmte europäische Länder über Wirtschaft und Militär verfügen werden, die stark genug sind, um zuverlässige Verbündete zu bleiben” [so sehr, dass] “Jede dieser Nationen derzeit auf ihren gegenwärtigen Weg behaart.

Washingtons Angst, verlässliche politische, wirtschaftliche und militärische Partner zu verlieren, ist in diplomatischer, sanfter Sprache formuliert, aber die Botschaft ist so hell wie der Tag: In 20 Jahren könnten bestimmte europäische Länder aufgrund massiver, unkontrollierter Einwanderung möglicherweise keine “Volkswirtschaften und Militärs mehr haben, die stark genug sind, um verlässliche Verbündete zu bleiben”. Es ist ein Paukenschlag. Im selben Dokument macht der transatlantische Partner Europas seine Wünsche deutlich: “Wir wollen, dass Europa europäisch bleibt, sein zivilisatorisches Selbstbewusstsein zurückgewinnt.Werden diese Worte von der europäischen politischen Klasse gehört worden sein?

Natürlich werden sie das nicht tun. Europas politische Klasse wird sich noch stärker für alle Politiken einsetzen, die sie in den letzten Jahrzehnten verfolgt hat – sei es Globalismus, Grüne Wende, Migration, Vorschriften in Bezug auf den Klimawandel, Regenbogensexualität, Abschottung von billigem russischem Gas und Öl -, weil Europas politische Klasse ihre politischen Prinzipien in eine Religion und sich selbst in die leidenschaftlichsten Anhänger dieser Religion verwandelt hat. Europas politische Klasse tritt in die Fußstapfen ihrer großen Vorgänger: Jakobiner und Bolschewiki. Sie werden lieber diejenigen unter sich guillotinieren oder vor ein Kriegsgericht stellen, die lieber den Kurs Europas korrigieren möchten, als etwas aufzugeben, was ihnen so lieb und teuer ist. So ist die kollektive Psyche jeder Bewegung – sei sie religiös oder politisch – so sind die Gesetze des sozialen Verhaltens. Eine Ideologie ist wie eine Lawine: Wenn sie erst einmal in Gang gesetzt wird, kann sie niemand und nichts mehr aufhalten. Sie muss ihren Lauf nehmen, bis ihre Energie in einem Tal der Tränen verbrauchen wird, wo es nur Weinen und Zähneknirschen zu hören wird. So war es bei den oben erwähnten Jakobinern und Bolschewiki: Sie mussten ihren politischen Kurs so lange fortsetzen, bis sie ihre Nationen verwüsteten und bis… ein starker Mann (Bonaparte, Stalin) auftauchte, der es schaffte, dem politischen, kulturellen, moralischen und wirtschaftlichen Wahnsinn Einhalt zu gebieten.

Man kann sich fragen, ob die Vereinigten Staaten das Schicksal Europas vermeiden werden, weil sich die amerikanische Demografie nicht sehr von der europäischen unterscheidet. Die Jahre der Herrschaft der Demokraten bedeuteten, dass die amerikanische Grenze nicht nur durchdringlich oder geöffnet war: Es gab überhaupt keine Grenze. Es wird geschätzt, dass auch in den Vereinigten Staaten die weiße Bevölkerung ziemlich schnell zu einer Minderheit werden wird. Wenn sich die Vereinigten Staaten und Europa in dieser Hetze voller Besinnungslosigkeit die Hände reichen, dann brauchen weder Russland noch China etwas gegen diese beiden Bastionen der Demokratie und des Fortschritts etwas zu unternehmen – es genügt abzuwarten. Zwanzig Jahre oder so – es ist gar nicht so lange...

800 000 Soldaten an Russlands Unterleib

Den amerikanischen Friedensvorschlägen stehen die Vorschläge der Europäischen Union entgegen. Die Europäische Union hat verzweifelt ihre eigene Vision des Friedensprozesses ausgearbeitet, weil die amerikanischen Punkte den Kommissaren nicht sehr gefallen und weil – und das ist äußerst wichtig – die Europäische Union verzweifelt versucht, politisch relevant zu werden. So wie es ist, wird der Krieg durch Verhandlungen beendet, die von der Russischen Föderation und den Vereinigten Staaten geführt werden – den einzigen Protagonisten auf der politischen Bühne der Welt. Weder die Ukraine noch die EU sind wichtig. Die Ukraine wurde verdinglicht, während die Europäische Union ins Abseits gedrängt wurde.

Der Versuch der EU, politische Zugkraft wiederzugewinnen, erinnert an die Versuche Frankreichs gegen Ende des Zweiten Weltkriegs, das Kriegsspiel auf Augenhöhe mit dem Vereinigten Königreich, den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion zu spielen. Und tatsächlich gelang es Frankreich, zumindest einen Anschein seiner politischen Relevanz wiederherzustellen. Die Alliierten erlaubten Paris, bei der Zeremonie der Annahme der deutschen Kapitulation anwesend zu sein und eine eigene Besatzungszone in Deutschland zu haben. Es war – wie oben gesagt – nur der politischen Großzügigkeit der Siegermächte zu verdanken, dass Frankreich als eine der Siegerparteien anerkannt wurde, denn in Wirklichkeit war Frankreich seit einigen Jahren geschlagen und besetzt und – was folgt – ohne die Intervention der Amerikaner (und der Briten) hätte sich Frankreich nicht selbst befreit. Kein Wunder also, dass Marschall Keitel, als er die französische Delegation bei der Kapitulationsakte sah, sich nicht zurückhalten konnte zu bemerken: „Auch sie haben uns besiegt?“

Heute ist es nicht nur Frankreich, sondern die gesamte Europäische Union plus Großbritannien. Insbesondere Deutschland, Frankreich und das Vereinigte Königreich wollen sich an den Verhandlungstisch setzen und eigene Vorschläge unterbreiten. Sie wollen ihre Spuren im Friedensprozess hinterlassen. Und wieder hängt es von den Vereinigten Staaten von Amerika und vielleicht auch von der Russischen Föderation ab, ob die EU in den inneren Kreis der Weltpolitik aufgenommen wird.

Die von Brüssel entworfenen Kontrapunkte stimmen manchmal mit denen überein, die von Washington verfasst wurden, und manchmal weichen sie voneinander ab. Von den 28 Punkten ist Punkt 6 ziemlich eigenartig. Da steht: „Die Größe des ukrainischen Militärs soll in Friedenszeiten auf 800.000 Mann begrenzt werden.“

800 000 Soldaten in Friedenszeiten! Das ist mehr als die einsatzbereiten Armeen Frankreichs (200 000), Deutschlands (180 000) und des Vereinigten Königreichs (140 000) zusammen! Das sind mehr als doppelt so viele Soldaten wie die Türkei (350 000). Bedenken Sie, dass die türkischen Streitkräfte die zweitgrößten in der NATO sind. Und bedenken Sie, dass die einsatzbereite Armee der Türkei von 350 000 Mann von der türkischen Bevölkerung von 85 Millionen aufgestellt wird, während das  800 000 Mann starke Militär der Ukraine von 30 Millionen, vielleicht sogar noch weniger Menschen, aufgestellt werden müsste! Wenn man dazu noch die Verwüstung der Ukraine und die Millionen so junger ukrainischer Männer hinzufügt, die getötet oder verstümmelt wurden, beginnt man sich zu fragen, wie eine solche Armee überhaupt jemals aufgestellt werden könnte.

Die enorme Größe der ukrainischen Streitkräfte ist eine Sache. Die andere ist: Warum sollte die Ukraine eine so große stehende Armee haben, selbst wenn ihre Aufrechterhaltung machbar wäre? Diese Frage wird Brüssel sicherlich nach dem Motto beantworten, die Ukraine verteidigungsfähig gegen den russischen Aggressor zu machen, aber ist diese Erklärung plausibel? Immerhin zählt die ukrainische Armee derzeit vielleicht mehr als die genannten 800 000 Mann, und – wie man sehen kann – kann sie der stetigen russischen Offensive nicht standhalten. Warum sollte es in Zukunft einer ähnlichen Offensive standhalten können?

Oder vielleicht versucht die Europäische Union heimlich, die Ukraine weiterhin als permanenten Rammbock gegen Russland zu benutzen. In einem solchen Szenario wird der ausgehandelte Frieden nur ein Waffenstillstand sein.

Der Vorschlag, der Ukraine eine so große Armee zu erlauben, widerspricht auch einem der beiden Ziele der militärischen Sonderoperation, nämlich (abgesehen von der Entnazifizierung) der Entmilitarisierung. Wie kann Brüssel erwarten, dass Moskau Punkt 6 überhaupt in Betracht zieht? Wie könnte Präsident Wladimir Putin oder irgendjemand an seiner Stelle nach vier Kriegsjahren, nach all den Opfern und Anstrengungen, einer solchen Armee an Russlands Unterleib zustimmen? Glauben Brüsseler Politiker an die Akzeptanz dieses Vorschlags? Wenn sie es tun, dann ist ihre geistige Gesundheit fraglich. Wenn wir davon ausgehen, dass ihre geistige Gesundheit in Ordnung bleibt, dann müssen wir zu dem Schluss kommen, dass allein dieser Punkt dazu dient, den gesamten Friedensprozess zu torpedieren, denn eine 800 000 Mann starke Armee vor Russlands Haustür ist für Moskau ein Reinfall.

Erklärte Ziele – echte Ziele

Unter den achtundzwanzig Punkten des von den Amerikanern ausgearbeiteten Friedensvorschlags befindet sich einer, der – falls vereinbart – allen Teilnehmern des Konflikts in der Ukraine Amnestie verspricht. Dieser Punkt offenbart eine Menge.

Seit langem werden wir mit dem Narrativ gefüttert, dass es die russischen Soldaten waren, die grausam und unmenschlich waren. Es wurden Geschichten gesponnen und tatsächlich Bilder in den Medien über die Gräueltaten der Russen an Ukrainern gezeigt. Erinnern Sie sich noch an das berüchtigte Butscha-Massaker? Das beabsichtigte Wortspiel auf Englisch – „Butchery in Bucha“ oderButchers from Bucha“ – und das Dorf selbst wurden sorgfältig und absichtlich ausgewählt, um die Schlagzeilen alarmierend klingen zu lassen?

Gleichzeitig wurden wir mit dem Narrativ gefüttert, dass sich ukrainische Soldaten galant verhalten. Sie sind nicht diejenigen, die Gräueltaten begehen, sie sind nicht diejenigen, die Zivilisten angreifen. So etwas machen nur diese bösen Russen. Nehmen wir die Richtigkeit solcher Aussagen an. Dann schlägt einer der Punkte der Friedensvorschläge über die Begnadigung der Täter von Kriegsverbrechen oder anderen Gräueltaten wie eine Bombe ein. Wenn es die Russen waren, die diese Verbrechen begangen haben, dann erstreckt sich die Begnadigung auf sie und nur auf sie, richtig? Warum wollen die Vereinigten Staaten die russischen Übeltäter in Uniform verschonen? Woher diese Großmut? Hat der kollektive Westen – die Vereinigten Staaten und die Europäische Union – Russlands Präsidenten nicht als Mörder bezeichnet, wollten die Kommissare ihn nicht in Den Haag vor Gericht stellen? Sie wollten keine geringere Figur als den russischen Präsidenten zur Rechenschaft ziehen: Sicherlich würden sie beim Umgang mit Figuren von geringerem Kaliber viel strenger sein!

Wenn Sie diesen Punkt des Friedensvorschlags lesen, erfahren Sie plötzlich, dass Gräueltaten und Kriegsverbrechen es nicht wert sind, strafrechtlich verfolgt zu werden. Versuchen die Amerikaner wirklich, die verhassten russischen Übeltäter zu schützen? Schlagen die Amerikaner wirklich vor, dass Gerechtigkeit nicht getan werden sollte? Nein, sicher nicht.

Wie immer müssen wir zwischen erklärten Zielen und echten Zielen unterscheiden. Erklärtes Ziel ist die Amnestie, etwas Verlockendes für die angeblich bis zum Hals mit Blut befleckten Russen. Das wahre Ziel istja, Sie haben es richtig erraten – der Schutz der ukrainischen Soldaten und der zahlreichen Söldner, die auf ukrainischer Seite kämpfen und Gräueltaten und abscheuliche Kriegsverbrechen begangen haben. Sie müssen vor der Justiz geschützt werden, sie müssen in Obhut genommen werden, sie müssen für zukünftige Konflikte gerettet werden, wenn sie sich als nützlich erweisen.

Kaum jemand erinnert sich an den Brand von Odessa im Jahr 2014, bei dem etwa fünfzig (russische) Männer und Frauen im Gewerkschaftshaus, das von ukrainischen politischen Aktivisten in Brand gesteckt wurde, bei lebendigem Leib verbrannt wurden. Noch weniger Menschen nahmen Notiz davon, als Russlands Präsident Wladimir Putin in einer seiner Reden zu Beginn des Konflikts in der Ukraine verkündete, dass Moskau die Identität der Täter dieses Brandes kenne und im Begriff sei, sie aufzuspüren, um sie zur Rechenschaft zu ziehen. Europäer oder Amerikaner haben diese Worte möglicherweise nicht zur Kenntnis genommen; höchstwahrscheinlich hätten sie sie nicht gehört, da sie nur die Nachrichten aus den offiziellen Kanälen konsumieren. Dennoch hätten die Übeltäter diese Worte sicherlich gehört und folglich den Schrecken ihres Lebens gehabt. Die Einflussreichen, diejenigen mit Verbindungen zu den mächtigen Figuren im Westen, müssen ihren ganzen Einfluss genutzt haben, um diese Art von Garantie für sich selbst von ihren westlichen Oberherren zu erpressen.