In den Momenten voll von Chaos und endlosen Neuigkeiten bezüglich des türkischen Putsches wurde offensichtlich, dass Washington und der Westen Erdoğan nicht unterstützt haben.
Nach Hosni Mubarak, Muammar Gaddafi und Viktor Yanukovych wurde es Zeit, Recep Tayyip Erdoğan loszuwerden. Der türkischen Tageszeitung „Daily Sabah“ zufolge war der Putsch in direktem Zusammenhang mit FETÖ (Fethullahistische Terrororganisation), dessen Führung sich in Washington befindet.
Am Tag, nachdem der Putsch fehlgeschlagen hatte, haben die westlichen Medien versucht, den Misserfolg einzuschränken und deshalb schnell verkündet: „Die Verbündeten NATOs stehen hinter Erdoğan, obgleich der türkische Putsch das Militär aufteilt.” Doch das stimmt nicht!
Am Freitag, als das Chaos begonnen hatte, wurde aus der Website des weißen Hauses verkündet: „Heute Nacht hat der Präsident mit dem Staatssekretär John Kerry telefoniert, um über die Ereignisse in der Türkei zu sprechen. Der Präsident und der Sekretär haben vereinbart, dass alle Parteien in der Türkei, die demokratisch gewählte Regierung der Türkei unterstützen, Zurückhaltung zeigen und jegliche Gewalt und Blutvergießen vermeiden sollten. Der Sekretär hat betont, dass das Außenministerium sich weiterhin bemühen werde, für die Sicherheit der amerikanischen Bürger in der Türkei zu sorgen. Der Präsident hat den Sekretär gebeten, ihn auch weiter auf dem Laufenden zu halten, wie die Ereignisse sich ergeben.”
Die Ausschreibung war mit Absicht undeutlich und nicht einmal vom Präsidenten selber erstellt. Im Text des Weißen Hauses war keinerlei Bezug auf oder direkte Unterstützung für Erdoğan oder eine offene Verurteilung des Putsches. Die „demokratisch-gewählte Regierung“, wie in der Ausschreibung angegeben, umfasst Erdoğan nicht als Präsidenten. Wenn natürlich das Weiße Haus die Demokratie unterstützt hätte, würde folgendes im Text stehen: „die demokratisch-gewählte Regierung und der Präsident.“
Die Putschanführer sagten, dass sie im Namen der Verteidigung für die Demokratie so gehandelt hätten, was mit der Aussage des Weißen Hauses übereinstimmend ist.
Auch Jean-Claude Juncker hat es unterlassen, den Putsch zu verurteilen, dies war mit folgendem Pieps:
„Die EU unterstützt die demokratisch-gewählte Regierung der Türkei, die Institutionen und die Rechtsstaatlichkeit. Alle werden wieder zur verfassungsmäßigen Ordnung aufgefordert.“ Dieser Pieps war schritthaltend mit der Aussage der türkischen Armee: „Die türkischen Streitkräfte haben die Kontrolle über die Landesregierung vollständig übernommen, um wieder verfassungsmäßige Ordnung, Freiheit und Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit und allgemeine Sicherheit einsetzen zu können, die zerstört wurde.“
Steffen Seibert, Sprecher der deutschen Kanzlerin, Angela Merkel, sagte, dass Berlin die „gewählte Regierung“ in der Türkei unterstütze, ohne Bezug auf den türkischen Präsidenten oder die Verurteilung des Putsches!
Man kann den Eindruck gewinnen, dass die westlichen Regierungen, zusammen mit den Verursachern des türkischen Putsches, ihre Aussagen koordiniert haben.
Die Verurteilung seitens des Katars war glasklar, denn sein Außenministerium hat folgendes mitgeteilt: „Das Katar hat seine starke Kündigung und Verurteilung beim Versuch des militärischen Putsches, der Gesetzlosigkeit und der Missachtung des konstitutionellen Rechtes in der Republik Türkei ausgedrückt.
Der Generalsekretär des Europarats, (einer Organisation, die man nicht mit der EU verwechseln sollte,) Thorbørn Jagland, hat den Putschversuch ebenfalls verurteilt, indem er sagte: Jeglicher Versuch die demokratisch-gewählten Leiter in einem Mitgliedstaat des Europarats zu stürzen ist inakzeptabel. Eine solche Art von Verurteilung gab es in keiner der westlichen Aussagen. Die USA, Berlin und Brüssel haben Aussagen ausgestellt, die mit jeglichem Ziel und Absicht sehr unklar waren und man sie somit genauso gut als Unterstützung für den Putsch entgegennehmen könnte, falls dieser erfolgreich sein wird.
In den kommenden Tagen werden die westlichen Leiter und die Massenmedien versuchen, die Verluste zu begrenzen. Ohne auch nur dem geringsten Zweifel wurde der Mangel an Unterstützung in Ankara entdeckt. Dies wird Konsequenzen haben.